Neuritis beim Tauchen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Schwindel ist ein Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Es handelt sich um eine Störung des Gleichgewichtssinns, die oft mit einer Störung des räumlichen Empfindens und vegetativen Symptomen wie Übelkeit oder Erbrechen einhergeht. Schwindel ist ein häufiger Grund für Arztbesuche in der Allgemeinmedizin und in Notaufnahmen. Die Prävalenz von Schwindel nimmt mit dem Alter zu.

Ursachen von Schwindel

Schwindel kann in peripher-vestibuläre, zentral-vestibuläre und nicht-vestibuläre Ursachen unterteilt werden.

Peripher-vestibuläre Ursachen

  • Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS): Hierbei führen dislozierte Otholithenfragmente im Vestibularorgan bei bestimmten Bewegungen zu heftigen und kurzen Drehschwindelattacken, die meistens von Übelkeit begleitet sind. Meistens ist der hintere Bogengang betroffen. Ein BPLS kann meist mit Hilfe der Lagerungsprobe nach Dix-Hallpike enttarnt werden. Therapeutisch werden verschiedene Lagerungsmanöver genutzt (z. B. das Epley-Manöver für den hinteren Bogengang). Durch die Bewegungen werden die Otholithenfragmente aus dem Bogengang hinausgespült.
  • Morbus Menière: Durch eine Resorptionsstörung im Bereich des Saccus endolymphaticus kommt es zu einer pathologischen Zunahme von Endolymphe im Innenohr. Die typische Symptomtrias des Morbus Menière besteht aus einem anfallsartigem Drehschwindel, einem Tinnitus und einer akuten Hörminderung. Zudem lässt sich während der Episoden ein horizontaler Spontannystagmus zur gesunden Seite beobachten. Die Therapie des Morbus Menière beschränkt sich in der akuten Situation auf symptomatisch wirkende Antiemetika und ggf. leichte Sedierung. Langfristig kann über eine medikamentöse Prophylaxe mit Betahistin nachgedacht werden.
  • Akuter Vestibularisausfall (Neuritis vestibularis): Beim akuten Vestibularisausfall werden meist Viren für eine Entzündung des N. vestibularis verantwortlich gemacht; Mikrozirkulationsstörungen oder toxische Einflüsse werden ätiologisch jedoch ebenfalls diskutiert. Es kommt zu einem plötzlich-akuten Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen sowie einer Fallneigung zur erkrankten Seite. Außerdem kann ein horizontaler Spontannystagmus zur gesunden Seite beobachtet werden. Die Therapie erfolgt symptomatisch antiemetisch. Gegebenenfalls können kurzzeitig Glucocorticoide bei der Eindämmung eines entzündlichen Geschehens helfen.
  • Beidseitige Vestibularisausfälle: Funktionsstörungen beider Vestibularorgane sind meist durch ototoxische Substanzen oder neurodegenerative Veränderungen bedingt. Die Störung äußert sich in starkem bewegungsabhängigem Schwankschwindel. Therapeutische Entscheidungen sollten anhand der vermuteten Ätiologie (z. B. Absetzung ototoxischer Substanzen) getroffen werden.
  • Perilymphfistel: Als Perilymphfistel bezeichnet man eine Verbindung zwischen dem Perilymphraum und dem Mittelohr. Rupturen der Membran zwischen Innen- und Mittelohr können z. B. während Operationen, bei exzessiver Anstrengung oder im Rahmen von Barotraumata (z. B. beim Tauchen) entstehen. Betroffene berichten von vestibulären Störungen wie Schwindel bei akustischen Reizen, was durch die abnorme Schallschwingungsübertragung auf das Vestibularorgan erklärbar ist. Eine Therapie kann bei persistierenden Beschwerden chirurgisch erfolgen.
  • Bogengangsdehiszenz: Bei der seltenen Bogengangsdehiszenz fehlt die knöcherne Abdeckung des meist oberen Bogengangs. Betroffene beklagen Drehschwindel und audiologische Symptome z. B. bei körperlicher Belastung. Eine Therapie ist nur selten indiziert.
  • Vestibularisparoxysmie: Kurze Dreh- oder Schwankschwindelattacken (Sekunden bis Minuten) können durch einen Gefäß-Nerven-Kontakt zwischen dem N. Vestibularis und meist der A. cerebelli inferior anterior entstehen. Die Pathophysiologie der sog. Vestibularisparoxysmie ist also analog zur Trigeminusneuralgie. Bereits eine niedrige Dosis des Antikonvulsivums Carbamazepin kann Linderung verschaffen.

