Nerven im Kopf entspannen: Strategien für mehr Ruhe und Gelassenheit

In unserer schnelllebigen und reizüberfluteten Welt ist es eine zunehmende Herausforderung, innere Ruhe zu bewahren und die Nerven zu entspannen. Ständige Erreichbarkeit, hohe Leistungsansprüche und vielfältige Verpflichtungen können zu einem Zustand chronischer Anspannung führen. Wenn Gedanken von Ängsten und Sorgen bestimmt werden, befindet sich der Körper dauerhaft im Alarmzustand. Umso wichtiger ist es, wirksame Strategien zu kennen und anzuwenden, um dem entgegenzuwirken und die Nerven zu stärken. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Methoden zur Entspannung der Nerven, von körperlicher Aktivität und Ernährung bis hin zu Entspannungstechniken und der Bedeutung des Vagusnervs.

Die Bedeutung starker Nerven

Starke Nerven bedeuten, in stressigen oder angespannten Situationen gelassen und besonnen zu bleiben. Das Nervensystem befindet sich im entspannten Modus, sodass man auch unter Druck konzentriert arbeiten und anderen Tätigkeiten nachgehen kann. Die Leistungsfähigkeit ist meist höher als bei Menschen, die ständig gestresst sind. Starke Nerven sind nicht angeboren, sondern entwickeln sich und können unterstützt oder gefördert werden.

Wer in seiner Kindheit viele negative Erfahrungen gemacht hat, ist oft eher auf Vorsicht bedacht, ängstlich oder wenig zuversichtlich. Viele Situationen werden dann vom Gehirn als bedrohlicher eingestuft, als sie sind. Das löst eine Stresssituation im Körper aus, die wiederum Kraft und Nerven kostet.

Ursachen für innere Unruhe und Anspannung

Die Ursachen für kreisende Gedanken und innere Unruhe sind vielfältig. Reizüberflutung, ständige Erreichbarkeit, Versagensängste und hohe Ansprüche an sich selbst können zu nervösen Zuständen führen. Viele Menschen fühlen sich jedoch gestresst, ohne genau zu wissen, warum.

Wenn alles zu viel wird, Alltagssituationen zu unüberwindbaren Herausforderungen werden oder an Schlaf nicht mehr zu denken ist, sollten schnellstmöglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Andernfalls können sich im Laufe der Zeit auch schwerwiegendere Probleme (Bluthochdruck, Depressionen) entwickeln.

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Sofortmaßnahmen bei akutem Stress

In akuten Stressmomenten ist es wichtig, das vegetative Nervensystem schnell zu beruhigen. Eine einfache und effektive Methode ist die Konzentration auf eine langsame Ausatmung. Die 4-7-8-Atemtechnik kann hierbei helfen: Vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden die Luft anhalten und acht Sekunden ausatmen. Diese Atmung aktiviert direkt den Parasympathikus, den "Entspannungsnerv".

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte 5-4-3-2-1-Technik, die hilft, ins Hier und Jetzt zurückzukehren:

  • Nenne 5 Dinge, die du sehen kannst.
  • Nenne 4 Dinge, die du fühlen kannst.
  • Nenne 3 Dinge, die du hören kannst.
  • Nenne 2 Dinge, die du riechen kannst.
  • Nenne 1 Ding, das du schmecken kannst.

Langfristige Strategien zur Stärkung der Nerven

Neben den Sofortmaßnahmen gibt es eine Reihe von langfristigen Strategien, die dazu beitragen können, die Nerven zu stärken und die innere Balance wiederherzustellen.

1. Bewegung als Balsam für die Nerven

Bewegung bringt Segen - das gilt auch bei nervösen Unruhezuständen. Studien zeigen beispielsweise, dass beim Sport ein Hormon (ANP) gebildet wird, das Panik lindert. Ein flotter Spaziergang in der Mittagspause oder eine lockere Runde Laufen nach Feierabend helfen dabei, Ängste zu „verstoffwechseln“. Zudem verschafft die körperliche Aktivität den Gedanken eine Verschnaufpause, die Sorgen rücken in den Hintergrund. Wichtig dabei ist, dass die Bewegung Freude bereitet und ohne Zwang erfolgt. Besonders gut tut Bewegung an der frischen Luft. Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt positiv auf Körper und Nervensystem. Jedoch nur, wenn man sich dabei nicht unter Druck setzt.

