Das Praktische Jahr (PJ) ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung von Medizinstudierenden. Ein Tertial in der Neurologie kann besonders aufschlussreich sein, speziell wenn man eine spätere Spezialisierung in diesem Bereich in Betracht zieht. Die Segeberger Kliniken und das Josefinum bieten hier interessante Möglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von PJ-Studierenden in der Neurologie in Segeberg, wobei Arbeitszeiten, Betreuung und Lernmöglichkeiten im Fokus stehen.
PJ in den Segeberger Kliniken: Ein umfassender Einblick in die Neurologie
Ein PJ in der Neurologie der Segeberger Kliniken ist lohnenswert für alle, die später Neurologie machen möchten. Man hat die Möglichkeit, die komplette Bandbreite der Neurologie zu erleben: von der Akutaufnahme und Notfallbehandlung über die Phase B Frühreha intensiv, die Phase C bis hin zur Phase D. Zudem kann man in speziellere Bereiche wie die Abteilung für Parkinson und Bewegungsstörungen, einen speziellen Bereich für MS und die Funktionsdiagnostik reinschauen.
Struktur und Rotation
Die Rotation für PJler umfasst in der Regel:
- 6 Wochen Allgemeinneurologie inklusive Notaufnahme
- 1 Woche Diagnostik (Duplex und Elektrophysiologie)
- 2-3 Wochen Frühreha/Neurointensiv
- 2-3 Wochen Parkinsonstation
- 2-3 Wochen Rehastation mit Schwerpunkt MS oder Epilepsie
- 1 Woche Phase-D Reha
Durch die vielen Bereiche in der Klinik kann man sehr viele interessante Krankheitsbilder sehen. Besonders in der Frühreha sind viele Patienten mit fokalen neurologischen Defiziten, hier kann man eigeninitiativ sehr viel untersuchen.
Fort- und Weiterbildung
In Bad Segeberg wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass man möglichst viel lernen kann. Es gibt ein umfangreiches und regelmäßiges Fort- und Weiterbildungsangebot, zudem die PJler immer hingehen sollen/können und dafür extra von allen anderen Arbeiten freigestellt werden. Außergewöhnlich viele und regelmäßige Fortbildungen werden angeboten: PJ-Fortbildungen ca. 1x/wöchentlich nach Rücksprache mit den Lehrenden, Donnerstags Fallvorstellung durch den CA, Donnerstags Abteilungsfortbildung, Freitags zweiwöchentlich Fortbildung für Assistenten und PJler.
Lesen Sie auch: Neurologie vs. Psychiatrie
Betreuung und Integration
Eine sehr gute Integration ins Team und eine gute Betreuung durch die mit-PJ-beauftragte Oberärztin sowie eine sehr gute Organisation zu Beginn und durch das gesamte Tertial werden hervorgehoben.
Erfahrungen im Josefinum: Eigeninitiative gefragt
Im Josefinum merkt man, dass bisher nur wenige PJlerInnen waren.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Die Aufgaben auf Station umfassten neben der Betreuung des "eigenen" Patienten mit Einzelgesprächen, Familiengesprächen, Brief schreiben usw. auch die anfallenden Blutentnahmen und körperlichen Untersuchungen sowie die Dokumentation der Oberarztvisite. Außerdem wurden die Gruppentherapien mitbetreut. Im Verlauf konnte man dann auch bei diesen oft Teile der Einzelgespräche übernehmen oder diese zusätzlich zu den Therapiestunden mit den FallführerInnen ergänzend noch einmal sprechen, wenn Themen offen geblieben sind. Im Verlauf wurde dann auch immer mehr Kommunikation mit den Eltern übernommen.
Arbeitszeiten und Workload
Die offiziellen Arbeitszeiten waren von 8:30 bis 17 Uhr, meistens war man diese Zeit auch tatsächlich da. Länger geblieben ist man dann ganz klar freiwillig, wenn noch etwas Interessantes anstand. Von den ÄrztInnen wurde auf jeden Fall darauf geachtet, dass man pünktlich gehen kann. Auch wenn während des Tertials durch viele Krankheitsfälle der Workload auf Station ziemlich hoch war, hat man sich immer gut und sehr kompetent betreut gefühlt und konnte seine Fragen stellen.
