Nerv eingeklemmt: Paracetamol Dosierung und alternative Behandlungsmethoden

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen betrifft. Die Ursachen können vielfältig sein, und die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Bewegungstherapie bis hin zu medikamentöser Schmerzlinderung. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Paracetamol bei der Behandlung von Rückenschmerzen, insbesondere bei einem eingeklemmten Nerv, und stellt alternative Therapieansätze vor.

Rückenschmerzen: Bewegung statt Schonung

Bei Rückenschmerzen ist es wichtig, aktiv zu bleiben und sich zu bewegen, anstatt sich zu schonen. Ruhe und eine unbewusste Schonhaltung können das Problem sogar verschlimmern. Bewegung hilft, die Muskulatur zu lockern und die Durchblutung zu fördern. Wenn die Schmerzen jedoch so stark sind, dass jede körperliche Aktivität vermieden wird, kann die Einnahme von Schmerzmitteln sinnvoll sein, um den Teufelskreis aus Schmerz und Bewegungslosigkeit zu durchbrechen.

Medikamentöse Schmerzlinderung: Symptombekämpfung statt Ursachenbehebung

Es ist wichtig zu wissen, dass Medikamente die Ursachen von Rückenschmerzen nicht beseitigen können. Sie lindern lediglich vorübergehend die Symptome und ermöglichen es, wieder aktiv zu werden. Daher kann eine Therapie mit Schmerztabletten eine sinnvolle Ergänzung zu einer Bewegungstherapie sein, sowohl bei akuten als auch bei chronischen Rückenschmerzen.

Eine längerfristige Einnahme von Medikamenten sollte immer mit einem Arzt abgeklärt werden, um den Magen-Darm-Trakt nicht unnötig zu belasten oder zu schädigen. Auch wenn die Auswahl an rezeptfreien Schmerzmitteln groß ist, sollte man sich von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen, welches Präparat am besten geeignet ist.

Ziele der medikamentösen Therapie

Am Anfang der Behandlung sollten gemeinsam mit dem Arzt Ziele festgelegt werden, wie Schmerzlinderung, Verbesserung der Gehstrecke oder der Belastbarkeit. Vor Beginn der Therapie ist es wichtig, andere Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, zu berücksichtigen, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Im Verlauf der Therapie sollte der Arzt kontrollieren, ob das Medikament wirkt, verträglich ist und nach längerer Einnahme noch benötigt wird.

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Schmerzmittel: Wirkstärke, Wirkmechanismus und Nebenwirkungen

Schmerzmittel, auch Analgetika genannt, unterscheiden sich in ihrer Wirkstärke, ihrem Wirkmechanismus, ihrer Wirkdauer und ihren Nebenwirkungen. Daher sollten sie immer so niedrig dosiert und so kurz wie möglich eingenommen werden. Eine Dauereinnahme kann problematisch sein. Bei leichten bis mittelschweren, bekannten Rückenbeschwerden können freiverkäufliche Schmerzmittel in bestimmten Fällen hilfreich sein. Auch hier sollte man sich von Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Ursachen von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen werden in zwei Arten unterteilt: unspezifische und spezifische. Spezifische Rückenschmerzen sind meist Folge von bestimmten Krankheiten. Akute Rückenschmerzen, die zu den unspezifischen zählen, haben ihre Ursache in Verspannungen, Verkürzungen, Überdehnungen, Verhärtungen und Reizungen von Muskeln, Sehnen und Bändern.

Bei unspezifischen Rückenschmerzen ist die Ursache nicht eindeutig erkennbar. Sie verschwinden in der Regel von selbst. Dies trifft auf etwa 85 bis 90 von 100 Betroffenen zu. Bei Kreuzschmerzen, also im unteren Bereich der Wirbelsäule, gelingt es meist, die schmerzende Stelle genauer zu bestimmen.

Medikamente bei Rückenschmerzen

Je nach Art und Stärke der Rückenschmerzen kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

Bei Kreuzschmerzen werden oft nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) empfohlen. Diese Wirkstoffe, die kein Kortison oder Steroid-Hormon-Anteil enthalten, wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Beispiele für NSAR sind Ibuprofen, Diclofenac (enthalten etwa im Voltaren-Schmerzgel oder der Tablette Voltaren Dolo) oder Naproxen. Sie eignen sich besonders gut, wenn entzündliche Vorgänge den Schmerz auslösen.

