Tattoos sind heutzutage weit mehr als nur Körperschmuck. Sie sind Ausdruck der Persönlichkeit, Erinnerungen, Überzeugungen oder einfach ästhetische Entscheidungen. Die Motive sind so vielfältig wie die Menschen, die sie tragen, und oft stecken tiefe emotionale Geschichten oder persönliche Gründe hinter der Wahl des jeweiligen Designs. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung verschiedener Tattoo-Motive und gibt Einblicke in die Welt der Körperkunst.
Die Suche nach dem passenden Motiv
Die Suche nach dem perfekten Tattoo-Motiv kann eine Herausforderung sein. Viele Menschen entscheiden sich für Motive, die eine besondere Bedeutung für sie haben. Ein Phönix, der oft als Symbol für Wiedergeburt und Transformation steht, ist ein beliebtes Motiv, aber nicht jedermanns Sache.
Ein Nutzer berichtete von einer Darmkrebsdiagnose und dem Wunsch nach einem Tattoo, das diese Erfahrung widerspiegelt. In solchen Fällen kann ein Tattoo als eine Art "Anker" dienen, um positive Erinnerungen zu festigen und einen Neuanfang zu symbolisieren.
Tattoo-Entfernung: Wenn das Motiv nicht mehr passt
Es kommt vor, dass man einem Tattoo überdrüssig wird. Eine spontane Entscheidung in der Jugend oder ein Liebes-Tattoo aus einer längst vergangenen Beziehung sind keine Seltenheit. In solchen Fällen kann der Wunsch aufkeimen, das Tattoo entfernen zu lassen. Die Tattoo-Entfernung mit dem Laser ist in Deutschland eine rechtliche Grauzone. Neben medizinischem Personal können auch Tattoo- und Kosmetik-Studios Tattoos weglasern. Dabei kann eine falsche Anwendung von Lasergeräten oder eine schlechte medizinische Nachbehandlung körperliche Schäden verursachen. Es gibt Kliniken, die eine schonende Tattooentfernung mit dem Laser anbieten. Dadurch kann das Tattoo nahezu narbenfrei entfernt werden. Dank neuester Technologie lassen sich dunkle und helle Farben sowie großflächige Tattoos weglasern.
Tattooentfernung mit Laser: Ein Überblick
- Ablauf: Schrittweises Verblassen der Bilder auf der Haut mit dem Laser. Die Tattooentfernung ist schmerzfrei, eine lokale Anästhesie ist meist ausreichend.
- Technik: Der Laser arbeitet mit hochenergetischen Lichtimpulsen. Je nach Farbe des Tattoos sind unterschiedliche Wellenlängen einstellbar.
- Wirkung: Die Lichtimpulswellen werden von den Farbpigmenten in der Haut aufgenommen. Der Energieüberschuss wird in Vibration umgewandelt, diese wiederum lässt die Farbpigmente zersplittern. Die Partikel verteilen sich im Lymphsystem und den Blutbahnen und werden über den Stoffwechsel nach und nach abgebaut und aus dem Körper geschwemmt.
- Schonung: Beim Eindringen des Lasers werden nur die Farbpigmente zerstört, das angrenzende Gewebe bleibt dabei unversehrt. Dadurch ist die Tattooentfernung besonders schonend zur Haut und die Narbenbildung kann auf ein Minimum verringert werden.
- Erfolg: Viele Tätowierungen lassen sich mit dieser modernen Lasertechnologie vollständig entfernen. Wie erfolgreich die Tattooentfernung verläuft, hängt aber auch von Größe, Farbe und Qualität des Tattoos ab.
Häufig gestellte Fragen zur Tattooentfernung
- Kann man ein Tattoo komplett entfernen? Es ist trotz steigender Effektivität der Laserbehandlungen immer notwendig, mehrere Sitzungen durchzuführen, um das Tattoo vollständig zu entfernen.
- Wie viele Sitzungen braucht man für eine Tattooentfernung? Wie viele Sitzungen notwendig sind, um ein Tattoo vollständig wegzulasern, hängt von der Größe, den Farben und der Qualität des Tattoos ab. Mit 3-5 Sitzungen muss allerdings auch schon bei kleineren Tattoos gerechnet werden. Bei größeren Tattoos sollten mindestens 6-8 Sitzungen für eine erfolgreiche Tattooentfernung eingeplant werden.
- Wann kann man ein Tattoo lasern lassen? Sollten Sie ein frisch gestochenes Tattoo entfernen lassen wollen, müssen Sie mindestens 90 Tage abwarten. Dieser Zeitraum ist für die Regeneration der Haut nach Tattooanfertigung unabdingbar.
- Wie hoch sind die Kosten für die Tattooentfernung? Welche Kosten für die Tattooentfernung anfallen, hängt auch von der Größe des Tattoos und der daraus resultierenden Anzahl an Sitzungen ab. Für das Tattoo weglasern muss aber mit Kosten von mindestens 89 € gerechnet werden.
- Ist es gefährlich, sich ein Tattoo weglasern zu lassen? Das Tattoo weglasern ist selbst dank neuester PicoSure-Technik noch schmerzfreier und risikoärmer geworden. Meist geht die Behandlung nur mit einem leichten Schmerz einher und je nach Schmerzempfinden ist auch eine lokale Betäubung möglich.
- Verursacht die Tattooentfernung schmerzen? Die Tattooentfernung mit Laser ist in etwa so schmerzhaft wie das eigentliche Stechen des Tattoos.
Alternativen zum Tattoo: Branding und Bodymodification
Neben Tattoos gibt es auch andere Formen der Körperkunst, wie zum Beispiel Branding und Bodymodification.