Perilymphfistel und Tauchen

Eine Perilymphfistel kann, wie oben erwähnt, im Rahmen von Barotraumata beim Tauchen entstehen. Barotrauma bedeutet Verletzungen, die durch Druckunterschiede entstehen. Beim Tauchen kann es zu einem Druckunterschied zwischen dem Mittelohr und dem Innenohr kommen, wenn der Druckausgleich nicht richtig funktioniert. Dieser Druckunterschied kann zu einer Ruptur der Membran zwischen Innen- und Mittelohr führen, was eine Perilymphfistel verursacht. Die Betroffenen können dann vestibuläre Störungen wie Schwindel bei akustischen Reizen erleiden.

Zentral-vestibuläre Ursachen

  • Läsionen des Hirnstamms oder des Kleinhirns: Bei Schädigungen des Kleinhirns oder des Hirnstamms, bei denen die vestibulären Bahnen oder Kerngebiete betroffen sind, kann sog. „zentraler Schwindel“ entstehen. Häufig imponieren zusätzlich Hirnstamm-/Kleinhirnzeichen wie eine Ataxie oder ein Down-/Upbeatnystagmus. Ätiologisch kommen z. B. Ischämien, chronisch-entzündliche Läsionen oder Tumoren in Frage. Die Therapie folgt der Ätiologie der Läsion.
  • Intoxikation: Zentral wirksame Substanzen wie Alkohol oder manche Medikamente (z. B. Betablocker, Antiepileptika, Antidepressiva oder Neuroleptika) können Schwindel auslösen. Eine Dosisreduktion oder das Absetzen der Substanzen ist in diesem Fall sinnvoll.
  • Vestibuläre Migräne: Eine relativ häufige Ursache für Schwindel ist die vestibuläre Migräne. Ätiologisch wird z. B. ein Vasospasmus der Labyrinth-Arterie diskutiert; die genaue Ursache ist jedoch bislang unklar. Symptome sind Gleichgewichtsstörungen, ein lageabhängiges Schwindelgefühl oder ein Drehschwindel in Attacken von wenigen Minuten bis mehreren Stunden; der Schwindel kann sowohl Zeichen einer peripheren als auch einer zentral-vestibulären Störung haben. Gleichzeitige Kopfschmerzen sind nicht zwingend vorhanden. Therapeutisch kommen Antiemetika oder eine generelle Migräneprophylaxe z. B. mit Triptanen in Frage.

