Spezialisierungen in der Neurologie Calw-Hirsau: Ein umfassender Überblick

Die neurologische Versorgung in Calw und Hirsau ist durch ein breites Spektrum an Spezialisierungen und eine enge Verzahnung mit anderen medizinischen Bereichen gekennzeichnet. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die verschiedenen Aspekte der neurologischen Versorgung in dieser Region, von der stationären Behandlung bis hin zur ambulanten Betreuung und den spezifischen Schwerpunkten der einzelnen Kliniken und Praxen.

Stationäre Versorgung und Spezialisierungen

Psychiatrie und Psychotherapie in Calw/Hirsau

Die allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie ist in zwei Kliniken aufgegliedert, die Patienten aus dem nördlichen bzw. südlichen Teil des Versorgungsgebietes betreuen. Die Klinik Nord versorgt Einwohner der Stadt Pforzheim, des Enzkreises und die Gebiete Bretten und Ettlingen des Landkreises Karlsruhe. Vier der insgesamt acht Stationen sind regionalisiert ausgerichtet, d.h., dass auf diesen Stationen Patienten bestimmter Regionen des Versorgungsgebietes behandelt werden. Hierdurch wird eine optimale Abstimmung mit den heimatnahen, ambulanten stationären medizinischen und psychosozialen Behandlungs- und Hilfsangeboten erreicht. Bei evtl. notwendigen Wiederaufnahmen gewinnt der Patient so Vertrauen und Sicherheit durch mehr Konstanz in der Patienten/Therapeutenbeziehung. Die vier regionalisiert ausgerichteten Aufnahme- und Behandlungsstationen können bei Bedarf geschlossen geführt werden. Die übrigen vier Stationen werden offen geführt und haben jeweils einen Behandlungsschwerpunkt.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Region Nord wird von den beiden bedarfsgeschlossenen Stationen 5A und 5B, der offenen Station 3A (je 25 Betten) sowie der Station 70 (18 Betten) gebildet. Die Station 5A versorgt dabei die Stadt Pforzheim, die Station 5B den Enzkreis und die Gebiete Bretten und Ettlingen des Landkreises Karlsruhe. Die Klinik Nord versteht sich mit ihren Angeboten als Teil der Behandlungskette in der Versorgung von Patienten mit psychiatrischen Störungen und Erkrankungen der Region, die Zusammenarbeit mit anderen Leistungsträgern des Rehabereiches sowie auch der niedergelassenen Ärzte ist uns wichtig.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Region Süd setzt sich aus den bedarfsgeschlossenen Stationen 4A und 4B sowie den offenen Stationen 3B und 31 mit jeweils 25 Betten zusammen. Zwei der Stationen sind regionalisiert ausgerichtet, d.h. die Station 4A betreut den Landkreis Calw mit dem nördlichen Teil des Landkreises Böblingen - z.B. Leonberg - die Station 4B betreut den restlichen Landkreis Böblingen. Die Station 3B bietet einen Schwerpunkt für vornehmlich jüngere Patienten mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, um mit entsprechenden Behandlungsangeboten die Ressourcen dieser Patienten zu stärken und damit günstig auf den weiteren Behandlungsverlauf und die Prognose einzuwirken. Die Station 31 hat ihren Behandlungsschwerpunkt bei den affektiven Störungen, d.h. Die Angebote verstehen sich als Teil der Versorgungskette, eine gute und enge Zusammenarbeit mit den Reha-Einrichtungen der Region und den niedergelassenen Ärzten ist uns wichtig.

In beiden Kliniken werden Patienten vornehmlich im Alter zwischen 18 und 64 Jahren behandelt, wobei die Patienten an folgenden Erkrankungen bzw. Nach entsprechender Diagnostik kommen therapeutisch Einzel- und Gruppengespräche, Ergo- und Kunst-, sowie Entspannungs- und Bewegungstherapien zum Einsatz. Daneben wird das Behandlungsspektrum durch spezifische Therapieverfahren wie z.B.

