Multiple Sklerose und Ayurveda: Ein ganzheitlicher Behandlungsansatz

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die oft mit einem hohen Leidensdruck verbunden ist. Während die Schulmedizin vor allem auf die Symptomkontrolle abzielt, bietet Ayurveda, die traditionelle indische Heilkunst, einen ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, die Ursachen der Erkrankung zu behandeln und das Wohlbefinden des Patienten zu verbessern.

Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist ein umfassendes Gesundheitssystem, das seit Jahrtausenden praktiziert wird. Die Aufzeichnungen der klassischen Texte der Ayurveda sind ca. 3.000 Jahre alt. Seit Jahrtausenden wurden die verschiedenen Wissenstraditionen jedoch schon mündlich überliefert und sind somit älter als jede andere medizinische Wissenschaft. Es betrachtet den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele und strebt einen harmonischen Energiefluss als Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden an. Ayurveda beschreibt ein umfassendes System, das viele unterschiedliche gesundheitsfördernde Maßnahmen und Therapieverfahren für die verschiedenen Aspekte des Lebens nutzt, um Gesundheit und ein langes Leben zu erreichen.

Die drei Doshas

Grundlage der Ayurveda ist die Vorstellung, dass die drei Doshas - Vata, Pitta und Kapha - die physiologischen Prozesse im Körper steuern. Ein Ungleichgewicht dieser Doshas kann zu Krankheiten führen. Verursacht wird das Ungleichgewicht durch Ablagerung von Schlacken im Körper. Das Ziel besteht darin, ein ausgewogenes Gleichgewicht aller drei Doshas, den ständig ändernden äußeren Einflüssen anzupassen.

  • Vata: Steuert Bewegung, Atmung und Nervenimpulse. Im Ayurveda wird unser Nevensystem dem Vata-Dosha zugerechnet. Diese enge Vernetzung macht die Wirkungsweisen wechselseitig. Aus diesem Grunde wird im Ayurveda das Nervensystem als Summe all seiner Aspekte im Dosha des "Vata" zusammengefasst. Störungen in diesem Vata manifestieren sich in körperlichen Beschwerden, Erkrankungen wie Multipler Sklerose.
  • Pitta: Reguliert Stoffwechsel, Verdauung und Körpertemperatur.
  • Kapha: Verantwortlich für Struktur, Stabilität und Immunität.

Ayurvedische Therapieansätze

Die Therapien der Ayurveda sind sanft und die Behandlungen natürlich. Die ganzheitlichen Methoden sind in den letzten Jahrhunderten leider teilweise zerfallen und in Vergessenheit geraten. Erst Mitte der 70er Jahre haben ayurvedische Ärzte begonnen, die Pusselsteine wieder zu einer funktionierenden Ayurveda zusammenzusetzen - in einer sinnvollen Kombination mit westlichen Erkenntnissen. Dazu zählen zum Beispiel Reinigungskuren (Panchakarma).Durch die ayurvedische Panchakarma-Kur wird der Körper entschlackt und wieder ins Gleichgewicht gebracht. Zu den Therapien zählen ebenfalls, mineralische und pflanzliche Arzneien, Ölmassagen, Meditation und Yoga. Mit Ayurveda kann man viele Krankheiten mit natürlichen, bewährten Mitteln lindern. Eine weitere Stärke der Ayurveda liegt in der Prävention durch die Entschlackung. Ayurveda umfasst eine Vielzahl von Behandlungen, darunter:

  • Ernährungsumstellung: Eine auf den individuellen Dosha-Typ abgestimmte Ernährung, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
  • Pflanzliche Arzneimittel: Verwendung von Kräutern und Gewürzen zur Unterstützung der Heilung.
  • Ayurvedische Massagen: Ölmassagen zur Entspannung und Entgiftung.
  • Yoga und Meditation: Praktiken zur Förderung von Entspannung und Stressabbau.
  • Panchakarma: Eine Reinigungskur zur Entgiftung des Körpers.

Multiple Sklerose aus ayurvedischer Sicht

Die Erkrankung MS wird im Ayurveda als eine Störung des zentralen Nervensystems betrachtet, die durch ein Ungleichgewicht der Doshas verursacht wird. Das Vata Dosha spielt dabei eine entscheidende Rolle, da es für Bewegung und Kommunikation im Körper zuständig ist. Im Ayurveda wird die Multiple Sklerose nicht als eigene Krankheitsentität beschrieben. Aber das ist durchaus kein Grund, diese Erkrankung nicht ayurvedisch zu verstehen und zu behandeln. Im ältesten klassischen Lehrbuch des Ayurveda, der „Carakasamhita“, heißt es dazu:„Derjenige, der eine Krankheit nicht mit einem Namen benennen kann, sollte sich nicht schämen, weil nicht alle Krankheiten mit einem Namen ausgezeichnet sind.“

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Ursachen und Symptome

Entsprechend der Komplexität von Nervensystem und Vata-Dosha kann eine Störung mannigfaltige Ursachen haben, die in erster Linie in Umweltfaktoren, Ernährung, Lebensstil und Exposition zu finden sind.