Nicht-vestibuläre Ursachen

  • Kardiovaskuläre Ursachen: Prinzipiell können alle internistischen Erkrankungen, die zu einer Minderperfusion des Gehirns führen können, Schwindel auslösen. Hierbei ist besonders der orthostatische Schwindel hervorzuheben, der durch einen Blutdruckabfall >20mmHg beim Aufstehen verursacht wird. Andere Gründe können z. B. Aortenstenosen, Herzinsuffizienzen oder Herzrhythmusstörungen sein. Die Therapie richtet sich nach der internistischen Grunderkrankung.
  • Somatosensible Afferenzstörung: Zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts sind somatosensible Afferenzen von großer Bedeutung. Ist die Vermittlung oder Erhebung dieser wichtigen Informationen, z. B. der Propriozeption im Rahmen von Polyneuropathien gestört, kann Schwindel entstehen. Auch durch visuelle oder okulomotische Störungen werden ungenaue oder falsche Informationen der räumlichen Umgebung an das Gehirn geleitet. Je nach gestörter Afferenz und Ursache der Störung können verschiedene Therapien in Erwägung gezogen werden.
  • Psychogenes Schwindelgefühl: Ein psychogenes Schwindelgefühl kann anamnestisch z. B. durch die Erhebung der situativen Auslöser detektiert werden. Vor allem im Zusammenhang mit Angststörungen oder bei Depressionen wird häufig von Schwindel berichtet. Es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose. Therapeutisch kann mit Psychoedukation, einer Verhaltenstherapie und ggf. der Therapie der psychiatrischen Grunderkrankung Schwindel reduziert werden.
  • Kombinierte Ursachen und physiologische Reaktionen: Eine Inkongruenz zwischen propriozeptiven Informationen und dem optischen Eindruck kann auch physiologisch sein. Kinetosen auf einem tatsächlichen schwankenden Schiff oder Schwindel in der Höhe sind in der Regel unbedenklich.
  • Multimodaler Altersschwindel: Im Alter kann die Kombination von verschiedenen Erkrankungen und degenerativen Prozessen Schwindel verursachen. Sowohl vestibuläre als auch nicht-vestibuläre Funktionssysteme können betroffen sein; ein Beispiel für Auslöser wäre die Alterssichtigkeit (Presbyopie).

Symptome von Schwindel

Schwindel äußert sich in Abhängigkeit seiner Genese teilweise sehr unterschiedlich. Generell beruht ein gerichteter Schwindel eher auf einer peripheren Störung, ungerichteter hat eher eine nicht-vestibuläre Genese. Häufige Begleitsymptome des peripher-vestibulären Schwindels sind Übelkeit, Erbrechen oder Nystagmen; bei zentral-vestibulärem Schwindel kommen diese vegetativen Beschwerden etwas seltener vor. Bei nicht-vestibulärem Schwindel beschreiben Betroffene manchmal, dass ihnen schwarz vor Augen wird oder sie sich insgesamt unwohl oder taumelig fühlen. Stürze mit oder ohne Fallneigung zu einer Seite als Folge von Schwindel sind sehr häufig.

  • Gerichteter Schwindel: Beim sog. „Drehschwindel“ fühlen sich Betroffene „wie auf einem Karussell“. Eine vertikale Ausrichtung des Schwindels wird hingegen oft beschrieben wie das Gefühl „in einem Aufzug“.
  • Schwankschwindel: Der sog. Schwindel entsteht durch die Verschaltung widersprüchlicher Informationen im Gehirn (sog. Inkongruenz oder polysensorisches Mismatch).

Diagnose von Schwindel

Bei der Diagnostik des Schwindels gilt es, gefährliche von harmlosen Ursachen für das Symptom zu unterscheiden. Neben dem Monitoring der Vitalfunktionen ist eine ausführliche Anamnese des Schwindelgefühls mit Fragen nach Auslösern, zeitlichen Beginn & Dauer, der Art des Schwindels (gerichtet oder ungerichtet) und Begleitsymptomen essenziell.

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Zur Diagnostik einer möglichen internistischen Schwindelursache sollten laborchemisch Elektrolytstörungen, Intoxikationen und eine Hypoglykämie ausgeschlossen werden. Auch ein Entzug oder kardiale Ursachen wie Herzrhythmusstörungen oder Hypertonien/Hypotonien müssen diagnostisch in Erwägung gezogen werden.

Die symptombezogene neurologische Diagnostik kann sich am Akronym HINTS orientieren: Wichtige Untersuchungen sind der Kopfimpulstest (Head Impulse, Test der Bogengangfunktion), Nystagmuskontrolle und der alternierende Augenabdecktest (Test of Skew), mit dem sich eine vertikale Augenachsenabweichung (Skew Deviation) entdecken lässt.