Körperliche Aktivität hilft, das ausgeschüttete Adrenalin und Cortisol abzubauen und signalisiert dem Gehirn, dass die Gefahr vorüber ist - so kann sich das Nervensystem wieder sicher und ausgeglichener anfühlen. Körperliche Aktivität wird auch als besonders hilfreich erlebt, um den Stressreaktionszyklus zu beenden und so langfristig auch einem Burnout - einer der häufigsten Folgen von chronischem Stress - vorzubeugen.

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2. Ernährung als Nahrung für Körper und Geist

Lebensmittel sind Nahrung für Körper und Geist. Was Menschen essen, bestimmt, wie sie sich fühlen. Der Blutzuckerwert hat beispielsweise Einfluss auf Gefühle wie Anspannung und Ärger. Wie stark dieser Zusammenhang ist, zeigt eine Studie mit Diabetes-Patienten: Bei sehr hohen und sehr niedrigen Blutzuckerwerten fühlten sich die Untersuchungsteilnehmer besonders angespannt und verärgert. Bei einem normalen Blutzucker fühlten sie sich hingegen glücklich und energiegeladen.

Einige Nahrungsmittel enthalten neben Kohlenhydraten weitere stimmungsaufhellende Inhaltsstoffe. So liefern Bananen auch einen hohen Anteil des B-Vitamins Pyridoxin (B6). Dieses ist an vielen Prozessen im Nervensystem beteiligt. Außerdem enthalten sie Kalium und Tryptophan. Aus Tryptophan wird der Botenstoff Serotonin gebildet, der eine Vielzahl emotionaler Prozesse (z.B. Angst) beeinflusst. Auch Omega3-reiche Lebensmittel wie Fisch haben Einfluss auf eine gesunde Nervenfunktion. Für einen ruhigen Geist sollte die Ernährung also vollwertig und möglichst vielseitig sein.

Vor allem B-Vitamine haben wichtige Funktionen für Nerven und Psyche. Vitamin B12 ist für den Schutz und die Regeneration der Nervenzellen zuständig. Zu wenig B12 stört die Nervenübertragung und führt zu einem schwachen Nervenkostüm. Die Vitamine C, B1, B2, B9, auch bekannt als Folsäure sowie Magnesium liefern viel Energie für die Nerven. Sie stecken vor allem in Nüssen und getrockneten Früchten, aber auch in Rapsöl, Fisch, Paprika, Kakao, Avocados und Hülsenfrüchten. Zusätzlich fördern sie die Konzentrationsfähigkeit.

3. Ausreichend Ruhe und Schlaf

Ein ausgeglichener Geist und ein leistungsfähiger Körper brauchen ausreichend Ruhepausen. Dazu gehört ausreichend Schlaf. Möglichst 7,5 Stunden pro Nacht empfiehlt die moderne Schlafforschung. Viele Menschen sparen in stressigen Phasen jedoch zuerst am Schlaf. Durch Schlafmangel erhöht sich die Reizbarkeit, die Belastungsfähigkeit und die Stressresistenz werden gemindert. Ängsten und Stressempfinden wird Vorschub geleistet, die Gedanken kreisen permanent, man bekommt nachts kein Auge mehr zu.

Schlaf ist für unsere geistige und emotionale Gesundheit und Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Deshalb ist es so wichtig, auf ausreichenden und qualitativ hochwertigen Schlaf zu achten, insbesondere in stressigen Zeiten. Schlaf ist wichtig für die kognitiven Funktionen, zum Beispiel Aufmerksamkeit, Konzentration, Entscheidungsfindung und Problemlösung. Ausreichend Schlaf trägt dazu bei, die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern und fördert die kognitive Flexibilität. Schlaf spielt zudem eine entscheidende Rolle bei der Gedächtnisbildung und dem Lernen. Während des Schlafs verarbeitet das Gehirn Informationen und Erfahrungen, die während des Tages gesammelt wurden. Schlaf wird auch für die Regeneration des Gehirns benötigt. Schlaf dient dem Stressabbau. Während des Schlafes produziert der Körper weniger Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin, während gleichzeitig die Produktion von Melatonin und anderen entspannenden Hormonen erhöht wird. Daneben hat Schlaf einen starken Einfluss auf unsere Emotionen und unser psychisches Wohlbefinden. Während des REM-Schlafs („Traumschlaf“) findet eine intensive Verarbeitung von Emotionen statt.

