Die Querschnittlähmung, auch bekannt als Paraplegie oder Tetraplegie, ist eine neurologische Erkrankung, die durch eine Schädigung des Rückenmarks verursacht wird. Diese Verletzung führt zu einer teilweisen oder vollständigen Lähmung und einem Verlust der sensorischen Funktionen unterhalb der betroffenen Stelle. Neben der Lähmung können auch Blasen- und Darmstörungen sowie chronische Schmerzen auftreten. Ein effektives Darmmanagement ist daher ein zentraler Bestandteil der Therapie, um die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu verbessern.
Was ist Querschnittlähmung?
Querschnittlähmung bezieht sich auf eine Schädigung des Rückenmarks, die zu einer teilweisen oder vollständigen Lähmung der motorischen und sensorischen Funktionen unterhalb der Verletzungsstelle führt. In Deutschland sind etwa 140.000 Menschen von einer Querschnittlähmung betroffen, wobei jährlich etwa 2.300 bis 2.500 neue Fälle hinzukommen. Die Ursachen können vielfältig sein:
- Traumatisch: Verletzungen des Rückenmarks durch Unfälle (Verkehrsunfälle, Stürze, Sportverletzungen) oder Gewalteinwirkung (Schuss- oder Stichverletzungen). Auch Wirbelbrüche durch starke Krafteinwirkung können das Rückenmark schädigen.
- Nicht-traumatisch: Erkrankungen wie Tumore, Entzündungen (z. B. Multiple Sklerose, transverse Myelitis), Infektionen oder Gefäßerkrankungen.
Je nachdem, welcher Bereich des Rückenmarks betroffen ist, kann es zu einer Paraplegie (Lähmung der Beine und des Rumpfes) oder Tetraplegie (Lähmung aller vier Gliedmaßen) kommen. Eine komplette Querschnittlähmung liegt vor, wenn das Rückenmark vollständig durchtrennt oder schwer geschädigt ist, was zu einem vollständigen Verlust der motorischen und sensorischen Funktion unterhalb der Verletzungsstelle führt. Bei einer inkompletten Querschnittlähmung bleiben gewisse motorische oder sensorische Funktionen unterhalb der Verletzungsebene erhalten.
Die Bedeutung des Darmmanagements
Ein gestörtes Darmmanagement stellt für Menschen mit Querschnittlähmung eine erhebliche Beeinträchtigung dar. Rückenmarkschäden können nämlich zu folgenden Problemen führen:
- Verlangsamte Dickdarmtransitzeiten: Die Zeit, die der Stuhl für den Weg durch den Dickdarm benötigt, kann sich deutlich verlängern.
- Verlust der Empfindung: Das Gefühl, wann der Darm voll ist, kann verloren gehen.
- Unvollständige Entleerung: Der Darm entleert sich möglicherweise nicht vollständig, selbst wenn er stimuliert wird.
- Afterundichtigkeit: Unkontrollierter Stuhlabgang kann auftreten.
Diese Darmprobleme können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu sozialer Isolation führen. Aus Angst vor unkontrolliertem Stuhlgang meiden Betroffene oft öffentliche Orte und soziale Kontakte. Zudem kann ein mangelndes Darmmanagement körperliche Folgen haben, wie Verstopfungen, die zu Schmerzen, Blähungen, ungewollten Stuhlgängen, paradoxem Durchfall, reflektorischer Blasenfunktionsstörung, Appetitverlust und Atemnot führen können. Im schlimmsten Fall kann ein Darmverschluss (Ileus) entstehen, der einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt.
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Das Ziel des Darmmanagements ist daher eine regelmäßige und geplante Darmentleerung, um unkontrollierte Stuhlgänge zu vermeiden, eine ausgeglichene Darmfunktion herzustellen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Grundlagen des Darmmanagements
Das Darmmanagement bei Querschnittlähmung umfasst verschiedene konservative und medikamentöse Maßnahmen, die auf eine regelmäßige und geplante Darmentleerung abzielen. Es ist ein essentieller Bestandteil der Rehabilitation von Menschen mit Querschnittsyndrom.