Weiterführende diagnostische Möglichkeiten umfassen u.a. ein Elektronystagmogramm, eine kalorische Testung und ggf.

Behandlung von Schwindel

Da sich die Therapie des Schwindels an den Ursachen für das Symptom orientiert, sind die jeweilig spezifischen Maßnahmen bereits im Kapitel „Ätiologie“ beschrieben. Generell lässt sich die Bewegungsillusion ohne die Behebung ihrer eigentlichen Ursache allerdings nur vorübergehend und symptomatisch behandeln. Vor allem bei älteren Patienten sind regelmäßiges Gleichgewichtstraining und ggf. Je nach Ätiologie des Schwindels muss evtl. ein Fahrverbot für verschiedene Zeiträume ausgesprochen werden.

Schwerhörigkeit und der Hörnerv

Hören ist ein komplexer Prozess, der es uns ermöglicht, Geräusche und Töne aufzunehmen und zu verstehen. Es ermöglicht uns, unsere Umwelt vollständig zu erfassen, uns zu orientieren, uns mit unseren Mitmenschen zu verständigen. Es gibt uns Sicherheit, es warnt oder beruhigt uns, es beeinflusst unser Denken und Fühlen entscheidend.

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Ursachen von Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Schallleitungsschwerhörigkeit: Störungen oder Erkrankungen im Außen- oder Mittelohr behindern oder verzerren die Weiterleitung der Schallwellen.
    • Außenohr: Ohrschmalzpfropf im Gehörgang, Fremdkörper, Wucherungen (Exostosen), Gehörgangsentzündungen, bestimmte Formen von Ekzemen im Gehörgang, Entzündungen am Gehörgangsknochen durch Diabetes, Gürtelrose des Ohres (Herpes zoster oticus), angeborene Fehlbildungen, Verletzungen, Tumoren.
    • Mittelohr: Trommelfellschäden, Mittelohrentzündungen, akut und chronisch, Knocheneiterung im Mittelohr (Cholesteatom), Otosklerose (Versteifung eines Gehörknöchelchens), übergreifende Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum oder in den Nasennebenhöhlen, Probleme beim Luftdruckausgleich (Barotrauma), Verletzung im Außen- und Mittelohr, Schädelverletzungen, Autoimmunerkrankungen wie die Granulomatose mit Polyangiitis.
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit: Hier sind das Hörorgan mit den Sinneszellen im Innenohr oder der Hörnerv häufig bleibend geschädigt, so dass die Schallsignale nicht mehr einwandfrei in das Hörsystem des Gehirns gelangen. Die Störung kann auch im Gehirn selbst liegen.
    • Innenohr: Hörsturz, Lärmschwerhörigkeit, akute Lärmschäden (Knall- und Explosionstrauma), Altersschwerhörigkeit, erbliche Fehlbildungen, Infektionen wie Masern, Mumps, Gehirnhautentzündungen, übergreifen chronischer Mittelohrentzündungen, Innenohrentzündung (Labyrinthitis), Menière-Krankheit, Medikamente, Giftstoffe, Alkohol, Kreislauf, Herz, Stoffwechsel, Halswirbelsäule Durchblutungsstörungen im Innenohr (Vertebralis-Basilaris-Insuffizienz, basiliäre Migräne), weitere Durchblutungsprobleme (Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutarmut), Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Mineralstoffmangel), Autoimmunerkrankungen wie die Wegener Granulomatose (Granulomatose mit Polyangiitis), Schäden an der Halswirbelsäule.
    • Hörnerv und Nervenbahnen im Gehirn: Wucherungen oder ein Tumor am Hörnerv (Akustikusneurinom), Herpes zoster oticus (Gürtelrose des Ohres), Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündungen am Hörnerv, etwa im Rahmen einer Nervenerkrankung wie der multiplen Sklerose, Schlaganfall.