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Für diese Wirkstoffe gelten Tages-Maximaldosierungen:

  • Ibuprofen: 1200 Milligramm (bis 400 Milligramm-Tabletten ohne Rezept erhältlich)
  • Diclofenac: 100 Milligramm (verschreibungspflichtig ab 25 Milligramm)
  • Naproxen: je nach Erkrankungsschwere 750 Milligramm (verschreibungspflichtig)

Bei starken Schmerzen kann der Arzt die Dosis kurzzeitig erhöhen.

Mögliche Nebenwirkungen der NSAR betreffen vor allem Magen und Darm: Magenschmerzen, Übelkeit, Schleimhautreizungen bis hin zu Magen-Darm-Blutungen. Auch die Nierenfunktion können sie beeinträchtigen. Zur Vorbeugung vor Magen-Schleimhautschäden kann der Arzt zusätzlich ein Medikament verordnen, das die Magensäureproduktion hemmt.

Paracetamol: Keine Wirksamkeit bei chronischen Rückenschmerzen

Studien haben ergeben, dass Paracetamol bei chronischem Schmerz im Rücken keinen Effekt hat.

Opioide

Opioide kommen bei besonders starken Schmerzen zum Einsatz. Sie helfen auch gegen starke Rückenschmerzen, die sich dumpf, drückend und ziehend anfühlen. Opioide sind immer verschreibungspflichtig. Bekanntester Vertreter dieser Wirkstoffgruppe ist das Morphin. Auch Tramadol, Oxycodon und Hydromorphon gehören hierzu. Opioide wirken nicht entzündungs-, sondern vor allem schmerzhemmend. Bei Rückenschmerz, der sowohl spitz, als auch ziehend ist, können sie in Kombination mit NSAR verschrieben werden.

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Schwindel, Übelkeit und auch Müdigkeit sind Nebenwirkungen der Opioide. Sie treten meist zu Therapiebeginn auf. In der Einstellungsphase ist die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt. Bei stabiler Tablettendosis kann wieder ein Fahrzeug geführt werden. Höhere Dosierungen können zur Verstopfung führen, die während der gesamten Einnahmedauer anhalten kann. Dagegen helfen ballaststoffreiche Kost, viel Trinken und bei hartnäckigen Beschwerden auch medikamentöse Unterstützung.

Die Opioid-Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden: bei akutem Kreuzschmerz spätestens nach vier Wochen, bei dauerhaften Schmerzen spätestens nach drei Monaten. Um eine Überdosierung zu vermeiden, ist es besonders wichtig, die Anwendungshinweise des behandelnden Arztes oder der Ärztin einzuhalten. Opioide gibt es auch als Pflaster. Sie kommen nur in einer stabilen Schmerzsituation zum Einsatz oder wenn Patienten zudem an Schluckstörungen leiden.

Muskel-Entspanner (Muskelrelaxanzien)

Verkürzte oder verspannte Muskeln im Nacken- oder Schulterbereich sind oft Ursache für Rückenschmerz. Hier können Muskel-Entspanner helfen, auch Muskelrelaxanzien genannt. Sie wirken an der Muskulatur und im zentralen Nervensystem. Die Relaxanzien sind verschreibungspflichtig. Sie sollen nur kurzfristig bei starken akuten Schmerzen eingesetzt werden, wenn andere Medikamente oder Methoden nicht ausreichend wirken. Bei chronischem Kreuzschmerz kommen sie nicht zum Einsatz. Präparate zur Muskelentspannung können Müdigkeit oder Benommenheit zur Folge haben und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Antidepressiva

Sind auch die Nerven im Bereich der Wirbelsäule betroffen, können dumpfe, drückende und ziehende Beschwerden die Patienten quälen und ihnen den Schlaf rauben. In diesen Fällen können Antidepressiva in sehr niedriger Dosis zusätzlich zu anderen Schmerzmitteln eingesetzt werden. Einige dieser Mittel sind auch zur Behandlung chronischer Schmerzen zugelassen und können daher Teil des Behandlungskonzeptes sein. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen gehören, besonders in der Einstellungszeit, Übelkeit, Mundtrockenheit und manchmal auch Schwindel. Wegen potentieller Wechselwirkungen auf den Herzrhythmus sind regelmäßige EKG- und Laborkontrolle wichtig. Die einschlaffördernde Wirkung ist zu Therapiebeginn angenehm, lässt aber im Verlauf der Behandlung etwas nach.