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Depressionsstationen und Gerontopsychiatrie

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Depressionen, insbesondere bei älteren Menschen. Zahlreiche Kliniken in der Umgebung bieten spezielle Depressionsstationen oder gerontopsychiatrische Depressionsstationen an. Einige Beispiele sind:

  • Depressionsstation mit 22 Behandlungsplätzen für Patienten über 65 Jahre
  • Zentrum für Gerontopsychiatrie - Schwerpunkt: Depression im höheren Lebensalter
  • Gerontopsychiatrische Depressionsstationen

Diese Stationen bieten eine umfassende Behandlung, die sowohl medikamentöse als auch psycho-soziotherapeutische Ansätze umfasst.

Qualitätsmanagement und Patientensicherheit

Gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben Einrichtungen die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorzusehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen, wie beispielsweise Kindern und Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Personen, vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern. Das jeweilige Vorgehen wird an Einrichtungsgröße, Leistungsspektrum und den Patientinnen und Patienten ausgerichtet, um so passgenaue Lösungen zur Sensibilisierung der Teams sowie weitere geeignete vorbeugende und intervenierende Maßnahmen festzulegen. Dies können u. a.

Gemäß § 4 Absatz 2 in Verbindung mit Teil B Abschnitt I § 1 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben sich Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche versorgen, gezielt mit der Prävention von und Intervention bei (sexueller) Gewalt und Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu befassen (Risiko- und Gefährdungsanalyse) und - der Größe und Organisationsform der Einrichtung entsprechend - konkrete Schritte und Maßnahmen abzuleiten (Schutzkonzept).

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). AMTS ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Patientinnen und Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern. Die Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit werden mit Fokus auf den typischen Ablauf des Medikationsprozesses bei der stationären Patientenversorgung dargestellt. Eine Besonderheit des Medikationsprozesses im stationären Umfeld stellt das Überleitungsmanagement bei Aufnahme und Entlassung dar. Die im Folgenden gelisteten Instrumente und Maßnahmen adressieren Strukturelemente, z.B. besondere EDV-Ausstattung und Arbeitsmaterialien, sowie Prozessaspekte, wie Arbeitsbeschreibungen für besonders risikobehaftete Prozessschritte bzw. Konzepte zur Sicherung typischer Risikosituationen. Zusätzlich können bewährte Maßnahmen zur Vermeidung von bzw. zum Lernen aus Medikationsfehlern angegeben werden. Das Krankenhaus stellt hier dar, mit welchen Aspekten es sich bereits auseinandergesetzt bzw. welche Maßnahmen es konkret umgesetzt hat.

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Die folgenden Aspekte können, gegebenenfalls unter Verwendung von Freitextfeldern, dargestellt werden:

  • Aufnahme ins Krankenhaus, inklusive Anamnese: Dargestellt werden können Instrumente und Maßnahmen zur Ermittlung der bisherigen Medikation (Arzneimittelanamnese), der anschließenden klinischen Bewertung und der Umstellung auf die im Krankenhaus verfügbare Medikation (Hausliste), sowie zur Dokumentation, sowohl der ursprünglichen Medikation der Patientin oder des Patienten als auch der für die Krankenhausbehandlung angepassten Medikation.
  • Medikationsprozess im Krankenhaus: Im vorliegenden Rahmen wird beispielhaft von folgenden Teilprozessen ausgegangen: Arzneimittelanamnese - Verordnung - Patienteninformation - Arzneimittelabgabe - Arzneimittelanwendung - Dokumentation - Therapieüberwachung - Ergebnisbewertung. Dargestellt werden können hierzu Instrumente und Maßnahmen zur sicheren Arzneimittelverordnung, z. B. bezüglich Leserlichkeit, Eindeutigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation, aber auch bezüglich Anwendungsgebiet, Wirksamkeit, Nutzen-Risiko-Verhältnis, Verträglichkeit (inklusive potentieller Kontraindikationen, Wechselwirkungen u. Ä.) und Ressourcenabwägungen. Außerdem können Angaben zur Unterstützung einer zuverlässigen Arzneimittelbestellung, -abgabe und -anwendung bzw. -verabreichung gemacht werden. Elektronische Unterstützung des Aufnahme- und Anamnese-Prozesses (z. B. Bereitstellung eines oder mehrerer elektronischer Arzneimittelinformationssysteme (z. B. Anwendung von gebrauchsfertigen Arzneimitteln bzw. Spezielle AMTS-Visiten (z. B. Aushändigung von arzneimittelbezogenen Informationen für die Weiterbehandlung und Anschlussversorgung der Patientin oder des Patienten im Rahmen eines (ggf.
  • Entlassung: Dargestellt werden können insbesondere die Maßnahmen der Krankenhäuser, die sicherstellen, dass eine strukturierte und sichere Weitergabe von Informationen zur Arzneimitteltherapie an weiterbehandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie die angemessene Ausstattung der Patientinnen und Patienten mit Arzneimittelinformationen, Medikationsplan und Medikamenten bzw.

