Aufgaben für Unterassistenten (PJ-ler) in der Neurologie Basel: Ein umfassender Einblick

Das PJ-Tertial in der Neurologie des Universitätsspitals Basel (USB) bietet Medizinstudierenden die Möglichkeit, wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln. Dieser Artikel beleuchtet die Aufgaben, die Unterassistenten (UAs) in diesem Tertial erwarten, und gibt Einblicke in den Arbeitsalltag, die Lernmöglichkeiten und das Leben in Basel.

Einführung

Das Praktische Jahr (PJ) ist ein wichtiger Bestandteil des Medizinstudiums, in dem Studierende klinische Erfahrungen sammeln und ihre theoretischen Kenntnisse in die Praxis umsetzen. Das Universitätsspital Basel bietet PJ-Tertiale in verschiedenen Fachbereichen an, darunter auch die Neurologie. Für Unterassistenten (UAs), die sich für ein solches Tertial entscheiden, gibt es vielfältige Aufgaben und Lernmöglichkeiten.

Aufgabenbereiche für Unterassistenten in der Neurologie Basel

Als Unterassistent in der Neurologie Basel ist man hauptsächlich auf Station eingeteilt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, in die Poliklinik (ENMGs, EEGs, EPs) oder mit dem/der Stroke-DA auf die Notfallstation zu rotieren, was besonders spannend ist, da man an einem grossen Unispital auch seltenere oder schwerere Erkrankungen sehen kann.

Die typischen Aufgaben eines UAs umfassen:

  • Visite dokumentieren: Die tägliche Visite der Ärzte wird von den UAs dokumentiert, um den Überblick über den Zustand der Patienten zu behalten.
  • Konsilien anmelden: Bei Bedarf melden die UAs Konsilien bei anderen Fachabteilungen an, um eine umfassende Patientenversorgung zu gewährleisten.
  • Berichte anfordern: Um die Krankengeschichte der Patienten zu vervollständigen, fordern die UAs relevante Berichte an.
  • Status oder Anamnese erheben: UAs führen eigenständig Untersuchungen durch und erheben die Anamnese der Patienten, um ein umfassendes Bild ihres Zustands zu erhalten.
  • Patienten aufnehmen und untersuchen: Dies beinhaltet die Erhebung der Anamnese, die körperliche Untersuchung und die Dokumentation der Befunde.
  • Eintritts- und Austrittsberichte verfassen: UAs sind für die Erstellung von Berichten verantwortlich, die den Verlauf des Krankenhausaufenthalts der Patienten dokumentieren.
  • Medikamente verordnen: Nach Rücksprache mit dem zuständigen Arzt können UAs Medikamente verordnen.
  • Rücksprache mit anderen behandelnden Instanzen halten: UAs kommunizieren mit anderen medizinischen Fachkräften, um eine koordinierte Patientenversorgung sicherzustellen.
  • Aufgenommene Patienten am Nachmittag dem Oberarzt vorstellen: UAs präsentieren die Patienten dem Oberarzt und diskutieren den weiteren Behandlungsplan.
  • Liquorpunktionen durchführen: Bei entsprechender Motivation und Eignung können UAs auch Liquorpunktionen durchführen.

Ein grosser Bonus ist, dass Stationsärztin und Oberarzt sich jeden Tag Zeit nehmen, einem, auch gelegentlich in Form von Bedside teaching, etwas Neues beizubringen und Fragen zu beantworten, was extremst lehrreich ist.

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Arbeitsalltag und Betreuung

Der Tag beginnt um (kurz vor) 8 Uhr am Röntgen-Rapport und endet zwischen 16 und 19 Uhr (je nach AA und eigener Motivation). Als UA ist man eigentlich ausschliesslich auf Station eingeteilt.

Als UA in der Neurologie Basel wird man in der Regel einem Assistenzarzt (AA) zugeteilt. Die Erfahrungen mit den AAs können unterschiedlich sein, aber im Allgemeinen sind die Leitenden freundlich, besonders PD Dr. Die Arbeitsbelastung der AAs ist relativ hoch, die Zufriedenheit hält sich in Grenzen, die Stimmung war aber trotzdem meistens gut.

Lernmöglichkeiten und Fortbildungen

Das Universitätsspital Basel bietet zahlreiche Fortbildungen an, an denen UAs teilnehmen können. Dies ermöglicht es ihnen, ihr Wissen zu erweitern und sich in verschiedenen Bereichen der Neurologie weiterzubilden.