Antiepileptika

Ursprünglich als Mittel gegen Krampfanfällen entwickelt, helfen Antiepileptika inzwischen auch gegen Nervenschmerzen. Speziell, wenn diese einschießend und elektrisierend sind oder Kribbelgefühle „wie Ameisenlaufen“ hervorrufen. Bei unspezifischen Kreuzschmerzen kommen sie nur im Einzelfall zum Einsatz.

Salben und Pflaster

Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR gibt es als Salbe und Wärme-Pflaster oder auch als Gel mit kühlendem Effekt. Ihre Wirksamkeit ist bei chronischen Schmerzen zwar nicht ausreichend wissenschaftlich belegt, dennoch empfinden viele Rückenschmerz-Patienten solche Präparate als angenehm. Weil Cremes und Pflastern mit NSAR als Nebenwirkung allergische Reaktionen der Haut hervorrufen können, ist eine Langzeitanwendung nicht gut.

Krankheiten als Ursache für Rückenschmerzen

Gibt es eine bestimmte körperliche Ursache, so spricht man von spezifischen Rückenschmerzen. Das kann ein Bandscheibenvorfall sein, eine Skoliose, also Verbiegung der Wirbelsäule. Auch Abnutzung, Verletzungen, Entzündungen oder Krankheiten zählen dazu. Etwa das ISG-Syndrom oder Morbus Bechterew. Beide können zu chronischem Rückenschmerz führen. Häufig sind Leiden im Bereich der Lendenwirbelsäule, also dem unteren Rücken, weshalb sie als Kreuzschmerz empfunden werden. Rund ein Viertel davon haben ihre Ursache im Ischiasnerv und im Kreuzbein-Darmbein-Gelenk. Das nennt man auch Illiosakral-Gelenk. Es verbindet, über Bänder das Becken mit der Wirbelsäule. Knochenbruch, Bandscheibenvorfall oder auch Fehlhaltung können Ursache sein, wenn das ISG mit Schmerz reagiert. Mithilfe von Physiotherapie kann das Gelenk entlastet werden. Auch Spritzen mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkstoffen sind beim ISG-Syndrom hilfreich. Morbus Bechterew kann ebenfalls Ursache für ISG-Schmerzen sein. Die rheumatische Krankheit führt zum Versteifen von Gelenken. Bei Bechterew-Patienten sind dies vor allem Kreuz- und Darmbeingelenke sowie Brust- und Lendenwirbelsäule. Auch hier sind NSAR Teil der medikamentösen Behandlung.

Ischiasschmerzen: Ursachen und Behandlung

Ischiasschmerzen, auch (Lumbo-)Ischialgie oder Ischiassyndrom genannt, sind meist auf Muskelverspannungen oder seltener auch auf Bandscheibenprobleme zurückzuführen. Die häufigste Ursache ist zu langes Sitzen. Die Muskeln verkürzen und verspannen sich und es kommt zu einer Reizung des Ischiasnervs. Der Ischiasnerv ist ein kräftiger und langer Nerv, der vom unteren Rücken über das Gesäß, die Oberschenkelrückseiten und Kniekehlen bis zu den Füßen reicht.

Häufige Ursachen von Ischiasschmerzen im Überblick:

  • Hauptauslöser der Nervenreizung sind:
    • Verspannungen der Rückenmuskulatur durch langes Sitzen, Fehlhaltung oder auch schweres Heben
  • Seltener sind die Auslöser:
    • Fehlstellungen der Wirbelsäule
    • Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
    • Bandscheibenvorfall (Prolaps)
    • arthrosebedingte Veränderungen der Wirbelbogengelenke (Spondylarthrose)
    • Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)

Darüber hinaus haben viele Schwangere Ischiasschmerzen, da gegen Ende der Schwangerschaft das Ungeborene auf den Ischiasnerv drückt. Auch nicht zu unterschätzen ist der Faktor Stress. Seelische Belastungen im privaten oder beruflichen Bereich können Ischiasbeschwerden begünstigen.