Ambulante Versorgung und Praxen

Neurologisch-Psychiatrische Gemeinschaftspraxis

In Krefeld gibt es eine neurologisch-psychiatrische Gemeinschaftspraxis, die von Dr. rer. nat. Anselm Stierstorfer, Dr. med. Josef Dieler und Dr. med. Solveig Worbes geführt wird. Seit April 2025 gehört auch Dr. Reihaneh Samaeinejad (Fachärztin für Neurologie) zum Führungsteam. Unterstützt werden sie von den angestellten Ärztinnen Dr. med. Claudia Sommers (Fachärztin für Neurologie/Psychiatrie).

Die Praxis bietet ein breites Spektrum an neurologischen und psychiatrischen Leistungen an, darunter:

  • Neurologische Erkrankungen: Kopfschmerzen, Schwindel, Rückenschmerzen, Chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, M. Parkinson, Periphere Nervenerkrankungen (z.B. Karpaltunnelsyndrom), Hirnleistungsstörungen (z.B. M. Epilepsie, Encephalomyelitis disseminata (Multiple Sklerose), Schwindel, Kopfschmerzen, Schlaganfall mit Neurosonographie, Periphere Neurologie mit Elektrophysiologie, Morbus Parkinson, Duplex/Doppler,Hirnleistungsstörungen (z.B. M.
  • Psychiatrische Erkrankungen: Depressionen, Psychosen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen. Neurologische Erkrankungen mit Schwerpunkt Kopfschmerzen, chronische Schmerzen.

Ärztliche Profile

  • Dr. rer. nat. Anselm Stierstorfer: Studium der Biologie und der Medizin in Giessen und Marburg, Promotion zum Dr. rer. nat. Facharztweiterbildung zum Facharzt für Neurologie am Alfried Krupp Krankenhaus, Essen und der RWTH Aachen. Seit 1998 niedergelassener Facharzt in Krefeld in der Gemeinschaftspraxis mit Dr. med. Solveig Worbes und Dr. med.
  • Dr. med. Josef Dieler: Studium der Humanmedizin in Bochum und Essen Promotion bei Prof. Noth im Alfried-Krupp-KH in Essen. Das AiP wurde in der Westerwaldklinik Waldbreitbach abgeleistet. Anschließend Tätigkeit als Assistenzarzt und zuletzt Oberarzt im Klinikum Krefeld bei Prof. Dr.med.R.Besser; hier u.a verantwortlich für die neurophysiologischen Labors. Die psychiatrische Weiterbildung erfogte in der Landesklinik Nordschwarzwald in Calw/Hirsau bei Prof.Dr.med.P.Linden. Seit 01.01.2005 Tätigkeit als privatärztlich niedergelassener Neurologe. Seit dem 01.07.2006 Zusammenarbeit mit Dr. rer. nat. Anselm Stierstorfer und Frau Dr. med.
  • Dr. med. Solveig Worbes: Studium Humanmedizin in der UK Bonn von 1979-85; in dieser Zeit Promotion (1983-1985). Die Facharztausbildung wurde vollständig in der Klinik Königshof in Krefeld erworben (1986-1991). Seit 1999 tätig in der neurologisch-psychiatrischen Praxis mit Dr. rer. nat. Stierstorfer und seit 2006 mit Dr. med. Josef Dieler zusammen. Seit dem 01.4.2008 eigene Kassenzulassung.
  • Dr. Reihaneh Samaeinejad: Seit 2014 in Deutschland, zunächst in der Neurologie des Ludmillenstift-Krankenhauses in Meppen, danach in der Inneren Medizin der Fachklinik Bad Bentheim. Von 2017 bis 2018 war ich in der Psychiatrie der Euregio-Klinik Nordhorn tätig. Anschließend Neurologie im Kamillus-Krankenhaus Asbach mit Schwerpunkt Multiple Sklerose. Im Februar 2023 als Fachärztin Neurologie. Seit 2023 arbeite ich in unserer Gemeinschaftspraxis.