Vor- und Nachteile des PJ-Tertials in der Neurologie Basel

Vorteile:

  • Vielfältige Aufgaben: UAs übernehmen vielfältige Aufgaben, die ihnen einen umfassenden Einblick in den Arbeitsalltag eines Neurologen ermöglichen.
  • Gute Betreuung: Die Betreuung durch die Assistenzärzte und Oberärzte ist in der Regel gut, so dass UAs jederzeit Fragen stellen und Unterstützung erhalten können.
  • Viele Fortbildungen: Das Universitätsspital Basel bietet zahlreiche Fortbildungen an, die UAs nutzen können, um ihr Wissen zu erweitern.
  • Möglichkeit zur Rotation: Es besteht die Möglichkeit, in die Poliklinik oder auf die Notfallstation zu rotieren, um zusätzliche Erfahrungen zu sammeln.
  • Freundliches Arbeitsklima: Das Arbeitsklima in der Neurologie Basel ist in der Regel freundlich und kollegial.
  • Integration ins Team: Vom ersten Tag an fühlt man sich als UHU sehr willkommen und wird ins Team integriert.
  • Verantwortung: Schritt für Schritt wird man an Aufgaben herangeführt, lernt, Visiten zu machen, Patienten vorzustellen, Eintritte aufzunehmen, Anamnesen zu erheben (und teilweise übernimmt man sogar ganze Patienten), kann kleinere und größere Untersuchungen und Eingriffe machen, darf Verordnungen erstellen und Briefe schreiben.

Nachteile:

  • Hohe Arbeitsbelastung der AAs: Die hohe Arbeitsbelastung der Assistenzärzte kann dazu führen, dass diese weniger Zeit für die Betreuung der UAs haben.
  • Arbeitskleidung und Spinde: Es gibt im Haus momentan einige «Baustellen», z.B. ist die Arbeitskleidung knapp und als UAs der Neuro kriegt man keinen Spind in der Garderobe, sondern ein kleines Kästchen, das man sich teilen muss.

Leben in Basel

Basel ist eine sehr schöne Stadt mit vielen Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung. Im Winter gibt es den Herbstmarkt, Weihnachtsmarkt, Fasnacht und super viele Museen, bei denen zu bestimmten Tageszeiten/Wochentagen der Eintritt umsonst ist. Im Sommer soll es wirklich sehr schön sein, im Rhein schwimmen zu gehen. Generell haben wir viel im Wohnheim unternommen, waren mal Skifahren, haben abends im Wohnheim gefeiert oder einfach gemeinsam gegessen. Man kann viel unternehmen und es sich schön machen! Basel liegt allerdings nicht mitten in den Bergen. Wer also in die Schweiz möchte, um viel zu Wandern oder Ski zu fahren, sollte eher eine andere Stadt wählen, denke ich.

Das Wohnheimzimmer ist möbliert und hat 580 CHF/Monat gekostet. Wenn eure Uni es für die Schweiz unterstützt, würde ich euch empfehlen, Erasmus+ zu beantragen, da die Schweiz teurer ist als Deutschland.

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Erfahrungen in anderen Schweizer Kliniken

Die Erfahrungen als Unterassistent können in verschiedenen Schweizer Kliniken unterschiedlich sein. Generell darf man als UHU (früher „Unterhund“, heute „Unterassistent“) in der Schweiz viel mehr machen als in Deutschland und bekommt was zugetraut und Verantwortung zugeteilt.

In Valens zum Beispiel fühlte man sich als UHU sehr willkommen und wurde ins Team integriert. Die Hauptaufgaben bestanden darin, Patienten aufzunehmen und zu untersuchen, Eintritts- und Austrittsberichte zu verfassen, Medikamente zu verordnen, Rücksprache mit anderen behandelnden Instanzen zu halten und die aufgenommenen Patienten am Nachmittag dem Oberarzt vorzustellen.

Finanzielle Aspekte

Für die Famulatur habe ich 1239chf bekommen, das Wohnheimzimmer inkl Abzüge belief sich auf 381chf, sodass am Ende 858chf übrig blieben. Das klingt viel, ist es in der Schweiz aber nicht, denn dort kostet alles etwa das 2-3-fache. Ein Mittagessen in der Mensa kostet ca. 10 CHF.

Zusammenfassung

Das PJ-Tertial in der Neurologie des Universitätsspitals Basel bietet Medizinstudierenden eine wertvolle Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und ihr Wissen zu erweitern. Die Aufgaben sind vielfältig, die Betreuung ist in der Regel gut und es gibt zahlreiche Fortbildungen. Basel ist eine schöne Stadt mit vielen Freizeitmöglichkeiten.

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