Die Post-Zoster-Neuralgie (PZN) ist eine häufige und oft schmerzhafte Komplikation nach einer Gürtelrose (Herpes Zoster). Sie entsteht durch die Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus, dem gleichen Erreger, der auch Windpocken verursacht. Obwohl die Schulmedizin effektive Behandlungen bietet, suchen viele Betroffene nach ergänzenden Methoden zur Schmerzlinderung und Verbesserung ihrer Lebensqualität. Die Homöopathie kann hier eine wertvolle Unterstützung bieten.
Was ist Post-Zoster-Neuralgie?
Nach einer überstandenen Windpockeninfektion verbleibt das Varicella-Zoster-Virus inaktiv in den Nervenzellen. Bei einer Schwächung des Immunsystems, beispielsweise durch Stress, Alterungsprozesse oder immunsuppressive Therapien, kann das Virus reaktiviert werden und eine Gürtelrose auslösen. Die Gürtelrose äußert sich durch einen schmerzhaften, meist gürtelförmigen Hautausschlag mit Bläschenbildung, der typischerweise auf einer Körperseite auftritt.
Normalerweise heilt die Gürtelrose innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Bei etwa 10 bis 15 % der Betroffenen bleiben jedoch nach Abheilung des Hautausschlags weiterhin starke Nervenschmerzen bestehen. Diese chronischen Schmerzen, die länger als drei Monate andauern, werden als Post-Zoster-Neuralgie bezeichnet. Das Risiko, an einer PZN zu erkranken, steigt mit dem Alter.
Ursachen und Symptome der Post-Zoster-Neuralgie
Die Post-Zoster-Neuralgie wird vermutlich durch eine entzündungsbedingte Schädigung der Nerven verursacht. Die Patienten leiden häufig unter brennenden Dauerschmerzen, die von einschießenden, elektrisierenden Schmerzattacken begleitet werden können. Auch Missempfindungen und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit bei Berührung sind typische Symptome.
Konventionelle Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie
Die konventionelle Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Zum Einsatz kommen in der Regel:
Lesen Sie auch: Aktuelle Leitlinie: Post-Zoster-Neuralgie
- Antivirale Medikamente: Diese werden vor allem in der Akutphase der Gürtelrose eingesetzt, um die Virusvermehrung zu hemmen und Komplikationen vorzubeugen.
- Schmerzmittel: Gegen die Schmerzen werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt. Bei sehr starken Schmerzen können auch Opioide wie Tramadol oder Morphin erforderlich sein.
- Antikonvulsiva: Medikamente wie Gabapentin und Pregabalin, die ursprünglich zur Behandlung von Krampfanfällen entwickelt wurden, können ebenfalls bei Nervenschmerzen helfen.
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva wie Amitriptylin können ebenfalls schmerzlindernd wirken.
- Lokale Therapien: Lidocain-Pflaster oder Capsaicin-haltige Cremes können lokal auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, um die Schmerzen zu lindern.
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Bei dieser Methode werden elektrische Impulse über die Haut an die Nerven gesendet, um die Schmerzwahrnehmung zu verringern.
Homöopathie als ergänzende Behandlung
Die Homöopathie sieht Erkrankungen als Ausdruck einer Störung der Lebenskraft an. Ziel der homöopathischen Behandlung ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und das Gleichgewicht wiederherzustellen. Bei der Post-Zoster-Neuralgie kann die Homöopathie als ergänzende Behandlung eingesetzt werden, um die Schmerzen zu lindern, die Heilung zu unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Die Wahl des richtigen homöopathischen Mittels
In der Homöopathie wird das passende Mittel individuell anhand der spezifischen Symptome des Patienten ausgewählt. Dabei werden nicht nur die körperlichen Beschwerden berücksichtigt, sondern auch die seelische Verfassung und die individuellen Reaktionsmuster.
Einige homöopathische Mittel, die bei Post-Zoster-Neuralgie häufig in Betracht gezogen werden, sind:
- Ranunculus bulbosus: Dieses Mittel wird oft bei stechenden, neuralgischen Schmerzen eingesetzt, die sich bei Berührung und Wetterwechsel verschlimmern. Es ist auch ein Bestandteil des Komplexmittels Ranunculus Pentarkan® D, das speziell zur Behandlung von Gürtelrose-bedingten Nervenschmerzen entwickelt wurde.