Veränderungen in der Krankenhauslandschaft Calw

Die Krankenhauslandschaft im Landkreis Calw steht vor großen Veränderungen. Im Rahmen einer neuen Medizinkonzeption 2030 wurden Entscheidungen getroffen, welche Abteilungen vom alten ins neue Calwer Krankenhaus umziehen und welche nach Nagold verlagert werden.

  • Kardiologie: Die interventionelle Kardiologie, den Linksherzkatheter, soll vorerst in Calw bleiben, solange die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Andernfalls ist eine Verlagerung nach Nagold geplant.
  • Geburtshilfe: Die Geburtshilfeabteilungen von Calw und Herrenberg sollen in Nagold zusammengeführt werden.
  • Neurologie: Die Neurologie soll in den kommenden Jahren vorerst in Calw bleiben, bis in Nagold die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind.

Um die Abteilungen innerhalb des Landkreises Calw verschieben zu können, sind zunächst noch einige Arbeiten nötig. Um die Geburtshilfe aufnehmen zu können, müssen die Räume in Nagold, die eigentlich für die Neurologie vorgesehen waren, umgebaut werden. In Calw hingegen müssen die Räume, die für die Geburtshilfe gedacht waren, so umgebaut werden, dass die Neurologie für die nächsten Jahre darin Platz findet. Die Kosten für diese beiden Baumaßnahmen beziffern sich laut Riegger auf rund 14,5 Millionen Euro.

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Gemäß des Umsetzungsplans soll Nagold zum umfassenden Schwerpunktversorger mit 292 Betten und einer erweiterten Notfallversorgung weiterentwickelt werden. Schwerpunkte sollen Kardiologie, Gastroenterologie und onkologische Kompetenz sein, das chirurgische Leistungsspektrum mit Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie sowie Urologie ausgebaut werden. Zusätzlich sollen Gynäkologie und Geburtshilfe hinzukommen. Calw wird Grund- und Regelversorger mit 166 Betten, einer Notfallversorgung rund um die Uhr und dem Gesundheitscampus. Als Schwerpunkte sind Orthopädie und Unfallchirurgie, allgemeine Innere Medizin sowie Altersmedizin und Alterstraumatologie (also Versorgung von Verletzungen und Wunden) vorgesehen. Herrenberg verliert den Status als klassisches Krankenhaus, soll dafür integriertes Gesundheitszentrum mit 120 Betten werden, Leonberg wird Grund- und Regelversorger, das Flugfeldklinikum zum Maximalversorger ausgebaut.

Die Verantwortlichen begründen die geplanten Veränderungen mit Fachkräftemangel, Qualitätsvorgaben und Mindestmengen, Ambulantisierung, der Krankenhausreform und nicht zuletzt Unterfinanzierung und Kostendruck.

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