Paracetamol ist ein weit verbreitetes Schmerzmittel, das zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Paracetamol bei Krämpfen, wobei sowohl die potenziellen Vorteile als auch die Risiken und Alternativen berücksichtigt werden. Es werden Studienergebnisse, Expertenmeinungen und Anwendungshinweise einbezogen, um ein umfassendes Bild zu vermitteln.
Einführung
Paracetamol, auch bekannt als Acetaminophen, ist ein nicht-opioides Analgetikum, das zur Linderung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und zur Senkung von Fieber eingesetzt wird. Es ist rezeptfrei erhältlich und findet breite Anwendung bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen, Erkältungen und anderen Beschwerden. Obwohl Paracetamol seit vielen Jahren verwendet wird, ist sein genauer Wirkmechanismus noch nicht vollständig geklärt.
Wirkungsweise von Paracetamol
Obwohl Paracetamol seit langem als Schmerzmittel eingesetzt wird, ist die Wirkweise nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass es Gewebshormone beeinflusst und auf das Thermoregulationszentrum im Gehirn wirkt. Damit wirkt es fiebersenkend und schmerzlindernd. Jedoch greift es nicht in Entzündungsprozesse ein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Paracetamol die Schmerzweiterleitung im Rückenmark hemmt. Es wirkt zentral in Gehirn und Rückenmark, jedoch eher nicht peripher lokal am Ort der Schmerzen und der Entzündung. Es hat keine nennenswerten entzündungshemmenden Effekte. Die Wirkdauer von Paracetamol beträgt in der rezeptfreien Dosierung ca. 4-6 Stunden.
Anwendungsgebiete von Paracetamol
Paracetamol eignet sich zur Behandlung von Fieber oder leichten bis mittelschweren Schmerzen mit verschiedenen Ursachen, wie zum Beispiel:
- Kopfschmerzen
- Zahnschmerzen
- Erkältung
- Menstruationsbeschwerden
- Rücken- oder Muskelschmerzen
- Halsschmerzen
- Leichte Erkältungsbeschwerden
Im Gegensatz zu Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zählt Paracetamol nicht zu den entzündungshemmenden Schmerzmitteln, die beispielsweise in rezeptpflichtigen Dosen bei rheumatischen Erkrankungen Anwendung finden.
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Paracetamol bei Krämpfen: Was sagt die Forschung?
Die Wirksamkeit von Paracetamol bei Krämpfen hängt von der Art und Ursache der Krämpfe ab. Krämpfe können verschiedene Ursachen haben, darunter Muskelverspannungen, Menstruationsbeschwerden oder neurologische Erkrankungen.
Menstruationsbeschwerden
Paracetamol kann bei der Linderung von Menstruationsbeschwerden helfen, da es schmerzlindernde Eigenschaften besitzt. Für Frauen mit starken Regelschmerzen ist Ibuprofen die bessere Wahl, da es Hinweise darauf gibt, dass dabei Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wirksamer sind als Paracetamol.
Muskelkrämpfe
Bei Muskelkrämpfen, die durch Verspannungen oder Überanstrengung verursacht werden, kann Paracetamol ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen.
Neurologische Erkrankungen
Bei Krämpfen, die durch neurologische Erkrankungen verursacht werden, ist Paracetamol in der Regel nicht die erste Wahl. In solchen Fällen sind spezifischere Medikamente erforderlich, die auf die Ursache der Krämpfe abzielen.
Dosierung und Anwendungshinweise
Die Dosierung von Paracetamol richtet sich nach dem Körpergewicht und dem Alter des Patienten. Es ist wichtig, die Dosierungsanleitung in der Packungsbeilage genau zu beachten und die empfohlene Tageshöchstdosis nicht zu überschreiten.
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- -125 mg: Für Kinder mit einem Körpergewicht von 7 bis 12 kg (Alter: 6 Monate bis 2 Jahre)
- -250 mg: Für Kinder mit einem Körpergewicht von 13 bis 25 kg (Alter: 2 bis 8 Jahre)
- -500 mg: Für Patienten mit einem Körpergewicht ab 26 kg (Kinder ab 8 Jahren, Jugendliche und Erwachsene)
- -1000 mg: Für Patienten mit einem Körpergewicht ab 43 kg (Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene)
Der zeitliche Abstand bis zur Anwendung des nächsten Zäpfchens sollte mindestens 6 bis 8 Stunden betragen. Die Maximaldosis pro Tag darf keinesfalls überschritten werden. Paracetamol wird als Tablette unzerkaut mit reichlich Wasser eingenommen - das ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich.
Risiken und Nebenwirkungen
Paracetamol hat wenige Nebenwirkungen und ist in der Regel gut verträglich. Das Schmerzmittel ist magenfreundlich, belastet aber die Leber. Deshalb sollten Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum auf Paracetamol verzichten. Generell gilt: Verzichten Sie während der gesamten Einnahmedauer auf Alkohol.