Die Ziele des Darmmanagements sind:
- Regelmäßige und planmäßige Darmentleerung
- Vermeidung von unkontrolliertem Stuhlgang
- Regulierung der Darmfunktion, um Verstopfung und Durchfall zu verhindern
- Verbesserung der Lebensqualität, um eine aktive Teilnahme am sozialen Leben zu ermöglichen.
Methoden und Ansätze für das Darmmanagement
Es gibt verschiedene Methoden und Ansätze für das Darmmanagement, die individuell auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Betroffenen abgestimmt werden müssen.
1. Darmtraining mit festen Zeiten
Der Darm liebt Regeln und klare Strukturen. Feste Essenszeiten und ein regelmäßiger Abführrhythmus zur gleichen Tageszeit helfen dem Darm, seine Funktion zu erfüllen. Das Zentrum für Paraplegie der Universitätsklinik Balgrist betont, dass ein Darmtraining gemäß einem festgelegten Zeitplan zur jeweils gleichen Tageszeit stattfinden muss, um Kontinenz und eine regelmäßige Darmfunktion zu erreichen bzw. zu erhalten. Dies kann täglich, jeden zweiten Tag oder dreimal wöchentlich sein.
2. Nutzung des gastrokolischen Reflexes
Der gastrokolische Reflex kann als Starthilfe für den Darm genutzt werden. Wenn oben etwas reinkommt, will unten auch etwas rauskommen. Der Magen meldet dem Dickdarm: Achtung! Gleich kommt neuer Stoff für Dich! Wer etwa eine halbe Stunde vor seinem geplanten Entleerungstermin etwas zu sich nimmt - egal, ob ein Glas Wasser, eine Tasse Kaffee oder eine Mahlzeit - animiert die Muskeltätigkeit des Darms. Er fängt an, mit peristaltischen Bewegungen seinen Inhalt Richtung Ausgang zu transportieren.
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3. Colon-Massage
Eine Colon-Massage kann eine sanfte Methode sein, um den Darm in Bewegung zu bringen. Das Colon ist der mittlere Abschnitt des Dickdarms. Wenn die Region des Colons stimuliert wird, kann dies den Stuhlgang fördern. Die Colonmassage wird von Masseuren oder Physiotherapeuten durchgeführt. Das Zentrum für Paraplegie der Universitätsklinik Balgrist empfiehlt, den Darm konsequent während der Stuhlentleerung durch eine Massage der Bauchdecke zu unterstützen. Diese Massage soll dem Verlauf des Dickdarms folgen und am rechten Unterbauch beginnen. Von dort aus massiert man im Uhrzeigersinn erst nach oben und dann nach links unten.
Für die Colonmassage muss der Verlauf des Colons beachtet werden. Die Colonmassage wird mit Bewegungen in Richtung Enddarm durchgeführt. Eine besonders verstärkte Bauchmassage ist im Bereich der linken Flexur angezeigt. Die Colonmassage beginnt beim absteigenden Colon, danach über den querliegenden Teil des Colons zum aufsteigenden Teil. Die Massage findet in Form von Wellenbewegungen statt. Der Darminhalt soll dabei immer in Richtung Enddarm weiterbewegt werden. Unterstützend kann in gleicher Weise mit einem lauwarmen Wasserstrahl gearbeitet werden. Trommeln im Bereich der linken Flexur führt zum leichteren Abgang der Winde.
4. Bewegung
Bewegung spielt eine große Rolle, um den Darm in Bewegung zu bringen. Bereits das Fahren im Rollstuhl kann den Darm stimulieren. Jede kleine Bodenunebenheit, über die man fährt, rüttelt ihn ein bisschen wach und nimmt so Einfluss auf die Peristaltik.
