Multiple Chemikaliensensibilität (MCS), auch bekannt als chemische Sensitivität, chemische Intoleranz oder toxisch bedingter Toleranzverlust, ist ein umstrittenes Syndrom, das durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet ist, die von Betroffenen als schwerwiegend empfunden werden. Diese Symptome werden auf die Exposition gegenüber Umweltchemikalien in sehr geringen Dosen zurückgeführt. Ob es sich bei MCS um ein einheitliches, spezifisches Syndrom mit einem spezifischen Krankheitsmechanismus handelt, ist weiterhin Gegenstand von Diskussionen.
Symptome und Fehldiagnosen
Häufig genannte Symptome von MCS sind vielfältig und unspezifisch:
- Müdigkeit und Leistungsminderung
- Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen
- Reizbarkeit und depressive Stimmung
- Kopfschmerzen
- Gefühlsstörungen
- Schleimhautreizungen, Atemnot und bronchitische Beschwerden
- Übelkeit und Stuhlunregelmäßigkeiten
- Herzrasen (Tachykardie)
- Schwindel
- Grippeähnliche Symptome
- Verschiedene Hauteffloreszenzen
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Geruchsempfindlichkeit und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Diese Symptome sind jedoch nicht spezifisch für MCS und können auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen auftreten, darunter Infektionen, Allergien, Stoffwechselstörungen und psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Daher ist es wichtig, andere mögliche Ursachen auszuschließen, bevor die Diagnose MCS gestellt wird. Erkrankungen, die häufig als MCS fehldiagnostiziert werden, sind z.B. Infektionen (Sinusitis, Atemwegsinfektionen, Mononukleose), Allergien (allerg. Rhinokonjunktivitis, atopisches Ekzem, allerg. Kontaktekzem), metabolisch-toxische (Diabetes mellitus, Medikamenten-/Drogenabusus, Hypo/Hypothyreoidismus) und psychiatrische Erkrankungen.
Ursachen und Pathophysiologie
Es gibt keinen Konsens über die Pathophysiologie oder Ursache von MCS. Erklärungsversuche reichen von unspezifischen immunologischen Störungen über Enzymdefekte mit Vitamin- und Mineralmangelzuständen bis hin zu Hypothesen einer Beeinflussung des hypothalamisch-limbischen Systems durch Geruchsreize. Bisher konnte weder aus allergologischer, immunologischer noch toxikologischer Sicht ein kausaler Bezug zu dem Krankheitsbild hergestellt werden.
Einige Forscher vermuten, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle bei der Entstehung von MCS spielt. Insbesondere wird diskutiert, dass eine geringe Entgiftungskapazität der Leber für bestimmte Substanzen dazu führen kann, dass Chemikalien schon in kleinen Mengen Krankheitssymptome auslösen. Eine weitere Hypothese besagt, dass schädliche Stoffe bei besonders Empfindlichen die Sauerstoff- und Energieversorgung der Gewebe mindern. Es gibt auch Hinweise darauf, dass MCS-Patienten in einem bestimmten zentralen Hirnareal weniger Bindungsstellen für den Nervenbotenstoff Dopamin haben.
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Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass toxische Chemikalienexposition eine Rolle bei der Entstehung von MCS spielen könnte. MCS-Krankheitsfälle werden durch Exposition gegenüber verschiedenen Chemikalienklassen initiiert, darunter Pestizide, organische Lösungsmittel, Quecksilber, Schwefelwasserstoff und Kohlenmonoxyd. Tierversuche haben gezeigt, dass diese Chemikalien eine übermäßige Aktivität eines Rezeptors, des NMDA-Rezeptors, hervorrufen können. Genetische Studien haben gezeigt, dass Gene, die die Geschwindigkeit der Metabolisierung von an MCS beteiligten Chemikalien bestimmen, die Anfälligkeit für MCS beeinflussen. Ein detaillierter Mechanismus für MCS, der auf einem biochemischen Teufelskreis, dem NO/ONOO-Zyklus, beruht, erklärt sowohl die hochgradige Chemikaliensensitivität als auch viele andere Symptome und Kennzeichen dieser Erkrankung.
