Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die vornehmlich von mentalen Funktionsstörungen geprägt ist. Betroffene Menschen durchleben Gedächtnisverlust, Sprachstörungen, Desorientierungen und Persönlichkeitsveränderungen. Probleme bei der Alltagsbewältigung und Vernachlässigung der eigenen Person sind dabei nur der Beginn des fortschreitenden Abbaus der bislang als selbstverständlich angesehenen Fähigkeiten - wobei viele Erkrankte charakteristische Wesenszüge und Eigenarten behalten. Demenziell veränderte Menschen sind alltäglichen Handlungen in hohem Maß von fremder Hilfe abhängig und können ihre Interessen, Bedürfnisse und Wünsche nicht mehr zum Ausdruck bringen oder geltend machen. Im Saarland gibt es eine Vielzahl von Pflegeheimen, die sich auf die Betreuung von Menschen mit Demenz spezialisiert haben. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Einrichtungen, ihre Angebote und die finanziellen Aspekte der Pflege.
Spezialisierte Betreuung für Menschen mit Demenz
Viele Pflegeheime im Saarland haben spezielle Wohnbereiche für demenziell erkrankte Menschen eingerichtet. Diese Bereiche sind darauf ausgerichtet, den besonderen Bedürfnissen dieser Bewohner gerecht zu werden und ihnen eine bestmögliche Lebensqualität zu bieten.
Besonderheiten spezialisierter Wohnbereiche
Einige Einrichtungen bieten beispielsweise Rundläufe im Wohnbereich, um den Bewohnern die ungehinderte Möglichkeit zu geben, sich jederzeit zu bewegen. Die Wohnküche ist oft der Mittelpunkt der Wohngruppe, wo gemeinsam gekocht und der Tag in der Gemeinschaft verbracht wird. Tagesstrukturierende Maßnahmen werden in der Gruppe umgesetzt, und es wird auch Einzelbetreuung durch speziell geschulte Mitarbeitende angeboten.
MAKS-Therapie
Einige Einrichtungen setzen auf die "MAKS"-Therapie, eine Aktivierungstherapie für Menschen mit demenziellen Veränderungen. Diese Therapie fördert motorische, kognitive, alltagspraktische und soziale Fähigkeiten. Es gibt auch zertifizierte Schulungsprogramme der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V.
Offene und beschützende Bereiche
Während einige Wohnbereiche offen gestaltet sind, gibt es auch Einrichtungen, die beschützende Bereiche anbieten. Trotz getroffener Vorkehrungen, wie spezielle Schranken am Treppenaufgang, sind viele Bereiche offen gestaltet, um den Bewohnern ein Gefühl von Freiheit und Selbstständigkeit zu ermöglichen.
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Auswahl von Pflegeheimen im Saarland
Im Saarland gibt es eine breite Palette von Pflegeheimen, die unterschiedliche Schwerpunkte und Konzepte in der Betreuung von Demenzkranken anbieten. Hier ist eine Auswahl einiger Einrichtungen:
- Alloheim Senioren-Residenz "Am Alten Rathaus" Völklingen
- Alten- und Pflegeheim Haus Emilie Völklingen
- Alten- und Pflegeheim St. Anna Sulzbach/Saar
- Alten- und Seniorenheim St. Josef Völklingen
- Altenheim am Schlossberg Saarbrücken
- Altenheim St. Augustin Püttlingen
- AWO - Seniorenzentrum "Brigitte-Winkler-Haus" Heusweiler
- AWO - Seniorenresidenz Viktoria Püttlingen
- AWO - Seniorenzentrum Johanna-Kirchner-Haus Saarbrücken
- AWO - Seniorenzentrum Ludweiler Völklingen
- AWO Richard-Kirn-Haus Sulzbach Sulzbach/Saar
