Nervenschmerzen im Knie können eine erhebliche Belastung darstellen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Glücklicherweise bietet die Homöopathie eine Vielzahl von sanften und natürlichen Heilmitteln, die bei der Linderung dieser Beschwerden helfen können. Dieser Artikel beleuchtet die homöopathischen Ansätze zur Behandlung von Nervenschmerzen im Knie und gibt einen Überblick über verschiedene Präparate und ihre Anwendungsbereiche.
Die Verbindung zwischen Nerven und Muskeln
Schmerzen, die im Bereich der Muskeln und Nerven auftreten, hängen oft zusammen. Nerven und Muskeln sind in fast allen Bereichen des menschlichen Körpers miteinander verbunden. Zum einen bestimmen sie die Funktionsfähigkeit des gesamten Bewegungssystems, zum anderen beeinflussen sie bei einer Störung die Aktivität. Muskelerkrankungen und -Verspannungen können im Bindegewebe, in den Gelenken oder durch Mangelerscheinungen entstehen, beispielsweise wenn Calcium fehlt. In diesem Fall können Krämpfe, eine Schwäche im Bindegewebe und ein Kraftverlust der Muskulatur auftreten. Schädigungen an den Nerven werden als neurologische Erkrankungen bezeichnet und wirken sich immer negativ auf die Aktivität der Muskeln aus.
Um koordinierte Bewegungen oder eine gerade Haltung zu ermöglichen, ist das Zusammenspiel von Muskulatur und Nerven die Voraussetzung. Durch das Nervensystem wird die Steuerung und Informationsübertragung gewährleistet, während die Muskeln die Bewegung umsetzen. Sie sind damit die ausführenden Organe. Alle Bewegungsimpulse der Muskeln und Nerven werden über die motorischen Zentren gesteuert, die sich im Bereich der Großhirnrinde befinden und verschiedene Areale bilden, um den Körper zu versorgen und die Bewegungsbefehle umzusetzen. Die Nervenbahnen verlaufen dabei über das pyramidale System bis in das Rückenmark.
Homöopathie: Ein sanfter Ansatz bei Nervenschmerzen
Im Bereich der Homöopathie lassen sich viele Beschwerden im Bereich der Muskeln und Nerven durch pflanzliche und schonende Präparate beseitigen. Diese Naturheilverfahren helfen, eine langanhaltende Wirkung zu erzielen. Homöopathische Mittel wirken sanft und direkt an der erkrankten Stelle und lindern Schmerzen und Beschwerden. Die Homöopathie kann bei Veränderungen der Muskulatur und Nervenbahnen helfen, die oft Ursachen für Verspannungen, Rückenschmerzen oder einen Hexenschuss sind. Um die verursachende Erkrankung aufzuklären, muss jedoch ein Arzt aufgesucht werden.
Homöopathische Mittel im Überblick
Es gibt eine Vielzahl von homöopathischen Mitteln, die bei Nervenschmerzen im Knie eingesetzt werden können. Einige der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Mittel sind:
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- Hypericum: Gegen Nervenschmerzen wirkt im homöopathischen Bereich „Hypericum“ besonders gut. Der Wirkstoff „Hypericum perforatum“ erzielt bei nervlicher Belastung und Überanstrengung hervorragende Ergebnisse, besonders, wenn Stress, zwischenmenschliche Konflikte, Alltagsbelastung oder Existenzangst die Auslöser für eine leichtere Depression sind. Es ist in Kapseln oder Tropfen erhältlich. Das innere Gleichgewicht wird Schritt für Schritt zurückgewonnen, die innere Ruhe gefördert. Ein anderes homöopathisches Arzneimittel ist „Heidak Hypericum plus Spray“ auf mineralischer Basis.
- Rhus Toxicodendron: Gegen Muskelschmerzen wirkt „Rhus Toxicon“ besonders gut. Beide Wirkstoffe sind auf die Beschwerden abgestimmt, die gerade bei Belastung und Verspannungen auftreten. „RHUS TOXICODENDRON D 6“ gibt es als Salbe, Tropfen oder als Tabletten. Der Hauptwirkstoff ist Giftefeu, ein Strauch, der etwa zwei bis drei Meter hochwächst und eichenähnliche dreigeteilte Blätter aufweist, die im Herbst rot leuchten. Die Blüten und daraus entstehenden Früchte sind gelb. Aus ihnen wird der stark riechende Milchsaft gewonnen. „RHUS TOXICODENDRON PENTARKAN Liquidum“ als Mischung hilft bei Versteifung der Gelenke, Arthrose, Rheuma und ähnliche Erkrankungen des Bewegungsapparats.
