Arnika (Arnica montana), auch Bergwohlverleih genannt, ist eine vielseitige Heilpflanze, die traditionell zur äußerlichen Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt wird. Besonders bekannt ist ihre Anwendung bei Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen. Aber auch bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie bei Nervenschmerzen kann Arnika-Gel eine wohltuende Wirkung entfalten.
Was ist Arnika und wie wirkt es?
Arnika ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die in den Bergregionen Europas beheimatet ist. Für medizinische Zwecke werden hauptsächlich die Blüten der Pflanze verwendet. Diese enthalten wertvolle Inhaltsstoffe wie Sesquiterpenlactone (vor allem Helenalin), Flavonoide, ätherische Öle (mit Thymol), Phenolcarbonsäuren und Cumarine.
Diesen Inhaltsstoffen werden folgende Wirkungen zugeschrieben:
- Entzündungshemmend: Sesquiterpenlactone wie Helenalin können Entzündungsprozesse im Körper reduzieren, indem sie bestimmte Signalwege blockieren.
- Schmerzlindernd: Arnika kann die Nervenenden in der Haut beruhigen und so Schmerzen lindern.
- Desinfizierend: Die Inhaltsstoffe der Arnika können das Wachstum von Bakterien und anderen Mikroorganismen hemmen.
- Durchblutungsfördernd: Arnika kann die Durchblutung der Haut fördern, was die Heilung von Verletzungen unterstützen kann.
Anwendungsgebiete von Arnika-Gel
Arnika-Gel wird traditionell zur äußerlichen Behandlung folgender Beschwerden eingesetzt:
- Verletzungen: Prellungen, Blutergüsse, Verstauchungen, Quetschungen, Zerrungen
- Muskel- und Gelenkschmerzen: Rheumatische Beschwerden, Muskelkater, Verspannungen
- Entzündungen: Entzündungen der Haut, Insektenstiche, oberflächliche Venenentzündungen
- Nervenschmerzen: Neuralgien, Schmerzen durch Nervenreizungen
Arnika Gel Anwendung bei Nervenschmerzen
Obwohl Arnika primär für die Behandlung von Verletzungen bekannt ist, kann es auch bei Nervenschmerzen eine unterstützende Rolle spielen. Die schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften der Arnika können dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern.
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Wie kann Arnika-Gel bei Nervenschmerzen helfen?
- Schmerzlinderung: Arnika kann die Nervenenden in der Haut beruhigen und so die Schmerzwahrnehmung reduzieren.
- Entzündungshemmung: Entzündungen können Nervenschmerzen verstärken. Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Arnika können dazu beitragen, diese Entzündungen zu reduzieren.
- Durchblutungsförderung: Eine gute Durchblutung ist wichtig für die Versorgung der Nerven mit Sauerstoff und Nährstoffen. Arnika kann die Durchblutung fördern und so die Nervenfunktion unterstützen.
Anwendung von Arnika-Gel bei Nervenschmerzen:
- Tragen Sie das Arnika-Gel dünn auf die betroffene Stelle auf.
- Massieren Sie das Gel sanft ein, bis es vollständig eingezogen ist.
- Wiederholen Sie die Anwendung 2-3 Mal täglich.
Es ist wichtig zu beachten, dass Arnika-Gel nicht die Ursache der Nervenschmerzen behandelt, sondern lediglich die Symptome lindern kann. Bei starken oder anhaltenden Nervenschmerzen sollte daher immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie einzuleiten.
Wichtige Hinweise zur Anwendung von Arnika-Gel
- Nur zur äußerlichen Anwendung: Arnika-Zubereitungen dürfen nur äußerlich auf unverletzter Haut angewendet werden.
- Nicht auf offene Wunden: Vermeiden Sie den Kontakt von Arnika-Gel mit offenen Wunden, Schleimhäuten und Augen.
- Allergie: Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler (wie Kamille oder Ringelblume) sollten Sie keine Arnika-Zubereitungen verwenden.
- Hautirritationen: Bei empfindlicher Haut kann es zu Reizungen oder allergischen Reaktionen kommen. Testen Sie das Gel daher zuerst an einer kleinen Hautstelle.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Besprechen Sie die Anwendung von Arnika-Gel während der Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber mit einem Arzt.
- Kinder: Bei Kindern unter 12 Jahren sollte Arnika-Gel nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.
Bezugsquellen für Arnika-Gel
Arnika-Gel ist in Apotheken und Drogerien erhältlich. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität und eine ausreichende Konzentration an Arnikablüten-Tinktur. Kneipp Arnika Kühl- & SchmerzGel enthält beispielsweise 25 g Arnikablüten-Tinktur pro 100 g Gel.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Arnika
Neben der Anwendung als Gel gibt es Arnika auch in anderen Darreichungsformen:
- Arnika-Salbe: Ähnlich wie Gel, aber mit einer fetthaltigeren Grundlage. Eignet sich besonders für trockene Haut.
- Arnika-Tinktur: Wird verdünnt für Umschläge, Kompressen oder Mundspülungen verwendet.
- Arnika-Globuli: Homöopathische Zubereitung zur innerlichen Anwendung. Die Wirksamkeit ist jedoch umstritten.
- Arnika-Essenz: Kann als Badezusatz verwendet werden.
- Arnika-Öl: Zur Massage bei Muskelverspannungen.
Was Sie bei der Anwendung der Arnika beachten sollten
Vermeiden Sie den direkten Kontakt von Arnika mit den Augen und offenen Wunden. Behandeln Sie großflächige Bereiche nicht mit unverdünnter Arnika-Tinktur (Gefahr von Hautentzündungen mit Bläschenbildung)!. Verwenden Sie für größere Hautpartien also nur verdünnte Tinkturen. Insektenstiche können Sie allerdings kleinflächig mit unverdünnter Tinktur bepinseln. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) sollten Sie keine Arnika-Blüten-Zubereitungen anwenden. Besprechen Sie die Anwendung der Heilpflanze während der Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber zuerst mit einem Arzt oder einer Ärztin. Auch vor der Anwendung von Arnika-Zubereitungen bei Kindern sollten Sie ärztliche Rücksprache halten. Oft raten Experten von einer Anwendung bei Kindern unter zehn Jahren gänzlich ab.
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