Pflanzliche Arzneimittel zur Stärkung der Nerven und zur Stressbewältigung

Stress und innere Unruhe sind in der heutigen Gesellschaft weit verbreitet. Die Anforderungen von Familie, Beruf und Alltag können zu Nervosität, Schlafstörungen und sogar zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Pflanzliche Arzneimittel bieten eine natürliche Möglichkeit, die Nerven zu stärken, Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Ursachen von Stress und schwachen Nerven

Nervosität und innere Unruhe können vielfältige Ursachen haben. Neben Stress und Sorgen können auch Unsicherheiten und Versagensängste das Gemüt belasten. Schlafstörungen sind oft eine Folge von Nervosität, da man abends im Bett liegt und keine Ruhe findet. Schlaf ist jedoch essenziell für den Organismus, da unter anderem die Verarbeitung von Eindrücken dort stattfindet.

Familie, Haushalt, Arbeit, der Chef ist unzufrieden, der Partner wünscht sich mehr Aufmerksamkeit, das Kind ist krank - kein Wunder, dass Sie die Probleme des stressigen Alltags abends mit ins Bett nehmen. Schlafstörungen sind die Folge und am nächsten Tag sind Sie übermüdet und gereizt. Schnell sind Sie in der Spirale Stress - Schlafprobleme - Stress gefangen. Stress schädigt den Körper. Das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Adipositas steigt. Besonders Frauen leiden unter der Gewichtszunahme, da das emotional eating, also das Frustessen stark zum Druckausgleich genutzt wird. Bei Stress wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet und kann sogar die Wirkung des Östrogens aufheben oder zumindest deutlich verringern.

Die Bedeutung von Schlaf für die Gesundheit

Ein ausgewogener Schlaf ist wichtig für unser Wohlbefinden. Im Alltag sind Stress und Hektik oft ein ständiger Begleiter. Unruhe und Nervosität sind die Folge, deshalb können Einschlafprobleme auf Dauer auf die Psyche gehen und unsere Leistungsfähigkeit senken. Sanfte Beruhigungs- und Schlafmittel sind für viele Menschen in solchen Situationen eine wichtige Stütze.

Unser Schlaf nimmt etwa ein Drittel des gesamten Tages in Anspruch. Wenn Sie regelmäßig zur selben Zeit einschlafen, sammeln Sie Kraft und Energie für den Tag und wachen auch zu einer regelmäßigen Zeit am Morgen wieder auf. Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt ist unterschiedlich. Der Körper durchläuft in der Nacht mehrere Schlafphasen, die immer mit einer Tiefschlafphase verbunden sind. Jeder Mensch hat ein individuelles Schlafbedürfnis. Im Schnitt sind es aber zwischen sechs und neun Stunden Schlaf. Entspannt einschlafen am Abend und am nächsten Morgen erholt aufwachen, ist wichtig für unseren Organismus. Denn Schlaf ist ein Mittel zur körperlichen Regeneration. Er kann die Körperfunktionen verlangsamen, unser Immunsystem stärken und in unseren Träumen können wir die Eindrücke aus unserem Alltag verarbeiten.

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Schlafstörungen äußern sich sowohl als Einschlaf- als auch in Form von Durchschlafstörungen. Mögliche Ursachen von Schlafstörungen können Anzeichen von Stress und Burnout sein, aber auch der Konsum von zu viel Kaffee oder das Rauchen, können dem Wohlfühlen im Wege stehen und zu Einschlafproblemen führen. Auch psychische Probleme können ein Auslöser für Schlafstörungen sein. Einschlafprobleme können aber auch gesundheitliche Ursachen haben wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion. Es ist völlig normal, wenn man mal schlecht schläft. Unser Körper kann gelegentliche Einschlafstörungen gut ausgleichen.

Pflanzliche Arzneimittel zur Beruhigung und Schlafförderung

Viele Pflanzen werden besondere Wirkkräfte zugesprochen. Diese Tradition wird auch heute bei der Behandlung von Symptomen fortgesetzt. Um Unruhezustände zu lindern und den Schlaf herzustellen, kommen häufig Baldrian oder Hopfen zum Einsatz. Sie genießen den Ruf, sich beruhigend auf die Nerven auswirken zu können.

Zu den beruhigenden und stressmildernden Heilpflanzen zählen auch die Passionsblume und das Johanniskraut. Bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen bringen die beruhigenden Extrakte der Heilpflanzen Hilfe. Die Präparate sind als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Weichkapseln, Tabletten, als Tropfen, als Öl und Badezusatz, sowie für die Teezubereitung erhältlich.