- Barmherzige Brüder gGmbH Einrichtung der Altenhilfe Haus St. Hedwig u. Haus St. Vinzenz Kleinblittersdorf
- Caritas SeniorenHaus Bischmisheim Saarbrücken
- Caritas SeniorenHaus St. Irmina Saarbrücken
- Caritas Seniorenzentrum St. Barbarahöhe Kleinblittersdorf
- Casa Reha Elisabethenhof Saarbrücken
- Cura-Med Süd-Warndt Klinik GmbH (Altenpflegebereich) Großrosseln
- DRK Sozialzentrum Am Markt Dudweiler Saarbrücken
- Egon-Reinert-Haus Saarbrücken
- Gevita Residenz Friedrichsthal Friedrichsthal (Saar)
- Haus Fröhnwald Heusweiler
- Haus Hohenzollern Saarbrücken
- Haus Maria Theresia Quierschied
- Haus SONN'ABEND Saarbrücken
- Landhaus im Hofgarten Saarbrücken
- Langwiedstift - Willi-Graf-Haus Saarbrücken
- Margarethenhof GmbH Doreafamilie Saarbrücken Saarbrücken
- Pflege- und Wohnheim für Schwerstmehrfachbehinderte Sulzbach/Saar
- SBE GmbH Haus Saarblick Kleinblittersdorf
- Senioren- und Pflegeheim Elisabeth Saarbrücken
- Seniorenheim Haus im Warndt GmbH & Co.KG Großrosseln
- Seniorenheim Haus Sonnenwinkel Saarbrücken
- Seniorenhilfe Kreuznacher Diakonie Haus am Steinhübel Saarbrücken
- seniorenhilfe kreuznacher diakonie Wichernhaus Saarbrücken
- Seniorenpflege Saarbrücken Haus Eligius Saarbrücken
- Seniorenresidenz im Taubenfeld Quierschied
- Seniorenzentrum Hanns-Joachim-Haus Kleinblittersdorf
- Seniorenzentrum Winterberg Saarbrücken
- Stiftung Langwied Saarbrücken
- Tagespflege im ASB Seniorenzentrum Brebach Saarbrücken
- Wohnstift Reppersberg Saarbrücken
Diese Liste ist nicht erschöpfend, sondern soll einen ersten Überblick über die Vielfalt der Angebote geben. Es empfiehlt sich, die einzelnen Einrichtungen zu besuchen und sich persönlich ein Bild von den Gegebenheiten und dem Pflegekonzept zu machen.
Individuelle Bedürfnisse im Mittelpunkt
Die individuellen Bedürfnisse und das Wohlbefinden der Bewohner stehen im Mittelpunkt des pflegerischen Handelns. In einigen Einrichtungen leben die Bewohner in kleineren, familiären Hausgemeinschaften einen gemeinsamen Alltag, der sich an ihrem bisher gewohnten Tagesablauf orientiert. Der Ansatz legt besonderen Wert auf die individuelle Wahrnehmung jedes Bewohners - seine Gefühle, Verhaltensweisen, Wünsche und Werte stehen im Mittelpunkt. Die Lebensgeschichte wird respektiert, und er wird aktiv in Entscheidungen einbezogen.
Bezugspflege für Vertrauen und Kontinuität
Um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, erhält jeder Bewohner nach seinem Einzug ein festes Bezugs-Pflegeteam, bestehend aus Fach-, Hilfs- und Betreuungskräften. Dieses Team begleitet den Bewohner kontinuierlich, erstellt gemeinsam mit ihm eine Biografie und erfasst fortlaufend seine Wünsche, Bedürfnisse und Gewohnheiten.
Besondere Pflegekonzepte
Einige Einrichtungen, wie das St. Andreas in Homburg-Erbach, pflegen neben der Kongruenten Beziehungspflege auch nach dem Konzept des Werdenfelser Weges.
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Bewohnertage
Ein Alleinstellungsmerkmal der ASB-Seniorenzentren im Saarland sind die Bewohnertage. An diesen Tagen erfüllt das Bezugs-Pflegeteam individuelle Wünsche der Bewohner - ob ein Zoobesuch, ein Konzert, ein Einkaufsbummel oder ein gemeinsamer Ausflug zu früheren Wohnorten.
