Operation Nerv Rücken: Definition, Verfahren und Behandlungsansätze

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das vielfältige Ursachen haben kann. Die "Operation Nerv Rücken", auch als Schmerznervverödung oder Neurolyse bezeichnet, ist ein Verfahren, das bei bestimmten Arten von Rückenschmerzen in Betracht gezogen wird. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Definition, das Verfahren und die verschiedenen Behandlungsansätze im Zusammenhang mit Operationen am Nerv im Rückenbereich.

Einführung in die Operation Nerv Rücken

Die Operation Nerv Rücken zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die von den Wirbelgelenken ausgehen. Dabei werden die Nerven, die für die Schmerzweiterleitung von diesen Gelenken verantwortlich sind, gezielt ausgeschaltet. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dieser Eingriff nicht für alle Arten von Rückenschmerzen geeignet ist und eine sorgfältige Diagnose voraussetzt.

Anatomische Grundlagen

Um das Verfahren der Nervenverödung besser zu verstehen, ist es hilfreich, die anatomischen Grundlagen der Wirbelsäule zu betrachten:

  • Wirbelkörper: Die einzelnen Wirbelkörper sind durch kleine Gelenke (Facettengelenke) miteinander verbunden.
  • Weitere Gelenke: Zusätzliche Gelenke befinden sich zwischen Wirbelsäule und Rippen (Costotransversal- und Costovertebralgelenke) sowie zwischen Kreuzbein und Darmbein (Ileosakralgelenk).
  • Nerven: Die Nerven, die das Rückenmark verlassen, versorgen die Wirbelgelenke und sind für die Schmerzweiterleitung zuständig.

Definition der Schmerznervverödung (Neurolyse)

Bei der Schmerznervverödung (Neurolyse) werden die schmerzführenden Nerven in den betroffenen Bereichen gezielt ausgeschaltet. Dies führt zu einer deutlichen Schmerzlinderung. Es werden die Nerven ausgeschaltet, die das Rückenmark bereits verlassen haben und von außen für die Versorgung der Wirbelgelenke zuständig sind. Die Verödung erfolgt jeweils rechts und links von der Wirbelsäule an mehreren Stellen.

Indikation für die Nervenverödung

Bevor eine Nervenverödung zur Schmerzausschaltung durchgeführt wird, muss sichergestellt werden, dass der Schmerz tatsächlich durch die Wirbelgelenke verursacht wird. Dies kann z.B. durch Einbringung eines örtlichen Betäubungsmittels (Lokalanästhetikums) an die entsprechenden Nerven erfolgen. Nur wenn diese Testinjektion eine deutliche Schmerzlinderung bewirkt, ist eine Nervenverödung sinnvoll.

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Nicht für den Eingriff geeignet sind Patienten mit sogenannten unspezifischen Rückenschmerzen, bei denen das Problem nicht eindeutig den Wirbelgelenken zugeordnet werden kann.

Das Verfahren der Nervenverödung

Für den Eingriff wird der Patient bäuchlings auf den Operationstisch gelagert. Unter computertomographischer oder Röntgen-Kontrolle wird eine 2 mm dünne Nadel vorsichtig an den Nerv herangeführt. Durch Einleitung eines leichten Reizstroms kann der Arzt prüfen, ob die Nadel an der richtigen Stelle platziert ist. Sitzt die Nadel richtig, merkt der Patient ein leichtes Zucken der Muskulatur.

Zur anschließenden Ausschaltung des Nerven stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Abtötung mit Alkohol (Ethanol): Der Nerv wird durch Zuführung von 96%igem Alkohol (Ethanol) abgetötet.
  • Laser-Durchtrennung: Der Nerv wird mittels Laser durchtrennt.
  • Thermokoagulation: Der Nerv wird mit einer Thermosonde auf 75°C erhitzt.
  • Kryodenervierung: Der Nerv wird mit einer Crysonde bei minus 60°C denerviert.

Das zerstörte (verödete) Nerventeil ist dabei etwa so groß wie ein Fingernagel. Die Prozedur wird an mindestens sechs Wirbelgelenken wiederholt. Der gesamte Eingriff wird durch wiederholte Computertomogramm- bzw. Röntgenkontrollen überwacht.

Risiken und Komplikationen

Die Schmerznervverödung ist ein sehr komplikationsarmer Eingriff, wobei das Risiko etwa im Bereich von anderen schmerztherapeutischen Injektionen in den Rücken liegt.

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Verhalten nach dem Eingriff

Auch bei der ambulanten Schmerznervverödung bleibt der Patient nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung - so lange bis er aufstehen kann und sich fit für den Heimweg fühlt. Der Patient sollte am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen.

Die Schmerzlinderung verspürt der Patient in der Regel schon kurz nach dem Eingriff. Noch am Tag des Eingriffs, wird der Arzt mitteilen, wann der Patient zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollte.

Bei Fieber, starken Schmerzen, Lähmungserscheinungen oder Rötungen und anderen Entzündungszeichen an der Einstichstelle sollte umgehend Kontakt mit dem Arzt aufgenommen werden.