Diagnose und Untersuchung

Meist kann die Diagnose vom Arzt oder der Ärztin recht schnell aufgrund der typischen Beschwerden gestellt werden. Wichtig ist die genaue Schilderung, wann und wie die Schmerzen entstanden sind, ob es in der Vorgeschichte schon Rückenprobleme gab und welche sonstigen Erkrankungen bekannt sind. In der Regel wird im Anschluss eine körperliche Untersuchung vorgenommen, um das Ausmaß der Beschwerden zu erfassen. Dazu gehört eine Prüfung der Reflexe sowie der Bewegungsfähigkeit und des Empfindungsvermögens.

Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall, eine Entzündung, einen Knochenbruch oder in seltenen Fällen auch einen Tumor als Ursache der Beschwerden können sich weitere Untersuchungen anschließen, zum Beispiel Röntgenaufnahmen, eine Computer- und Magnetresonanztomographie (CT und MRT), Blutuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen oder eine Liquorpunktion (Untersuchung der Nervenflüssigkeit).

Behandlung von Ischiasschmerzen

Ziel der Behandlung bei Ischiasschmerzen ist es, die Schmerzen möglichst zügig so weit zu lindern, dass normales Bewegen möglich ist - denn das ist in diesem Fall die beste Therapie. Kurzzeitige Schonung und Wärmeanwendungen sowie gegebenenfalls auch die Gabe von Schmerzmitteln können dabei helfen. Die sogenannte Stufenlagerung ist in der Anfangsphase eine gute Möglichkeit, die Rückenmuskulatur kurzfristig zu entspannen und so den Schmerz zu lindern. Dabei legt sich der oder die Betroffene mehrmals täglich auf den Rücken und platziert die Beine im rechten Winkel auf einem Polster, Hocker oder Stuhl.

Prinzipiell ist jedoch mäßige Bewegung das Wichtigste, um die Rückenmuskulatur zu durchbluten und die Verspannungen zu lösen. Eventuell helfen auch physikalische Maßnahmen (z. B. Wärme, Massagen) und anschließend gezielte Krankengymnastik, um die Rückenmuskulatur langfristig zu stärken.

Zur Schmerzlinderung in der akuten Phase eignen sich Wirkstoffe wie Ibuprofen bzw. Diclofenac oder muskelentspannende Medikamente. Wenn Ibuprofen und Diclofenac nicht vertragen werden, kann Paracetamol zum Einsatz kommen.

Wann ärztliche Hilfe erforderlich ist

Begeben Sie sich in ärztliche Behandlung bei starken Schmerzen in Verbindung mit:

  • Harn- oder Stuhlinkontinenz
  • Lähmungserscheinungen in den Beinen
  • Taubheitsgefühlen an Gesäß oder Oberschenkeln

In diesem Fall kann es sich um einen Bandscheibenvorfall handeln, der die vom Rückenmark ausgehenden Nerven einquetscht.

Vorbeugung von Ischiasschmerzen

Zur Vorbeugung von Ischiasschmerzen können Sie selbst viel beitragen. Hier sind einige Tipps:

  • Bewegung ist das A und O: Mit regelmäßiger Bewegung und Sport sowie gezielter Rückengymnastik können Sie generell Schmerzen im Rückenbereich vorbeugen. Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walken oder Radfahren. Durch gezielte Übungen wird die Rückenmuskulatur gelockert, gedehnt und gestärkt. Wichtig ist dabei eine Kräftigung der tiefen Muskulatur in Bauch und Rücken.
  • Achten Sie auf eine gute Sitzhaltung: Insbesondere bei Computerarbeit. Monitor, Schreibtisch, Stuhl und Tastatur sollten optimal auf Ihre Sitzposition eingestellt sein. Unterbrechen Sie ab und zu Ihre Tätigkeit und lockern Sie die Rückenmuskeln mit Dehnbewegungen auf.
  • Heben Sie schwere Dinge richtig: Achten Sie darauf, schwere Dinge aus den Knien heraus und mit geradem Rücken anzuheben und zu tragen.

