Anthony William, bekannt als das Medical Medium, bietet in seinem Buch „Brain Saver“ einen umfassenden Leitfaden zur Heilung und Stärkung des Gehirns und Nervensystems. Er argumentiert, dass viele neurologische und psychische Beschwerden, von Depressionen bis hin zu chronischer Erschöpfung und Long Covid, ihren Ursprung in einem durch Umweltgifte überlasteten Nervensystem haben. William liefert eine tiefgreifende, spirituell-medizinische Analyse des Gehirns, die sich an Menschen mit chronischen Beschwerden und solche richtet, die ihre geistige Leistungsfähigkeit verbessern möchten.
Die Heiligen Vier: Ein Eckpfeiler der Gesundheit nach Anthony William
Im Zentrum von Anthony Williams ganzheitlichem Gesundheitsansatz stehen die "Heiligen Vier" - eine Gruppe von Lebensmittelkategorien, die eine tiefgreifende positive Wirkung auf unsere Gesundheit haben sollen. Diese Kategorien umfassen Früchte, wilde Beeren, Kräuter/Blattgrün und Gemüse.
1. Früchte: Reiniger und Nährstofflieferanten
Früchte nehmen eine Schlüsselposition unter den Heiligen Vier ein. Sie sind bekannt für ihre reinigenden Eigenschaften und liefern eine Fülle von Antioxidantien, Vitaminen und Mineralien. Besonders hervorzuheben sind Zitrusfrüchte, Äpfel und Beeren, da sie die Leber unterstützen, die Ausscheidung von Toxinen fördern und das Nervensystem nähren.
2. Wilde Beeren: Antioxidative Kraftpakete
Wilde Beeren, insbesondere Wildblau- und Himbeeren, sind reich an antioxidativen Verbindungen. Diese schützen den Körper vor Schäden durch freie Radikale und tragen zur Zellreparatur bei. Ihre hohe Nährstoffdichte unterstützt die Abwehr gegen Entzündungen und fördert die allgemeine Gesundheit.
3. Kräuter & Blattgrün: Entgiftung und Stärkung des Immunsystems
Kräuter und Blattgrün sind essenziell für ihre Fähigkeit, den Körper zu entgiften und zu heilen. Sie bieten eine signifikante Menge an Chlorophyll, das dabei hilft, das Blut zu säubern, und sind eine ausgezeichnete Quelle für wichtige Mineralien. Kräuter wie Koriander, Petersilie und Minze, sowie Blattgrüne wie Spinat und Grünkohl, sind unerlässlich für die Entgiftung und Stärkung des Immunsystems.
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4. Gemüse: Vitalisierende Nährstoffvielfalt
Gemüse liefert eine breite Palette von Nährstoffen, die die Darmgesundheit fördern, Entzündungen reduzieren und den Körper vitalisieren. Sellerie, Gurken und verschiedene Sprossen sind besonders wegen ihrer feuchtigkeitsspendenden und reinigenden Wirkung geschätzt.
Die allumfassende Wirkung der Heiligen Vier
Die Einbeziehung der Heiligen Vier in die tägliche Ernährung legt laut Anthony William den Grundstein für umfassende Heilungsprozesse im Körper. Diese Lebensmittel reinigen den Organismus, stärken das Immunsystem und fördern die natürlichen Heilungsvorgänge. Es geht hierbei nicht nur um Ernährung, sondern um lebensspendende Energie, die Krankheiten vorbeugt und zu einem lebenswerten Dasein beiträgt.
Epstein-Barr-Virus (EBV) und seine Rolle bei Entzündungen und Autoimmunerkrankungen
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit Nervenentzündungen ist das Epstein-Barr-Virus (EBV). EBV, auch bekannt als Humanes Herpesvirus 4 (HHV4), ist ein DNA-Virus aus der Familie der Herpesviren. Es war das erste Virus, das mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht wurde.
EBV: Eine weit verbreitete Infektion
Bis zu 99 Prozent der Menschen weltweit infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit EBV. Eine Erstinfektion im Kindesalter verläuft meist asymptomatisch, während sie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine infektiöse Mononukleose (Pfeiffer-Drüsenfieber) mit Symptomen wie Fieber, Lymphknotenschwellung und Mandelentzündung auslösen kann.
Latenz und Reaktivierung von EBV
Nach der Erstinfektion verbleibt EBV im Körper und nistet sich in speziellen Immunzellen (B-Gedächtniszellen) sowie in Epithelzellen ein, wo es in eine Latenzphase eintritt. In dieser Phase exprimiert das Virus nur wenige Proteine und ist weitgehend inaktiv. In bestimmten Situationen, insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem, kann EBV jedoch reaktiviert werden. Dies führt zur Expression anderer viraler Gene (lytische Gene), zur Vermehrung des Virus, zur Zerstörung der Wirtszellen und zur Infektion weiterer Zellen.
