Die neurologische Notfallversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung, insbesondere bei akuten Erkrankungen wie Schlaganfall oder anderen neurologischen Notfällen. In Rostock und Güstrow gibt es verschiedene Einrichtungen, die eine umfassende neurologische Notfallversorgung anbieten. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Strukturen und Angebote in beiden Städten.
Neuorganisation des Rettungsdienstes in Rostock
In Rostock wurde der Rettungsdienst neu organisiert, um die Patientenströme besser zu lenken und Wartezeiten zu verkürzen. Bisher wurden Patienten an ungeraden Tagen in die Universitätsmedizin Rostock und an geraden Tagen in das Klinikum Südstadt Rostock gebracht. Diese Aufteilung wurde abgeschafft.
Ab dem 1. Oktober werden Patienten bei Notfalleinsätzen nach der letzten laufenden Nummer auf dem RTW-Rettungsdienstprotokoll zugeordnet: ungerade Nummer in die Notaufnahme der Unimedizin, gerade Nummer in die Notaufnahme des Klinikums Südstadt. Diese Neuregelung betrifft jedoch nicht Patientinnen und Patienten mit speziellen Krankheitsbildern oder Fachrichtungen, die nur an einer Klinik vorhanden sind, wie beispielsweise die Neurologie und Gynäkologie. Ebenso unberührt bleiben der individuelle Wunsch des Patienten sowie die Überweisung durch den Hausarzt. Grundsätzlich stehen die Notaufnahmen unabhängig von organisatorischen Vorgaben durchgehend für Patientinnen und Patienten zur Verfügung, wobei die freie Arztwahl gilt.
Ziele der Neuregelung
Die Neuregelung soll das medizinische und pflegerische Personal in beiden Kliniken entlasten und für ein gleichmäßigeres Patientenaufkommen sorgen. Durch die tägliche Aufnahmebereitschaft können beide Notaufnahmen bei Bedarf angefahren werden, um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.
Die bisherige Aufteilung in "kalte" und "heiße" Tage bestand seit über 30 Jahren. Angesichts der zunehmenden Spezialisierung in der Medizin, neuer Krankheitsbilder und steigender Patientenzahlen in den Notaufnahmen war eine Neuregelung erforderlich. An beiden Kliniken wurden und werden die räumlichen Kapazitäten für die Notfallrettung deutlich erweitert.
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Senator Dr. Chris von Wrycz Rekowski erwartet, dass das neue Vorgehen von den Rettungsteams gut angenommen wird. Ziel ist es, die Warte- und Einsatzzeiten zu verkürzen und die Patientenversorgung zu optimieren.
Einsatzzahlen des Rettungsdienstes
Im Jahr haben die beteiligten Leistungserbringer im Rettungsdienst mehr als 30.000 Einsätze gefahren. Rettungswagen (RTW) vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), von der Johanniter Unfallhilfe (JUH), dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sowie der Berufsfeuerwehr Rostock verbuchten im vergangenen Jahr 30.875 Einsätze. Dazu kamen 5.013 Fahrten mit dem Krankentransportwagen (KTW) durch das DRK und die Ambulanz Millich sowie 9.272 Einsätze mit den Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF).
Neurologische Notfallversorgung in der Universitätsmedizin Rostock
Seit dem 1. März ist die Neurologische Notaufnahme in der Zentralen Notaufnahme, die Schlaganfallstation (Stroke Unit; Station N2/N2S) und die Neurologische Intensivstation (Station N1) im Universitären Notfallzentrum (UNZ) auf dem Campus Schillingallee zu finden. Alle neurologischen Notfallpatienten werden ausschließlich im UNZ erstversorgt. Die räumliche Nähe zu den anderen Fachgebieten ist ein wesentliches Plus für die Patientenversorgung und wird die Abläufe der Akutversorgung neurologischer Patienten maßgeblich verbessern und beschleunigen.
Am Campus Gehlsdorf im Zentrum für Nervenheilkunde bleiben die Normalstationen (Stationen N3 und N4) sowie die Tagesklinik und alle Ambulanzen der Poliklinik für Neurologie. Auch die neurologische Forschung und Lehre mit den Sektionen der Klinik werden weiterhin am Campus Gehlsdorf beheimatet sein.
Leistungsspektrum der Klinik und Poliklinik für Neurologie
In der Klinik und Poliklinik für Neurologie werden alle akuten und chronischen Erkrankungen des Gehirns (z.B. Schlaganfall, Epilepsie, Multiple Sklerose, Parkinson-Erkrankung), der Nerven (beispielsweise Nervenentzündungen), Muskeln und Stoffwechseldefekte mit neurologischer Ausprägung sowie Kopfschmerzen behandelt. Dafür werden zahlreiche Spezialambulanzen, eine Tagesklinik und mehrere Stationen, einschließlich einer Intensivstation und einer zertifizierten Stroke Unit (Schlaganfallstation) angeboten.
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Ein Team aus erfahrenen Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Sozialarbeitern steht bereit, um die Patienten bestmöglich zu behandeln und zu unterstützen. Es werden umfassende Therapiekonzepte auf modernstem Niveau angeboten, und es besteht ein ständiger wissenschaftlicher Austausch mit Kollegen anderer Fachbereiche und Kliniken auf nationaler und internationaler Ebene.