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Branding
Branding ist eine Form der Körperkunst, die eigentlich nicht so weit verbreitet ist und die auch nicht jeder ausführt. Das Ergebnis einer gewollten „Brandnarbe“ im abgeheilten Zustand ist doch sehr unauffällig im Verhältnis zu anderen Körperschmuckarten. Ein abgeheiltes Branding sieht nach einer guten Pflege aus wie ein Gebilde aus dicken erhabenen (manchmal auch nach innen gewölbten) Linien, die etwas heller als die normale Haut sind. Außerdem spricht jeder zweite „Gebrandmarkte“ von extremen Schmerzen und leichtem Unwohlsein bei der „Tortur“. Das schreckt natürlich viele davon ab, diesen Entschluss zu wagen, obwohl es ihnen optisch sehr zusagen würde.
Es gibt zwei Formen der praktischen Ausübung:
- Strike Branding: Es werden kleine vorher geformte Stahlplättchen bis zum Glühen erhitzt und wie ein Metallstempel auf die Haut gedrückt, bis eine Verbrennung zweiten oder dritten Grades entsteht.
- Cautery Branding: Dieses Gerät verödet die Haut mittels Strom und stellt dadurch eine etwas zeitintensivere Brennprozedur da, weil mit dem Gerät eine vorher auf die Haut gezeichnete Schablone langsam „nachgezeichnet“ wird.
Der Abheilprozess allerdings ist bei beiden Varianten extrem langwierig und kann bis zu 8 Monaten dauern (wie bei einer ungewollten Verbrennung dritten Grades).
Bodymodification
Bodymodification nennt man diese Art, den Körper zu gestalten. Oft verschwimmen die Grenzen zur Verstümmelung. Einige tausend Leute in Deutschland sind dem Bodymodding verfallen. Ungeachtet der Gefahren probieren viele Anhänger der Szene immer extremere Formen der Körpermodifizierung: Ein neuer Trend aus den USA ist, sich die Augäpfel tätowieren zu lassen. Dazu muss die Nadel direkt auf die weiße Augenhaut gesetzt werden. Langzeitstudien zu den Folgen dieser Behandlung gibt es noch nicht. Erfahrene Bodymodder warnen vor diesem Trend. Früher oder später könnte dadurch das Augenlicht beeinträchtigt werden oder sogar verloren gehen.
Gesundheitliche Aspekte von Tattoos und Bodymodification
Tätowierungen und andere Formen der Bodymodification sind nicht ohne Risiken. Beim Stechen wird die Hautbarriere zerstört, wodurch Bakterien, Viren oder Pilze in die Wunde gelangen können. Sogar Infektionen mit gefährlichen Erregern wie HI- oder Hepatitis-Viren können die Folge sein. Die Sicherheit der verwendeten Farbpigmente ist unklar; es gibt keine Positivliste gesundheitlich unbedenklicher Farben. Als besonders kritisch gelten Farben mit Nickel, Azofarbstoffen oder krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind weitgehend unerforscht. Seit Januar 2022 gibt es in der EU mit der »Verordnung über Mittel zum Tätowieren einschließlich bestimmter vergleichbarer Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen« strengere Regelungen.
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Risiken und Komplikationen
- Infektionen: Bakterien, Viren oder Pilze können in die Wunde gelangen.
- Allergische Reaktionen: Auf Farbpigmente oder andere Stoffe.
- Narbenbildung: Kann durch unsachgemäße Durchführung oder individuelle Hautempfindlichkeit entstehen.
- Langzeitfolgen: Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind weitgehend unerforscht.
Hygiene und Sicherheit
- Tätowierer: »Tätowierer« ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Eine Hygieneschulung sollte der Dienstleister mindestens absolviert haben.
- Hygiene: Die europäische Norm (DIN EN 17169:2020-05) bietet Leitlinien für sichere und hygienische Tätowierpraktiken, ist jedoch nicht kostenlos verfügbar.
- Patienten: Patienten mit bestimmten Erkrankungen oder bestimmter Medikation, zum Beispiel blutverdünnenden Mitteln wie Phenprocoumon, sollten sich nicht tätowieren lassen.
Pflege nach dem Stechen
- Wundversorgung: Austretende Wundwasser-Perlen werden vorsichtig mit lauwarmem Wasser und parfümfreier medizinischer Seife entfernt. Das Tattoo wird anschließend mit einem Küchenkrepp trocken getupft.
- Wundheilung: Ein pflegendes fettfreies Wundgel fördert die Wundheilung, schützt vor Bakterien, lässt Luft durch und reduziert Juckreiz.
- Feuchtigkeitspflege: In den Tagen nach dem Stechen sollten Patienten die neue Tätowierung mehrmals täglich mit einer speziellen Feuchtigkeitscreme oder weiterhin mit einem Wundgel eincremen.
- Sonnenschutz: Direkte Sonneneinstrahlung auf das Tattoo ist für mindestens zwei Wochen zu meiden, ebenso Schwimmen in Pools, Seen oder Meerwasser sowie Aktivitäten, die starkes Schwitzen verursachen oder das Tattoo dehnen könnten. Nach der Heilung verwendet man am besten Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, um zu verhindern, dass der Körperschmuck verblasst.
Rechtliche Aspekte
Die Tattoo-Entfernung mit dem Laser ist in Deutschland eine rechtliche Grauzone. Neben medizinischem Personal können auch Tattoo- und Kosmetik-Studios Tattoos weglasern. Dabei kann eine falsche Anwendung von Lasergeräten oder eine schlechte medizinische Nachbehandlung körperliche Schäden verursachen.
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