Richard Wright, der Keyboarder und Mitbegründer von Pink Floyd, war eine Schlüsselfigur in der Entwicklung des einzigartigen Sounds der Band. Oft im Schatten seiner Bandkollegen Roger Waters und David Gilmour stehend, trug Wright maßgeblich zu den ikonischen Alben wie "Dark Side of the Moon" und "Wish You Were Here" bei. Sein Tod im September 2008 nach einem kurzen Kampf gegen den Krebs, genauer gesagt einem Gehirntumor, hinterließ eine Lücke in der Musikwelt. Dieser Artikel beleuchtet das Leben und Wirken dieses oft unterschätzten Musikers.
Frühe Jahre und Studienzeit
Richard William Wright wurde am 28. Juli 1943 in London geboren. Seine musikalische Reise begann bereits in der Kindheit, wo er sich an verschiedenen Instrumenten wie Posaune, Saxophon, Gitarre und Klavier ausprobierte. Schon als Teenager zog es ihn zu Jazzkonzerten, während er der Popmusik eher wenig abgewinnen konnte.
Wie seine späteren Bandkollegen Nick Mason und Roger Waters, entschied sich Wright zunächst für ein Architekturstudium am Regent Street Polytechnic in London. Dort lernte er Mason und Waters kennen, ohne zu ahnen, dass sie gemeinsam Rockgeschichte schreiben würden. Das Klavierspielen hatte er sich selbst beigebracht, wobei ihn alles mit Tasten und Knöpfen faszinierte. Hammond-Orgel, Mini-Moog, Kurzweil-Synthesizer, Flügel, Farfisa-Orgel - Rick Wright beherrschte sie alle.
Die Anfänge von Pink Floyd
Mitte der 1960er Jahre machten sich Pink Floyd in der Psychedelic-Rock-Szene Englands einen Namen. Ihr Debütalbum "The Piper at the Gates of Dawn" (1967), noch mit Syd Barrett, markierte den Beginn einer bemerkenswerten Karriere. Wrights Beitrag zum Pink Floyd-Kosmos war unverzichtbar: Ohne seine weiten Soundflächen und elegischen Klangwelten hätte die Band schlicht ganz anders gewirkt.
Wrights Rolle bei Pink Floyd
Im Laufe der Karriere von Pink Floyd stand Wright oft hinter seinen Bandkollegen Roger Waters und David Gilmour zurück. Dennoch kann man sich den Pink Floyd-Kosmos nur mit seinem Beitrag überhaupt vorstellen. Nicht nur seine Kompositionen, sondern auch seine Aura verlieh Alben wie "Dark Side Of The Moon", "Meddle" und "Wish You Were Here" eine Leichtigkeit.
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Ab Mitte der 1970er Jahre rückte das Songwriting aus seinem Fokus, und Wright konzentrierte sich verstärkt auf seine Rolle als "ausführender" Keyboarder. Während der Aufnahmen zu "Animals" (1977) kam es zu einer Schreibblockade, da Wright unter seiner angeschlagenen Ehe litt. Als die Band 1979 ihr legendäres Werk "The Wall" einspielte, wurde Wright von Waters aus der Band gedrängt. Die anschließende Tournee absolvierte der Keyboarder noch mit, allerdings nicht mehr als festes Mitglied, sondern als angestellter Livemusiker. Auf dem Album "The Final Cut" (1983) fehlte er bereits komplett, und 1984 zog er sich nach Griechenland zurück.
Soloprojekte und Wiederannäherung
Nach seinem Ausscheiden bei Pink Floyd verfolgte Wright Soloprojekte. 1978 veröffentlichte er seine erste eigene Platte "Wet Dream". 1984 gründete er mit dem Musiker Dave Harris das Duo Zee. Der kommerzielle Erfolg blieb jedoch aus.
Erst 1987 näherten sich Wright und Pink Floyd wieder an. Nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung um den Bandnamen veröffentlichten David Gilmour und Nick Mason 1987 das Pink Floyd-Album "A Momentary Lapse of Reason", auf dem Wright wieder als Gastmusiker mitspielte. Während der anschließenden Tournee gab die Gruppe bekannt, dass ihr Original-Keyboarder wieder an Bord sei - obwohl er zu dieser Zeit nach wie vor als Angestellter für die Band arbeitete.
1994 fand endgültig zusammen, was zusammengehört: Rick Wright wurde wieder vollständiges Mitglied und nahm großen Einfluss auf "The Division Bell" (1994), das 14. Studioalbum der Briten.
Das Vermächtnis von Richard Wright
Ein Wiedersehen zwischen Richard Wright und Roger Waters geschah erst im Jahr 2000, fast zwei Dekaden nach ihrer letzten Begegnung. Angeleiert wurde die Zusammenkunft von Waters' Keyboarder Jon Carin. Wright zeigte sich im Anschluss nicht begeistert und berichtete von einem unpersönlichen, kurzen Treffen. Von seinem Freund David Gilmour hingegen erhielt er wiederholt Schützenhilfe.
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Am 2. Juli 2005 folgte der Moment, der jedem noch so gestandenen Altrocker die Tränen in die Augen treibt: Pink Floyd standen wieder gemeinsam auf der Bühne. Für das Live 8-Konzert von Bob Geldof vergaßen Waters und seine Kollegen ihren Streit und spielten gemeinsam das letzte Pink Floyd-Konzert in klassischer Besetzung.
Seinen letzten Auftritt absolvierte der Keyboarder anlässlich eines Tributkonzerts für Syd Barrett am 10. Mai 2007. Am 15. September 2008 erlag Rick Wright schließlich einem Krebsleiden. David Gilmour wusste bereits vorher, dass sein alter Freund den Kampf gegen den Gehirntumor aufgegeben hatte, verschwieg aber, dass Wright im Sterben lag.
"The Endless River" - Ein Tribut
Dem großen Einfluss des Verstorbenen zollen Gilmour und Mason am 7. November 2014 ein letztes Mal Tribut: Sie veröffentlichen "The Endless River", das fünfzehnte und letzte Pink Floyd-Studioalbum, das fast komplett ohne Gesang auskommt und mehr noch als früher faszinierend weite Ambient-Klangwelten bietet. Es basiert auf Material aus den Sessions für "The Division Bell", enthält also auch maßgebliche Beiträge Wrights. "An dieser Platte lässt sich gut erkennen, dass sein Spiel zum Kern des Pink Floyd-Sounds gehört", erklärte Nick Mason dazu.
Wrights Einfluss auf die Musikwelt
Richard Wright war ein genialer Musiker, dessen Beitrag zum Sound von Pink Floyd oft unterschätzt wurde. Seine Fähigkeit, atmosphärische Klanglandschaften zu schaffen, prägte den einzigartigen Stil der Band und beeinflusste Generationen von Musikern. Trotz seiner bescheidenen Persönlichkeit und der gelegentlichen Konflikte mit seinen Bandkollegen bleibt Wright eine Schlüsselfigur in der Geschichte der Rockmusik.
Seine Kompositionen wie "Us and Them" oder "The Great Gig In The Sky" sind zeitlose Klassiker, die bis heute gehört und geliebt werden. Wrights musikalisches Erbe lebt in den Alben von Pink Floyd weiter und inspiriert weiterhin Musiker und Fans auf der ganzen Welt.
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