Natürlich gut schlafen und erholt aufwachen können Sie mit Baldrian Weichkapseln. Baldrian gehört zu den meistverwendeten Beruhigungsmitteln und verbessert Ihre Schlafqualität und Ihre Schlaftiefe. Probieren Sie die Kombination aus Baldrian und Passionsblume. Die stresslösende Wirkung der Passionsblume hilft Ihnen, wenn Sie unter nervös bedingten Einschlafstörungen leiden. Die pflanzlichen Arzneimittel Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume verhelfen Ihnen zu mehr Ruhe, Gelassenheit und verringern Ihre Ein- oder Durchschlafstörungen. Denn erholsamer Schlaf ist für Ihre Gesundheit wichtig.

Einige der bekanntesten pflanzlichen Mittel sind:

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  • Baldrian: Baldrian gehört zu den meistverwendeten Beruhigungsmitteln und verbessert die Schlafqualität und Schlaftiefe. Er wirkt beruhigend und erleichtert ein entspanntes Einschlafen.
  • Hopfen: Hopfenblüten haben sich bei nervöser Erregung und leichten Depressionen bewährt.
  • Johanniskraut: Das Johanniskraut ist ein pflanzlicher Seelentröster, dem die Menschen schon seit mehr als 2000 Jahren vertrauen. Es ist ein äußerst wirksames Arzneimittel, das bei depressiven Verstimmungen, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen und Unruhe eingesetzt wird. Johanniskraut-Tee verhilft Ihnen wieder zu mehr Lebensfreude. Bei der Anwendung ist etwas Geduld erforderlich. Die volle Wirkung tritt erst nach einigen Wochen ein, wenn Ihr Körper einen gewissen Spiegel aufgebaut hat. Daher sollten Sie mindestens sechs Wochen lang den Tee trinken.
  • Lavendel: Lavendel ist ein weiteres pflanzliches Mittel, das dazu beitragen kann, die Nerven zu stärken. Die Inhaltsstoffe der Pflanzen kommen bei strapazierten Nerven zum Einsatz und sollen das Einschlafen fördern. Auch Pflegeprodukte mit Lavendelöl haben sich zur Entspannung bewährt. Die ätherischen Öle der Pflanze wirken in einem Vollbad beruhigend auf Körper und Geist.
  • Melisse: Tees mit Melisse können beruhigend wirken.
  • Passionsblume: Die stresslösende Wirkung der Passionsblume hilft Ihnen, wenn Sie unter nervös bedingten Einschlafstörungen leiden. Der rezeptfreie Stimmungsaufheller Passionsblume kann womöglich innerhalb einer Stunde erste Wirkung zeigen: Ergebnisse einer kleinen Studie deuten darauf hin, dass die angstlösenden Effekte der Passionsblume in bestimmten Situationen schon nach 60 Minuten einsetzen können. Allerdings müssen weitere Studien das noch wissenschaftlich prüfen und belegen.

Pflanzliche Arzneimittel gegen Schlafstörungen gibt es in Form von Tees, Tropfen oder überzogenen Tabletten beziehungsweise Kapseln. Zu beachten ist, dass die Wirkung nicht sofort eintritt, sondern erst, wenn sie eine Zeit lang eingenommen wurden.

Natürliche Stimmungsaufheller

Natürliche Stimmungsaufheller gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Für die innere Anwendung werden meistens Tabletten oder Dragees verwendet. Darüber hinaus gibt es auch Tees und ätherische Öle auf Basis der Pflanzen und Kräuter.

Bei natürlichen Stimmungsaufhellern ist jeweils eine bestimmte Dosierung erforderlich, um einen gesundheitsstärkenden und genesungsfördernden Effekt zu erzielen. Das Trinken von Tee oder das Einatmen von ätherischen Ölen kann aber nicht denselben Effekt haben wie die Einnahme von Medikamenten mit höherer Wirkstoffkonzentration.

Stimmungsaufheller auf pflanzlicher Basis, die bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden eingesetzt werden, sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Dabei handelt es sich um apothekenpflichtige Medikamente, bei denen die Wirkstoffe in einer niedrigen Dosis enthalten sind.