Der Hörnerv (Nervus vestibulocochlearis)

Der Nervus vestibulocochlearis, auch Hörnerv genannt, dient im menschlichen Ohr zur Weiterleitung von Informationen aus dem Gleichgewichts- und Hörorgan. Der Hörnerv hat die Aufgabe, den Schall in Form von Nervenimpulsen an das Gehirn und zum temporalen Cortex weiterzuleiten.

Schädigung des Hörnervs

Eine der Ursachen, die zu einer Schädigung des Hörnervs führen können, ist Lärmbelastung. Der Hörnerv kann auch durch Infektionen geschädigt werden. Hirnhautentzündung, Masern und Mumps können den Gehörapparat angreifen und schädigen. Auch Alterserscheinungen und die Anwendung ototoxischer Arzneimittel können den Hörnerv schädigen. Hörprobleme können auch die Folge von Traumata und Verletzungen des Hörnervs sein.

Krankheiten, die den Hörnerv betreffen

  • Auditorische Neuropathie: Eine Form der Schwerhörigkeit, die auf eine Störung des peripheren Nervensystems zurückzuführen ist.
  • Akustikusneurinom (Vestibularis-Schwannom): Ein gutartiger Tumor am achten Hirnnerv.
  • Multiple Sklerose: In Verbindung mit Multipler Sklerose können Probleme am Hörnerv und somit mit dem Hören auftreten.
  • Meningitis bzw. Hirnhautentzündung: Schwerhörigkeit ist eine der wichtigsten Folgen dieser Krankheit.

Symptome einer Schädigung des Hörnervs

  • Schwindelgefühl in Verbindung mit Gleichgewichtsstörungen, je nachdem, wie stark die Entzündung ist und an welcher Stelle sie auftritt.
  • Hörverlust, der sich nach und nach verschlimmert.
  • Tinnitus.
  • Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit).

Diagnose und Behandlung von Hörnervenschäden

Für die Diagnose einer Schädigung des Hörnervs wird eine Anamnese erstellt, eine ärztliche Untersuchung vorgenommen und eine vollständige audiometrische und neurologische Untersuchung durchgeführt. Nach einer gründlichen Untersuchung ermittelt und verordnet der Arzt die am besten geeignete Behandlung.

Vorbeugung von Hörnervenschäden

Das erste und wichtigste Mittel zur Vermeidung von Schäden am Hörnerv sind vorbeugende Maßnahmen. Gezielte audiometrische Untersuchungen sind eine gute Gewohnheit zur Überwachung der Gesundheit des eigenen Gehörs.

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Gürtelrose (Herpes Zoster)

Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Viruserkankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) hervorgerufen wird. Nach der Erstinfektion mit dem Zoster Virus kommt es zur klassischen Windpocken Erkrankung (Varizellen) mit den bekannten Hautsymptomen und dem charakteristischen Ausschlag. Nach dem Abklingen der Windpocken-Symptome schafft der Körper es nicht, die Viren vollständig zu eliminieren, weil die Varizellen in der Lage sind, sich in die Nervenganglien zurückzuziehen. Dort kann das Varicella Virus, vom Immunsystem unerkannt, über Jahre und Jahrzehnte weiter leben, ohne Symptome einer Krankheit auszulösen. Bei Schwächung des Immunsystems (z.B. durch Alter, Stress oder Medikamente) kann es zu einer Reaktivierung der Varicella-Zoster-Viren kommen. Nach der Reaktivierung wandert das Virus aus den befallenen Ganglien entlang der Nervenfasern in die zugehörigen Hautareale (=Dermatome). Daher beschränken sich die Symptome der Gürtelrose meist auf einzelne Dermatome.