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen)
- Leberfunktionsstörungen (bei Überdosierung oder langfristiger Einnahme)
- Nierenschäden (bei langfristiger Einnahme hoher Dosen)
- Veränderungen des Blutbildes (selten)
Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere Arzneimittel, die gleichzeitig angewendet werden, kein Paracetamol enthalten. Bei längerem hoch dosierten, nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Paracetamol kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
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- Arzneimitteln gegen Gicht wie Probenecid: Bei gleichzeitiger Einnahme von Probenecid sollte die Dosis von Paracetamol-ratiopharm® verringert werden, da der Abbau von Paracetamol-ratiopharm® verlangsamt sein kann.
- Schlafmitteln wie Phenobarbital, Mitteln gegen Epilepsie wie Phenytoin, Carbamazepin, Mitteln gegen Tuberkulose (Rifampicin), anderen möglicherweise die Leber schädigenden Arzneimitteln: Es kann unter Umständen bei gleichzeitiger Einnahme mit Paracetamol-ratiopharm® zu Leberschäden kommen.
- Mitteln zur Senkung erhöhter Blutfettwerte (Cholestyramin): Diese können die Aufnahme und damit die Wirksamkeit von Paracetamol-ratiopharm® verringern.
- Arzneimitteln bei HIV-Infektionen (Zidovudin): Die Neigung zur Verminderung weißer Blutkörperchen (Neutropenie) wird verstärkt. Paracetamol-ratiopharm® soll daher nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig mit Zidovudin eingenommen werden.
- Flucloxacillin (Antibiotikum), wegen des schwerwiegenden Risikos für Störungen des Bluts und des Flüssigkeitshaushalts (sogenannte metabolische Azidose), die dringend behandelt werden müssen (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).
- gerinnungshemmenden Arzneimitteln (Antikoagulanzien). Die wiederholte Einnahme von Paracetamol über einen Zeitraum von länger als einer Woche verstärkt die Wirkung von Antikoagulanzien, insbesondere Warfarin. Daher sollte die langfristige Einnahme von Paracetamol bei Patienten, die mit Antikoagulanzien behandelt werden, nur unter medizinischer Aufsicht erfolgen. Die gelegentliche Einnahme von Paracetamol hat keinen signifikanten Einfluss auf die Blutungstendenz.
- Mitteln gegen Übelkeit (Metoclopramid und Domperidon): Diese können eine Beschleunigung der Aufnahme und des Wirkungseintritts von Paracetamol-ratiopharm® bewirken.
- Mitteln, die zu einer Verlangsamung der Magenentleerung führen: Diese können Aufnahme und Wirkungseintritt von Paracetamol verzögern.
Alternativen zu Paracetamol
Es gibt verschiedene Alternativen zu Paracetamol, die je nach Art und Ursache der Krämpfe in Betracht gezogen werden können.
Ibuprofen
Ibuprofen gehört zu der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Ibuprofen hat eine stärkere entzündungshemmende Wirkung und eignet sich gut zur Behandlung von Schmerzen, die mit Entzündungen verbunden sind. Die empfohlene Dosis Ibuprofen für Erwachsene beträgt in der Regel 200 mg bis 400 mg alle 4 bis 6 Stunden bei Bedarf, jedoch nicht mehr als 1.200 mg pro Tag.
Kombination von Ibuprofen und Paracetamol
Für Betroffene, die von den Vorteilen beider Wirkstoffe profitieren möchten, bietet Synofen von ratiopharm eine vielversprechende Lösung. Synofen kombiniert Ibuprofen und Paracetamol in einer Tablette. Durch diese Kombination werden die Stärken beider Wirkstoffe miteinander vereint, umeine effektive Schmerzlinderung zu erreichen. Durch die niedrigen Dosierungen beider Wirkstoffe bleibt Synofen gut verträglich, was die Nebenwirkungen minimiert und den Magen schont.
Nicht-medikamentöse Therapieverfahren
Neben Medikamenten können auch nicht-medikamentöse Therapieverfahren zur Behandlung von Krämpfen eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise:
- Physiotherapie
- Wärme- oder Kälteanwendungen
- Entspannungsübungen
- Akupunktur
Paracetamol in besonderen Situationen
Schwangerschaft und Stillzeit
Falls erforderlich, kann Paracetamol-ratiopharm® während der Schwangerschaft eingenommen werden. Sie sollten die geringstmögliche Dosis einnehmen, mit der Ihre Schmerzen und/oder Ihr Fieber gelindert werden, und sie sollten das Arzneimittel für den kürzest möglichen Zeitraum einnehmen. Sie sollten Paracetamol-ratiopharm® während der Schwangerschaft daher nicht über längere Zeit, in hohen Dosen oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln einnehmen, da die Sicherheit der Einnahme für diese Fälle nicht belegt ist. Paracetamol geht in die Muttermilch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, wird eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich sein.
Kinder
Paracetamol darf bei Kindern ab der Geburt angewendet und kann etwa als Zäpfchen oder Saft verabreicht werden. Wichtig zu wissen: In Form von Saft wirkt das Mittel schneller als das Zäpfchen. Besonders bei Kindern, deren Gewicht sich stetig ändert, kann es leicht zu Über- oder Unterdosierungen kommen.
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