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Um diesem Teufelskreis vorzubeugen, sind auch tagsüber ausreichend Ruhepausen notwendig. Die psychologische Forschung zeigt, dass sich viele kurze Entspannungsphasen beispielsweise günstiger auf die Erholung von körperlicher Arbeit auswirken als wenige lange Pausen. Menschen, die viel arbeiten, sollten jede Stunde für einige Minuten innehalten.

4. Tagebuch führen und Ursachen erkennen

Viele Menschen fühlen sich gestresst, ohne genau zu wissen warum. Dann hilft es, Tagebuch zu führen, um den Auslösern auf den Grund zu gehen. Kennt man die Gründe für seine Sorgen, kann man gezielt Gegenstrategien entwickeln. Kommt der Geist z.B. aufgrund einer Überzahl an Reizen nicht zur Ruhe, kann man entscheiden welchen und wie vielen man sich täglich aussetzen möchte.

5. Atem beobachten und Achtsamkeit üben

Gedanken und Bewertungen entstehen aus Sinneswahrnehmungen (Riechen, Sehen, Hören, etc.) und/oder Erinnerungen. Sie beeinflussen, wie sich etwas anfühlt (angenehm, unangenehm, neutral) und rufen dadurch unmittelbare Körper- und Verhaltensreaktionen (Herzklopfen, Weglaufen) hervor. Wer sich dieser Verbindung von Körper und Geist bewusst ist, fühlt sich weniger ausgeliefert und lernt zielgerichteter mit Grübelei und Sorgen umzugehen.

Eine einfache Achtsamkeitsübung ist die Beobachtung des Atems:

  1. Schließen Sie die Augen.
  2. Atmen Sie durch die Nase ein.
  3. Konzentrieren Sie sich darauf, wie der Atem durch ihre Nase in die Lungen strömt.
  4. Halten Sie kurz inne.
  5. Atmen Sie danach durch den Mund aus.
  6. Konzentrieren Sie sich auf den natürlichen Rhythmus des Atems, ohne ihn verändern zu wollen.
  7. Bleiben Sie mit den Gedanken beim Atem: Denken Sie an die Worte „Einat-men/Ausatmen“.
  8. Es ist völlig normal, wenn Sie abschweifen, das ist Teil der Übung. Beobachten sie wertfrei, dass es passiert.

Wichtig ist: Üben Sie regelmäßig, am besten täglich. Am Anfang 1 Minute, nach ein paar Tagen 2 Minuten, danach 3 Minuten und so weiter. Steigern Sie sich langsam. Den Fortschritt bestimmen Sie!

6. Gedankenstopp

Jeder Mensch denkt am Tag zwischen 40.000 und 60.000 Gedanken. Der Großteil davon ist unbewusst. Fast 90 Prozent kreisen immer wieder um das Gleiche, insbesondere um Schwierigkeiten und Probleme. Gedanken sind Energie und haben die Kraft Gefühle zu erzeugen. Das Sprichwort „Mit der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an“ verdeutlicht diesen Zusammenhang. Menschen sind ihren Gedanken aber nicht hilflos ausgeliefert. Sie können lernen, diese bewusst auszuwählen und manipulative, ängstigende Gedanken loszulassen.

Eine wirksame Übung ist der Gedankenstopp:

Wenn Sie sich beim sorgenvollen Grübeln ertappen, beobachten Sie, welcher Gedanke Sie konkret belastet. Stellen Sie sich dann ein rotes Stoppschild vor und sagen Sie sich laut oder in Gedanken „Stopp“. Wenden Sie sich dann sofort etwas anderem (z.B. dem Atem, einem beruhigenden Gedanken) zu.