Diagnose und Untersuchungsmethoden
Es existieren keine spezifischen Untersuchungsmethoden, um das Vorliegen von MCS zu belegen. Insbesondere haben bestimmte Untersuchungsmethoden für MCS keinen diagnostischen Wert. Die Diagnose stützt sich auf den Ausschluss anderer Ursachen und auf die Schilderung der Befindlichkeitsstörungen durch den Patienten.
Psychologische Aspekte
Die meisten Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen sind sich einig, dass ein nicht zu vernachlässigender Prozentsatz der „an Umwelteinflüssen erkrankt geglaubten Patienten“ an psychosomatischen bzw. psychiatrischen Krankheiten leidet. Eine erhöhte Suggestibilität, Neigung zu Dissoziation und Phantasie begünstigt die Entstehung von MCS. Je stärker die (irrige) Überzeugung, dass die Symptome durch Umweltgifte zustande kommen und je größer die Ängste, umso schlechter die Prognose.
Therapie
Die schulmedizinische Therapie von MCS ist begrenzt, da es keine allgemein anerkannten Behandlungsmethoden gibt. Im Vordergrund steht die Vermeidung der auslösenden Substanzen.
In der Alternativmedizin existieren verschiedene diätetische Modelle zur Behandlung der Multiplen Sklerose, z.B. Agranoff & Goldberg oder das Rohkostmodell nach Evers. Serie-II-Eicosanoiden bzw. Optimierung der Serie-III-Eicosanoide auf die Prostaglandinbiosynthese. Modelle, bei denen bestimmte Nahrungsmittel gemieden werden, sind häufig empirisch in der Praxis entstanden.
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Einige Therapeuten setzen auf eine medikamentöse Behandlung des „leaky gut syndrome“. Der Körper benötigt Vitamin B12 bei der Remyelenisierung, z.B. nach einem akuten MS-Schub. Kontrolle der latenten Entzündungssituation bei Autoimmunopathien zunutze machen kann. Bedeutung bei der Energiegewinnung der Zellen. spielt bei MS vor allem dann eine Rolle, wenn gleichzeitig eine Kryptopyrrolurie (KPU) vorliegt. Mikronährstoffe wie Mangan notwendig. Eine weitere wichtige Bedeutung hat Vitamin B6 bei der Synthese der Sphingolipide im ZNS. befindet sich als Teil der Natrium- Kalium-Pumpe vor allem intrazellulär. Gliazellen. Entzündungsreaktionen zu bremsen. Unter Vitamin-D-Mangel wurden in der Literatur u.a. minimiert werden können.
Osteopathische Techniken können ebenfalls zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden. Intoxikationen können sich vielfältig auf die Symptomatik bzw. den Verlauf einer Multiplen Sklerose auswirken. wichtigsten Substanzgruppen sind Metalle (vor allem Quecksilber) und Umweltchemikalien, allen voran Pyrethroide. Die Diagnostik ist bei den Metallen nicht immer einfach. Belastungen zu überprüfen. virusspezifischen IgG-Antikörpers. stattgefunden hat. z.B. bzw. Die Differenzialdiagnose zur Neuroborelliose ist nicht ganz einfach. Die Vorgehensweise bei einer „slowvirus-infection“ ist in der Regel sehr individuell und richtet sich u.a. Sensibilität der Patienten gegenüber Triggern. Je sensibler, desto vorsichtiger! MS-Patienten problematisch und einige Verfahren wie z.B. Praxisbewährt hat sich hier u.a. Oleuropin bzw. Rolle. Eine weitere therapeutische Säule stellen Homöopathika bzw. Isopathika dar. bzw. Habifac® spag.
Multiple Sklerose als Differentialdiagnose
Da einige Symptome von MCS denen der Multiplen Sklerose (MS) ähneln können, ist es wichtig, MS als Differentialdiagnose in Betracht zu ziehen. MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der das Immunsystem die Myelinscheiden der Nervenfasern angreift. Die Symptome von MS können sehr unterschiedlich sein und umfassen unter anderem:
- Optikusneuritis (Entzündung des Sehnervs)
- Blasenstörungen
- Ataktische Gangmuster (Koordinationsstörungen)
- Sprachstörungen
Die Diagnose MS wird in der Regel durch neurologische Untersuchungen, Magnetresonanztomographie (MRT) und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit gestellt. Die schulmedizinische Therapie von MS beruht im Wesentlichen auf Immunsuppression mit Cortison bzw. anderen Immunsuppressiva.
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