Neurologie Forschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: Ein Überblick

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) ist ein bedeutender Standort für neurologische Forschung in Deutschland. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD), insbesondere den Kliniken für Neurochirurgie und Neurologie, und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf dem Campus, werden innovative Projekte in verschiedenen Bereichen der Neurologie vorangetrieben.

Schwerpunkte der Forschung

Die neurologische Forschung in Magdeburg konzentriert sich auf unterschiedliche Schwerpunkte, die sowohl klinische als auch grundlagenwissenschaftliche Aspekte umfassen:

Neurovaskuläre Forschung

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Prävention und Behandlung neurovaskulärer Ereignisse. Hierzu gehören:

  • Aneurysmarisikostratifikation: Entwicklung von Methoden zur besseren Einschätzung des Aneurysmarisikos.
  • Optimierung angiographischer Techniken: Verbesserung der Bildgebung mittels Flachdetektor-CT.
  • Automatisierte Analyse neuroradiologischer Interventionen: Entwicklung von Strategien zur Automatisierung der Analyse neuroradiologischer Eingriffe.
  • Innovative Bildgebungsmodalitäten: Einsatz und Weiterentwicklung vaskulärer Endoskopie.

Bildgebung des Gehirns

Die Forschungsgruppen in Magdeburg nutzen modernste Bildgebungstechniken, um die Funktionsweise des Gehirns besser zu verstehen. Hierzu gehören:

  • Funktionelle Netzwerkanalyse (resting state MRI): Untersuchung der funktionellen Konnektivität des Gehirns im Ruhezustand.
  • Black blood imaging: Anwendung dieser Technik bei Patienten mit Small-Vessel-Diseases (Erkrankungen der kleinen Hirngefäße).

Wahrnehmung räumlicher Tiefe

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Andrew Parker von der OVGU hat bedeutende Fortschritte bei der Erforschung der Wahrnehmung räumlicher Tiefe erzielt. Durch die Nutzung hochauflösender Magnetresonanztomographie (MRT) konnten die Forscher nicht-invasiv die Aktivität kleiner, abgegrenzter Verarbeitungseinheiten im Gehirn sichtbar machen.

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Methoden und Ergebnisse:

  • 3D-Muster und MRT: Versuchspersonen betrachteten speziell entwickelte 3D-Muster, während ihre Hirnaktivität mit einem empfindlichen MRT-Gerät erfasst wurde. Die Versuchspersonen befanden sich in einem zylindrischen Kanal, der ein starkes Magnetfeld erzeugt. Ein speziell entwickelter Viewer präsentierte dem linken und rechten Auge unabhängig voneinander visuelle Muster.
  • Erkennbare Veränderungen im Blutfluss: Bei Veränderungen in der Tiefe der Muster waren kleine Veränderungen im lokalen Blutfluss mit dem MR-Scanner innerhalb des visuellen Kortex mit einer Präzision von 1-2 mm erkennbar.
  • Rekonstruktion der Hirnaktivität: Aus diesen Daten rekonstruierte das Forschungsteam, wie das Gehirn verschiedene Tiefenstufen verarbeitet. Die Aktivitätsmuster zeigten, dass das menschliche Gehirn besonders fein auf geringe Unterschiede in der Tiefe reagiert.

Bedeutung der Forschung:

  • Diagnose und Behandlung von Sehstörungen: Die Studienergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Diagnose und mögliche Behandlung zentraler Sehstörungen, die nicht im Auge selbst, sondern im Gehirn entstehen.
  • Verständnis der Tiefenwahrnehmung: Die Forschung ermöglicht ein besseres Verständnis, wie Störungen der Tiefenwahrnehmung entstehen und wie man sie künftig diagnostizieren oder behandeln könnte.
  • Anwendungen in Technologie: Die Arbeit erklärt ein grundlegendes Prinzip der visuellen Orientierung, das für Medizin, Robotik, Virtual-Reality-Systeme und andere technologische Anwendungen von Bedeutung ist.

Veröffentlichung:

Die Studie erschien unter dem Titel "Receptive fields from single-neuron recording and MRI reveal similar information coding for binocular depth" in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

Psychiatrische Forschung im Nationalsozialismus

Die Forschung zu Lebensgeschichten in der Psychiatrie im Nationalsozialismus wurde mit dem Herbert-Lewin-Preis gewürdigt.

Weitere Aktivitäten und Veranstaltungen

Die Universitätsmedizin Magdeburg engagiert sich auch in der Ausrichtung von Fachtagungen und Veranstaltungen. So fand am 17. Januar 2026 der 13. Magdeburger Kinderanästhesietag im Gesellschaftshaus Magdeburg statt.

Fallbeispiele und Anekdoten

  • Der Beginn eines Jahres: Am 7. Januar 2026 begann das Jahr in der Universitätsfrauenklinik Magdeburg mit der Geburt von Antonia Kühmstedt auf besonders schöne Weise.
  • Krankheitsgeschichte: Starke Bauchschmerzen vor mehr als 10 Jahren waren der Anfang einer langen Krankheitsgeschichte eines Patienten.

Kooperationen und Partner

Die neurologische Forschung in Magdeburg profitiert von der engen Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern:

  • Kliniken für Neurochirurgie und Neurologie: Gemeinsame klinisch-wissenschaftliche Projekte.
  • Außeruniversitäre Institute auf dem Campus: Kooperationen zur Nutzung von Synergieeffekten.
  • Internationale Partner: Beteiligung an internationalen Forschungsprojekten, wie im Fall der Studie zur Tiefenwahrnehmung.

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