7. Gefühle fokussieren

Leidvolle Gefühle wie Angst oder Unsicherheit rauben Energie und trüben die Lebensfreude. Sie haben aber auch einen Nutzen: Angst beispielsweise setzt Adrenalin frei. Dadurch steigt das Energielevel, der Körper macht sich bereit zur Flucht oder Verteidigung. Gefühle setzen aber nicht nur Hormone frei, sondern werden auch von Hormonen beeinflusst. Stressempfinden, Überforderung und Ängstlichkeit stehen in enger Wechselbeziehung mit den Hormonen. Wie stark Gefühle den Körper beeinflussen, zeigt sich z.B. daran, dass bei Frauen durch starken Stress die Regelblutung ausbleiben kann.

Gefühle sind aber kein Schicksal, dem Menschen hilflos ausgeliefert sind. Wie im Umgang mit den Gedanken lohnt es sich Gefühle, bewusst wahrzunehmen und nicht wegzuschieben.

Eine Übung zur Fokussierung von Gefühlen:

Konzentrieren Sie sich auf ein momentan vorherrschendes Gefühl (z.B. Angst). Fühlen Sie, wie es sich im Körper anfühlt, wo es zu spüren ist. Nehmen Sie das Gefühl wahr, ohne es zu beurteilen. Richten Sie Ihren Fokus aber auf die Beobachtung (da ist Angst), um sich nicht im Gefühl zu verlieren. Durch das Bewusstmachen des Gefühls, verhindern sie, dass sie zu stark blockiert werden. Wenn Sie abschweifen, kehren Sie gedanklich zu dem Gefühl zurück.

8. Eigene Ressourcen kennen

Quälende Ängste und Sorgen, zehren auf Dauer an den Kräften. Um dennoch leistungsfähig zu bleiben, sollten die Batterien regelmäßig aufgeladen werden. Dafür sollte man die eigenen Kraftquellen kennen. Bei der Beantwortung dieser Fragen gibt es kein „Falsch“ oder „Richtig“. Entscheidend ist, dass sie positive Gefühle auslösen und dadurch die Lebensqualität verbessern.

9. Entspannungstechniken

Es gibt zahlreiche Entspannungstechniken, die Ihnen helfen, Ihre psychischen und körperlichen Ressourcen zu stärken. Wer diese regelmäßig praktiziert, geht nicht nur gelassener mit herausfordernden Situationen um und kann sich besser konzentrieren. Yoga wirkt sich auch auf die körperliche Gesundheit positiv aus.

  • Yoga: Unterschiedlichen Übungen beim Yoga kombinieren Körperstellungen („Asanas“) und Dehnungen mit Atemübungen. Durch diese Entspannungsübungen werden Körper und Geist gleichermaßen trainiert. Während die Asanas und die tiefen Dehnungen Muskeln, Bindegewebe und Bänder entspannen, schult das kontrollierte Atmen Ihre Achtsamkeit und versetzt Sie in einen Zustand der inneren Ruhe.
  • Thai Chi: Beim Tai-Chi führen Sie bestimmte Bewegungen der Kampf- und Bewegungskunst ganz bewusst und konzentriert aus. Das steigert die Lebensenergie, stärkt die Selbstwahrnehmung und sensibilisiert Sie für die körperlichen Frühwarnsignale von Stress.
  • Qigong: Diese asiatische Methode Qigong basiert darauf, die Lebensenergien (das „Qi“) zurück in die richtigen Bahnen zu lenken. Die dabei praktizierten Entspannungsübungen helfen, Spannungen abzubauen und das Körperbewusstsein zu steigern.
  • Progressive Muskelentspannung: Stress und Verspannungen können sich gegenseitig verstärken. Die Progressive Muskelentspannung setzt genau hier an: Im Liegen oder Sitzen spannen Sie nacheinander die Muskeln verschiedener Körperregionen an, um sie kurz darauf wieder zu entspannen. Mit diesen Entspannungsübungen lassen sich innere Unruhe, Erregungszustände und Verspannungen lindern.
  • Autogenes Training: Auch das autogene Training basiert auf der Wechselwirkung zwischen Körper und Geist und wirkt mit seinen Entspannungsübungen wie eine Selbsthypnose. Indem Sie sich auf den Körper konzentrieren, suggerieren Sie sich selbst (autogen) eine tiefe Entspannung. Das vegetative Nervensystem, das für Atmung, Blutdruck und Kreislauf zuständig ist, wird dadurch positiv beeinflusst.
  • Meditation und Achtsamkeit: Meditationsübungen sind auch Entspannungsübungen - denn sie helfen dabei, sich auf den Moment zu konzentrieren, negative Gedankenspiralen zu lösen und gedankliche Klarheit zu finden. Meditationstechniken und -übungen schulen zudem die Achtsamkeit, die es erleichtert, sich der eigenen emotionalen und körperlichen Zustände bewusst zu werden.
  • Atemtherapie: Starker Stress führt meist zu einer ungesunden, flachen Atmung. Atemübungen können helfen, das zu verhindern. Durch bewusstes Atmen lösen Sie Muskelverspannungen, steigern Ihre Vitalität und verbessern unter anderem die Durchblutung Ihres Körpers. Atemtechniken sind daher effektive Entspannungsübungen.

