Optalidon Spezial, einst ein beliebtes Mittel gegen Migräne und andere Schmerzen, ist in Deutschland nicht mehr erhältlich. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe, die Wirkungsweise und mögliche Alternativen für Betroffene.
Was war Optalidon Spezial?
Optalidon Spezial war ein Kombinationspräparat, das zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen, einschließlich Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Regelschmerzen, sowie zur Fiebersenkung eingesetzt wurde. Es wurde auch zur Akutbehandlung von Kopfschmerzen bei Migräneanfällen mit und ohne Aura verwendet.
Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Die genaue Zusammensetzung von Optalidon Spezial kann je nach Produktlinie variieren. Ein wichtiger Wirkstoff war jedoch oft Phenazon.
- Phenazon: Phenazon ist ein schmerzstillender und fiebersenkender Wirkstoff aus der Gruppe der Pyrazolone. Es wirkt, indem es die Bildung von Prostaglandinen hemmt, die an der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen beteiligt sind.
Anwendungsgebiete
Optalidon Spezial wurde angewendet bei:
- Leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Regelschmerzen.
- Fieber.
- Akute Behandlung der Kopfschmerzen von Migräneanfällen mit und ohne Aura (spezielle Dosierung).
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Optalidon Spezial war abhängig von Alter, Gewicht und Art der Schmerzen.
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Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahre: Bei akuten Migräneanfällen 2 Tabletten (entsprechend 1000 mg Phenazon), bei Bedarf mehrmals täglich in Abständen von 4 bis 8 Stunden. Die maximale Tagesdosis sollte 8 Tabletten nicht überschreiten. Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen 1 - 2 Zäpfchen (entsprechend 500 mg - 1000 mg Phenazon), evtl. mehrmals täglich in Abständen von 4 bis 8 Stunden. Die maximale Tagesgesamtdosis soll 8 Zäpfchen nicht überschreiten.
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahre liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor, um eine allgemeine Dosierungsempfehlung zur akuten Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräneanfällen geben zu können. Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahre sind Zäpfchen wegen der durch den hohen Wirkstoffgehalt bedingten Zäpfchengröße nicht geeignet.
Im höheren Lebensalter, bei reduziertem Allgemeinzustand und bei eingeschränkter Kreatininclearance oder Leberfunktion sollte die Dosis vermindert werden, da die Ausscheidung der Stoffwechselprodukte des Arzneimittels verzögert sein kann. Die Tagesgesamtdosis sollte in diesen Fällen 3 Zäpfchen (entsprechend 1500 mg Phenazon) nicht überschreiten.
Phenazonhaltige Arzneimittel sollten ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 - 4 Tage eingenommen werden.
Die Tabletten sollten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Die Zäpfchen wurden möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After eingeführt. Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit evtl. mit etwas Öl bestreichen.
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Gegenanzeigen
Optalidon Spezial durfte nicht eingenommen werden bei:
- Allergie gegen Phenazon, Pyrazolone und Phenylbutazone oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Genetisch bedingtem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Erbkrankheit mit Gefahr der Auflösung der roten Blutkörperchen).
- Akuter hepatischer Porphyrie (Erbkrankheit mit Bildungsstörung des roten Blutfarbstoffs).
- Schwangerschaft und Stillzeit.
- Säuglingen und Kindern unter 12 Jahren (für bestimmte Darreichungsformen).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Bei Patienten, bei denen bereits Blutbildschäden festgestellt wurden, sollte das Arzneimittel nur unter ärztlicher Überwachung des Blutbildes angewendet werden.
- Patienten mit bekannten Allergien oder bestimmten Erkrankungen mit möglicher allergischer Ursache (auch in der Vorgeschichte) neigen vermehrt zu einer Schockreaktion (plötzliches Kreislaufversagen).
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Optalidon Spezial Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Allergische Reaktionen (Hautausschläge, Juckreiz, Asthmaanfälle, Schock).
- Störungen der Blutbildung.
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen).
- Zentralnervöse Störungen (Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit).
- Sehstörungen.
- Ohrgeräusche (Tinnitus).
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Es sind Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln möglich. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. Arzneimittel bei HIV-Infektionen (Zidovudin). Die Neigung zur Verminderung weißer Blutkörperchen (Neutropenie) wird verstärkt.
