Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Neuwied bietet ein breites Spektrum an neurologischen Leistungen. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Informationen über die neurologische Abteilung des Klinikums zusammen, einschließlich der Schwerpunkte, diagnostischen Verfahren, Therapieangebote und speziellen Zentren.
Überblick über das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied
Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied ist ein Krankenhaus mit mehreren Fachabteilungen, darunter:
- Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Klinik für Innere Medizin - Kardiologie/Rhythmologie
- Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
- Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie - Hand- und Plastische Chirurgie
- Klinik für Innere Medizin Gastroenterologie/Diabetologie
- Klinik für Urologie und Kinderurologie
- Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie
- Klinik für Allgemeine Innere Medizin
- Klinik für Gefäßchirurgie
- Klinik für Wirbelsäulenchirurgie und Neurotraumatologie
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
- Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin
Das Klinikum verfügt über zertifizierte onkologische Zentren, die durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert sind, darunter ein Brustzentrum und ein gynäkologisches Krebszentrum.
Neurologische Abteilung: Schwerpunkte und Leistungen
Die Abteilung für Neurologie und Klinische Neurophysiologie des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Erkrankungen des Nervensystems. Die Abteilung verfügt über drei Stationen.
Schwerpunkte der Neurologischen Abteilung
Zu den Schwerpunkten der neurologischen Abteilung gehören:
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- Schlaganfallversorgung: Behandlung von Hirninfarkt oder Hirnblutung auf einer spezialisierten Schlaganfallstation (Stroke Unit) in Zusammenarbeit mit dem St. Nikolaus-Stiftshospital. Die Stroke Unit der Rhein-Mosel-Fachklinik steuert die Schlaganfallversorgung, wobei neurologische und internistische Konsile eine qualitätsorientierte Versorgung gewährleisten.
- Bewegungsstörungen: Behandlung von Parkinson-Erkrankung und anderen Parkinson-Syndromen, Multisystemerkrankungen, amyotropher Lateralsklerose und dementiellen Syndromen mit Störungen der Hirnleistungsfähigkeit (z. B. Alzheimer-Krankheit).
- Multiple Sklerose: Die Abteilung ist seit 2006 von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) als "Anerkanntes MS-Zentrum" zertifiziert.
- Entzündliche Erkrankungen: Behandlung von Multipler Sklerose, bakteriellen und viralen Infektionen des Gehirns und des Rückenmarks (Meningitis - Encephalitis).
- Perioperative Betreuung: Vorbereitung und Nachsorge nach operativen Behandlungen.
- Neuromuskuläre Erkrankungen: Behandlung von Polyneuropathien, Polyradikulopathien (z. B. Guillain-Barré-Syndrom), Muskelerkrankungen (z. B. Myopathien, Muskeldystrophien).
- Botulinumtoxin-Behandlung: Einsatz von Botulinumtoxin bei Bewegungsstörungen.
- Schmerzerkrankungen: Behandlung von Kopf- / Gesichtsschmerzen, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen.
- Anfallsartige Störungen: Behandlung von Epilepsie und anderen anfallsartigen Störungen.
- Schwindel und Tinnitus: Abklärung von Schwindel- und Tinnitus-Symptomen, Synkopen.
MS-Zentrum
Die Zertifizierung als "Anerkanntes MS-Zentrum" durch die DMSG garantiert eine qualitativ hochwertige, leitlinien gestützte akute und rehabilitative Behandlung durch spezialisierte Neurologen und MS-Fachkräfte. Die Erfüllung der Kriterien wird regelmäßig überprüft. Das MS-Zentrum bietet Antworten auf medizinische Fragen, die sich bei der Diagnose Multipler Sklerose ergeben.
Diagnostische Verfahren
Die Abteilung für Neurologie und Klinische Neurophysiologie bietet ein breites Spektrum an diagnostischen Verfahren für Erkrankungen des Nervensystems an.
Neurophysiologische Diagnostik
- Elektroenzephalografie (EEG): Funktionsuntersuchung des Gehirns, z. B. im Rahmen der Epilepsiediagnostik oder der Untersuchung bewusstloser Patienten.
