Neurologie in der Zeche Geschichte: Ein Blick auf die Entwicklung der medizinischen Versorgung im Bergbau

Die Geschichte der Neurologie in Verbindung mit dem Bergbau ist eng mit der Entwicklung der medizinischen Versorgung in den Zechenregionen verbunden. Von den Anfängen einfacher Krankenhäuser bis hin zu modernen Kliniken mit spezialisierten neurologischen Abteilungen spiegelt die Entwicklung die Notwendigkeiten und Herausforderungen des Lebens und Arbeitens unter Tage wider.

Anfänge der medizinischen Versorgung in Gladbeck und Ahlen

Das heutige St. Barbara-Hospital in Gladbeck wurde am 24. gegen zahlreiche Widerstände durchgesetzt. Pfarrer Franz Nonn erkannte die Notwendigkeit eines Krankenhauses für die wachsende Gemeinde und die Belegschaft der Zeche Graf Moltke. Er formulierte sein Ansinnen mit den Worten: „Das Bedürfnis eines Krankenhauses in hiesiger Gemeinde ist geradezu ein schreiendes. Die Gemeinde zählt zirka 6.000 Seelen, die Belegschaft der Zeche Graf Moltke beträgt um 1.000 Mann.“ Die Finanzierung des Projekts war eng mit der Machbarkeit verknüpft. Durch Kollekten, Beiträge der Grubenverwaltung und der Stadt konnten die Kosten gedeckt werden. Ursprünglich sollte das Hospital den Namen „Katholisches Krankenhaus zum göttlichen Herzen Jesu“ tragen, erhielt aber später den Namen der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Das Krankenhaus nahm alle Kranken ohne Ansehen der Religion auf.

Auch in Ahlen wuchs die Bevölkerung durch Zeche und Industrie auf etwa 25.000 Menschen an. Dies führte zur Planung eines neuen Krankenhauses an der Wasserstraße (heute Robert-Koch-Straße). Dombaumeister Wilhelm Sunder-Plaßmann erhielt den Planungsauftrag. Die Grundsteinlegung für das „St. Franziskus-Hospital“ erfolgte 1927 durch den Bischof von Münster, Johannes Poggenburg. Das Krankenhaus sollte 250 Betten bereitstellen und später auf 400 Betten erweitert werden. Ein besonderer Schwerpunkt lag im Bereich der Lungenheilkunde, da Erkrankungen des Atemsystems als Berufskrankheiten im Bergbau verbreitet waren.

Entwicklung des St. Barbara-Hospitals in Gladbeck

Ursprünglich als „Wohnhaus zur Krankenversorgung“ errichtet, entwickelte sich das Hospital über die Jahre rasant weiter - sowohl baulich wie auch medizinisch. Die Bevölkerungsexplosion in der Blütezeit des Bergbaus und Fortschritte in der Medizin machten Erweiterungen erforderlich. Mit seinen acht Fachabteilungen setzt das Haus auch in der Gegenwart einen starken Akzent für die medizinische Versorgungssituation in Gladbeck und Umgebung. Seit 1999 gehört das St. Barbara-Hospital der Katholische Kliniken Emscher-Lippe GmbH (KKEL) an, die wiederum seit 2018 dem St. Augustinus Verbund gehört.

Das St. Franziskus-Hospital in Ahlen: Erweiterungen und Spezialisierungen

Das St. Franziskus-Hospital in Ahlen erfuhr im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Erweiterungen und Modernisierungen.