Langzeiteffekte

Nach ein bis zwei Jahren erholen sich die verödeten Schmerznerven wieder und die Nervenenden wachsen erneut zusammen. Dies bedeutet, dass die Schmerzlinderung nicht dauerhaft ist und der Eingriff gegebenenfalls wiederholt werden muss.

Alternative Behandlungsansätze

Neben der Nervenverödung gibt es eine Reihe weiterer Behandlungsansätze für Rückenschmerzen. Die Wahl der geeigneten Therapie hängt von der Ursache und Art der Schmerzen ab.

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Konservative Therapie

In den meisten Fällen können Rückenschmerzen erfolgreich konservativ behandelt werden. Ziel ist es, den Kreislauf aus Schmerz und Schonhaltung zu durchbrechen und die Beweglichkeit wieder herzustellen. Dies wird durch eine individuell zusammengestellte Kombination aus Schmerztherapie, Wärmebehandlung und Physiotherapie erreicht.

  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel und Kortison lindern Schmerzen sowie die durch den Bandscheibenvorfall eventuell hervorgerufene Entzündung.
  • Peridurale Infiltration: Eine radiologisch gezielte Spritzentherapie mit Schmerzmitteln und Kortison wird bei starken Schmerzen zusätzlich eingesetzt.
  • Periradikuläre Therapie: Starke Schmerzen, die durch Gelenkfacetten und/oder Nervenwurzelblockade entstehen, werden durch die Röntgen- oder CT-gesteuerte Infiltration von Schmerzmitteln und Kortison behandelt.
  • Physiotherapie: Wärmeanwendungen verbessern die Durchblutung und bewirken eine Lockerung der durch die Schonhaltung verspannten Muskeln.

Operative Therapie

Lassen sich starke Schmerzen und neurologische Symptome mit konservativen Maßnahmen nicht beherrschen, ist eine operative Behandlung erforderlich.

Endoskopische Bandscheibenoperation

Ziel der endoskopischen Bandscheibenoperation ist es, das bedrängende Bandscheibengewebe zu entfernen und damit den eingeklemmten Nerv räumlich zu entlasten. Das Verfahren kommt ohne einen großen Schnitt bzw. eine weite Eröffnung des Wirbelkanals aus und ist damit eine schonende Alternative zur „offenen“ Operation.

Mikrochirurgische Bandscheibenoperation

Bei der mikrochirurgischen Bandscheibenoperation wird das Bandscheibengewebe, das Nerven und Rückenmark bedrängt, entfernt, um Nerven und Rückenmark zu entlasten. Dabei wird zwischen zwei Vorgehen unterschieden - der Sequestrotomie und der Diskektomie.

  • Sequestrotomie: Es wird nur der in den Wirbelkanal hervorgetretene Teil der Bandscheibe entfernt - der Rest der Bandscheibe bleibt erhalten.
  • Diskektomie: Die gesamte beschädigte Bandscheibe wird entfernt und durch ein Bandscheibenimplantat ersetzt.

Spondylodese (Wirbelsäulenversteifung)

Bei einer Spondylodese werden einzelne Wirbelkörper und Wirbelgelenke gezielt durch Implantate wie Schrauben, Stäbe und Platten miteinander verbunden, um verschobene Wirbelkörper wieder in ihre Position zu bringen und sie dort zu fixieren. Nach einer Spondylodese der Wirbelsäule wachsen die Wirbelkörper zusammen und bilden einen stabilen Knochenblock.

Kyphoplastie

Bei einer Kyphoplastie wird eine kleine Kanüle in den gebrochenen Wirbelkörper eingebracht und mit einem speziellen Zement aufgefüllt. Dieser Zement stärkt und stützt den Knochen.

Radiofrequenz-Ablation

Bei der Radiofrequenz-Ablation wird das Tumorgewebe erhitzt und zerstört. Die Mediziner bringen eine Kanüle in den jeweiligen Wirbelkörper ein, über den sie eine Sonde einlegen. Über diese Sonde geben sie die Radiofrequenz-Energie punktgenau in den Tumor.

Mikrochirurgische Dekompression

Bei einer mikrochirurgischen Dekompression wird durch Entfernung von störendem Gewebe Druck von den komprimierten Nerven oder Nervenwurzeln genommen. Eingesetzt wird die mikrochirurgische Dekompression vor allem bei Bandscheibenvorfällen und Spinalkanalstenosen.

Minimalinvasive Techniken

Viele operative Eingriffe an der Wirbelsäule können heutzutage minimalinvasiv durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass nur kleine Hautschnitte erforderlich sind und das umliegende Gewebe weniger geschädigt wird. Minimalinvasive Techniken können zu einer schnelleren Genesung und weniger postoperativen Schmerzen führen.

Rehabilitation

In jedem Fall sollte sowohl nach der konservativen als auch nach einer operativen Behandlung des Bandscheibenvorfalls eine aktive Weiterbehandlung erfolgen. Dabei absolviert der Patient ein gezieltes Training der Bauch- und Rückenmuskulatur und erhält physiotherapeutische Behandlung.

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