Chronische Gesichtsschmerzen sind eine komplexe und oft schwer zu behandelnde Form chronischer Schmerzen. Sie können durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden, darunter Neuropathien, Entzündungen oder muskuläre Dysfunktionen. Gesichtsschmerzen, die über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten bestehen, gelten als chronisch. Diese Schmerzen sind besonders belastend, da sie häufig die alltägliche Lebensqualität und das soziale Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen.
Ursachen chronischer Gesichtsschmerzen
Die Ursachen sind vielfältig und umfassen neurologische, muskuläre und vaskuläre Faktoren. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
Trigeminusneuralgie: Ein plötzlich auftretender, starker Schmerz im Versorgungsgebiet des Trigeminusnervs. Oft ausgelöst durch Gefäßkompression am Nervenstamm, aber auch durch Multiple Sklerose oder andere Schädigungen des Nervs. Die Trigeminusneuralgie tritt in erster Linie bei Personen über 50 Jahren auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind. Sie zeichnet sich durch anfallsartige starke, einseitige Gesichtsschmerzen aus, die einem elektrischen Schlag ähneln und oft durch Druck auf einen Triggerpunkt ausgelöst werden. Der Beginn ist meist plötzlich und die Schmerzen dauern oft nur wenige Sekunden.
Atypische Gesichtsschmerzen: Ein chronischer, diffuser und schlecht lokalisierbarer Schmerz, dessen Ursprung häufig unbekannt ist. Dieser Schmerz wird oft als kontinuierlich und brennend empfunden und lässt sich schwer behandeln. Bei diesen Patienten kann mit Akupunktur und Kräutern aus der TCM eine gute Linderung der Beschwerden erreicht werden. Für die Akupunktur werden feine Nadeln im Gesicht, aber auch in Punkte an Nacken, Händen und Füssen aufgrund des Leitbahnverlaufes gestochen.
Zahn- und Kieferprobleme: Fehlstellungen des Kiefers oder chronische Zahnprobleme können Schmerzen im Gesicht auslösen. Auch die sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) kann chronische Schmerzen im Gesicht, Kopf- und Nackenbereich verursachen. Die Schmerzen sind oft morgens am schlimmsten und Patienten klagen häufig über schmerzende Zähne oder Zähneknirschen. Nicht selten strahlen die Schmerzen zum Ohr, zu den Schläfen, Wangen oder entlang dem Unterkiefer aus. Gelegentlich tritt ein Knacken und Klicken im Kiefergelenk auf.
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Clusterkopfschmerzen: Diese extrem starken, periodisch auftretenden Kopfschmerzen treten oft hinter einem Auge auf, können sich aber auf das gesamte Gesicht ausbreiten. Es kommt zu regelmäßig wiederkehrenden, in schwerwiegenden Fällen täglichen, Kopfschmerzattacken. Diese halten 15 bis 180 Minuten an und treten vorwiegend in der Nacht auf. Starke einseitige Schmerzen hinter einem Auge sind typisch. Bei erneuten Anfällen ist fast immer die gleiche Seite betroffen. Neben einem Tränen des Auges wird oft eine verstopfte oder laufende Nase und ein Schweißausbruch im Gesicht auf der betroffenen Seite beobachtet.
Postherpetische Neuralgie: Nach einer Herpes-Zoster-Infektion im Gesichtsbereich kann es zu lang anhaltenden Nervenschmerzen kommen, die als brennend und bohrend empfunden werden.
Sinusitis und Entzündungen: Chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen können Gesichtsschmerzen verursachen, die oft mit einem Druckgefühl verbunden sind. Die chronische Rhinosinusitis (CRS) ist eine weit verbreitete entzündliche Erkrankung der Nasennebenhöhlen, die durch anhaltende Symptome wie verstopfte Nase, Gesichtsschmerzen und eine verminderte Geruchswahrnehmung gekennzeichnet ist. Sie betrifft weltweit Millionen von Menschen und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Neuropathien oder periphere Nervenschäden: Diabetes oder traumatische Verletzungen können zu Nervenschäden und somit zu chronischen Gesichtsschmerzen führen.