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  • 1955: Errichtung eines weiträumigen Anbaus (Ostflügel mit Haupttreppenhaus und Kapelle), wodurch die Bettenkapazität erhöht wurde.
  • 1965: Inbetriebnahme der Schule für Krankenpflegehilfe, die 1968 zur Schule für Krankenpflege erweitert wurde.
  • 1970: Bau eines Schwesternwohnheims mit 100 Appartements und angegliedertem Schulgebäude.
  • 1971: Einrichtung einer neuen Intensivstation.
  • 1980: Erweiterung des Aufgabenfeldes der Schule zur Zentralen Krankenpflegeschule für sieben kooperierende Krankenhäuser in der Region.
  • 1984: Neubau der Kinderklinik mit Kinderintensivstation als eigenes Gebäude-Ensemble.
  • 1985: Weitere Baumaßnahmen, darunter ein neuer OP-Trakt, ein Bewegungsbad und eine Personal-Cafeteria.
  • 1989: Neue Zentralküche.
  • 1990: Neugestaltung des Eingangsbereiches mit Eingangshalle.
  • 1991: Zusätzliche Einrichtung einer Hebammenschule.
  • 1995: Inbetriebnahme des neuen Bettentraktes, der ein verbessertes Raumangebot für Patienten und Personal bot.
  • 2003: Abschluss umfangreicher Modernisierungs- und Umbauarbeiten in der Geburtshilflichen Station mit Neueinrichtung eines Notfall-Kaiserschnitt-OPs. Einrichtung der Fachabteilung für Neurologie, der einzigen im Kreis Warendorf.

St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen und St. Josef-Krankenhaus Bockum-Hövel

Die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen wurde am 13. Juni 1967 eingeweiht. Der Klinikbetrieb wurde zunächst mit 386 Patientenbetten in sieben Fachabteilungen aufgenommen. Bis in die Gegenwart ist das medizinisch-therapeutische Leistungsspektrum stetig erweitert worden. Besondere Akzente setzte die Klinik mit der neugegründeten Anästhesie-Abteilung (1979), mit der Einrichtung einer Abteilung für nuklearmedizinische Diagnostik (1981), der Einrichtung einer neurochirurgischen Abteilung (1981) und der Eröffnung eines Dialysezentrums (1986).

Das St. Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel wurde im Jahr 1913 gegründet. Das schwere Grubenunglück auf der benachbarten Zeche Radbod im Jahre 1908 gab den entscheidenden Anstoß, ein Krankenhaus zu bauen. Der Freiherr Fritz von Twickel stellte ein Grundstück zur Verfügung, und die Clemensschwestern wurden durch Vertrag an das neue Haus mit seinen 100 Betten gebunden. Bereits zu seiner Eröffnung am 10. März 1913 nahm es die ersten Verletzten der Zeche auf.

Im August 2010 entstand durch den Zusammenschluss des St. Josef-Krankenhauses Hamm-Bockum-Hövel mit der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen die St. Barbara-Klinik Hamm GmbH. Im Jahr 2017 stellte die St. Franziskus-Stiftung Münster ihre Pläne zur Integration des St. Josef-Krankenhauses Hamm-Bockum-Hövel in die St. Barbara-Klinik in Hamm-Heessen vor. Seit 2023 arbeiten nun alle rund 1.500 Mitarbeitenden in 13 Fachabteilungen unter einem Dach.

Das Bergmannsheil in Bochum: Von der Knappschaftsheilung zum modernen Traumazentrum

Das Bergmannsheil in Bochum hat eine lange Tradition in der Versorgung von Bergleuten und entwickelte sich zu einem der ersten Traumazentren Deutschlands. Die Geschichte des Bergmannsheils ist eng mit den Arbeitsbedingungen im Bergbau und den daraus resultierenden Verletzungen verbunden.

Die Anfänge der Knappschaftsheilung

Bereits ab Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden Knappschaften, die eine soziale Absicherung der Bergleute und ihrer Familien gewährleisten sollten. Im Laufe der Zeit wurden die Knappschaften verpflichtend, und sie sicherten den Bergleuten eine privilegierte Stellung. Die Knappschaften kümmerten sich auch um die medizinische Versorgung der Bergleute.

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Die Gründung des Bergmannsheils

Aufgrund der hohen Zahl von Arbeitsunfällen im Bergbau entstand der Wunsch, ein eigenes Krankenhaus für Bergleute zu errichten. Die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) übernahm die Planungs- und Organisationsarbeiten. Am 13. Februar 1888 wurde das Grundstück des Bauern Backwinkel für ca. 60.000 Mark erworben, und der Architekt Heinrich Schwenger wurde mit dem Krankenhausneubau beauftragt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. Dezember 1888, und am 1. März 1890 konnte das Krankenhaus seinen Betrieb aufnehmen.