- Arnica: Tritt der Schmerz stärker oder stechend auf, helfen die Essenzen „Arnica D12 Gobuli“ als homöopathische Präparate aus dem Bereich der Naturheilkunde, zu denen auch Heilpraktiker raten. Ein bekanntes homöpatisches Komplexmittel, das bei Problemen mit Muskeln, Sehnen und Gelenken genutzt wird, ist Traumeel. Das Präparat enthält unter anderen homöopathische Zubereitungen aus Arnika, Calendula, Echinacea und Beinwell. Das Komplexmittel enthält unter anderen Arnica und Giftsumach und hat auch die Indikation rheumatische Beschwerden. Ein weiteres homöopathisches Gel, das Arnika und Calendula enthält, ist Arnica comp. Gel.
- Bryonia: Tritt der Schmerz stärker oder stechend auf, helfen die Essenzen „Bryonia D12 Gobuli“ als homöopathische Präparate aus dem Bereich der Naturheilkunde, zu denen auch Heilpraktiker raten.
- Ruta graveolens: Ruta graveolens kommt in der Homöopathie oft bei Verletzungen an Bändern, Sehnen und Knorpeln zum Einsatz. Auch bei Prellungen, die direkt den Knochen beziehungsweise die Knochenhaut betreffen, soll das Mittel helfen sowie bei schmerzenden und überanstrengten Augen nach langem Lesen oder Computerarbeit. Ruta wird in der Homöopathie eingesetzt, um nach einer Bänder-, Sehnen- oder Knorpelverletzung die Heilung zu beschleunigen - unabhängig davon, ob die Beschwerden von einem Unfall oder einer Überbeanspruchung kommen. Besonders wenn durch eine Prellung die Knochenhaut noch lange schmerzt und verhärtet ist, soll Ruta gut helfen, etwa nach einem Tritt ans Schienbein. Aber auch sehr viele andere Verletzungen am Bewegungsapparat sollen erfolgreich mit Ruta behandelt werden. Ruta findet auch bei Augenschwäche und Augenentzündungen Anwendung, wenn diese durch Überanstrengung der Augen entstanden sind. Dieses Phänomen kennen die meisten Menschen, wenn sie lange vor einem Bildschirm sitzen oder sehr kleine Schriften lesen müssen.
Schüßler Salze zur Unterstützung
Beschwerden und Erkrankungen im Muskulatur-Bereich treten oft durch einen Mangel an Mineralstoffen auf, die dem Organismus durch Schüßler Salze wieder zurückgegeben werden können. Werden derartige Mangelerscheinungen nicht diagnostiziert und behandelt, können strukturelle Veränderungen in der Gewebezusammensetzung entstehen. Bei Diabetes wiederum wird die Speicherung von Glucose in den Muskelzellen gestört und die Aufspaltung der Fette blockiert. Ein Mangel an Magnesium oder Calcium betrifft Knochen, Knorpel und Muskelgewebe.
Schüßler Salze bieten Mineralsalze für die Behandlung und Stärkung vieler Körperbereiche. Sie können als Lotionen, Salben o. Cremes, Globuli oder Tropfen verabreicht werden. Speziell für Muskeln und Nerven gibt es „Magnesium phosphoricum“ (Schüßler Salz Nummer 7), für die Nerven „Kalium phosphoricum“ und für die Stärkung von Knochen und Zähne „Calcium phosphoricum“. Die typische Potenz liegt zwischen D6 und D12. „Magnesium phosphoricum“ hilft bei Schmerzen und Krämpfen und ist als Funktionsmittel am Aufbau von Knochen, Muskeln und Nerven beteiligt. Der Schmerz kann direkt durch das Salz gedämpft werden.
Weitere unterstützende Maßnahmen
Neben der Einnahme von homöopathischen Mitteln und Schüßler Salzen können auch weitere Maßnahmen zur Linderung von Nervenschmerzen im Knie beitragen:
- Bewegung: Adäquate, regelmäßige Bewegung ist das beste Mittel, um ein Gelenk beweglich und funktional zu halten. Bewegung durchblutet die Gelenke, hält sie geschmeidig und beugt Schmerz vor. Denn durch Mobilisation bildet sich mehr Gelenkschmiere, die sogenannte Synovialflüssigkeit. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Walken oder Velofahren können helfen. Achten Sie stets darauf, Ihre eigene Belastungsgrenze nicht zu überschreiten.
