Neurologie und Psychiatrie für Physiotherapeuten und Masseure: Ein umfassender Leitfaden

Dieses Fachbuch richtet sich speziell an Physiotherapeuten und Masseure und bietet eine umfassende Einführung in die Neurologie und Psychiatrie, wobei der Schwerpunkt auf deren Relevanz für die physiotherapeutische Praxis liegt. Es werden wichtige neurologische und psychiatrische Erkrankungen, ihre Symptome, Diagnosen und therapeutischen Ansätze erläutert. Besonderer Wert wird darauf gelegt, wie physiotherapeutische Techniken zur Unterstützung der Behandlung dieser Erkrankungen eingesetzt werden können. Das Buch enthält zudem praxisnahe Fallbeispiele und einen Überblick über den interdisziplinären Ansatz in der Patientenversorgung.

Einführung in die Neurologie und Psychiatrie für Physiotherapeuten und Masseure

Die Neurologie und Psychiatrie sind zwei medizinische Fachgebiete, die sich mit Erkrankungen des Nervensystems bzw. psychischen Erkrankungen befassen. Für Physiotherapeuten und Masseure ist ein grundlegendes Verständnis dieser Fachgebiete von großer Bedeutung, da viele ihrer Patienten an neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen leiden oder deren Auswirkungen erfahren. Dieses Wissen ermöglicht es Therapeuten, die Bedürfnisse ihrer Patienten besser zu verstehen, Behandlungspläne effektiver zu gestalten und die Patienten optimal zu betreuen.

Grundlagen der Neurologie

Die Neurologie befasst sich mit der Struktur, Funktion und den Erkrankungen des Nervensystems. Das Nervensystem umfasst das Gehirn, das Rückenmark und die peripheren Nerven. Es steuert und koordiniert alle Körperfunktionen, einschließlich Bewegung, Empfindung, Denken und Gedächtnis.

Wichtige neurologische Erkrankungen

Das Buch "Neurologie und Psychiatrie. Krankheitslehre für Physiotherapeuten und Masseure" behandelt eine Vielzahl wichtiger neurologischer Erkrankungen, darunter:

  • Schlaganfall: Eine plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung des Gehirns, die zu neurologischen Ausfällen führen kann.
  • Multiple Sklerose (MS): Eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu vielfältigen Symptomen wie Müdigkeit,Sensibilitätsstörungen und Bewegungsstörungen führen kann.
  • Parkinson-Krankheit: Eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist und zu Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung führt.
  • Demenz: Ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit einhergehen.
  • Epilepsie: Eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist.
  • Querschnittslähmung: Eine Schädigung des Rückenmarks, die zu Lähmungen und Sensibilitätsverlust unterhalb der Verletzungshöhe führt.
  • Periphere Neuropathie: Eine Schädigung der peripheren Nerven, die zu Schmerzen, Taubheit und Muskelschwäche führen kann.

Relevanz für die Physiotherapie

Physiotherapeuten spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Sie helfen den Patienten, ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern, Schmerzen zu lindern und ihre Lebensqualität zu erhöhen. Zu den physiotherapeutischen Maßnahmen gehören beispielsweise:

Lesen Sie auch: Neurologie vs. Psychiatrie

  • Krankengymnastik: Übungen zur Verbesserung der Muskelkraft, Koordination und des Gleichgewichts.
  • Manuelle Therapie: Techniken zur Behandlung von Gelenk- und Muskelbeschwerden.
  • Physikalische Therapie: Anwendungen wie Wärme, Kälte, Elektrotherapie und Ultraschall zur Schmerzlinderung und Förderung der Heilung.
  • Hilfsmittelversorgung: Anpassung und Training im Umgang mit Hilfsmitteln wie Rollstühlen, Gehhilfen und Orthesen.

Grundlagen der Psychiatrie

Die Psychiatrie befasst sich mit der Diagnose, Behandlung und Prävention psychischer Erkrankungen. Psychische Erkrankungen können das Denken, Fühlen, Verhalten und die sozialen Beziehungen eines Menschen beeinträchtigen.

Wichtige psychiatrische Erkrankungen

Das Buch "Neurologie und Psychiatrie. Krankheitslehre für Physiotherapeuten und Masseure" behandelt auch eine Reihe wichtiger psychiatrischer Erkrankungen, darunter:

  • Depression: Eine affektive Störung, die durch gedrückte Stimmung,Interesseverlust und Antriebsmangel gekennzeichnet ist.
  • Angststörungen: Eine Gruppe von Erkrankungen, die durch übermäßige Angst und Besorgnis gekennzeichnet sind.
  • Schizophrenie: Eine psychotische Erkrankung, die mitRealitätsverlust, Halluzinationen und Wahnvorstellungen einhergehen kann.
  • Bipolare Störung: Eine affektive Störung, die durch wechselnde Phasen vonManie und Depression gekennzeichnet ist.
  • Essstörungen: Erkrankungen, die durch ein gestörtes Essverhalten und eine übermäßige Beschäftigung mit dem Körperfigur gekennzeichnet sind.
  • Abhängigkeitserkrankungen: Erkrankungen, die durch denMissbrauch vonSubstanzen wie Alkohol, Drogen oder Medikamenten gekennzeichnet sind.
  • Persönlichkeitsstörungen: Erkrankungen, die durchunangepasste und unflexible Verhaltensmuster gekennzeichnet sind.