Das Ziel ist es, die Lebensqualität der Bewohner durch die Wahrung ihrer individuellen Identität zu erhalten. Ihre persönlichen Gewohnheiten und Bedürfnisse werden berücksichtigt, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Kongruente Beziehungspflege stärkt nicht nur das Wohlbefinden der Bewohner, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Sie werden aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden, gestalten den Alltag mit und haben Raum für eigenverantwortliches Handeln.
Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege
Neben der dauerhaften stationären Pflege bieten viele Einrichtungen auch Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege an.
Kurzzeitpflege
Die Kurzzeitpflege richtet sich an Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend Pflege benötigen oder deren Angehörige eine Auszeit nehmen möchten. Die Kosten für die Kurzzeitpflege können von der Pflegekasse übernommen werden. Eine private Nutzung ist ebenfalls möglich. In St. Andreas (Homburg-Erbach) wird die Kurzzeitpflege als solitäre Einrichtung geführt, während sie in Illingen in das bestehende Seniorenzentrum integriert ist.
Die Kurzzeitpflege bietet pflegebedürftigen Menschen für einen begrenzten Zeitraum eine umfassende Betreuung und Versorgung, beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt oder zur Entlastung pflegender Angehöriger. Die Pflegekasse übernimmt einen Teil der Kosten der Pflege und sozialen Betreuung. Auch Personen, bei denen keine offizielle Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde, die aber eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz haben, können die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen.
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Verhinderungspflege
Wenn eine pflegende Person vorübergehend ausfällt - sei es durch Urlaub, Krankheit oder andere persönliche Gründe - kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Die Pflegekasse übernimmt anteilig die Kosten für maximal sechs Wochen pro Jahr.
Angebote und Aktivitäten
Neben der pflegerischen Versorgung bieten die Pflegeheime im Saarland eine Vielzahl von Angeboten und Aktivitäten, um den Bewohnern ein abwechslungsreiches und erfülltes Leben zu ermöglichen.
Ernährung
In den hauseigenen Küchen werden alle Speisen täglich frisch zubereitet. Produkte bewährter Lieferanten sorgen für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Zur Wahl stehen verschiedene Menüs und spezielle Schonkost. Bei der Auswahl der täglich frisch zubereiteten Speisen wird Wert auf höchste Qualität gelegt. Wer nicht jeden Tag selbst einkaufen und kochen kann, oder wem es in Gesellschaft einfach besser schmeckt, ist herzlich eingeladen, das Mittagessen beim ASB zu genießen (Kirkel-Limbach und Illingen). Das Essen kommt frisch zubereitet und lecker direkt aus der Küche der jeweiligen Einrichtung auf den Tisch. Auf dem wöchentlich wechselnden Speiseplan ist für jeden Geschmack und Appetit etwas dabei, ganz gleich ob Sie Vollkost oder leichte Kost bevorzugen.
Beschäftigungstherapie
Neben der medizinisch-pflegerischen Versorgung ist es das Ziel, verloren gegangene Fähigkeiten wieder zu gewinnen und vorhandene Begabungen zu stärken. Die Beschäftigungstherapie bietet Gymnastik, Gedächtnistraining, gemeinsames Singen, Spielen, Basteln und vieles mehr.
Weitere Angebote
Einige Einrichtungen bieten auch betreutes Wohnen an, wie beispielsweise in Limbach, wo seit dem 01.01.2025 sechs Plätze im betreuten Wohnen zur Verfügung stehen. Dieses Angebot richtet sich an Senioren, die weiterhin selbstständig leben möchten, jedoch auf eine sichere Wohnumgebung mit optionaler Unterstützung nicht verzichten wollen.
Finanzielle Aspekte der Pflege
Die Kosten für die Pflege in einem Pflegeheim setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, darunter die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die Pflegekosten und gegebenenfalls Investitionskosten. Ein Teil dieser Kosten kann durch Leistungen der Pflegeversicherung gedeckt werden.
