Präsenile Alzheimer-Krankheit: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Alzheimer-Krankheit, die häufigste Form der Demenz, ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den Abbau von Gehirnzellen gekennzeichnet ist. Obwohl sie meist ältere Menschen betrifft, kann sie in seltenen Fällen auch in jüngerem Alter auftreten. Diese Form wird als präsenile Alzheimer-Krankheit bezeichnet und beginnt vor dem 65. Lebensjahr.

Demenz: Ein Überblick

Demenz ist ein Oberbegriff für eine Gruppe von Symptomen, die durch den Verlust kognitiver Fähigkeiten verursacht werden und das tägliche Leben beeinträchtigen. Es ist keine spezifische Krankheit, sondern ein Syndrom, das als Folge verschiedener Erkrankungen des Gehirns auftreten kann. Zu den häufigsten Demenzformen gehören:

  • Alzheimer-Krankheit (45-70% aller Demenzen): Die häufigste Ursache für Demenz, gekennzeichnet durch den allmählichen Verlust von Gedächtnis, Denkvermögen und anderen kognitiven Funktionen.
  • Vaskuläre Demenz (15-25%): Entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, beispielsweise nach einem Schlaganfall.
  • Lewy-Body-Demenz (3-10%): Geht mit ähnlichen Symptomen wie Alzheimer einher, zusätzlich treten jedoch häufig Halluzinationen und Parkinson-ähnliche Symptome auf.
  • Frontotemporale Demenz (3-18%): Betrifft vor allem jüngere Menschen und äußert sich durch Veränderungen der Persönlichkeit, des Verhaltens und der Sprache.
  • Gemischte Formen (5-20%): Kombinationen verschiedener Demenzformen, am häufigsten Alzheimer und vaskuläre Demenz.

Präsenile Alzheimer-Krankheit: Was ist das?

Die präsenile Alzheimer-Krankheit ist eine Form der Alzheimer-Krankheit, die vor dem 65. Lebensjahr beginnt. Sie macht einen kleinen Prozentsatz aller Alzheimer-Fälle aus. Die Unterteilung der AD in eine präsenile Form (Beginn vor dem 65. Lebensjahr) und eine senile Form (Beginn nach dem 65. Lebensjahr) stellt eine klinische Konvention dar.

Ursachen der präsenilen Alzheimer-Krankheit

Die Ursachen der präsenilen Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, umweltbedingten und Lebensstilfaktoren eine Rolle spielt.

  • Genetische Faktoren: In seltenen Fällen (weniger als 1%) ist die präsenile Alzheimer-Krankheit auf Mutationen in bestimmten Genen zurückzuführen, die autosomal-dominant vererbt werden. Diese Mutationen führen zu einer Überproduktion von Amyloid-β (Aβ), was zu Nervenzelluntergang und Demenz führt. Die am häufigsten betroffenen Gene sind Presenilin 1 (PSEN1), Amyloid-Vorläuferprotein (APP) und Presenilin 2 (PSEN2).
  • Sporadische Form: Weit weniger als 1 % aller Patienten mit AD leiden unter einer autosomal-dominanten Erkrankung. Risikofaktoren der sporadischen Alzheimer und gemischten Demenzen sind z. B. Alter, weibliches Geschlecht (höhere Lebenserwartung), der Apolipoprotein-E4-Polymorphismus, depressive Erkrankungen, Bewegungsmangel, Übergewicht und insgesamt eine höhere somatische Morbidität.
  • Andere Risikofaktoren: Obwohl das Alter der größte Risikofaktor ist, können auch andere Faktoren das Risiko einer präsenilen Alzheimer-Krankheit erhöhen, darunter:
    • Familiengeschichte von Demenz
    • Down-Syndrom
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes)
    • Schädel-Hirn-Trauma
    • Depressionen
    • Ungesunder Lebensstil (Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel)

Symptome der präsenilen Alzheimer-Krankheit

Die Symptome der präsenilen Alzheimer-Krankheit ähneln denen der Alzheimer-Krankheit im späteren Alter. Sie entwickeln sich jedoch oft schneller und können sich anders manifestieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Gedächtnisverlust: Schwierigkeiten, sich an neue Informationen zu erinnern, wiederholtes Stellen von Fragen, Verlegen von Gegenständen.
  • Sprachprobleme: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, undeutliche Sprache, Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen.
  • Orientierungsprobleme: Sich in vertrauter Umgebung verirren, Schwierigkeiten, sich an Zeit und Ort zu erinnern.
  • Probleme mit dem Denkvermögen: Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, Probleme mit Planung und Organisation, vermindertes Urteilsvermögen.
  • Verhaltensänderungen: Reizbarkeit, Aggressivität, Angstzustände, Depressionen, sozialer Rückzug.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Veränderungen im Charakter, Verlust des Interesses an Hobbys und Aktivitäten, Teilnahmslosigkeit.