10. Der Vagusnerv als Schlüssel zur Entspannung

Ein Teil des parasympathischen Nervensystems ist der Vagusnerv („Nervus vagus”) - der längste Hirnnerv deines Körpers. Er ist wie eine „Bremse” für dein vegetatives Nervensystem. Wenn er aktiviert wird, sendet er Signale an Herz, Lunge und andere Organe, um deinen Körper zu beruhigen. Das Besondere: Den Vagusnerv kannst du durch gezielte Übungen wie Atemtechniken, Kältereize oder Summen bewusst aktivieren.

Bewusstes, ruhiges Atmen ist die effektivste und einfachste Methode, um den Vagusnerv zu aktivieren. Schon nach kurzer Zeit kann sich der Puls beruhigen, und der Körper schaltet in den Erholungsmodus. Durch Summen oder leises Singen entstehen Vibrationen im Hals- und Rachenraum, wo Äste des Vagusnervs verlaufen. Diese Vibrationen können ihn anregen. Kälte löst im Körper einen kurzen Reiz aus, der den Parasympathikus anregt. Das erreichen Sie einfach, indem Sie sich morgens das Gesicht mit kaltem Wasser abspülen oder beim Duschen zum Schluss 10-20 Sekunden kaltes Wasser über den Nacken laufen lassen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Yoga wirkt sich positiv auf den Vagusnerv aus. Der Vagusnerv reagiert auch auf Emotionen. Lachen, freundliche Gespräche oder Nähe zu vertrauten Menschen fördern die Ausschüttung von Wohlfühlhormonen.

11. Neurogenes Zittern

Neurogenes Zittern ist ein natürlicher Mechanismus deines Körpers, um Stress und Anspannung loszulassen. Es zeigt sich als feines Muskelzittern, das durch gezielte Übungen oder nach belastenden Situationen spontan auftreten kann - etwa in den Beinen, im Bauch oder im Nacken. Es handelt sich um unwillkürliche Muskelvibrationen, die aus dem zentralen Nervensystem heraus entstehen. Unser Körper nutzt dieses Zittern als eine Art Reset-Mechanismus, um nach Belastung wieder in die Balance zu kommen. Bei manchen zeigt es sich nur leicht, bei anderen als Zittern am ganzen Körper.

Ein strukturierter Ansatz, um dieses natürliche Zittern bewusst einzusetzen, ist die Methode TRE® - kurz für Tension and Trauma Releasing Exercises, auf Deutsch so viel wie Übungen, um Spannungen und Trauma loszulassen. Entwickelt wurde sie vom amerikanischen Bioenergetik-Therapeuten Dr. David Berceli, der viel mit traumatisierten Menschen weltweit gearbeitet hat. TRE besteht aus sieben einfach zu erlernenden Körperübungen, die helfen, muskuläre Anspannungen zu lösen. Das Ziel: Den Körper in ein kontrolliertes, neurogenes Zittern zu versetzen, damit sich das Nervensystem selbst regulieren kann.

12. Wann ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen?

Betroffene sollten mit einem Arzt sprechen, wenn sie sich dauerhaft unruhig und gereizt fühlen. Denn hinter diesen Symptomen verbergen sich manchmal auch behandlungsbedürftige, körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, starker Bluthochdruck, Unterzuckerung bei Typ-1-Diabetes). Aber auch bestimmte psychische Erkrankungen wie z.B. Angststörungen oder Depressionen gehen mit Nervosität und innerer Unruhe einher.

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