Was gegen Rückenschmerz auch hilft

Ein rückenfreundlicher Alltag hilft, den Schmerz in Schulter, Nacken im Alltag frühzeitig zu verhindern.

Alternativen zu Paracetamol

Da Paracetamol bei chronischen Rückenschmerzen keine Wirksamkeit zeigt, sollten alternative Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden.

Physiotherapie

Eine Physiotherapie kommt meist erst infrage, wenn die Beschwerden etwa 3 Wochen anhalten. Denn leichte Beschwerden bessern sich oft schon nach 1 bis 2 Wochen - dann reicht es normalerweise, einfach abzuwarten. Manchmal sind Ischias-Schmerzen in den ersten Wochen auch so stark, dass gezielte Übungen noch nicht möglich sind.

In der Physiotherapie gibt es verschiedene Ansätze zur Behandlung von Ischias-Schmerzen. Ein Beispiel ist die sogenannte Zentralisierung aus der McKenzie-Therapie. Die Idee dahinter ist, dass man die Beschwerden, die in der Regel auf einer Körperseite auftreten, in die Körpermitte verlagert („zentralisiert“). Das soll die Beschwerden im Gesäß oder Bein lindern. Dazu gibt es verschiedene Übungen, bei denen man auf dem Bauch liegt und sich in verschiedenen Varianten vom Boden wegdrückt. Der Schweregrad der Übungen wird dabei mit der Zeit erhöht. Andere Behandlungsansätze nutzen vor allem Methoden der manuellen Therapie.

Es gibt erste Hinweise, dass eine gezielte Physiotherapie Ischias-Beschwerden kurzfristig etwas lindern könnte.

Wirbelsäulennahe Spritzen

Wirbelsäulennahe Spritzen sind eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Hierbei wird Kortison an die betroffene Nervenwurzel oder in den Epiduralraum gespritzt (auch Periduralraum genannt).

Mit einer Placebo-Spitze (Spritze ohne Wirkstoff) besserten sich die Schmerzen bei 51 von 100 Personen für einige Wochen.

Mit einer Kortisonspritze besserten sich die Schmerzen bei 60 von 100 Personen für einige Wochen.

Mit anderen Worten: In den Studien linderten Kortisonspritzen bei 9 von 100 Betroffenen Ischialgie-Beschwerden für einige Wochen. Diese Ergebnisse beruhen allerdings auf wenigen kleinen Studien und sind daher unsicher.

Spritzen in den Bereich der Wirbelsäule können die Nerven vorübergehend reizen. Dies kann zu Nebenwirkungen führen - etwa Kribbeln oder Jucken, Übelkeit, Fieber, Schwindel oder plötzlichen Hitzewallungen im Gesicht. Durch die örtliche Betäubung des Nervs kann es für einige Stunden zu einer Muskelschwäche kommen, die vorübergehend das Risiko für einen Sturz erhöht. Es gibt Hinweise, dass wiederholte Spritzen mit Kortison die Knochen schwächen und dadurch Wirbelbrüche etwas wahrscheinlicher machen könnten.

Wenn die Spritze zu einer Blutung im Epiduralraum führt, kann das zu bleibenden Lähmungen führen.

Operation

Die häufigste Ursache für eine Ischialgie ist ein Bandscheibenvorfall. Er kann auch operativ behandelt werden. Durch einen kleinen Schnitt wird das vorgefallene Bandscheibengewebe entfernt, das den Nerv reizt.

Eine Operation wird in der Regel erwogen, wenn die Beschwerden den Alltag erheblich einschränken, sich innerhalb von 6 bis 12 Wochen nicht gebessert haben und konservative Behandlungen wie Physiotherapie und Schmerzmittel keinen Erfolg hatten. Voraussetzung für eine OP ist außerdem, dass sich die Beschwerden durch einen im MRT nachgewiesenen Bandscheibenvorfall erklären lassen.

Eine Operation lindert die Beschwerden schneller als eine konservative Behandlung. Vor der Entscheidung für oder gegen eine Operation ist es sinnvoll, sich gut über die Vor- und Nachteile zu informieren.

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