- Elektromyografie und Elektroneurografie (EMG/NLG): Untersuchungen der Muskulatur (Elektromyografie), der peripheren Nerven (Elektroneurografie = Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten (NLG)) sowie des autonomen Nervensystems. Untersuchungen von Reflexbahnen, die durch bestimmte Abschnitte des Gehirns laufen (Hirnstammreflexe: Blinkreflex, Masseterreflex, Masseter silent period etc.).
- Evozierte Potenziale: Untersuchung von Hörbahn (AEP), Sehbahn (VEP) sowie Bahnsystemen, die motorische (MEP) und sensible (SEP) Informationen leiten. Sie können bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z. B. Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose) erfasst werden.
- Spezielle EMG-Techniken: Neuro-urologische EMG-Diagnostik, Single-Fiber-EMG, Zwerchfell-EMG.
- Gleichgewichtsprüfung: Posturografie - Balance Master. In Planung ist eine Vestibularisprüfung mit Nystagmografie.
- Bewegungsanalyse: Bewegungsanalyselabor zur Erfassung extrapyramidalmotorischer Bewegungsstörungen.
Insgesamt stehen vier neurophysiologische Messplätze zur Verfügung, die Untersuchungen für die Klinik sowie für auswärtige Krankenhaus-Abteilungen und niedergelassene Kollegen durchführen.
Bildgebende Verfahren
- Sonografie: Doppler-, farbcodierte extra- und intrakranielle Duplexsonografie, transkranielle Dopplersonografie, Bubble-Embolie-Detektion. Darstellung der Muskulatur (Muskelsonografie) bei Fragen neuromuskulärer Erkrankungen, Restharnbestimmung bei neurogenen Blasenstörungen.
- CT-Angiografie: Darstellung der Gefäße.
- Kernspintomografie (MRT): In Kooperation mit einer radiologischen Praxis erfolgt die Kernspintomografie des Schädels, des Rückenmarks beziehungsweise der Wirbelsäule und der Muskulatur. Die Kernspintomografie erfolgt in der Abteilung.
- Röntgen: Konventionelle Röntgendiagnostik (Röntgen Schädel, Wirbelsäule) erfolgt digital.
- Angiografie: Hochmoderne biplane Angiografie zur Diagnostik cerebralvaskulärer Erkrankungen und zur Therapie unter Anderem vom akuten Schlaganfall (Thrombektomie) und Stent-Versorgung bei Stenosen der hirnversorgenden Gefäße.
Liquor- und Labordiagnostik
- Liquorlabor: Proteinanalyse nach Reiber, isoelektrische Fokussierung, Liquorzytologie sowie Frühdiagnostik für Demenzen und Neuroborreliose.
- Allgemeine und spezielle Labordiagnostik
Neurologische Intensivstation
Auf der Intensivstation der neurologischen Abteilung werden innovative Therapien des Fachbereichs Neurologie durchgeführt. Es stehen fünf Beatmungsbetten zur Verfügung.
Behandelte Erkrankungen auf der Neurologischen Intensivstation
- Guillain-Barré-Syndrom (Aszendierende Polyradikulitis)
- Myasthenia gravis
- Virale und bakterielle Meningitis und Enzephalitis
- Status epilepticus
- Intrazerebralen Blutungen und akute Subarachnoidalblutungen
- Neurotraumatologische Patienten (Traumatische Subarachnoidalblutung, Hirnkontusionen)
- Patienten nach interventionellen Eingriffen (z.B. nach Aneurysmaclipping, -coiling, Angiomembolisationen etc., Carotisstent, Lysebehandlung)
- Schwere Stoffwechselentgleisungen mit neurologischen Komplikationen (Hyponatriämie, Hypernatriämie mit epileptischen Anfällen)
- Schwere Enzephalopathien
- Komata (anoxisch, metabolisch, toxisch)
Therapieangebote
Die Behandlung in der neurologischen Akutabteilung erfolgt primär medikamentös in Kombination mit Physiotherapie.
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Physiotherapie
Die Therapie wird individuell an die Diagnose, den Befund und die Belastbarkeit des Patienten angepasst.