Leistungen der Pflegeversicherung
Gemäß § 43 Abs. 2 Satz 2 SGB XI beträgt der Anspruch je Kalendermonat:
- 805,00 € für Pflegebedürftige des Pflegegrades 2
- 1.319,00 € für Pflegebedürftige des Pflegegrades 3
- 1.855,00 € für Pflegebedürftige des Pflegegrades 4
- 2.096,00 € für Pflegebedürftige des Pflegegrades 5
Gemäß § 43 Absatz 3 SGB XI:
- 131,00 € für Pflegebedürftige des Pflegegrades 1
Weiter zahlt die Pflegekasse auf den zu zahlenden Eigenanteil an den pflegebedingten Aufwendungen einen Leistungszuschlag gem. §43c SGB XI. Die Entlastung beträgt bei einem Aufenthalt von …
- bis zu 12 Monaten 15 Prozent,
- mehr als 12 Monaten 30 Prozent,
- mehr als 24 Monaten 50 Prozent
Eigenanteil
Trotz der Leistungen der Pflegeversicherung müssen Bewohner in der Regel einen Eigenanteil an den Pflegekosten tragen. Dieser Eigenanteil variiert je nach Pflegegrad und Einrichtung.
Beispiele für Einrichtungen im Saarland
Um einen besseren Eindruck von den verschiedenen Einrichtungen im Saarland zu vermitteln, werden im Folgenden einige Beispiele näher betrachtet:
Seniorenresidenz „St. Mattheis“ der AWO in Weiskirchen
Im heilklimatischen Kur- und Kneippkurort Weiskirchen, am Rande der Ausläufer des Hochwaldes, befindet sich die Seniorenresidenz „St. Mattheis“ der AWO. Die hellen und freundlichen Zimmer können auf Wunsch mit eigenen Lieblingsmöbelstücken liebevoll eingerichtet werden. Das Konzept der Dementenversorgung sieht eine telsegregative Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz vor. Die idyllische Umgebung um das Haus und die klimatischen Bedingungen in der Tourismus- und Kurgemeinde Weiskirchen sind wie geschaffen zum Entspannen.
Haus am Schlossberg in Homburg
Inmitten der schönen Altstadt der 42.000 Einwohner-Stadt Homburg liegt das Haus am Schlossberg. Das 10.000 qm große Grundstück schafft durch seine großzügigen Gartenanlagen Ruhe und Entspannung trotz der zentrumsnahen Lage. Die christlichen Wertvorstellungen, insbesondere Menschlichkeit, Nächstenliebe und die Achtung der Würde aller Menschen, bilden die Eckpfeiler des täglichen Handelns. Bei Sorgen und Krisen werden die Bewohnerinnen und Bewohner nicht alleine gelassen, sondern ihnen wird seelsorgerliche Betreuung und religiöser Beistand geboten. Auch Menschen anderer Glaubensrichtungen und Religionen sind willkommen. Im Rahmen der Möglichkeiten werden sie bei der Ausübung ihrer Religion unterstützt. Ehrenamtlich engagierte Menschen sind eine wichtige Unterstützung, die das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner des Haus am Schlossberg abwechslungsreicher und schöner machen.
Gevita Residenz Friedrichsthal
Die Gevita TagesResidenz bietet 20 Gästen einen gemütlichen, hellen Aufenthaltsort. 134 Seniorinnen und Pflegebedürftige finden auf den drei Wohnbereichen ein neues Zuhause. Seit 2003 beliefert das Gevita Mobil Kunden aus dem Sulzbachtal, Bildstock und Elversberg mit frisch zubereitetem Essen aus der Küche der Gevita Residenz „Zur Helene„. Die Gerichte werden in modernen Thermoboxen geliefert. Diese Systeme garantieren, dass das Essen optimal temperiert bei den Kundinnen ankommt. Das optisch ansprechende, hochwertige Porzellangeschirr tut sein Übriges, um die Qualität des gelieferten Essens zu unterstreichen. Ältere Menschen, die noch zu Hause leben, können hier Kontakte knüpfen, erfahren Beratung und erhalten Lebenshilfe zur Bewältigung ihres Alltags. Das beginnt mit Informationen zur Pflegeversicherung und reicht bis hin zur progressiven Muskelentspannung, um fit und gesund zu bleiben.
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