Symptome und Charakteristika chronischer Gesichtsschmerzen
Die Symptome variieren je nach Ursache, sind aber häufig durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet:
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Starke, stechende oder brennende Schmerzen: Besonders typisch bei Neuralgien und neuropathischen Schmerzen.
Druckgefühl und dumpfe Schmerzen: Häufig bei entzündlichen Erkrankungen wie Sinusitis. Entzündungen und Schwellungen führen zu einer Verdrängung des Nasensekrets in das Blut und sorgen für einen Druckabfall innerhalb der Nasenhöhlen. Ihr Gesicht kann sich aufgrund des aufgestauten Drucks auch empfindlich anfühlen. Dies tritt in der Regel am Nasenrücken oder unter den Augen auf, kann aber auch auf der Stirn und den Wangen vorkommen.
Episodische oder kontinuierliche Schmerzen: Clusterkopfschmerzen treten in Attacken auf, während atypische Gesichtsschmerzen oft konstant sind.
Schmerzen bei Berührung: Ein häufiges Symptom bei Trigeminusneuralgie, bei dem selbst leichte Berührungen starke Schmerzen auslösen (Allodynie).
Was ist eine Nebenhöhlenentzündung?
Die Nasennebenhöhlen sind vier paarweise angeordnete Hohlräume im Schädelknochen, die durch enge Kanäle miteinander verbunden sind. Sie befinden sich im Augen- und Nasenbereich nahe der Stirn, dem Keilbein, dem Kiefer und dem Siebbein und sind nach den Knochen benannt, in deren Nähe sie sich befinden. Die Siebbeinzellen befinden sich zwischen den Augen, die Kieferhöhlen unterhalb der Augen, die Keilbeinhöhlen hinter den Augen und die Stirnhöhlen oberhalb der Augen. Die Nebenhöhlen sind mit den Nasenhöhlen verbunden und mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese produziert dünnen Schleim - auch Sekret genannt - der durch die Kanäle aus der Nase abfließt und dazu beiträgt, die Nase sauber und frei von Bakterien zu halten. Normalerweise sind die Nasennebenhöhlen mit Luft gefüllt - sie können aber auch verstopfen und sich mit dem produzierten Sekret füllen. In diesem Fall können sich Bakterien ansiedeln und einen Infekt verursachen, die als Nasennebenhöhlenentzündung, Sinusitis bzw. Rhinosinusitis bekannt ist.
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Bei einer Entzündung der Nasenschleimhäute ist das Nasengewebe fast immer geschwollen, wodurch die Nebenhöhlen blockiert werden und Sekrete nicht mehr wie gewohnt ablaufen können. Obwohl die Entzündung von der Stirnhöhle bis zu Keilbeinhöhle alle Nebenhöhlen betreffen kann, ist die Kieferhöhle als größte Nasennebenhöhle am häufigsten und die Keilbeinhöhle am seltensten infiziert.
Arten von Nebenhöhlenentzündungen
Die Einteilung der Sinusitis erfolgt nach der Dauer der Erkrankung:
Akute bakterielle Sinusitis: Hier treten plötzliche Erkältungssymptome wie eine laufende oder verstopfte Nase oder ein Druckgefühl im Bereich der Nase auf. Klingen die Beschwerden innerhalb von 10 Tagen ab, spricht man von einer akuten Rhinosinusitis.
Subakute Sinusitis: Halten die Symptome vier bis zwölf Wochen an, spricht man von einer subakuten Nebenhöhlenentzündung.
Wiederkehrende akute Sinusitis: Dieser Begriff wird verwendet, wenn die Beschwerden innerhalb eines Jahres viermal oder öfter wiederkehren und jedes Mal weniger als zwei Wochen andauern.
Chronische Sinusitis: Eine Entzündung der Nasenhöhlen wird dann als chronisch bezeichnet, wenn Symptome wie eine verstopfte Nase, Ausfluss, Schmerzen und ein Druckgefühl im Gesicht und verminderten Geruchssinn über einen Zeitraum von mindestens 12 Wochen bestehen.
Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung
Druckgefühl & Schmerzen im Gesicht: Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen einer Nebenhöhlenentzündung zählen Gesichtsschmerzen. Entzündungen und Schwellungen führen zu einer Verdrängung des Nasensekrets in das Blut und sorgt für einen Druckabfall innerhalb der Nasenhöhlen. Ein dumpfer Schmerz tritt zumeist an der Stirn, auf beiden Seiten der Nase, im Oberkiefer und in den Zähnen sowie zwischen den Augen auf.
Laufende Nase: Der Nasenausfluss ist trüb, grün, gelb oder gar eitrig, kommt aus den infizierten Nasennebenhöhlen und fließt in die Nasengänge ab.
Verstopfte Nase: Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen verursacht häufig eine Schwellung der Nebenhöhlen und Nasengänge und kann zu einer verstopften Nase führen. Das Atmen durch die Nase wird deutlich erschwert und auch Ihr Geschmacks- und Geruchssinn kann davon beeinträchtigt werden.
Sinus-Kopfschmerzen: Anhaltendes Druckgefühl und Schwellungen in den Nasennebenhöhlen können zu Kopfschmerzen führen. Da sich über Nacht Sekret angesammelt hat sind Sinuskopfschmerzen morgens oft am schlimmsten und können sich verschlimmern, wenn sich der Luftdruck in Ihrer Umgebung plötzlich ändert oder wenn Sie die Position Ihres Kopfes wechseln.
Husten: Wenn der Ausfluss aus den Nasennebenhöhlen in den hinteren Teil des Rachens abfließt, kann dies zu Reizungen des Halses führen. Ein hartnäckiger und lästiger Husten, der sich beim Schlafengehen oder morgens nach dem Aufstehen verschlimmern kann, ist oftmals die Folge.
Halsschmerzen & heisere Stimme: Angesammelter Schleim kann zu einem rauen und schmerzenden Hals führen. Die Halsschmerzen beginnen meist zunächst mit einem Kitzeln im Hals. Mit voranschreitender Zeit kann der Schleim den Rachen jedoch reizen und entzünden, was zu schmerzhaften Halsschmerzen und einer heiseren Stimme führt.
Fieber: Eine seltene Begleiterscheinung einer Sinusitis ist Fieber. Bei einer Entzündung der Nebenhöhlen ist das Fieber jedoch meistens mit 38 und 39,4 °C nicht allzu hoch.
Schlechter Atem (Halitosis): Der Schleim, der von den infizierten Nebenhöhlen produziert wird, kann schlecht riechen und den Rachen hinunter in den Mund tropfen.
Ursachen einer Nebenhöhlenentzündung
Eine Nasennebenhöhlenentzündung wird üblicherweise durch virale oder bakterielle Atemwegsinfekte oder aber durch Pilze verursacht, die die Nasennebenhöhlen anschwellen lassen und diese blockieren. Sie kann grundsätzlichen jeden treffen, dennoch haben Menschen mit Nasenallergien, Nasenpolypen, Asthma und abnormalen Nasenstrukturen wie großen Nasenmuscheln ein höheres Risiko, an einer Nebenhöhlenentzündung zu erkranken:
Erkältungen: Der häufigste Auslöser für eine Nebenhöhlenentzündung ist ein durch Viren verursachter Infekt. Gelegentlich tritt eine Entzündung der Nebenhöhlen auch im Zusammenhang mit einer Infektion mit Bakterien auf.
Allergien: Wer unter nasalen und saisonalen Allergien sowie Allergien gegen Schimmelpilze leidet, hat ein erhöhtes Risiko an einer Entzündung der Nebenhöhlen zu erkranken.
Polypen: Tatsächlich handelt es sich bei Nasenpolypen um Wucherungen der Schleimhaut, die die Luftzufuhr durch das betroffene Nasenloch deutlich einschränkt.
Nasenscheidewandverkrümmung: Das betroffene Nasenloch verstopft leichter und begünstigt die Entstehung einer Entzündung.
Vorerkrankungen oder Medikamente: Leiden Sie unter bestimmten Vorerkrankungen wie beispielsweise Asthma, Diabetes, Krebs oder AIDS ist Ihr Immunsystem geschwächt und anfälliger für die Erkrankung an einer Sinusitis. Nicht selten stellen auch Medikamente ein Risiko für eine Entzündung der Nasenhöhlen dar.
