Neurologie für Kinder in Bad Oeynhausen: Umfassende Versorgung für junge Patienten

Die neurologische Versorgung von Kindern ist ein komplexes und sensibles Feld, das spezialisierte Kenntnisse und eine kindgerechte Umgebung erfordert. In Bad Oeynhausen und Umgebung gibt es verschiedene Einrichtungen, die sich der neurologischen Betreuung von Kindern widmen, darunter die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Minden und verschiedene Therapiezentren. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Aspekte der neurologischen Versorgung von Kindern in dieser Region.

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Minden: Ein Zentrum für umfassende Kindermedizin

Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin im Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) des Johannes Wesling Klinikums Minden ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Hier werden jährlich über 4.500 Kinder nach neuesten wissenschaftlichen Richtlinien diagnostiziert und behandelt. Das Spektrum reicht von der Versorgung extremer Frühgeborener auf der Intensivstation bis hin zur Behandlung von Kindern mit bösartigen Tumorerkrankungen.

Spezialisierte Bereiche und Angebote

Die Kinderklinik umfasst mehrere spezialisierte Bereiche, die eine umfassende Versorgung gewährleisten:

  • Kinder-/Frühgeborenenintensivstation (E11): Hier liegt der Schwerpunkt auf der Betreuung und Behandlung extrem unreifer Frühgeborener. Dank der Fortschritte der neonatologischen Intensivmedizin können Frühgeborene ab der 23. bis 24. Schwangerschaftswoche mit einem Gewicht von 500 Gramm oder weniger überleben. Die Station ist mit modernsten Überwachungs- und Beatmungsgeräten ausgestattet, darunter Hochfrequenzbeatmung, amplitudenintegrierte EEG-Überwachung (aEEG) und therapeutische Hypothermiebehandlung.
  • Interdisziplinäre Kinderstation (E21): Diese Station behandelt ein breites Spektrum an Erkrankungen des Kindesalters, von Infektionen wie Lungenentzündung und Hirnhautentzündung bis hin zu neurologischen Krankheitsbildern wie Migräne. Auch Kinder und Jugendliche mit Autoimmunerkrankungen und Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis werden hier behandelt.
  • Onkologische Einheit (E22): Hier werden Kinder und Jugendliche mit Bluterkrankungen und onkologischen Krankheiten versorgt. Die Behandlung erfolgt nach den Richtlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH). Um den Familien in dieser schweren Zeit etwas Erleichterung zu verschaffen, gibt es eine "Quietsch-Küche", in der neben Kochen und Spielen auch ein Austausch betroffener Eltern möglich ist.
  • Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ): Das SPZ ist eine ambulante Einrichtung, in der Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsverzögerungen, Behinderungen und neurologischen Erkrankungen behandelt werden. Ein multiprofessionelles Team aus Kinderärzten, Psychologen, Therapeuten und Pädagogen arbeitet zusammen, um jedem Kind eine angemessene Förderung und Behandlung zu ermöglichen.

Eltern-Kind-Zentrum: Ein Ort der Geborgenheit

Das ELKI legt großen Wert auf eine familien- und kindgerechte Umgebung. Eltern können an der Seite ihres Kindes sein, wenn es sie braucht. Geschulte Therapeuten aus den Bereichen Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Ernährungsberatung, Musiktherapie, Kunsttherapie und Erzieher unterstützen das ärztliche und pflegerische Team mit ihrem Know-how. Erfahrene Kinderpsychologen stehen den Ärzten zur Seite.

Weitere Anlaufstellen für neurologische Behandlungen

Neben der Universitätsklinik in Minden gibt es in Bad Oeynhausen und Umgebung weitere Einrichtungen, die neurologische Behandlungen für Kinder anbieten:

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  • Klinik am Osterbach: Diese Rehabilitationsklinik bietet neurologische Rehabilitation, neurologische Psychosomatik und geriatrische Rehabilitation an. Obwohl der Fokus nicht primär auf Kindern liegt, kann die Klinik in bestimmten Fällen auch für junge Patienten relevant sein, insbesondere im Bereich der neurologischen Psychosomatik.
  • Therapeutische Praxen Wittekindshof: Diese Praxen bieten Ergotherapie und Physiotherapie für Kinder und Jugendliche an. Die Ergotherapie verbessert die Handlungsfähigkeit von Menschen, die durch Krankheit, Beeinträchtigung oder Alter eingeschränkt sind. Die Physiotherapie reaktiviert, mobilisiert und vitalisiert den Körper und hilft, Bewegungsmöglichkeiten wiederzuerlangen.
  • Logopädie: Die Diakonische Stiftung Wittekindshof bietet sprachtherapeutische Übungen und Förderprogramme für Kinder und Erwachsene an. Die Logopädie hilft bei allen Einschränkungen des Sprechens, der Atmung, der Stimme, der Mundfunktion und des Schluckens.

Der Kinderärztliche Notfalldienst

Außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten steht der Kinderärztliche Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe unter der Telefonnummer 116 117 (kostenlos) zur Verfügung. In Notfällen ist das Team der Kinderklinik an allen Tagen ab 20 Uhr ansprechbar.

Häufige Beschwerden und wann man Hilfe suchen sollte

Es gibt verschiedene Beschwerden, bei denen Eltern den Kinderarzt oder den Kinderärztlichen Notfalldienst aufsuchen sollten:

  • Starker Husten: In aller Regel liegt ein Infekt der Atemwege vor.
  • Erbrechen und Durchfall: Es kann sich um eine vorübergehende Reaktion auf verzehrte Nahrung oder um einen Infekt handeln.
  • Sturz oder Unfall: Nach Stürzen oder Unfällen mit Hautabschürfungen, Wunden oder dem Verdacht auf einen Knochenbruch sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei Kopfverletzungen oder stark blutenden Wunden ist es ratsam, die Kinderklinik oder die Notaufnahme eines Krankenhauses zu kontaktieren.
  • Hohes Fieber: Fieber kann unterschiedliche Ursachen haben und sollte von einem Arzt abgeklärt werden.

Grundsätzlich gilt, dass Eltern den Allgemeinzustand ihres Kindes beobachten sollten. Bei Verdacht auf einen lebensbedrohlichen Zustand sollte umgehend der Rettungsdienst unter 112 alarmiert oder die nächstgelegene Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden.

Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Die neurologische Versorgung von Kindern erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Kinderärzte, Kinderneurologen, Psychologen, Therapeuten und Pädagogen arbeiten zusammen, um eine umfassende und individuelle Behandlung zu gewährleisten. Die Universitätsklinik in Minden und das SPZ sind Beispiele für Einrichtungen, in denen diese interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgreich praktiziert wird.

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