Physiotherapieangebote im Einzelnen:
- Großer Therapieraum
- Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage (Bobath, Vojta, PNF)
- Rückenschule (Brunkow)
- Gleichgewichts- und Koordinationstraining, Schwindeltraining
- Gangschulung beziehungsweise Rollstuhltraining
- Laufbandtraining
- Wirbelsäulengruppenbehandlung
- Hilfsmittelversorgung
- Manuelle Massagen, Wärme- und Kältetherapie
- Stangerbad
- Elektrotherapie, Ultraschall
- Gefäßtraining, Atemgymnastik
- Weitere Therapieangebote: Massagen, Lymphdrainagen, Schlingentischbehandlung
Ergotherapie
Die Ergotherapie ist ein fester Bestandteil der neurologischen Versorgung auf der Stroke Unit sowie den neurologischen Stationen. Ziel ist es, Patienten frühzeitig therapeutisch zu begleiten und gezielt dabei zu unterstützen, alltagsrelevante Fähigkeiten wiederzuerlangen oder zu erhalten. Die ergotherapeutische Behandlung beginnt im Rahmen des Stroke-Unit-Konzeptes innerhalb der ersten 24 Stunden nach Aufnahme und wird auch an Wochenenden und Feiertagen durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Behandlung von Einschränkungen in der Bewegung, Wahrnehmung und Kognition, die alltägliche Aufgaben beeinträchtigen können. Es werden individuell angepasste Behandlungsformen wie das Training der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL), motorisch-funktionelle und sensomotorisch-perzeptive Verfahren, kognitives Hirnleistungstraining sowie basale Stimulation eingesetzt.
Sprachtherapie
Die Abteilung bietet eine störungsspezifische Sprachtherapie, insbesondere von Patienten nach akuten Schlaganfällen. Im Rahmen von neurologischen Erkrankungen kann es zu Sprachstörungen (Aphasien), Sprechstörungen (Dysarthrien), Stimmstörungen (Aphonien/Dysphonien) und Schluckstörungen (Dysphagien) kommen. Im Vordergrund der sprachtherapeutischen Arbeit steht die Behandlung von Patienten mit Aphasien. Durch die intensive Sprachtherapie können die aphasischen Störungen gemindert oder beseitigt werden.
Neurochirurgie
Die Klinik für Neurochirurgie am Marienkrankenhaus Neuwied bietet das gesamte operative Spektrum der Neurochirurgie außer Epilepsie Chirurgie - für Menschen jeden Alters, rund um die Uhr.
Schwerpunkte der Neurochirurgie
- Kranielle Neurochirurgie: Operative Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, wie Hirntumore, Gefäßmissbildungen (Aneurysmen und AV-Malformationen), Hirnblutungen, Infektionen (Abszesse) sowie Hydrozephalus.
- Wirbelsäulenchirurgie: Behandlung von Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalstenosen, Instabilitäten, Wirbelsäulentumoren und Verletzungen. Fokus liegt auf minimalinvasiven und rekonstruktiven Verfahren.
- Neurotraumatologie: Versorgung von Schädel-Hirn-Verletzungen und Wirbelsäulenverletzungen interdisziplinär.
- Pädiatrische Neurochirurgie: Spezialisierte Betreuung von Kindern mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie Hydrozephalus, Tumoren oder angeborenen Fehlbildungen.
- Periphere Nervenchirurgie: Mikrochirurgische Eingriffe bei Nervenengpasssyndromen (z. B. Karpaltunnelsyndrom, Sulcus ulnaris-Syndrom) und die Rekonstruktion verletzter Nerven. Behandlung chronischer Nervenschmerzen.
- Neuromodulation und interventionelle Schmerztherapie: Implantation von Rückenmarkstimulatoren (Spinal Cord Stimulation, SCS), peripherer Nervenstimulatoren (SPNS) sowie Medikamentenpumpen (z. B. zur intrathekalen Schmerztherapie). Gezielte schmerzlindernde Eingriffe am Kopf und an der Wirbelsäule durch Thermokoagulationen und neurochirurgische Blockaden.
Die Neurochirurgie verbindet medizinische Exzellenz mit Menschlichkeit und plant jeden Eingriff individuell.
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