Lernmöglichkeiten und Eigeninitiative
Es gibt keinen speziellen PJ-Unterricht, aber 2x wöchentlich klinikinterne Fortbildungen. Die haben im Tertial erst nach der Hälfte begonnen, da es eine lange Sommerpause gab. Wenn man gerne etwas lernen und sich aktiv einbringen möchte, kann man im Josefinum wirklich viel mitnehmen. Man sollte sich aber vorab Gedanken machen, welche Krankheitsbilder oder Altersgruppe einen besonders interessieren und muss glaube ich vor allem anfangs vergleichsweise viel Eigeninitiative zeigen und wenn man eben auch selbstständig Aufgaben übernehmen möchte, das gut kommunizieren.
Lesen Sie auch: Expertise in Neurologie: Universitätsklinik Heidelberg
Work-Life-Balance für Ärzte: Anstellung als Alternative
Die Work-Life-Balance ist ein wichtiger Aspekt für Ärzte. Eine Möglichkeit, diese zu verbessern, ist die Anstellung in einer Praxis. Dies ermöglicht eine Entlastung durch angestellte Ärzte und Praxismitarbeiter. Viele Jobportale bieten Stellenausschreibungen für Ärzte, die eine Anstellung in einer Arztpraxis suchen. Angestellt Ärzte werden für Einzelpraxen, Gemeinschaftspraxen, Privatpraxen und MVZ gesucht.
Vorteile der Anstellung
- Regelmäßige Arbeitszeiten: Im Gegensatz zur Selbstständigkeit sind die Arbeitszeiten in der Anstellung oft geregelter, was die Planung des Privatlebens erleichtert.
- Weniger administrative Aufgaben: Angestellte Ärzte sind weniger in administrative Aufgaben eingebunden und können sich stärker auf die Patientenversorgung konzentrieren.
- Entlastung durch Kollegen: Durch die Zusammenarbeit mit anderen Ärzten und Praxismitarbeitern entsteht eine Entlastung, die zu einer besseren Work-Life-Balance beiträgt.
Jobangebote und Karrierechancen
Viele Arztpraxen suchen Ärzte zur Anstellung, um die Work-Life-Balance in der Praxis zu erhöhen. Dies bietet Ärzten die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen tätig zu werden, sei es in der Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis oder im MVZ.
Perspektiven für angehende Neurologen
Für Medizinstudierende, die ein PJ in der Neurologie absolvieren, bieten sich vielfältige Perspektiven. Die Erfahrungen in den Segeberger Kliniken und im Josefinum zeigen, dass sowohl die Breite des Fachs als auch die Möglichkeit zur Spezialisierung gegeben sind.
Vorbereitung auf die Facharztausbildung
Ein PJ in der Neurologie ist eine ausgezeichnete Vorbereitung auf die Facharztausbildung. Durch die Rotation in verschiedene Bereiche der Neurologie und die Teilnahme an Fortbildungen können PJ-Studierende ihr Wissen und ihre Fähigkeiten erweitern.
Möglichkeiten zur Spezialisierung
Die Neurologie bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Spezialisierung, beispielsweise in den Bereichen Bewegungsstörungen, Multiple Sklerose oder Elektrophysiologie. Ein PJ in den Segeberger Kliniken ermöglicht es, in diese Bereiche hineinzuschnuppern und herauszufinden, welche Schwerpunkte für die spätere Karriere von Interesse sind.
Lesen Sie auch: Aktuelle Informationen zur Neurologie in Salzgitter
Tipps für ein erfolgreiches PJ in der Neurologie
- Eigeninitiative zeigen: Vor allem zu Beginn des Tertials ist es wichtig, Eigeninitiative zu zeigen und sich aktiv einzubringen. Dies ermöglicht es, die eigenen Interessen zu verfolgen und von den vielfältigen Lernmöglichkeiten zu profitieren.
- Fragen stellen: Während des PJs возникают viele Fragen. Es ist wichtig, diese zu stellen und sich von den erfahrenen Ärztinnen und Ärzten betreuen zu lassen.
- Fortbildungen nutzen: Die regelmäßigen Fortbildungen bieten eine ausgezeichnete Möglichkeit, das eigene Wissen zu erweitern und sich über aktuelle Entwicklungen in der Neurologie zu informieren.
- Netzwerken: Ein PJ bietet die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich ein Netzwerk aufzubauen. Dies kann für die spätere Karriere von großem Nutzen sein.
tags: #neurologie #segeberg #pj #arbeitszeit