Neurologische Krankengymnastik und Therapieangebote in Bad Kötzting: Ein umfassender Überblick

Bad Kötzting, ein staatlich anerkanntes Kneippheilbad im Oberpfälzer Landkreis Cham in Ostbayern, hat sich als Standort für hochwertige Rehabilitationsmaßnahmen etabliert. Das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum, bestehend aus dem Klinikum Luitpold und dem Klinikum Maximilian, bietet ein breites Spektrum an Therapieangeboten, insbesondere im Bereich der Neurologie. Dieser Artikel beleuchtet die neurologische Krankengymnastik und die vielfältigen Therapieangebote, die in Bad Kötzting zur Verfügung stehen, um Patienten eine optimale Rehabilitation und Genesung zu ermöglichen.

Das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum in Bad Kötzting

Das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum ist eine angesehene Einrichtung, die stationäre und teilstationäre Heilverfahren sowie Anschlussrehabilitationen im Auftrag verschiedener Kostenträger durchführt, darunter Krankenversicherungen, die Deutsche Rentenversicherung und Unfallversicherungen. Neben den Abteilungen für Orthopädie und verhaltensmedizinisch orientierte Rehabilitation (VOR) sind die Bereiche Neurologie und Geriatrie von besonderer Bedeutung. Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachabteilungen ermöglicht eine umfassende und interdisziplinäre Betreuung der Patienten.

Das Rehazentrum befindet sich im Kurgebiet von Bad Kötzting, in unmittelbarer Nähe zum Kurpark mit seinen vielfältigen Freizeitangeboten wie Spiel- und Motorikpark, Tischtennis- und Minigolfanlage sowie Kneippbecken. Die historische Innenstadt von Bad Kötzting bietet zudem zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und ein abwechslungsreiches Kulturprogramm.

Fachbereiche und Spezialisierungen

Das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum gliedert sich in verschiedene Fachbereiche, die jeweils auf spezifische medizinische Schwerpunkte ausgerichtet sind:

  • Orthopädie: Unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Hans-Christian Gelberg werden Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt.
  • Neurologie: Chefarzt Dr. med. Tilo Graf ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Rehabilitationswesen, Physikalische Therapie und Balneologie. Die neurologische Abteilung bietet ein breites Spektrum an Rehabilitationsmaßnahmen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen.
  • Geriatrie: Chefärztin Dr. med. univ. leitet die geriatrische Abteilung, die sich auf die Rehabilitation älterer Menschen spezialisiert hat.

Die orthopädische Abteilung verfügt über 200 Betten, die neurologische und neuropsychologische Abteilung über 70 Betten und die geriatrische Abteilung über 62 Betten.

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Neurologische Rehabilitation in Bad Kötzting

Die neurologische Rehabilitation bildet einen der Therapieschwerpunkte im Mittelbayerischen Rehabilitationszentrum. Unter fachärztlicher Leitung werden neurologische und neuropsychologische Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt. Ziel der Neurorehabilitation ist es, die oft schwer betroffenen Patienten optimal zu versorgen, damit sie am Ende ihres Aufenthaltes möglichst beschwerdefrei, wieder leistungsfähig und selbstständig sind und in ihre häusliche Umgebung zurückkehren können, gegebenenfalls mit Unterstützung.

Die neurologische Abteilung behandelt Patienten nach verschiedenen neurologischen Ereignissen und Erkrankungen, darunter:

  • Schlaganfall
  • Hirnblutung
  • Subarachnoidalblutung
  • Schädel-Hirn-Trauma

Im Laufe der Jahre wurden zudem Spezialprogramme für bestimmte Diagnosen entwickelt, wie z.B. für:

  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Syringomyelie
  • Epilepsie
  • Kopfschmerzen

Die Rehabilitation wird individuell an die Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Patienten angepasst. Dabei wird ein ICF-orientierter Ansatz verfolgt, der die persönlichen Fähigkeiten, Stärken und Interessen der Patienten sowie deren persönliches Umfeld berücksichtigt.

Therapieangebote in der neurologischen Rehabilitation

Das Therapieangebot in der neurologischen Rehabilitation in Bad Kötzting ist vielfältig und umfasst verschiedene Therapieformen, die darauf abzielen, die körperlichen, kognitiven und psychischen Funktionen der Patienten zu verbessern. Zu den wichtigsten Therapieangeboten gehören:

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  • Krankengymnastik (Physiotherapie): Die Krankengymnastik spielt eine zentrale Rolle in der neurologischen Rehabilitation. Ziel ist es, die Beweglichkeit, Kraft, Koordination und das Gleichgewicht der Patienten zu verbessern. Dabei kommen verschiedene Behandlungstechniken zum Einsatz, wie z.B. Bobath, PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) und Affolter.
  • Ergotherapie: Die Ergotherapie unterstützt die Patienten dabei, ihreAlltagsfähigkeiten wiederzuerlangen oder zu verbessern. Dies umfasst z.B. das Anziehen, Essen, Waschen, Kochen und andere Aktivitäten des täglichen Lebens. Die Ergotherapie trägt dazu bei, die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patienten zu erhöhen.
  • Logopädie: Die Logopädie behandelt Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die häufig nach neurologischen Erkrankungen auftreten. Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit der Patienten zu verbessern und ihnen eine sichere Nahrungsaufnahme zu ermöglichen.
  • Neuropsychologie: Die Neuropsychologie befasst sich mit den kognitiven Funktionen des Gehirns, wie z.B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Problemlösen. Neuropsychologen führen diagnostische Tests durch, um kognitive Defizite zu identifizieren, und entwickeln individuelle Trainingsprogramme, um diese Defizite zu behandeln.
  • Physikalische Therapie: Die physikalische Therapie umfasst verschiedene Anwendungen, wie z.B. Massagen, Wärme- und Kälteanwendungen, Elektrotherapie und Lymphdrainage. Diese Anwendungen dienen dazu, Schmerzen zu lindern, die Durchblutung zu fördern und die Muskelspannung zu regulieren.
  • Medizinische Trainingstherapie (MTT): Die medizinische Trainingstherapie ist ein gezieltes Aufbautraining, das unter physiotherapeutischer Anleitung durchgeführt wird. Ziel ist es, die Kraft, Ausdauer und Koordination der Patienten zu verbessern und sie auf die Anforderungen des Alltags vorzubereiten.
  • Therapeutisches Reiten: Das Therapeutische Reiten wirkt sich positiv auf körperliche, psychische, geistige oder psychosoziale Störungen, Behinderungen und Erkrankungen des Menschen aus. Durch die Therapie können Krankheitsbilder, wie z. B. Schlaganfall, Querschnittlähmung, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Syringomyelie etc. günstig beeinflusst werden.
  • Therapeutisches Bogenschießen: Das Therapeutische Bogenschießen wird seit vielen Jahren wegen seiner positiven Wirkung auf Körper und Geist als körperorientiertes Verfahren in der neurologischen Rehabilitation eingesetzt. Für diese interessante Therapieform gibt es im Außenbereich eine Schießanlage.
  • Weitere Therapieangebote: Darüber hinaus bietet das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum weitere Therapieangebote, wie z.B. Entspannungstechniken, Musiktherapie, Kunsttherapie und soziale Beratung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und individuelle Betreuung

Ein besonderes Merkmal des Mittelbayerischen Rehabilitationszentrums ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen. Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte und Psychologen arbeiten Hand in Hand, um eine umfassende und individuelle Betreuung der Patienten zu gewährleisten.

Als Besonderheit der Organisationsstruktur ist hervorzuheben, dass alle Patienten nicht nur vom Arzt und der Pflege, sondern noch am Aufnahmetag von den Leitern der therapeutischen Abteilungen gesehen werden. Dies ermöglicht eine frühzeitige Erfassung der individuellen Bedürfnisse und eine optimale Planung der Rehabilitation.

Die hohe Qualität der Therapie und die intensive, effektive Behandlung sind Stärken, die das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum auszeichnen. Die Neuropsychologen, Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten verfügen über hochqualifizierte Zusatzausbildungen in der Neurologie (z.B. Bobath, PNF, Affolter) und Orthopädie.

Ambulante Rehabilitation

Neben der stationären und teilstationären Rehabilitation bietet das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen an. Die "ambulante Reha" ist eine umfassende Komplextherapie, die eine Vielzahl verschiedener Anwendungen umfasst, wie z.B. Krankengymnastik, physikalische Therapie, medizinische Trainingstherapie (inkl. MTT) usw. Die ambulante Reha ermöglicht es den Patienten, ihre Rehabilitation in ihrem gewohnten Umfeld fortzusetzen und gleichzeitig von den Vorteilen einer professionellen Betreuung zu profitieren.

Verhaltensmedizinisch orientierte Rehabilitation (VOR)

Die Orthopädische Abteilung im Klinikum Luitpold wurde Anfang 2012 um die Abteilung Verhaltensmedizinisch orientierte Rehabilitation (VOR) erweitert. Hier werden Patienten behandelt, bei denen neben Beschwerden des Bewegungsapparates zusätzlich psychische oder soziale Belastungen bestehen. Eine Besonderheit des VOR-Konzeptes ist, dass die Patienten am gleichen Tag anreisen und über vier Wochen als Gruppe zusammenbleiben. Das Therapieangebot umfasst die Schwerpunkte Bewegungs-/Sporttherapie und Psychologie/Psychotherapie. Dabei profitieren die Patienten unter anderem vom Austausch ähnlicher Problemlagen untereinander. Derzeit wird das Konzept von der Deutschen Rentenversicherung getragen. Für den Zugang zur VOR im Klinikum Luitpold ist ein orthopädischer Reha-Antrag unter Hinweis auf zusätzliche psychosoziale Belastungen erforderlich.

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Rahmenbedingungen und Serviceleistungen

Das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum bietet seinen Patienten und deren Begleitpersonen zahlreiche Serviceleistungen, die den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten sollen. Dazu gehören:

  • Begleitpersonen/Besucher: Für Begleitpersonen/Besucher unserer Patienten bietet das Mittelbayerische Rehazentrum Bad Kötzting eine besondere Leistung an: Es besteht die Möglichkeit, den Patienten während seiner Maßnahme zu begleiten. Selbstverständlich können in diesem Zeitraum die Begleitpersonen auch Anwendungen (Rezeptannahme möglich) und Angebote des Rehazentrums nutzen. Die Teilnahme an den medizinischen und gesellschaftlichen Vorträgen sowie an den Ausflugsfahrten ist kostenfrei.
  • Gästepass: Als Rehabilitationszentrum müssen wir an die Stadt, neben dem Fremdenverkehrsbeitrag, auch täglich eine Kurtaxe bezahlen. Damit werden die Kosten für die Herstellung und Unterhaltung der zu Kur- und Erholungszwecken bereitgestellten Einrichtungen und durchgeführten Veranstaltungen gedeckt. Die Stadt stellt uns im Gegenzug Gästepässe zur Verfügung.
  • Freizeitprogramm: Das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum weist ein angenehmes und interessantes Umfeld auf, welches unter anderem für ein buntes Freizeitprogramm sorgt. In wenigen Gehminuten erreichen unsere Patienten und ihre Angehörigen den Kurpark mit einem Kneippbecken, einer Tischtennis- und Minigolfanlage sowie einem Spiel- und Motorikpark. Von hier aus sind auch Spaziergänge in der wundervollen Natur möglich.

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