5. Ernährung
Die Ernährung spielt eine große Rolle beim Thema Darmmanagement. Hier ist Selbstbeobachtung gefragt: Wer zu Verstopfungen neigt, genießt Lebensmittel, die im Ruf stehen, stopfend zu wirken - wie Schokolade, Fast Food oder Weißmehlprodukte - am besten nur in Maßen. Andererseits kann eine geschickte Nahrungsauswahl durchaus verdauungsfördernd wirken. Menschen mit Querschnittlähmung sollten etwa 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe am Tag zu sich nehmen, die z. B. in Müsli, Vollkornprodukten, Obst oder Gemüse stecken. Wer seinen Darm bei seiner Arbeit unterstützen und seine Ernährung vollwertiger und ballaststoffreicher gestalten will, sollte die Umstellung langsam angehen. Der Verdauungstrakt braucht seine Zeit, um sich an eine größere Menge Ballaststoffe zu gewöhnen. Untrennbar mit dem Thema verbunden: Die Trinkmenge. Es sollten mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag getrunken werden. Patienten und Patientinnen, die zu Verstopfung neigen, können durch Essen von Quellstoffen wie Weizenkleie oder Leinsamen die Stuhlkonsistenz verbessern.
6. Rektalstimulation
Bei der Rektalstimulation (auch Analstimulation genannt) wird ein Finger - geschützt von einer Fingerhülle oder einem Einweghandschuh - in den Anus eingeführt und mit vorsichtigen, kreisenden Bewegungen leichter Druck auf die Darmwand ausgeübt. Der Effekt: Die Reizung löst den Entleerungsreflex aus. Einige querschnittgelähmte Menschen berichten zudem vom positiven Effekt einer Damm-Massage: Dabei wird auf die Region zwischen After und Geschlechtsorganen sanfter Druck ausgeübt.
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Vorsichtige kreisende - mit leichtem Druck gegen die Darmwand durchgeführte - Stimulation/Reizung im Ampullenbereich zur Auslösung des Defäkationsreflexes. Dadurch wird der externe Sphinkter gedehnt. Die kreisenden Bewegungen werden durchgeführt, bis eine Reaktion erkennbar ist, z. B. der interne Sphinkter kontrahiert sich, die Darmwand entspannt sich oder Luft abgeht. Dies dient zum Auslösen der reflektorischen Darmentleerung. Der Vorgang ähnelt der reflektorischen Blasenentleerung (Blase triggern).
Wenn nötig, kann man den Entleerungsreflex durch leichte Dehnung des Schließmuskels mit einem behandschuhten Finger auslösen. Durch ein konsequentes Einhalten des Zeitplans kann eine regelmäßige Darmtätigkeit antrainiert werden.
7. Manuelle Ausräumung
Wenn unbedingt erforderlich, kann eine vorsichtige manuelle Ausräumung des Stuhlgangs mit Gleitmittel (Vaseline, Babyöl oder bei sensiblen Patienten mit Kathetergleitmittel oder Lidocain) durchgeführt werden.
Bei Paraplegie ist die manuelle Ausräumung ggf. für Pflegebedürftige unangenehm und ggf. auch schmerzhaft. Die Maßnahme wird auch "digitales Ausräumen" genannt ("digitus" = lat. Finger). Es basiert darauf, dass nur der Zeigefinger eingeführt wird. Wenn der Stuhl sehr verhärtet ist, sollte ein Arzt informiert werden.
Die Durchführung erfolgt wie folgt:
- Der Patient wird über die Maßnahme informiert.
- In einem Doppelzimmer wird ein Sichtschutz aufgebaut.
- Der Bewohner wird auf die linke Seite gelagert.
- Die Pflegekraft zieht Einmalhandschuhe an und legt auf den Zeigefinger einen Fingerling.
- Sie trägt Gleitmittel auf.
- Die Pflegekraft informiert den Bewohner, dass er jederzeit die Maßnahmen einstellen kann und sich nicht erschrickt.
- Die Pflegekraft hebt mit einer Hand eine Gesäßhälfte etwas an.
- Sie führt den Zeigefinger langsam in den Enddarm ein und legt eine Hand auf den Bauch des Bewohners ab.
- Wenn der Bewohner über starke Schmerzen klagt, wird die Maßnahme abgebrochen.
- Mit dem Finger löst die Pflegekraft vorsichtig den Stuhl um den verhärteten Kot herum; dieses immer entlang der Darmwand.