Hochdosierte natürliche Stimmungsaufheller wie Johanniskraut können ausschließlich ein Arzt oder eine Ärztin verschreiben. Die Verschreibungspflicht umfasst Mittel, bei denen wissenschaftliche Studien eine Wirkung nachweisen konnten. Bei hochdosiertem Johanniskrautextrakt besserten sich die depressiven Symptome bei einigen Patientinnen und Patienten bereits nach drei Wochen.

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Darüber hinaus gibt es noch freiverkäufliche pflanzliche Präparate aus dem Drogeriemarkt, die als natürliche Stimmungsaufheller wirken sollen. Dabei handelt es sich jedoch meistens um Mittel, deren Wirksamkeit nicht belegt ist.

Pflanzliche Stimmungsaufheller, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten, sind keine Wundermittel und brauchen meist Tage bis Wochen, ehe sie eine Wirkung entfalten. Zum Vergleich: Auch bei synthetischen Antidepressiva vergeht einige Zeit, bis sie Beschwerden lindern.

Wichtige Hinweise zur Anwendung pflanzlicher Arzneimittel

Abhängig von den Beschwerden kann die Anwendung natürlicher Stimmungsaufheller helfen, das Wohlbefinden des Patienten oder der Patientin zu steigern und die Genesung zu fördern. Inwieweit Kräuter- und Pflanzenextrakte bei bestimmten Beschwerden geeignet sind, sollten Sie jedoch mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen. Eine ärztliche Beratung oder Rücksprache in der Apotheke ist auch deshalb zu empfehlen, weil die Anwendung natürlicher Stimmungsaufheller Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen kann. Falls Sie pflanzliche Stimmungsaufheller aus dem Internet beziehen, achten Sie darauf, dass die Quelle seriös ist.

Trotz ihrer prinzipiell guten Verträglichkeit und der Beliebtheit bei Menschen haben natürliche Stimmungsaufheller auch Nebenwirkungen. So können unter anderem durch Licht ausgelöste oder allergische Hautreaktionen sowie Magen-Darm-Beschwerden und Unruhe auftreten.

Lavendel kann bei Überdosierung Kopfschmerzen auslösen, wobei auf empfindliche Menschen auch schon kleine Mengen unangenehm wirken. Bei der inneren Anwendung können unter anderem Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit oder Verstopfung sowie allergische Hautreaktionen auftreten.

Deshalb ist es bei natürlichen Stimmungsaufhellern nicht nur wichtig, die richtige Dosis zu ermitteln. Berücksichtigen Sie vor der Anwendung auch mögliche Abneigungen, Empfindlichkeiten oder Allergien.

Der natürliche Stimmungsaufheller Johanniskraut beeinflusst den Abbau anderer Medikamente. Dadurch kann es unter anderem die Wirkung von Gerinnungshemmern, HIV-Medikamenten, Antiepileptika, Immunsuppressiva oder Zytostatika herabsetzen. Gleichzeitig kann Johanniskraut auch die Wirkung von Antidepressiva aus der Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer im Gehirn so verstärken, dass es zu einem lebensbedrohlichen Serotoninsyndrom kommen kann. Bei Frauen, die Hormone zur Empfängnisverhütung wie die Anti-Baby-Pille einnehmen, sind Zwischenblutungen möglich.

Weitere Maßnahmen zur Stärkung der Nerven

Neben pflanzlichen Mitteln gibt es weitere Maßnahmen, die zur Stärkung der Nerven und zur Stressbewältigung beitragen können:

  • Bewegung: Bewegen bringt Segen - das gilt auch bei nervösen Unruhezuständen. Untersuchen zeigen beispielsweise, dass beim Sport ein Hormon (ANP) gebildet wird, das Panik lindert. Ein flotter Spaziergang in der Mittagspause oder ein lockere Runde Laufen nach Feierabend helfen dabei Ängste zu „verstoffwechseln“. Zudem verschafft die körperliche Aktivität den Gedanken eine Verschnaufpause, die Sorgen rücken in den Hintergrund. Wichtig dabei ist, dass die Bewegung Freude bereitet und ohne Zwang erfolgt. Besonders gut tut Bewegung an der frischen Luft.
  • Ernährung: Lebensmittel sind Nahrung für Körper und Geist. Was Menschen essen, bestimmt, wie sie sich fühlen. Der Blutzuckerwert hat beispielsweise Einfluss auf Gefühle wie Anspannung und Ärger. Wie stark dieser Zusammenhang ist, zeigt eine Studie mit Diabetes-Patienten: Bei sehr hohen und sehr niedrigen Blutzuckerwerten fühlten sich die Untersuchungsteilnehmer besonders angespannt und verärgert. Bei einem normalen Blutzucker fühlten sie sich hingegen glücklich und energiegeladen. Einige Nahrungsmittel enthalten neben Kohlenhydraten weitere stimmungsaufhellende Inhaltsstoffe. So liefern Bananen auch einen hohen Anteil des B-Vitamins Pyridoxin (B6). Dieses ist an vielen Prozessen im Nervensystem beteiligt. Außerdem enthalten sie Kalium und Tryptophan. Aus Tryptophan wird der Botenstoff Serotonin gebildet, der eine Vielzahl emotionaler Prozesse ( z.B. Angst) beeinflusst. Auch Omega3-reiche Lebensmittel wie Fisch haben Einfluss auf eine gesunde Nervenfunktion. Für einen ruhigen Geist sollte die Ernährung also vollwertig und möglichst vielseitig sein. In stressigen Phasen benötigt das Gehirn eine gute Nervennahrung, um volle Leistung zu erbringen. Besonders Fisch und Nüsse sollten reichlich gegessen werden, da diese viele Omega-3-Fettsäuren enthalten. Und auch Eiweiß gehören in „harten Zeiten“ vermehrt auf den Speiseplan, da Proteine die Abwehrkräfte unterstützen können.
  • Ruhepausen: Ein ausgeglichener Geist und ein leistungsfähiger Körper brauchen ausreichend Ruhepausen. Dazu gehört ausreichend Schlaf. Möglichst 7,5 Stunden pro Nacht empfiehlt die moderne Schlafforschung. Viele Menschen sparen in stressigen Phasen jedoch zuerst am Schlaf. Durch Schlafmangel erhöht sich die Reizbarkeit, die Belastungsfähigkeit und die Stressresistenz werden gemindert. Ängsten und Stressempfinden wird Vorschub geleistet, die Gedanken kreisen permanent, man bekommt nachts kein Auge mehr zu. Um diesem Teufelskreis vorzubeugen, sind auch tagsüber ausreichend Ruhepausen notwendig. Die psychologische Forschung zeigt, dass sich viele kurze Entspannungsphasen beispielsweise günstiger auf die Erholung von körperlicher Arbeit auswirken als wenige lange Pausen. Menschen, die viel arbeiten, sollten jede Stunde für einige Minuten innehalten.
  • Ursachenforschung: Die Ursachen für kreisende Gedanken sind vielfältig: Reizüberflutung, ständige Erreichbarkeit, Versagensängste und hohe Ansprüche an sich selbst können zu nervösen Zuständen führen. Viele Menschen fühlen sich jedoch gestresst, ohne genau zu wissen warum. Dann hilft es Tagebuch zu führen, um den Auslösern auf den Grund zu gehen. Kennt man die Gründe für seine Sorgen, kann man gezielt Gegenstrategien entwickeln.
  • Achtsamkeit: Gedanken und Bewertungen entstehen aus Sinneswahrnehmungen (Riechen, Sehen, Hören, etc.) und/oder Erinnerungen. Sie beeinflussen, wie sich etwas anfühlt (angenehm, unangenehm, neutral) und rufen dadurch unmittelbare Körper- und Verhaltensreaktionen (Herzklopfen, Weglaufen) hervor. Wer sich dieser Verbindung von Körper und Geist bewusst ist, fühlt sich weniger ausgeliefert und lernt zielgerichteter mit Grübelei und Sorgen umzugehen.
  • Gedankenstopp: Wenn Sie sich beim sorgenvollen Grübeln ertappen, beobachten Sie, welcher Gedanke Sie konkret belastet. Stellen Sie sich dann ein rotes Stoppschild vor und sagen Sie sich laut oder in Gedanken „Stopp“. Wenden Sie sich dann sofort etwas anderem (z.B. dem Atem, einem beruhigenden Gedanken) zu.
  • Gefühle fokussieren: Konzentrieren Sie sich auf ein momentan vorherrschendes Gefühl (z.B. Angst). Fühlen Sie, wie es sich im Körper anfühlt, wo es zu spüren ist. Nehmen Sie das Gefühl wahr, ohne es zu beurteilen. Richten Sie Ihren Fokus aber auf die Beobachtung (da ist Angst), um sich nicht im Gefühl zu verlieren. Durch das Bewusstmachen des Gefühls, verhindern sie, dass sie zu stark blockiert werden. Wenn Sie abschweifen, kehren Sie gedanklich zu dem Gefühl zurück.
  • Ressourcen aktivieren: Quälende Ängste und Sorgen, zehren auf Dauer an den Kräften. Um dennoch leistungsfähig zu bleiben, sollten die Batterien regelmäßig aufgeladen werden. Dafür sollte man die eigenen Kraftquellen kennen. Bei der Beantwortung dieser Fragen gibt es kein „Falsch“ oder „Richtig“. Entscheidend ist, dass sie positive Gefühle auslösen und dadurch die Lebensqualität verbessern.
  • Ärztliche Beratung: Betroffene sollten mit einem Arzt sprechen, wenn sie sich dauerhaft unruhig und gereizt fühlen. Denn hinter diesen Symptomen verbergen sich manchmal auch behandlungsbedürftige, körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, starker Bluthochdruck, Unterzuckerung bei Typ-1-Diabetes). Aber auch bestimmte psychische Erkrankungen wie z.B. Angststörungen oder Depressionen gehen mit Nervosität und innerer Unruhe einher.
  • Stressbewältigungsstrategien: Gewohnheiten zu ändern und Erkrankungen abzuklären, sind wichtige Schritte auf dem Weg der Besserung. Auch ein Coaching (z.B. im Stressmanagement) kann den Umgang mit den Herausforderungen des Lebens verbessern. Zudem können Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen dazu beitragen, Stress zu reduzieren.

