Mutterkraut: Natürliche Hilfe bei Migräne

Migräneattacken können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Der Griff zu Schmerzmitteln ist oft die erste Reaktion, doch eine übermäßige Einnahme kann zu einem Teufelskreis führen: dem medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Mutterkraut bietet hier eine pflanzliche Alternative zur Migräneprophylaxe.

Der Teufelskreis der Schmerzmittel

Viele Migränepatienten greifen bei akuten Anfällen zu Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen. Triptane, die auf cerebrale Serotoninrezeptoren wirken, gelten als Mittel der Wahl. Sie wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und gefäßverengend. Beide Wirkstoffklassen sind jedoch nur zur Akutbehandlung geeignet und haben keine vorbeugende Wirkung. Bei regelmäßiger Anwendung besteht zudem das Risiko eines Gewöhnungseffekts, der zu einem medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz (Rebound-Effekt) führen kann. Die übermäßige Einnahme von Akutmedikamenten, die eigentlich zur kurzfristigen Linderung von Migräneanfällen gedacht sind, kann die Beschwerden letztendlich sogar verstärken. Dieses Phänomen, bekannt als Rebound-Kopfschmerz, macht eine effektive Migräneprophylaxe unverzichtbar.

Mutterkraut als pflanzliche Prophylaxe

Präventive Maßnahmen und eine Reduktion der Anfallshäufigkeit können den Bedarf an Schmerz- und Migränemitteln deutlich reduzieren. Mutterkraut ist ein pflanzliches Arzneimittel zur Vorbeugung von migräneartigen Kopfschmerzen. Der Hauptwirkstoff Parthenolid hemmt die Freisetzung des entzündungsfördernden Neuropeptids CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) im Gehirn und wirkt gefäßverengend. Zudem desensibilisiert es Membrankanäle, wodurch die Reizschwelle von Migränetriggern erhöht wird. Dies führt zu einer effektiven Reduktion der Anfallshäufigkeit. Durch präventive Maßnahmen und eine Reduktion der Anfallshäufigkeit kann der Einsatz von Schmerz- bzw. Migränemitteln stark reduziert werden.

Wie wirkt Mutterkraut?

Mutterkraut kann aufgrund langjähriger Erfahrung zur Vorbeugung von Migräne verwendet werden. Als hauptverantwortlich für die schmerzlindernde, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung gilt der Inhaltsstoff Parthenolid, ein sogenanntes Sesquiterpenlacton. Außerdem enthält die Pflanze unter anderem weitere Sesquiterpenlactone, ätherisches Öl (Hauptkomponente: Campher) sowie Flavonoide. Die in Mutterkraut enthaltenen Parthenolide können die Ausschüttung von Serotonin auf verschiedenen Wegen hemmen und somit der Entstehung einer Migräne entgegenwirken.

In Laborexperimenten zeigen Zubereitungen aus Mutterkraut verschiedene Effekte: Sie verringern die Freisetzung des Botenstoffes Serotonin aus Zellen, sie steuern Entzündungen entgegen und greifen hemmend in die Blutgerinnung ein. Forscher schreiben diese Wirkungen vor allem der Substanz Parthenolid zu.

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Klinische Studien belegen die Wirksamkeit

Eine placebokontrollierte klinische Studie zeigte, dass die regelmäßige Anwendung von Mutterkraut über einen Zeitraum von 6 Monaten die Häufigkeit der Migräneattacken um 67% reduzierte. Eine n-of-1-Studie zeigte deutliche Effekte bei der Einnahme von Mutterkrautextrakt zur Migräneprophylaxe. Sowohl hinsichtlich der Häufigkeit der Migräneattacken als auch hinsichtlich der Schmerzintensität konnte nahezu eine Halbierung erreicht werden.