Zu den häufigsten Symptomen der MS gehören:

  • Spastische Lähmungen
  • Zerebelläre Störungen (z.B. schwankendes Gangbild)
  • Sensibilitätsstörungen
  • Beeinträchtigung der vegetativen Funktionen
  • Erschöpfbarkeit (Fatigue)

Das Ziel der Ayurveda-Behandlung bei MS

Das Ziel einer Ayurvedabehandlung besteht darin, den Krankheitsprozess zu stoppen und die Auswirkungen der Symptome zu mildern. Eine ayurvedische Kur bei der Krankheit Multiple Sklerose zielt darauf ab, das Gleichgewicht der Doshas wiederherzustellen und den Körper von Toxinen zu reinigen. Im Gegensatz zur Schulmedizin liegt der Fokus nicht nur auf Symptombehandlung, sondern auch auf Prävention und Lebensstiländerungen. Die individuelle Konstitution (Prakriti) jedes Patienten bestimmt dabei die Wahl der Behandlungsmethoden in Form von Kräutern, Massagen oder Yoga Übungen. Ayurveda gegen die Krankheit Multiple Sklerose hat als Zielsetzung die Heilung des gesamten Organismus und Stärkung des Wohlbefindens.

Ernährungsempfehlungen im Ayurveda bei MS

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle in der ayurvedischen Behandlung von MS. Hier sind einige allgemeine Empfehlungen:

  • Vermeiden Sie:
    • Gluten (Weizen, Gerste, Hafer, Roggen)
    • Raffinierten Zucker
    • Tierische Fette (statt Fleisch Fisch essen)
    • Molkereiprodukte und Margarine
    • Koffein, Alkohol und Rauchen
  • Bevorzugen Sie:
    • Indischen Basmati Reis
    • Oliven- oder Kokosnussöl zum Kochen
    • Frische, unverarbeitete Lebensmittel
    • Rohkost (Kohl, Karotten, Rote Beete)
    • Grünen Salat, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen
    • Frische Früchte (Kirschen, Trauben, Pflaumen, Südfrüchte wie Orangen, Mango, Papaya und Avocado)
  • Lebensmittel, die das Vata ausgleichen: Diese zeichnen sich für gewöhnlich durch einen flüssigen, öligen oder wärmenden Charakter aus. Hierzu gehören Suppen, flüssiger Getreidebrei, wasserreiche Gemüsesorten wie Spargel und schleimstoffreiche Lebensmittel wie Vollkornreis oder Haferschleim sowie Linsen und Mungdahlbohnen, die mit reichlich Wasser zubereitet werden. Zu den gesunden Ölen zählen Ghee, Sesamöl und Olivenöl.

Nahrungsergänzungsmittel

Ayurveda empfiehlt für jeden Typ verschiedene Nahrungsergänzungsmittel aus Kräutern, um dem Körper Kraft zu verleihen. Für Personen, die an MS leiden, empfiehlt sich die Konsultation bei einem approbierten Ayurveda-Arzt, der zuerst eine gründliche Diagnose machen wird und die Medizin entsprechend der physischen Konstitution des Patienten verschreiben wird. Nahrungsergänzungsmittel, die Sie in der Apotheke bekommen, sind ebenfalls zu empfehlen, wie:

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  • Fischöl
  • Multivitaminpräparate
  • Vitamin C
  • Vitamin E

Ayurvedische Behandlungen und Therapien bei MS

Ein Therapiezyklus beinhaltet die Behandlung des Patienten mit verschiedenen Sorten von Kräuterzubereitungen, entsprechend seiner Konstitution, seinem Stoffwechsel, seinem mentalen Zustand, sowie der Schwere der Erkrankung und der Symptome. Im täglichen Mittelpunkt steht die Hauptbehandlung "Shiro Vasthi", die auf das zentrale Nervensystem gerichtet ist.