Vitamine und Mineralstoffe für starke Nerven

Vitamine haben für Nerven eine besondere Bedeutung. An erster Stelle stehen hier die B-Vitamine, die für die Funktion, Regeneration und das Wachstum der Nerven unerlässlich sind. Sie versorgen nicht nur die Nerven selbst, sondern auch das Gehirn und die Muskeln mit Energie. Vitamin B12 vermindert zudem Stressreaktionen und kann bei Erschöpfung und Überbelastung helfen. Da der essentielle Stoff in größeren Mengen nur in tierischen Lebensmitteln wie Milchprodukten oder Eiern enthalten ist, eignen sich zum Nerven stärken mit Vitamin B Nahrungsergänzungsmittel - die insbesondere für Vegetarier und Veganer sinnvoll sind.

Ebenfalls wichtig ist zudem Vitamin D: Im Vergleich zu den anderen Vitaminen für Nerven kann die benötigte Menge jedoch nicht allein über die Nahrungsaufnahme gedeckt werden. Das „Gute-Laune-Vitamin“ wird auch mithilfe der UV-Strahlung unter der Haut gebildet. Aus diesem Grund besteht vor allem in den Wintermonaten häufig die Gefahr eines Mangels. Betroffene bemerken diesen an Symptomen wie Müdigkeit, fehlender Konzentration, häufigeren Erkrankungen und eventuell sogar einer depressiven Verstimmung. All diese Faktoren führen dazu, dass das seelische Gleichgewicht leichter aus dem Ruder laufen kann.

Das menschliche Nervensystem ist ein hochkomplexes Kommunikationsnetzwerk aus Milliarden von Nervenzellen, das alle Körperfunktionen steuert - vom Herzschlag bis zur Gedächtnisleistung. Es reagiert besonders empfindlich auf externe Belastungen wie chronischen Stress, unausgewogene Ernährung, Schlafdefizite oder Umweltreize. Diese Faktoren können zu funktionellen Einschränkungen führen, die sich in Form von Reizbarkeit, innerer Unruhe oder Erschöpfung äußern. In solchen Situationen kann eine gezielte Zufuhr bestimmter Mikronährstoffe und natürlicher Pflanzenextrakte helfen, die physiologische Funktion des Nervensystems zu stabilisieren und langfristig zu unterstützen. Nahrungsergänzungsmittel für Nerven setzen genau hier an: Sie liefern wissenschaftlich erprobte Substanzen, die in kritischen Lebensphasen einen Beitrag zur nervlichen Belastbarkeit leisten können.

Eine reibungslose Nervenfunktion setzt voraus, dass diese Signale ungestört weitergeleitet werden. Hierzu benötigt der Organismus eine konstante Versorgung mit bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und ungesättigten Fettsäuren, die an der Bildung von Neurotransmittern sowie am Schutz der Nervenstrukturen beteiligt sind. Ist diese Versorgung beeinträchtigt, sei es durch Stress, Nährstoffmangel oder oxidativen Schaden, kann es zu funktionellen Störungen kommen.