Anwendungsgebiete in der Volksmedizin

In der Volksmedizin wird Mutterkraut noch bei anderen Beschwerden und Erkrankungen angewendet. Dazu zählen zum Beispiel Fieber, rheumatische Beschwerden, Verdauungsstörungen, Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) und Hautleiden. Auch als Mundspülung nach einer Zahnziehung sollen sich Zubereitungen der Heilpflanze eignen. Forschende aus Bochum stellten außerdem eine Wirkung auf Nerven fest. Konkret soll Mutterkraut und der darin enthaltene Inhaltsstoff Parthenolid die Regeneration von geschädigten Nervenfasern beschleunigen. Davon könnten vor allem Diabetiker profitieren. Weitere Forschungsarbeiten dazu laufen.

Beschreibung der Pflanze

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist eine mehrjährige, bis zu 80 Zentimeter hohe und stark nach Campher riechende Pflanze, die der Kamille ähnelt. Ursprünglich stammt die Pflanze wahrscheinlich aus dem östlichen Mittelmeerraum und wird in Europa sowie Nord- und Südamerika als Zier- und Kräuterpflanze kultiviert. Wildes Mutterkraut entsteht bei uns häufig durch Auswilderung dieser Kulturen. Die Pflanze wächst daher gerne in der Nähe von Gärten, an Zäunen, Hecken und Wegrändern oder in Gebüschen. Nicht nur der deutsche Name Mutterkraut spielt auf die Heilkraft der Pflanze bei gynäkologischen Beschwerden an. Auch der wissenschaftliche Artname (griechisch: parthenos = Jungfrau) deutet auf die Anwendung der Heilpflanze bei Frauenleiden hin.

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) wird etwa 30 bis 100 Zentimeter hoch und besitzt einen aufrechten verzweigten Stängel. Die Blätter ordnen sich wechselständig an und sind grün-gelblich gefärbt. Die Blütenköpfchen bestehen aus gelben Röhrenblüten und weißen Zungenblüten, sie stehen in lockeren Schirmrispen. Mutterkraut gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae), blüht von Juni bis August und ist im östlichen Mittelmeerraum sowie Westasien beheimatet. Mutterkraut sieht der Kamille ähnlich und ist auch mit dieser verwandt. Die Pflanze findet sich - wohl wegen ihres hübschen Aussehens - häufig in Gärten.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe

Verwendet wird das zur Blütezeit gesammelte Kraut (Tanaceti parthenii herba) bestehend aus den Stängeln, Blättern und Blüten. Das gesamte Kraut wird als Arznei verarbeitet, also alles außer der Wurzel. Es enthält 0,5 bis 0,9 Prozent ätherisches Öl, mit den Substanzen Kampfer und Chrysanthenylacetat als Hauptkomponenten. Daneben kommen zu 0,5 bis zwei Prozent Sesquiterpenlactone vor, unter anderem der Inhaltsstoff Parthenolid.

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Anwendung von Mutterkraut

Mutterkraut kann als Tee zubereitet oder in Form von Fertigpräparaten wie Kapseln, Tabletten oder Tinkturen eingenommen werden. Für einen Tee übergießen Sie etwa 150 Milligramm pulverisiertes Mutterkraut mit einer Tasse kochendem Wasser. Nach zehn Minuten können Sie über einen Filter das Pulver abseihen. Trinken Sie idealerweise über mehrere Monate täglich zwei bis drei Tassen vor den Mahlzeiten, bevor Sie die Dosis reduzieren. Auf diese Weise soll Mutterkraut Migräne vorbeugen. Allerdings wird die Wirkung von Mutterkraut-Tee als gering eingestuft, da die wirksamen Inhaltsstoffe kaum ins Wasser übergehen. Stattdessen wird empfohlen, die Heilpflanze in Form von standardisierten Fertigpräparaten einzunehmen.

Erwachsene können 1-3 x täglich 1 Filmtablette 200 mg einnehmen. Zu Beginn 1 x 200 mg pro Tag. Die Wirkung baut sich über mehrere Wochen auf. Sollte es nach 2 Monaten zu keiner Verbesserung gekommen sein, kann die Dosis auf 400 mg (2 x 200 mg) oder 600 mg (3 x 200 mg) gepulverte Droge pro Tag gesteigert werden. Da keine ausreichenden Daten vorliegen, kann die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen werden.