Diagnose der präsenilen Alzheimer-Krankheit

Die Diagnose der präsenilen Alzheimer-Krankheit kann eine Herausforderung sein, da die Symptome oft unspezifisch sind und andere Erkrankungen ähnliche Symptome verursachen können. Die Diagnose erfordert eine umfassende Bewertung durch medizinisches Fachpersonal, einschließlich:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt wird Sie zu Ihren Beschwerden und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand befragen. Er wird auch fragen, ob Sie irgendwelche Medikamente einnehmen und wenn ja, welche. Denn viele Präparate können die Hirnleistung vorübergehend oder dauerhaft verschlechtern. Während dieses Anamnese-Gesprächs achtet der Arzt auch darauf, wie gut Sie sich auf das Gespräch konzentrieren können. Oft unterhält sich der Arzt auch mit nahen Angehörigen. Er fragt sie etwa, ob der Patient unruhiger oder aggressiver ist als früher, nachts sehr aktiv ist oder Sinnestäuschungen hat.
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Reflexe, der Muskelkraft, der Koordination und des Gleichgewichts.
  • Neuropsychologische Tests: Beurteilung der kognitiven Funktionen wie Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit und Problemlösungsfähigkeiten. Häufig verwendete Demenztests sind etwa der Uhrentest, MMST und DemTect.
  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) des Gehirns, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen und Veränderungen im Gehirn zu erkennen.
  • Liquoruntersuchung: Analyse der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, um Biomarker für Alzheimer-Krankheit zu bestimmen (Amyloid-Plaques und Neurofibrillen).
  • Genetische Tests: Bei Verdacht auf eine familiäre Form der Alzheimer-Krankheit können genetische Tests durchgeführt werden, um Mutationen in den relevanten Genen zu identifizieren.

Behandlung der präsenilen Alzheimer-Krankheit

Leider gibt es derzeit keine Heilung für die Alzheimer-Krankheit, weder für die präsenile noch für die senile Form. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien zu verbessern. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus:

  • Medikamentöse Behandlung:
    • Cholinesterasehemmer: Diese Medikamente (z. B. Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) können die Symptome bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Krankheit verbessern, indem sie den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin im Gehirn hemmen.
    • Glutamat-Antagonisten: Memantin kann bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden, um die Auswirkungen von überschüssigem Glutamat im Gehirn zu reduzieren.
    • Antidepressiva und Neuroleptika: Zur Behandlung von Begleiterscheinungen wie Depressionen, Angstzuständen, Schlafstörungen und Verhaltensauffälligkeiten.
    • Antikörper-Wirkstoffe: Seit 2023 stehen zwei Antikörper zur ursächlichen Behandlung der frühen Alzheimer-Demenz zur Verfügung. Ursächlich bedeutet: Sie bauen aktiv Amyloid-Plaques ab. Das sind Eiweißablagerungen im Hirn, die bei der Entstehung der Krankheit eine zentrale Rolle spielen.
  • Nicht-medikamentöse Behandlung:
    • Kognitive Stimulation: Gedächtnis- und Orientierungsübungen, um die geistigen Fähigkeiten zu erhalten.
    • Ergotherapie: Hilft den Betroffenen, ihre Alltagsfähigkeiten zu verbessern und anzupassen.
    • Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
    • Physiotherapie: Fördert die körperliche Aktivität und Beweglichkeit.
    • Musiktherapie, Kunsttherapie, Aromatherapie: Kann die Stimmung verbessern und das Wohlbefinden steigern.
    • Psychotherapie: Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und Reduzierung von Ängsten und Depressionen.
    • Soziale Unterstützung: Teilnahme an Selbsthilfegruppen, Unterstützung durch Angehörige und Freunde.
  • Lebensstiländerungen:
    • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann die Gehirnfunktion unterstützen.
    • Regelmäßige körperliche Aktivität: Körperliche Aktivität kann die Durchblutung des Gehirns verbessern und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
    • Geistige Aktivität: Kognitiv anregende Aktivitäten wie Lesen, Kreuzworträtsel lösen und Schach spielen können die geistige Reserve erhöhen.
    • Soziale Interaktion: Regelmäßige soziale Kontakte können das Gefühl der Isolation verringern und die Lebensqualität verbessern.

Prävention der Alzheimer-Krankheit

Obwohl es keine garantierte Möglichkeit gibt, die Alzheimer-Krankheit zu verhindern, gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko möglicherweise verringern können:

  • Gesunde Lebensweise: Eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, geistige Stimulation und soziale Interaktion können das Risiko für Demenz verringern.
  • Kontrolle von Risikofaktoren: Die Behandlung von Bluthochdruck, hohem Cholesterinspiegel, Diabetes und Übergewicht kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz senken.
  • Vermeidung von Schädel-Hirn-Traumata: Das Tragen eines Helms beim Fahrradfahren oder anderen Sportarten kann das Risiko von Kopfverletzungen verringern.
  • Frühzeitige Behandlung von Depressionen: Depressionen können das Risiko für Demenz erhöhen. Eine frühzeitige Behandlung kann das Risiko möglicherweise verringern.

Herausforderungen bei der zahnmedizinischen Behandlung von Demenzpersonen

Die zahnmedizinische Behandlung von Demenzpatienten erfordert besondere Aufmerksamkeit und Sensibilität. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass die Patienten möglicherweise Schwierigkeiten haben, Schmerzen oder Unbehagen zu äußern. Daher ist es wichtig, auf nonverbale Anzeichen zu achten. Zudem ist eine gute Mundhygiene wichtig, die bei Demenzpatienten möglicherweise nicht selbstverständlich ist. Individuell angepasste Zahnersatzlösungen können hilfreich sein.

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