Rauchen: Das Inhalieren von Zigarettenrauch reizt die Schleimhäute und macht sie somit anfälliger für Infekte.
Was hilft gegen eine Nebenhöhlenentzündung?
Benutzen Sie einen Luftbefeuchter: Das Einatmen feuchter Luft beruhigt gereiztes Gewebe und geschwollene Blutgefäße in Nase und Nebenhöhlen.
Heiß duschen: Der Wasserdampf hilft dabei, den Schleim in der Nase zu lösen und die Entzündung der Nasenschleimhaut zu reduzieren.
Inhalieren: Auch die Inhalation von heißem Wasserdampf wirkt schleimlösend.
Viel trinken: Eine optimale Flüssigkeitszufuhr trägt dazu bei, den Schleim in Ihren Nasengängen zu lösen, das Sekret aus der Nase zu verdrängen und den Druck in Ihren Nasennebenhöhlen zu verringern.
Kochsalzspray: Die Verwendung eines Nasensprays oder Nasentropfen mit Kochsalzlösung kann die Feuchtigkeit in Ihren Nasenlöchern und Nasennebenhöhlen erhöhen.
Nasendusche: Eine Nasenspülung ist eine sehr effektive Maßnahme zur Bekämpfung von Krankheitserregern und kann maßgeblich zur Linderung Ihrer Beschwerden beitragen.
Warme Kompresse: Durch das Auflegen von warmen Handtüchern oder Kalt-Warm-Kompressen auf den Nasen- und Stirnbereich, öffnen sich die Nasengänge von außen und erleichtern den Abfluss von Nasensekret.
Alternative Therapien: Um die Beschwerden Ihrer Sinusitis einzudämmen und Sie kurzzeitig von unangenehmem Druckgefühl zu befreien können Akupressur, Akupunktur oder Gesichtsmassage zur Entspannung hilfreich sein.
Medikamentöse Therapie bei Sinusitis
EMSER Sinusitis Spray forte: Das Spray verstärkt den Abfluss von Sekret, ermöglicht Ihnen wieder frei zu atmen und befeuchtet die Schleimhäute.
NASENSPRAY-ratiopharm Erwachsene kons.frei: Das abschwellend wirkende Nasenspray hilft dabei, die Schwellung der Schleimhäute zu reduzieren und ermöglicht Ihnen somit eine freie Nasenatmung. Bitte beachten Sie, dass abschwellende Medikamente bereits ab einer Anwendungszeit von wenigen Tagen zu einem Austrocknen und einer dauerhaften Beschädigung der Schleimhäute führen können.
Sinupret extract: Sinupret extract wirkt schleimlösend und sorgt für freie Nasenhöhlen.
Hinweis: Wenn sich die Symptome der Nebenhöhlenentzündung nach 10 Tagen nicht bessern, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise Antibiotika oder verschreibungspflichtige intranasale Steroidsprays verschreiben.
Behandlungsmöglichkeiten für chronische Gesichtsschmerzen
Da die Ursachen sehr unterschiedlich sind, ist eine genaue Diagnose entscheidend. In der Regel erfolgt die Behandlung multimodal, also mit einem kombinierten Ansatz.
1. Medikamentöse Therapie
Antikonvulsiva: Medikamente wie Carbamazepin oder Gabapentin sind besonders wirksam bei Trigeminusneuralgie und neuropathischen Schmerzen. Die Wirkung von Carbamazepin beruht vermutlich auf der Hemmung der Reizweiterleitung. Es hat dämpfende und beruhigende sowie antidepressive und muskelentspannende Wirkungen und ist in der Regel äußerst wirksam. Allerdings besteht bei diesem Medikament ein erhöhtes Risiko, dass Nebenwirkungen wie Schwindel und Müdigkeit auftreten.
Antidepressiva: Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin oder selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) wie Duloxetin können zur Linderung chronischer Schmerzen beitragen, insbesondere bei atypischen Gesichtsschmerzen.
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