Forschungsschwerpunkte
Um neurologische Erkrankungen besser verstehen und behandeln zu können, ist die Forschung ein wichtiger Baustein der Arbeit. Die Schwerpunkte liegen dabei neben der Erforschung von Krankheitsmechanismen und innovativen Therapiestrategien bei Multipler Sklerose sowie zerebrovaskulären und neurodegenerativen Erkrankungen (Parkinson-Erkrankung, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und frontotemporalen Demenzen) auf modernen bildgebenden Verfahren in der Neurologie (Sonographie, funktionelle Bildgebung des Gehirns). Dabei wird im Netzwerk des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) mitgearbeitet.
Aus- und Weiterbildung
Zur Aus- und Weiterbildung von jungen, aber auch erfahrenen Ärzten werden regelmäßig Vortragsveranstaltungen, Workshops und Hospitationen angeboten. Die Klinik freut sich über klinisch und wissenschaftlich interessierte Studierende, die gerne in die klinischen und wissenschaftlichen Arbeitsgruppen aufgenommen werden.
Spezialambulanzen
Die Spezialambulanzen in der Poliklinik betreuen Patienten mit ausgewählten Krankheitsbildern. Für die Vorstellung ist ein Überweisungsschein eines niedergelassenen Neurologen oder Nervenarztes erforderlich. Zu den Spezialambulanzen gehören:
- Ambulanzen für Bewegungsstörungen und Tiefe Hirnstimulation
- Ambulanz für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose
- Neurologische Gefäß- und Ultraschalldiagnostik
- Ambulanz für Botulinumtoxin
- Ambulanz für Motoneuronerkrankungen/ALS
- Ambulanz für neurogenetische und Stoffwechsel- Erkrankungen
- Ambulanz für Neurologische Schlafstörungen
- Ambulanz für Musiker und darstellende Künstler
- Ambulanz für Neuroakanthozytose-Syndrome
Der allgemeine Poliklinikbetrieb besteht neben den Spezialambulanzen.
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Neurologische Versorgung im KMG Klinikum Güstrow
Das KMG Klinikum Güstrow leistet übergreifend für mehrere Landkreise im Herzen von Mecklenburg-Vorpommern eine umfassende Notfallerstversorgung. Hier sind der Rettungshubschrauber RTH Christoph 34 und das Notarzteinsatzfahrzeug Güstrow stationiert. Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) hat jährlich etwa 25.000 Patientenkontakte, wobei rund 11.000 der Notfallpatienten anschließend stationär aufgenommen werden.
Ausstattung der Zentralen Notaufnahme
Zur optimalen Patientenversorgung stehen in der ZNA ein Schockraum, ein Not-OP, eine Chest Pain Unit (Brust-Schmerz-Abteilung) mit sechs Überwachungsplätzen, ein Raum zur chirurgischen Primärversorgung mit angeschlossenem Gipsraum und ein kindgerechtes Behandlungszimmer zur Verfügung. In den modern ausgestatteten Räumlichkeiten befinden sich darüber hinaus auch eine Infektionseinheit sowie zehn weitere Behandlungsräume und die dazugehörigen Wartebereiche.
Team der Zentralen Notaufnahme
Neben den räumlichen Voraussetzungen steht der zentralen Notaufnahme ein erfahrenes Team aus Ärzten verschiedenster Fachdisziplinen (Innere Medizin einschl. Kardiologie, Gastroenterologie und Palliativmedizin, Neurologie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Allgemein- und Gefäßchirurgie, Urologie, HNO, Anästhesie und Intensivmedizin, Pädiatrie, Gynäkologie, Psychiatrie und Radiologie mit Angiographie, CT und MRT) sowie speziell geschultes Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung.
Durch dieses Leistungsspektrum können alle nach aktuellem Stand des medizinischen Wissens notwendigen diagnostischen, interventionellen und therapeutischen Verfahren unverzüglich angewendet werden.
Zertifizierungen
Das KMG Klinikum Güstrow ist bereits seit als Regionales Traumazentrum zertifiziert, weil es ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit bei der Versorgung von Schwerverletzten nachhaltig sicherstellt. Ebenfalls seit ist die Stroke Unit des Klinikums durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert. Diese Auszeichnung gewährleistet die Einhaltung hoher Strukturqualitäts- und Prozessqualitätskriterien bei der Behandlung eines Schlaganfalls. Insbesondere die sofortige Lyse-Kompetenz ermöglicht eine schnelle, umfassende und fachübergreifende Versorgung der Betroffenen.
Ärzte im GDZ Rostock
In Rostock gibt es eine Vielzahl von Ärzten verschiedener Fachrichtungen. Eine Übersicht der Ärzte im GDZ Rostock (Gesundheitsdienstzentrum) nach Alphabet und Fachrichtung sortiert, umfasst Allgemeinmedizin, Chirurgie, HNO, Gynäkologie, Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie, Radiologie, Zahnmedizin und weitere.
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