- Anschließend werden die Kotsteine entfernt.
- Die Pflegekraft achtet auf das Befinden des Bewohners.
- Anschließend wird der Bewohner gesäubert und entweder wieder bequem gelagert oder auf den Toilettenstuhl gesetzt.
- Alle Beobachtungen, die die Pflegekraft während der Maßnahme macht, werden im Berichtsblatt vermerkt. Ggf. wird der Arzt informiert.
Oftmals ist ein einmaliges Ausräumen nicht ausreichend, um eine unzureichende Obstipationsprophylaxe zu beheben.
8. Transanale Irrigation
Die transanale Irrigation wird unterteilt in Low Volume und High Volume Irrigation. Bei der Low Volume Irrigation (auch als Mini-Irrigation bezeichnet) werden 160-180 ml Wasser in den Enddarm eingeführt. Bei der High Volume Irrigation wird ein Katheter in den Enddarm eingeführt. Je nach Hersteller kann dieser mit einem Konus-Katheter oder mit einem Ballonkatheter, der mittels Wasser-oder Luft geblockt wird, um im Enddarm fixiert zu werden, verwendet werden (ähnlichen einem Dauerkatheter bei der Blase). Dann wird manuell (Mini-Irrigation) mittels einer Pumpe (manuell oder elektrische Pumpe) über den Katheter lauwarmes Wasser in den Darm eingebracht. Dieses Wasser erweicht den Stuhl und stellt ein Volumen dar, welches die Peristaltik im Dickdarm anregt.
9. Abführzäpfchen
Abführzäpfchen können eine sinnvolle Ergänzung zum Darmmanagement sein, um den Stuhlgang zu erweichen und die Entleerung zu erleichtern. Es gibt verschiedene Arten von Abführzäpfchen, die sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkungsweise unterscheiden:
- CO2-bildende Zäpfchen (Beispiel Lecicarbon®): Diese Zäpfchen entwickeln im Enddarm feinperlige Mikrobläschen aus Kohlendioxid, die gegen die Darmwand „tackern“ und sie dehnen. Die Darmperistaltik wird aktiviert und der Entleerungsreflex im Enddarm nach 15-30 Minuten ausgelöst. Lecicarbon® führt auch bei häufiger und lang andauernder Anwendung nicht zur Gewöhnung. Laut Herstellerkontakt muss der Enddarm vor Einbringen des Zäpfchens Lecicarbon® nicht entleeren werden. Das Zäpfchen soll mittig positioniert werden.
- Glycerin-Zäpfchen (Beispiel Glycilax®): Der Wirkstoff Glycerol wirkt dehydrierend auf die Darmschleimhaut im Enddarm. Weil Wasser im Enddarm zurückgehalten wird, steigert sich die Bewegung des Enddarms und der Defäkationsreflex wird über den Kontakt der osmotischen Lösung mit der Darmschleimhaut ausgelöst. Mit der Wirkung ist nach Verabreichen ca. 60 Minuten später zu rechnen. Insgesamt ist der Stuhl durch den Wirkstoff Glycerol weicher und gleitfähiger. Laut Herstellerkontakt soll das Zäpfchen Glycilax® mittig mit dem spitz zulaufenden Ende möglichst tief in den Enddarm eingeführt werden.
- Bisacodyl-Zäpfchen (Beispiel Dulcolax® 10mg): Der Wirkstoff Bisacodyl wird über die Darmwand aufgenommen. Bei Körpertemperatur schmilzt das Zäpfchen und so wird der Wirkstoff ca. 15-30 Minuten nach Gabe freigesetzt. Bei regelmäßiger Anwendung oder Überdosierung erfolgt der Hinweis auf eine mögliche Gefahr der Elektrolytentgleisung (Hypokaliämie), weshalb man die Zäpfchen ohne ärztliche Abklärung nicht über einen längeren Zeitraum anwenden soll bzw. Blutkontrollen erfolgen sollten.