Das Bergmannsheil bot auf drei Etagen Platz für 100 verletzte Bergleute und war seiner Zeit in vielen Bereichen weit voraus. Es verfügte über moderne medizinische Geräte und eine gute Ausstattung.

Erweiterung und Modernisierung des Bergmannsheils

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Bergmannsheil kontinuierlich erweitert und modernisiert. Es wurden ein Röntgeninstitut, ein Labor und eine eigene Wäscherei eingerichtet. Im Jahr 1913 wurde ein benachbartes Grundstück angekauft, und das Bergmannsheil verfügte nun über 350 Betten.

Das Bergmannsheil im Ersten und Zweiten Weltkrieg

Der Erste und Zweite Weltkrieg hatten gravierende Folgen für das Bergmannsheil. Viele Ärzte und Pflegekräfte wurden zum Kriegsdienst eingezogen, und das Krankenhaus wurde beschädigt. Trotz der schwierigen Bedingungen wurde die Patientenversorgung aufrechterhalten.

Das Bergmannsheil nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bergmannsheil wiederaufgebaut und modernisiert. Es wurde eine neurologische Klinik und ein Hörsaal eingerichtet. In den 1970er Jahren wurde das Bergmannsheil in ein Allgemeinkrankenhaus umgewandelt.

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Das Bergmannsheil heute

Heute ist das Bergmannsheil ein modernes Traumazentrum mit zahlreichen Fachabteilungen. Es ist eines der größten Krankenhäuser in Bochum und versorgt Patienten aus der gesamten Region.

Katholisches Klinikum Bochum: Ein Verbund mit langer Tradition

Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) ist ein Verbund von sechs Klinikstandorten mit einer langen Tradition in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Die Gründung der größten Betriebsstätte im Katholischen Klinikum geht auf das Jahr 1909 zurück. Damals vereinbarten die Stadt Bochum und die St.-Elisabeth-Stiftung, ausreichende Patienten-„Isolierungsmöglichkeiten“ zu schaffen. Die St. Elisabeth-Stiftung beschloss daraufhin den Bau des St. Josef-Hospitals auf einem Grundstück, das die Gutsbesitzerin Aloysia Höhne als Schenkung bereitstellte. Bereits 1911 nahm das St. Josef-Hospital mit einer Abteilung für innere Erkrankungen und Belegabteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie für Dermatologie und Venerologie den Betrieb auf.

Im Laufe der Jahre kamen weitere Kliniken hinzu, darunter das St. Elisabeth-Hospital, das St. Maria-Hilf-Krankenhaus, die Klinik Blankenstein, das Marien-Hospital Wattenscheid und das Martin-Luther-Krankenhaus Wattenscheid. Gemeinsam bilden sie ein Klinikum der Maximalversorgung, das sich im Sinne einer modernen und leistungsfähigen Patientenversorgung laufend weiterentwickelt.

Die Rolle der Neurologie in der medizinischen Versorgung

Die Neurologie spielt eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung von Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems. Neurologische Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben, darunter Verletzungen, Infektionen, Tumore und degenerative Prozesse. Die Neurologie befasst sich mit der Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Neurologische Erkrankungen im Bergbau

Im Bergbau traten aufgrund der Arbeitsbedingungen häufig neurologische Erkrankungen auf. Dazu gehörten Verletzungen des Nervensystems durch Arbeitsunfälle, Erkrankungen durch giftige Gase und degenerative Erkrankungen durch die schwere körperliche Arbeit. Die neurologischen Abteilungen in den Krankenhäusern der Zechenregionen waren daher auf die Behandlung dieser Erkrankungen spezialisiert.

Fortschritte in der neurologischen Forschung

Die neurologische Forschung hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Es wurden neue Diagnose- und Behandlungsmethoden entwickelt, die die Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen verbessert haben. Auch im Bereich der Stammzellforschung gibt es vielversprechende Ansätze zur Behandlung neurologischer Erkrankungen, obwohl es auch Rückschläge gab, wie das Beispiel der Parkinsonpatienten zeigt, die unter heftigen Nebenwirkungen litten, nachdem ihnen embryonale Stammzellen in die erkrankte Hirnregion gespritzt wurden.

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