  • Shiro Vasthi: Die Basis der Kräuteröle ist zumeist Sesamöl. Für die Herstellung der Kräuteröle und -pasten werden die Pflanzen, Wurzeln, Rinde, Blätter oder Blüten in Wasser-Öl-Mischung zubereitet. Bei der Potenzierung von Kräuterölen werden sowohl Kräutersud als auch Extrakt wiederholt zugeben. Diese so potenzierten Öle haben eine erhöhte Wirksamkeit und werden unter anderem bei Multiple Sklerose zur Shiro-Vasti-Behandlung, Shiro Dhara oder Nasenspülung verwendet.
  • Ayurvedische Kräuter: Bestimmte Kräuter wie Ashwagandha können helfen, Entzündungen zu reduzieren und das Nervensystem zu schützen.
  • Ayurvedische Ölmassagen: Die Nerven müssen krankheitsbedingt in besonderem Maße geschont und beruhigt werden, was sich dank ayurvedischen Traditionen wie Yoga, Entspannungsbädern und entspannenden Ölmassagen wunderbar erreichen lässt. Die westliche Medizin beurteilt das symptom- und schmerzlindernde Potenzial dieser Behandlungsansätze als durchaus positiv und viele MS-Patienten fühlen sich nach einer ayurvedischen Anti-Stress-Therapie deutlich wohler.
  • Yoga und Meditation: Entspannungsmaßnahmen wie ayurvedisches Yogatraining sind hier ein guter Weg, um die Nervenanspannung zu lösen und Symptome zu entschärfen. Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie der Shoolini University of Biotechnology and Management Sciences im indischen Solan aus dem Jahr 2018. Laut Studienergebnis nimmt Yoga vor allem auf Bio-Marker wie Corticoid und Cortisol einen positiven Einfluss. Während Corticoid als Stresshormon nervliche Anspannung begünstigt, ist Cortisol unter anderem für die Unterdrückung von Entzündungsvorgängen im Körper verantwortlich. Eine Regulierung beider Hormone ist bei einer Ayurveda MS Behandlung also sehr wünschenswert.

Ayurveda vor Ort

Viele Länder bieten inzwischen Ayurveda-Kuren an. So ist es auch in Spanien, Sri Lanka, den Malediven, Malta und in Deutschland möglich, eine Ayurveda-Kur zu buchen.

Ayurveda in Indien

Ich finde es dennoch persönlich schöner, eine Kur direkt in Indien zu machen, als sechs Wochen in dem doch eher ungemütlichen Deutschland. Dazu kommt noch, dass die Kuren in Indien bezahlbar sind. So kostet eine Kur in Indien höchstens 30 Prozent einer Kur in Deutschland. Wenn man mit Kuwail Airlines fliegt, ist man in neun Stunden in Kerala, einem wunderschönen, freundlichen und gemütlichen Bundesstaat von Indien. Nicht die Armut, die ich vermutet hatte, kaum Bettler, keine nervenden Händler, aber dafür freundliche lächelnde Menschen, gutes Klima, wunderbares, preiswertes Essen und ein Ambiente zum Erholen.

Die Vorteile ayurvedischer Ärzte in Indien

Dazu habe ich sehr angenehme Erfahrungen mit den ayurvedischen Ärzten gemacht. Diese bekommen ihre Erfahrungen über Ayurveda von den Vätern und Großvätern überliefert und studieren zusätzlich Medizin an den Universitäten des Landes. Damit haben Sie die allgemeinen medizinischen Kenntnisse, die gepaart mit den ayurvedischen Anwendungen zu einer sehr hohen Behandlungseffektivität führen. Die ruhige, freundliche Art der Inder und die wunderbaren Behandlungsmethoden führen dazu, dass man sich in diesem Land einfach gesund fühlen muss.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien

Die Geduld zahlt sich am Ende aus, das haben auch zahlreiche Studien beweisen. So beispielsweise die Studie von Singh et al. (2010). Sie untersuchte die Wirksamkeit einer ayurvedischen Behandlung bei MS Patienten und ergab signifikante Verbesserungen in Bezug auf Fatigue, Spastizität und Gehfähigkeit. Eine weitere Studie von Raghavendra et al.

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Auch aus klinischen Erfahrungswerten und ersten Studien mit verschiedenen Ernährungskonzepten gibt es Hinweise, dass sich der Verlauf der Multiplen Sklerose durch Ernährung beeinflussen lässt. Bei der Ernährungsstudie zur Multiplen Sklerose sollte die Wirksamkeit dreier Ernährungskonzepte auf den Erkrankungsverlauf von MS-Betroffenen untersucht werden. Insgesamt waren 6 Visiten über einen Zeitraum von 20 Monaten geplant, die jeweils 2-4 Stunden dauerten. Bei den Studienvisiten (zum Start der Studie, nach 9 und 18 Monaten) wurden motorische Tests durchgeführt, die Körperzusammensetzung gemessen, Blut abgenommen und Fragebögen zu MS-spezifischen Symptomatik beantwortet. Zusätzlich wurde jeweils ein MRT durchgeführt. Im Verlauf der Studie fanden 10 MS-spezifische Ernährungsberatungen in Kleingruppen statt, um die Teilnehmer zur Ernährungsumstellung zu schulen und sie während der Studie beratend zu begleiten. Die Erkenntnisse der kontrollierten Anwendungsstudie können zur besseren Einschätzung der Wirksamkeit und Wirkungsweise von verschiedenen Ernährungsformen beitragen.

Wichtig: Es ist entscheidend, dass Patienten mit MS eine ayurvedische Behandlung nur in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt beginnen.

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