- Ernährung: Die Basis einer gesunden Ernährung bei Gelenkschmerzen sind pflanzliche Lebensmittel, fettarme Milchprodukte, hochwertige Fette sowie viel frisches Obst und Gemüse. Setzen Sie vermehrt basische Lebensmittel auf Ihren Ernährungsplan. Besonders Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, kommen den Gelenken zugute. Sie enthalten Wirkstoffe, die dazu beitragen, entzündliche Prozesse im Körper zu lindern. Einige Lebensmittel enthalten Substanzen, die Entzündungen begünstigen können, z. B. viele tierische Fette und Zucker. Die schützende Knorpelschicht, welche dafür sorgt, dass die Gelenke nicht gegeneinander reiben, besteht zu 80 % aus Wasser. Eine ausreichende Versorgung der Knorpel und der Bandscheiben mit Feuchtigkeit ist daher wichtig, um diese elastisch und flexibel zu halten.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Bei akuten Schmerzen kann Wärme oder Kälte auf dem Gelenk helfen, um die Muskeln zu entspannen. Vor allem bei Patienten mit Rheuma oder Arthrose verschlimmern sich die Beschwerden oft bei feuchter Kälte. Zudem wird die Gelenkflüssigkeit bei Kälte zähflüssiger, wodurch es zu einer erhöhten Reibung in den Gelenken kommt. Eine Wärmebehandlung kann bei chronischen Gelenkschmerzen hilfreich sein. Bei einer akuten Entzündung im Gelenk sollte Wärme auf keinen Fall angewendet werden.
- Entspannungstechniken: Innere Ausgeglichenheit und Entspannung können dazu beitragen, die Schmerzwahrnehmung zu senken. Es bedarf jedoch etwas Zeit und Geduld sowie eine regelmäßige Anwendung, damit die erhoffte Wirkung eintritt.
- Gewichtsreduktion: Auch Übergewicht belastet die Gelenke und den Bewegungsapparat. Je mehr Gewicht unser Körper zu tragen hat, desto höher ist auch die Belastung für die Gelenke, vor allem in der unteren Körperhälfte.
Gelenkschmerzen: Ursachen und Behandlung
Gelenkschmerzen (auch Arthralgien genannt) gehören zu den verbreitetsten Volkskrankheiten. Rund zwei Millionen Menschen in der Schweiz leiden darunter. Gelenkschmerzen können zudem alle Altersgruppen treffen und eine Vielzahl an Ursachen haben. Arthrose: Gelenkabnutzung bzw. Überbelastungen sind primär bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein häufiger Grund für Gelenkschmerzen. Abnutzungsschäden entstehen oft in Folge von zu starker oder ungleichmässiger Belastung. Gelenkschmerzen treffen heute Menschen aller Altersgruppen. Ein sitzender Lebensstil und mangelnde körperliche Aktivität tragen zu einem Anstieg dieser Beschwerden bei. Obwohl physische Belastungen früherer Zeiten abgenommen haben, führen heutige Gewohnheiten wie lange Bürostunden und repetitive Bewegungen zu neuen Formen der Gelenkbelastung.
Gelenkbeschwerden können sich unterschiedlich äussern. Es kann zu Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Steifheit, Wärmegefühl und Verformungen kommen. Die Schmerzen können stechend, ziehend, klopfend, dumpf oder brennend sein. Um Gelenkschmerzen richtig zu behandeln, muss man zusätzlich feststellen, in welchen Situationen sie auftauchen. Vielen Frauen leiden unter Gelenkschmerzen während der Wechseljahre. Während der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel. Östrogen hat entzündungshemmende Eigenschaften und trägt zur Aufrechterhaltung der Gesundheit der Gelenkknorpel bei. Ein niedrigerer Östrogenspiegel kann daher zu einer Zunahme von Entzündungen und einer Abnahme der Knorpelgesundheit führen, was Schmerzen in den Gelenken verursachen kann. Zudem erleben Frauen in den Wechseljahren oft eine Gewichtszunahme bei gleichzeitigem Abbau der Muskelmasse.
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Gelenkschmerzen können durch Krankheiten (z. B. Arthritis, Borreliose, rheumatische Erkrankungen), verschiedene Entzündungen oder Überbelastung entstehen. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was zu einer Abnahme der entzündungshemmenden Eigenschaften und einer Schwächung der Gelenkknorpel führen kann.
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Nervenschmerzen im Knie abzuklären. Dies gilt insbesondere, wenn:
- Die Schmerzen plötzlich auftreten und sehr stark sind.
- Die Schmerzen mit anderen Symptomen wie Fieber, Schwellung oder Rötung einhergehen.
- Die Schmerzen trotz Selbstbehandlung nicht besser werden oder sich sogar verschlimmern.
- Mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen sind.
- Starke Schwellung, Rötung oder Erwärmung des Gelenks, sowie Fieber auftreten.
- Die Haut rissig und druckempfindlich ist.
- Die Schmerzen nach einer Verletzung auftreten.
- Die Schmerzen langanhaltend sind.
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