Symptome

Zu Beginn einer Gürtelrose treten typische Hautveränderungen im Bereich eines Dermatoms auf. Die Hautveränderungen am Körper sind stets einseitig und überschreiten die Mittelachse nicht. Die Herpes Zoster-Schmerzen variieren und können als Juckreiz, Brennen und Kribbeln (Parästhesien), als schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit (Dysästhesien), als Schmerzen in Assoziation mit eigentlich nicht schmerzhaften Reizen (Allodynie) oder als nicht-adäquat starke oder länger andauernde Schmerzantwort (Hyperästhesie) auftreten.

  • Zoster oticus: Hierbei sind die Ohren mitbetroffen. Dabei zeigen sich die typischen Bläschen an der Ohrmuschel oder dem äußeren Gehörgang.
  • Zoster ophthalmicus: Infektion greift auf die Augen über.

Diagnose

Die Diagnose Gürtelrose ist bei Vorliegen der ersten Hautveränderungen meist klinisch eindeutig zu stellen. In unklaren Fällen kann die Diagnose durch einen molekularbiologischen Erregernachweis mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion) sichergestellt werden.

Behandlung

Eine frühzeitige, d.h. innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome, begonnene anti-virale Therapie kann den Krankheitsverlauf und die begleitenden Schmerzen günstig beeinflussen. Zusätzlich ist eine konsequente Schmerzbehandlung einzuleiten.

Sinusvenenthrombose (SVT)

Eine Sinusvenenthrombose ist ein Blutgerinnsel in den großen Venen im Gehirn. Durch das Gerinnsel kann das Blut nicht richtig abfließen und staut es sich im Gehirn.

Symptome

Häufiges Anzeichen ist starker Kopfschmerz. Umschriebene neurologische Symptome sind meist die Folge eines lokalen Ödems, eines venösen Stauungsinfarkts oder einer Einblutung. Hierzu gehören vor allem Lähmungen, zentrale Gefühlsstörungen, Störungen der Sprache oder des Gesichtsfelds.

Diagnose

Bildgebende Diagnostik der Wahl ist die Magnetresonanztomographie (MRT) mit zusätzlicher Angiographie (MRA). Bei Verdacht auf SVT kann ein Bluttest auf den Thrombosemarker „D-Dimere“ erfolgen.

Behandlung

Therapie der Wahl bei der SVT ist die umgehende Antikoagulation (Blutgerinnungshemmung) mit Heparinen nach Diagnosesicherung. Bei den seltenen infektös bedingten SVTs ist eine antibiotische Therapie notwendig und wenn möglich eine operative Sanierung eines Infektfokus.

Migräne Prophylaxe

Eine Prophylaxe kann die Migräne nicht heilen und muss mindestens über drei Monate erfolgen, um die Wirksamkeit beurteilen zu können. Eine Prophylaxe ist dann wirksam, wenn sie die Häufigkeit der Kopfschmerzen halbieren kann.

Um Migräneattacken effektiv zu vermeiden, ist es wichtig, seine Kopfschmerz gut kennenzulernen, mögliche auslösende Faktoren ausfindig zu machen und diese zu vermeiden. Hierzu können Nahrungsmittel wie Alkohol, Weglassen von regelmäßigem Koffeinkonsum oder bestimmte Medikamente gehören.

Zur Prophylaxe werden Medikamente wie beta-Blocker oder Calciumantagonisten verschrieben, also Medikamente, die sonst bei der Behandlung des Bluthochdruckes zum Einsatz kommen. Oft ist die Einnahme über sechs bis zwölf Monate notwendig, bevor man wieder über ein Absetzen dieser Prophylaxe nachdenken kann. Individuell muss das richtige Medikament ausgetestet werden. In schwierigen Fällen kann eine Prophylaxe mit Antikonvulsiva in geringer Dosierung helfen.

Nicht nur Medikamente, sondern auch Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Joggen beugen Kopfschmerzen vor. Entspannungsverfahren, wie zum Beispiel die progressive Muskelentspannung nach Jakobson sind ebenfalls hilfreich.

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