Was Sie bei der Anwendung von Mutterkraut beachten sollten!

Verzichten Sie auf Mutterkraut, wenn Sie allergisch gegen Korbblütler wie Arnika, Ringelblume und Kamille reagieren. Es gibt nicht viel Erfahrung mit der Anwendung von Mutterkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen. Besprechen Sie deshalb die Anwendung der Heilpflanze zuerst mit einem Arzt oder einer Ärztin.

Mutterkraut gilt als gut verträglich und ruft nur selten Nebenwirkungen hervor, wie zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden. Häufiger treten allergische Reaktionen auf. Nach der Einnahme von Mutterkraut können Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen im Bereich der Haut, des Mundes und der Zunge auftreten. Manche Menschen klagen auch über leichte Magen-Darm-Beschwerden.

Wo Sie Mutterkraut und die Produkte erhalten

Das getrocknete Mutterkraut sowie verschiedene Fertigpräparate wie Kapseln oder Tabletten sind in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Zur richtigen Anwendung und Dosierung lesen Sie bitte die jeweilige Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin.

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Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten

Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten enthalten reines Mutterkraut-Pulver in hochwirksamer Dosierung (200 mg). Es wirkt zielgerichtet und ohne Umwege, genau dort, wo Migräne entsteht - in den Blutgefäßen im Kopf. Bei langfristiger Einnahme hemmt Mutterkraut mit seinem Wirkstoff Parthenolid deren Erweiterung und beugt so dem typisch pochenden Kopfschmerz vor. Gemäß der wissenschaftlichen Literatur kommen zur Vorbeugung der Migräne gleich drei positive Effekte des Mutterkrauts zur Geltung: Mutterkraut wirkt frühzeitig - noch bevor der Schmerz beginnt. Parthenolid aus Mutterkraut hemmt die Erweiterung der Blutgefäße im Kopf und verhindert Entzündungsvorgänge, die den Schmerz verursachen. Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind frei von Lactose und Glutenfrei und sind für Vegetarier/Veganer geeignet.

Weitere pflanzliche Mittel gegen Migräne

Neben Mutterkraut gibt es auch andere pflanzliche Mittel, die bei Migräne eingesetzt werden. Dazu gehören Pestwurz, Ingwer und Curcuma. Während für Pestwurz und Mutterkraut wissenschaftliche Studien vorliegen, die zumindest auf eine gewisse vorbeugende Wirkung hindeuten, gibt es für Ingwer und Curcuma bislang keine vergleichbaren Erkenntnisse. In der geltenden ärztlichen Leitlinie zur Therapie und Prophylaxe der Migräne werden daher als pflanzliche Optionen nur Pestwurz und Mutterkraut zur Migränevorbeugung erwähnt.

Pestwurz

Pestwurz-Extrakt hat in zwei Studien seine Wirksamkeit in der Vorbeugung der Migräne bewiesen. Allerdings sind in der Pflanze sogenannte Pyrrolizidinalkaloide nachweisbar, die als potenziell leberschädigend eingestuft werden.

Ingwer

Die Inhaltsstoffe des Ingwers werden traditionell als krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend beschrieben. Ob Ingwer allerdings gegen Migräne wirkt, also konkret in der Vorbeugung von Migräne-Attacken und/oder in der Behandlung akuter Migräne-Attacken einem wirkungslosen Scheinmedikament (Placebo) überlegen ist, kann die medizinische Forschung bislang nicht gesichert beantworten.

Curcuma

Für eine mögliche Wirkung von Curcuma gegen Migräne und hier vor allem in der Migränevorbeugung untersuchen Forschende den Inhaltsstoff Curcumin. Eine Analyse experimenteller und klinischer Studien zu bestimmten Curcumin-Formen kam zu dem Zwischenfazit, dass Curcumin ein „vielversprechender Kandidat in der Vorbeugung und Kontrolle der Migräne“ sei - unter anderem wegen seiner antientzündlichen und schmerzlindernden Eigenschaften.

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