Optalidon mit Paracetamol und Coffein
Es gab auch Optalidon Schmerztabletten mit Paracetamol und Coffein.
- Paracetamol: Der Wirkstoff wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Er weist zudem geringe entzündungshemmende Eigenschaften auf. Er blockiert die Bildung bestimmter Botenstoffe im Körper, so genannte Prostaglandine. Diese sind an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen wesentlich beteiligt.
- Coffein: Der Wirkstoff wirkt vorwiegend auf die Großhirnrinde. Durch seine anregende Wirkung hebt er bei Ermüdeten die Müdigkeitserscheinungen vorübergehend auf und steigert die Leistung. Darüber hinaus bewirkt er eine Verengung der Hirngefäße, was sich bei Kopfschmerzen und Migräne günstig auswirkt.
Diese Variante war nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet. Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie Gilbert-Syndrom musste die Dosis vermindert bzw. das Dosisintervall verlängert werden.
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Warum ist Optalidon Spezial nicht mehr erhältlich?
Ein Grund für die Nichtverfügbarkeit von Optalidon Spezial in Deutschland könnte sein, dass eine Verlängerung der Zulassung in die Millionen gegangen wäre, was der Hersteller Novartis nicht tragen konnte oder wollte. Es scheinen wirtschaftliche Aspekte eine Rolle zu spielen.
Alternativen zu Optalidon Spezial
Da Optalidon Spezial in Deutschland nicht mehr erhältlich ist, suchen viele Betroffene nach Alternativen.
Ibuprofen
Ibuprofen ist ein weit verbreiteter Wirkstoff, der zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Es ist in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen erhältlich, darunter Filmtabletten, Säfte und Zäpfchen.
Anwendungsgebiete: Leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen, Fieber, Migräne-Anfälle, stumpfe Verletzungen (Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen), Gelenkentzündungen (Gicht, Arthrose, rheumatoide Arthritis).
Dosierung: Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der Beschwerden sowie dem Alter der Patienten.
- Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren nehmen eine bis zwei Tabletten. Pro Tag dürfen nicht mehr als vier bis sechs Tabletten genommen werden.
- Kinder von 13 bis 14 Jahren mit einem Körpergewicht zwischen 44 und 52 Kilogramm nehmen eine bis zwei Tabletten, aber nicht mehr als drei bis fünf Tabletten am Tag.
- Kinder von zehn bis zwölf Jahren mit einem Körpergewicht zwischen 30 und 43 Kilogramm nehmen eine Tablette, aber nicht mehr als drei bis vier Tabletten am Tag.
- Kinder von sechs bis neun Jahren mit einem Körpergewicht zwischen 20 und 29 Kilogramm nehmen eine Tablette, aber nicht mehr als drei Tabletten am Tag.
Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Hautausschläge, Asthma-Anfälle.
Wechselwirkungen: Digoxin, Lithium, Methotrexat, Phenytoin, Mittel gegen Diabetes (orale Antidiabetika, Sulfonylharnstoffe), Acetylsalicylsäure.
Paracetamol
Paracetamol ist ein schmerzstillender und fiebersenkender Wirkstoff, der in vielen rezeptfreien Medikamenten enthalten ist.
Migräne Kranit
Migräne Kranit ist ein Medikament, das in Deutschland und der Schweiz erhältlich ist. Es gibt jedoch Unterschiede in der Zusammensetzung.
- Deutschland: Migräne Kranit Zäpfchen.
- Schweiz: Migräne Kranit Supp. Dieses Präparat ist ein Kombipräparat aus Paracetamol und Coffein und wirkt durch die Kombination sehr gut gegen Migräne!
Para-Don
In Holland gibt es Para-Don mit der gleichen Zusammensetzung wie Optalidon.
Apothekenherstellung
Einige Apotheken bieten die Möglichkeit, Zäpfchen mit der gleichen Zusammensetzung wie Optalidon Spezial selbst herzustellen. Hierfür ist in der Regel ein Rezept vom Arzt erforderlich.
Re-Import aus Spanien oder Portugal
Optalidon Spezial ist in Spanien und Portugal noch erhältlich. Es besteht die Möglichkeit, das Medikament über eine internationale Versandapotheke zu bestellen oder es sich aus dem Urlaub mitbringen zu lassen. Hierfür ist möglicherweise ein Rezept vom Arzt erforderlich.