Relevanz für die Physiotherapie

Auch bei der Behandlung von Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen können Physiotherapeuten eine wichtige Rolle spielen. Körperliche Aktivität und Bewegung können dazu beitragen, Symptome wie Depressionen, Angstzustände und Stress zu reduzieren. Darüber hinaus können Physiotherapeuten den Patienten helfen, ihr Körperbewusstsein zu verbessern, ihre sozialen Kompetenzen zu stärken und ihre Lebensqualität zu erhöhen.

Interdisziplinärer Ansatz in der Patientenversorgung

Die Behandlung von Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen erfordert in der Regel einen interdisziplinären Ansatz. Das bedeutet, dass verschiedene Fachkräfte wie Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten,Logopäden, Psychologen und Sozialarbeiter zusammenarbeiten, um den Patienten optimal zu versorgen.

Die Rolle des Physiotherapeuten im interdisziplinären Team

Der Physiotherapeut bringt seine Expertise in den Bereichen Bewegung,Funktion und Schmerzmanagement in das interdisziplinäre Team ein. Er arbeitet eng mit den anderen Fachkräften zusammen, um einen individuellen Behandlungsplan für den Patienten zu entwickeln und umzusetzen.

Lesen Sie auch: Expertise in Neurologie: Universitätsklinik Heidelberg

Befunderhebung und Dokumentation

Ein detaillierter Befund ist die Grundlage für eine erfolgreiche physiotherapeutische Behandlung. Ziel des Befundes ist es, die eigentlichen Beschwerdeursachen des Patienten herauszufinden und somit unnötig langwierige und wenig Erfolg versprechende Behandlungen zu vermeiden. Die Befunderhebung umfasst verschiedene Aspekte wie dieAnamnese, die körperliche Untersuchung und die Funktionsanalyse. Die Ergebnisse des Befundes werden sorgfältig dokumentiert, um den Behandlungsverlauf zu verfolgen und die Kommunikation im interdisziplinären Team zu verbessern.

Bedeutung funktioneller Zusammenhänge

Bei der Befunderhebung ist es wichtig, die funktionellen Zusammenhänge im menschlichen Körper zu berücksichtigen. Eine Nervenschädigung kann sich beispielsweise sowohl durch eine Muskelatrophie als auch durch eine Veränderung der Hautbeschaffenheit äußern. Das Buch "Neurologie und Psychiatrie. Krankheitslehre für Physiotherapeuten und Masseure" legt daher großen Wert darauf, alle Bestandteile und Verfahren der Befunderhebung ausführlich darzustellen und so zu vermitteln, dass funktionelle Zusammenhänge deutlich werden.

Der "Werkzeugkasten" für die Befunderhebung

Das Buch liefert bewusst keine fertigen Gebrauchsanweisungen, mit denen nach >Schema F< befundet werden kann. Stattdessen bietet es einen >Werkzeugkasten<, aus dem sich der Therapeut bei der Befunderhebung bedienen kann - je nach Bedarf und individueller Problematik des Patienten. Es gibt ebenso viele Befunde wie Patienten, sodass für jede Befunderhebung eine eigene, individuelle Kombination von Untersuchungen und Tests zusammengestellt werden muss.

Autorenteam

Das Autorenteam von "Neurologie und Psychiatrie. Krankheitslehre für Physiotherapeuten und Masseure" besteht aus erfahrenen Fachleuten aus den Bereichen Medizin, Physiotherapie und Psychiatrie:

  • Dr. med. Dipl.-Soz. Rita Voß: Unterrichtet seit 1994 das Fach Krankheitslehre Psychiatrie an der Schule für Physiotherapie der Stiftung Friedrichsheim in Frankfurt/M.
  • Christian Kell: Assistenzarzt an der Neurologischen Universitätsklinik in Frankfurt/M. und unterrichtet die Fächer Neuroanatomie und Neurophysiologie an der Schule für Physiotherapie der Stiftung Friedrichsheim in Frankfurt/M.
  • Dr. med. Rainer Kirchhefer: Chefarzt in der Stiftung Diakoniewerk Kropp und Mitglied im Beirat des Studiengangs Physiotherapie der Fachhochschule Kiel.
  • Susanne Reimann: Unterrichtsschwerpunkte bildeten Befund- und Untersuchungstechniken, Orthopädie/Traumatologie, Innere Medizin. Eigene Fortbildungen u.a. in Manueller Therapie, PNF, CMD-Konzept, Cyriax, Schmerztherapie, 5-jährige Ausbildung zur Osteopathin.

Lesen Sie auch: Aktuelle Informationen zur Neurologie in Salzgitter

tags: #neurologie #und #psychiatrie #krankheitslehre #fur #physiotherapeuten