- Sorbitol-Klistier/Miniklistier (Beispiel Mikrolax®): Die Wirkstoffe Natriumcitrat, Dedecyl(Sulfoacetat) und Sorbit setzen das im Stuhl gebundene Wasser frei und weichen den Stuhl auf. Da der gelartige Inhalt des Mini-Klistiers rein lokal und physikalisch wirkt, hat er keinen Einfluss auf die Darmtätigkeit, wie dies bei anderen Mitteln der Fall sein kann. Ein Gewöhnungs- oder Abhängigkeitspotential besteht nicht. Laut Herstellerkontakt ist ein vorheriges Ausräumen vor der Gabe von Microlax® nicht erforderlich.
Wichtige Hinweise zur Anwendung von Abführzäpfchen:
- Man unterscheidet zwischen wasserlöslichen und fetthaltigen Zubereitungen. Die meisten Abführzäpfchen bestehen aus Hartfett.
- Fetthaltige Zäpfchen schmelzen bei Körpertemperatur, deshalb dürfen sie nicht über 25 Grad gelagert werden.
- Von Creme, Salbe oder Öl zur Erleichterung des Einführens wird dringend abgeraten, da es die Wirkung des Zäpfchens verringern könnte.
- Position: in Seitenlage oder sitzend auf der Toilette.
- Das Zäpfchen nicht aus der Verpackungshülle herausquetschen, sondern ähnlich wie eine Banane schälen.
- Ggf. Mit der Spitze voran in den Enddarm einführen. Es gibt allerdings die Empfehlung, das Zäpfchen mit der stumpfen Seite vorneweg einzuführen, mit der Idee, dass sich die Darmschleimhaut an die Spitze anlegt und das Zäpfchen so weitertransportiert. Somit lässt sich bei Schwierigkeiten das Zäpfchen besser halten.
- Das Zäpfchen tief mit dem Finger einführen.
- Ggf. Wartezeit wie in der Packungsbeilage beschrieben möglichst einhalten.
10. Medikamentöse Unterstützung
In einigen Fällen kann eine medikamentöse Unterstützung des Darmmanagements erforderlich sein. Hierzu stehen verschiedene Laxantien (Abführmittel) zur Verfügung, die entweder als Zäpfchen oder oral als Pulver, Tropfen oder Tablette eingenommen werden können. Die Auswahl des geeigneten Medikaments sollte in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Im spinalen Schock, der akuten Phase des Querschnittsyndroms, besteht ein hohes Risiko für einen Darmverschluss. Diesem soll durch die Gabe von Parasympathikomimetika, Medikamenten, die unter anderem die Darmfunktion anregen, sowie durch regelmäßiges Ausräumen von Stuhl vorgebeugt werden.
11. Alternative Behandlungsmethoden
Neben den genannten Methoden existieren verschiedene alternative Behandlungsmethoden, welche die Funktion der Darmentleerung unterstützen können.
Die Rolle der Psyche
Die Psyche hat große Auswirkungen auf die Funktionen des Verdauungssystems. Daher ist es beim Darmmanagement bei einem Querschnittsyndrom besonders wichtig, die geplanten Darmentleerungen ohne Zeitdruck, ungestört und, wenn möglich, in einer bekannten Räumlichkeit durchzuführen. Umgekehrt wirkt sich ein regelmäßig funktionierender Darm mit einer gesunden Bakterienflora positiv auf die Psyche und auf andere neuronale Funktionen aus.
Spezialisten für Darmmanagement bei Querschnittlähmung
Eine Querschnittlähmung ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, das eine Behandlung durch Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen erfordert. Daher gibt es interdisziplinäre Kliniken, die sich auf die Diagnostik, Akutbehandlung und Rehabilitation von Menschen mit einem Querschnittsyndrom spezialisiert haben. Hier arbeiten Fachbereiche wie Neurologie, Unfallchirurgie, Anästhesie, Innere Medizin und Rehabilitationsmedizin mit Psychologen, Therapeuten und spezialisierten Pflegekräften zusammen. Das Darmmanagement ist ein wichtiger Teil der fachübergreifenden rehabilitativen Behandlung.
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