- Arsenicum album: Dieses Mittel kann bei brennenden Schmerzen mit Ruhelosigkeit und Angstzuständen angezeigt sein. Die Beschwerden verschlimmern sich oft nachts und bessern sich durch Wärme.
- Mezereum: Dieses Mittel wird häufig bei unerträglichen Nervenschmerzen eingesetzt, die sich durch Berührung und Bettwärme verschlimmern.
- Hypericum perforatum: Dieses Mittel ist besonders hilfreich bei Nervenverletzungen und -entzündungen.
- Rhus toxicodendron: Dieses Mittel kann bei brennenden, stechenden Schmerzen angezeigt sein, die sich bei Bewegung bessern.
- Belladonna: Dieses Mittel wird oft bei heftigen, pochenden Schmerzen mit Rötung und Entzündung eingesetzt.
- Spigelia anthelmia: Dieses Mittel kommt hauptsächlich bei der Trigeminusneuralgie zum Einsatz.
- Toxicodendron querifolicum: Der Giftsumach findet bei Ischialgie Anwendung.
- Verbascum: Ist ebenfalls bei einer Trigeminusneuralgie sehr hilfreich.
Schüßler-Salze
Auch die Schüßler-Salze können bei der Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie unterstützend eingesetzt werden. Einige wichtige Schüßler-Salze sind:
- Nr. 5 Kalium phosphoricum: Dieses Salz dient als Baumaterial für die Nervenzellen und unterstützt den Kräftehaushalt im Körper.
- Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Magnesium phosphoricum ist ein wichtiger Bestandteil der Nervenbahnen und hat eine positive Wirkung, wenn Nervenschmerzen mit ins Spiel kommen.
- Nr. 10 Natrium sulfuricum: Dieses Salz forciert die Ausscheidung und hat eine entzündungshemmende Wirkung, was den Heilverlauf zusätzlich begünstigt.
- Nr. 21 Zincum chloratum: Zur Immunstärkung und zur Stabilisierung des Nervensystems trägt das Schüßler-Salz Nr. 21, Zincum chloratum, bei.
Bachblüten
Auch Bachblüten können eingesetzt werden, um die seelische Belastung durch die chronischen Schmerzen zu lindern. Einige in Frage kommende Bachblüten sind:
Lesen Sie auch: Schlaganfall und Kopfschmerzen: Was Sie wissen müssen
- Nr. 3 Beech: Um Unterstützung von außen besser annehmen zu können.
- Nr. 9 Clematis: An den Einsatz der „Kummer-Blüte“ Nr. sollte ebenfalls gedacht werden.
- Nr. 11 Elm: Wenn extreme Anstrengung vorhanden war oder ist.
- Nr. 18 Impatiens: Abhilfe schaffen bei Stress.
- Nr. 35 White Chestnut: Behandlung nicht fehlen.
Weitere naturheilkundliche Maßnahmen
Neben der Homöopathie und den Schüßler-Salzen können auch andere naturheilkundliche Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden beitragen:
- Ernährung: Eine basenreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann das Immunsystem stärken und den Heilungsprozess unterstützen. Gemieden werden sollen Nahrungsmittel, die das Immunsystem schwächen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann die Durchblutung fördern und die Schmerzen lindern.
- Entspannung: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und die Schmerzwahrnehmung zu verringern.
- Ätherische Öle: Ätherische Öle wie Lavendel-, Rosmarin- oder Johanniskrautöl können äußerlich angewendet werden, um die Schmerzen zu lindern und die Entspannung zu fördern.
- Capsaicin: Capsaicin-haltige Cremes oder Salben können lokal auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, um die Schmerzen zu lindern.
Vorbeugung der Post-Zoster-Neuralgie
Die beste Vorbeugung gegen die Post-Zoster-Neuralgie ist die Impfung gegen Gürtelrose. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung mit dem Totimpfstoff allen Personen über 60 Jahren sowie Menschen ab 50 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für Herpes Zoster haben. Die Impfung erhöht die zelluläre Immunabwehr und unterstützt dadurch den Körper, die in den Nervenzellen sitzenden Varizellenviren weiter in Schach zu halten.
Lesen Sie auch: Alte Posten in der Neurologie
tags: #post #zoster #neuralgie #homoopathie