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EBV und Multiple Sklerose (MS)
Ein prominentes Beispiel für den Zusammenhang von EBV mit Autoimmunerkrankungen ist die Multiple Sklerose (MS). Studien haben gezeigt, dass bei 100 Prozent der MS-Patienten Antikörper gegen EBV zu finden sind. Zudem weisen MS-Patienten höhere EBV-Antikörpertiter auf als Personen ohne die Erkrankung. Eine infektiöse Mononukleose verdoppelt das Risiko, an MS zu erkranken.
Professor Dr. Klemens Ruprecht von der Berliner Charité präsentierte Ende 2024 auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin die These, dass MS eine seltene Spätkomplikation der Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus sei. Dabei sei die EBV-Infektion notwendig, aber nicht allein ausreichend, um die Pathogenese anzustoßen. Weitere Faktoren wie genetische Veranlagung, Umweltschadstoffe oder Lebensstilfaktoren müssten hinzukommen.
Mechanismen der EBV-induzierten Autoimmunität
Die Mechanismen, über die EBV die Autoimmunität anstößt, sind noch nicht vollständig verstanden. Es werden verschiedene Hypothesen diskutiert, darunter:
- Molekulare Mimikry: Gegen EBV gerichtete Antikörper und T-Zellen erkennen aufgrund von struktureller Ähnlichkeit auch Antigene im Zentralnervensystem (ZNS) und greifen diese an.
- Direkte Infektion des Gehirns mit EBV.
- Entstehung von autoreaktiven B-Lymphozyten.
- Dysregulierte Immunantwort gegen den Erreger.
Ruprecht vermutet, dass B-Zellen eine zentrale Rolle in der Pathogenese spielen, da die Viren diese Zellen infizieren und umprogrammieren und da eine B-Zell-Depletion therapeutisch wirksam ist. Er stellte die Hypothese auf, dass bei späteren MS-Patienten zum Zeitpunkt der EBV-Akutinfektion das Virus Antikörper-produzierende B-Zellen dazu bringt, in das Gehirn einzuwandern.
EBV und andere Autoimmunerkrankungen
Professor Dr. William H. Robinson und Kollegen von der Stanford University beschrieben 2024 in einem Übersichtsartikel in »Nature Reviews Rheumatology« Mechanismen, wie EBV eine Autoimmunität über MS hinaus begünstigen kann. Demnach gebe es mehrere, sich nicht ausschließende Mechanismen, durch die EBV die Autoimmunität verstärken könnte, darunter eine Reprogrammierung der B-Zellen, Immunevasion oder die lytische Reaktivierung des Virus. So scheint eine EBV-Reaktivierung mit dem Ausbruch oder dem Aufflackern von Autoimmunkrankheiten verbunden zu sein. Hinweise darauf gibt es etwa für Systemischen Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis und das Sjögren-Syndrom.
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EBV und Krebs
EBV infiziert naive B-Zellen, die zu aktiven, proliferierenden Lymphoblasten werden, die in Keimzentren eindringen und sich dort ausbreiten. Infizierte B-Zellen können aber auch als ruhende B- Gedächtniszellen in das Blutsystem gelangen, wo das Virus in einem latenten Zustand verbleibt. EBV kontrolliert die B-Zellen über seine Latenz-Gene und immortalisiert sie, macht sie also unsterblich, um möglichst gut persistieren zu können. Das stört nicht nur die Immunreaktionen des Wirts, sondern fördert auch die Krebsentstehung. Befallene Lymphozyten, aber auch EBV-infizierte Epithelzellen sind mit verschiedenen Krebsarten assoziiert. Auch bei der Krebsentstehung müssen zur EBV-Infektion noch weitere Faktoren wie genetische Ausstattung und externe Faktoren hinzukommen. Inzwischen sind einige Mechanismen bekannt, die zur Onkogenese beitragen. Eine zentrale Rolle spielen dabei virale Onkoproteine wie LMP1 (Latentes Membranprotein 1) und LMP2A, die wichtige zelluläre Signalwege wie NF-κB aktivieren, Wachstumsfaktoren hochregulieren und so das Zellwachstum fördern. Zudem stört das Virusprotein BNRF1 die Bildung der Spindelpole in der Zellteilung und damit die Chromosomenverteilung - eine weitere Krebsursache. Deutsche Forschende konnten zudem zeigen, dass eine Krebserkrankung nach EBV-Infektion auch vom Virusstamm abhängt: Verschiedene Virusstämme haben unterschiedliche Eigenschaften und können zu verschiedenen Erkrankungen führen.
EBV und andere Erkrankungen
Neben Krebs- und Autoimmunerkrankungen wird EBV auch als Trigger beim chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) vermutet. Zudem legen Studien nahe, dass eine EBV-Reaktivierung zu Long-Covid-Symptomen beitragen könnte. Vor Kurzem berichtete ein deutsches Forscherteam, dass eine EBV-Reaktivierung auch der Treiber für das gefährliche Entzündungssyndrom Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) sein könnte, das Kinder nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion entwickeln können.