Symptome einer geschwächten Nervenfunktion reichen von verminderter Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisproblemen, innerer Unruhe und Reizbarkeit bis hin zu chronischer Müdigkeit, Schlafstörungen, Nervenschmerzen oder depressiven Verstimmungen.

B-Vitamine sind zentral für die Energiegewinnung und die Bildung von Neurotransmittern. Besonders wichtig für das Nervensystem sind:

  • Vitamin B1 (Thiamin): Trägt zur normalen Funktion von Nerven und Psyche bei.
  • Vitamin B6 (Pyridoxin): Beteiligt an der Bildung von Serotonin und Dopamin.
  • Vitamin B12 (Cobalamin): Wichtig für Myelinscheiden, die Nervenfasern schützen.
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): Trägt zur geistigen Leistungsfähigkeit bei.

Ein Mangel an diesen Vitaminen kann sich negativ auf Stimmung, Reaktionsfähigkeit und Konzentration auswirken, da sie direkt in die Synthese und Funktion von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Acetylcholin eingreifen. Ein Defizit an Vitamin B6 kann beispielsweise die Umwandlung von Tryptophan zu Serotonin hemmen, was mit depressiven Verstimmungen in Verbindung gebracht wird. Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu einer gestörten Myelinsynthese führen, wodurch die Reizweiterleitung entlang der Nervenbahnen beeinträchtigt wird. Dies kann neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle, Koordinationsstörungen oder auch kognitive Einbußen nach sich ziehen. Die ausreichende Versorgung mit diesen Vitaminen ist somit essenziell für eine stabile Stimmungslage, eine reaktionsschnelle Informationsverarbeitung und eine ausgeglichene psychische Verfassung.

Magnesium spielt eine zentrale Rolle bei der Reizweiterleitung zwischen Nervenzellen, da es als Cofaktor an der Stabilisierung von Zellmembranen und an der Regulation spannungsabhängiger Ionenkanäle beteiligt ist. Dies beeinflusst maßgeblich die neuronale Erregbarkeit und damit die Funktion des gesamten Nervensystems. Darüber hinaus fördert Magnesium die Freisetzung und Wirkung hemmender Neurotransmitter wie GABA, wodurch es eine beruhigende Wirkung auf die Psyche entfalten kann. Ein Magnesiummangel kann daher mit Symptomen wie Nervosität, Muskelkrämpfen oder Schlafstörungen einhergehen. Unter körperlichem oder psychischem Stress wird vermehrt Magnesium verbraucht und über die Nieren ausgeschieden, was den Bedarf zusätzlich erhöht. Hochwertige Nahrungsergänzungsmittel enthalten deshalb gut bioverfügbare Formen wie Magnesiumcitrat oder Magnesiumbisglycinat, die vom Organismus effizient aufgenommen und verwertet werden können.

EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), zwei langkettige Omega-3-Fettsäuren, sind integrale Bestandteile der Phospholipiddoppelschichten von Nervenzellmembranen, insbesondere im Gehirn und der Netzhaut. DHA macht dabei über 30 % der gesamten Fettsäuren in der grauen Substanz des Gehirns aus. Beide Fettsäuren beeinflussen die Fluidität der Zellmembranen und modulieren die Aktivität von Membranrezeptoren sowie Signalwegen, die für die neuronale Kommunikation entscheidend sind. Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit EPA und DHA zur Aufrechterhaltung kognitiver Funktionen beiträgt, entzündungshemmende Effekte im zentralen Nervensystem entfaltet und mit einer verbesserten Stressresilienz sowie emotionalen Ausgeglichenheit in Verbindung steht.

Adaptogene bei chronischem Stress

Adaptogene wie Ashwagandha, Rhodiola rosea und Ginseng können die körperliche Stressreaktion modulieren, indem sie die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol regulieren und die Sensitivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) verringern. Dadurch tragen sie zur Stabilisierung des vegetativen Nervensystems bei, was sich positiv auf Herzfrequenz, Blutdruck und Schlafqualität auswirken kann. Ashwagandha (Withania somnifera) wirkt anxiolytisch und verbessert laut Studien die Stressresistenz und das allgemeine Wohlbefinden. Rhodiola rosea (Rosenwurz) wird insbesondere bei geistiger Erschöpfung und Konzentrationsproblemen eingesetzt, während Ginseng (Panax ginseng) adaptogen und tonisierend wirkt, was sich unter anderem in einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und einer besseren Regenerationsfähigkeit äußern kann.

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