Rosmarinöl bei Migräne: Anwendung und Wirkung

Rosmarinöl wird traditionell vielseitig eingesetzt. Es kann bei Verdauungsbeschwerden helfen, den Kreislauf beleben und äußerlich bei rheumatischen Beschwerden angewendet werden. Auch bei Migräne wird Rosmarinöl eine lindernde Wirkung zugeschrieben.

Was ist Rosmarin?

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er wächst im Mittelmeerraum und wird oft als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert. Rosmarinblätter sind nadelförmig, ledrig und glänzend. Sie verströmen einen intensiven, aromatischen Duft, der an Kampfer und Eukalyptus erinnert. Dieser Duft stammt vom ätherischen Öl, das in den Blättern enthalten ist.

Die vielfältige Wirkung von Rosmarin

Rosmarin hat eine lange Tradition als Heilpflanze. Medizinisch anerkannt ist die Anwendung von Rosmarin bei:

  • Verdauungsbeschwerden wie Oberbauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl (innerliche Anwendung)
  • Unterstützende Behandlung von rheumatischen Beschwerden und Kreislaufbeschwerden (äußerliche Anwendung)

Die Blätter von Rosmarin enthalten arzneilich wirksame Stoffe wie:

  • Ätherisches Öl (Hauptkomponenten: 1,8-Cineol, Campher, Terpineol und α-Pinen)
  • Gerbstoffe (Rosmarinsäure)
  • Diterpenphenole (Rosmanol)
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide)

Rosmarin besitzt folgende Wirkungen:

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  • Krampflösend (spasmolytisch)
  • Gallentreibend und gallenflussfördernd (cholagog, choleretisch)
  • Wirksam gegen Lebergifte (antihepatotoxisch)
  • Wirksam gegen Geschwüre (antiulzerogen)
  • Hautreizend
  • Durchblutungsfördernd
  • Schwach antimikrobiell und antiviral

In der Erfahrungsheilkunde wird Rosmarin auch bei Frauenleiden, Gedächtnisschwäche, Kopfschmerzen, Migräne, Ischias, schlecht heilenden Wunden und Quetschungen empfohlen.

Rosmarinöl bei Migräne: Anwendungsmöglichkeiten

Rosmarinöl kann auf verschiedene Arten bei Migräne angewendet werden:

  1. Innerliche Anwendung:

    • Rosmarintee: Einen Teelöffel getrocknete Rosmarinblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken (Tagesdosis: vier bis sechs Gramm Blätter).
    • Einnahme von ätherischem Rosmarinöl: Drei bis vier Tropfen Rosmarinöl mit Zucker oder im Tee einnehmen.
  2. Äußerliche Anwendung:

    • Einreiben der Stirn: Verdünntes Rosmarinöl auf die Stirn auftragen.
    • Aromatherapie: Einige Tropfen ätherisches Rosmarinöl in einen Diffuser oder eine Aromalampe geben.
    • Rosmarinbad: 50 Gramm Rosmarinblätter mit einem Liter Wasser übergießen, kurz aufkochen, 15 bis 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser geben.
    • Massageöl: Ein durchblutungsförderndes Massageöl gegen Muskelschmerzen herstellen, indem 30 Milliliter Johanniskrautöl mit zehn Tropfen Kiefer sowie jeweils fünf Tropfen Wacholderbeere, Eukalyptus radiata und Rosmarin CT Cineol gemischt werden. Mehrmals täglich die schmerzenden Muskeln damit einreiben.
    • Roll-on Stick: Für unterwegs einen Roll-on Stick mit ätherischem Bio-Pfefferminz- und Rosmarinöl verwenden und bei Bedarf auf Stirn, Schläfen und Nacken auftragen.

Aromatherapie mit Rosmarinöl bei Migräne

Die Aromatherapie nutzt die Wirkung ätherischer Öle, um das Wohlbefinden zu steigern und Beschwerden zu lindern. Bei Migräne können bestimmte ätherische Öle, darunter Rosmarinöl, eine positive Wirkung haben.

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Rosmarinöl wirkt anregend, durchblutungsfördernd und schmerzlindernd. Die Aromatherapie unterscheidet verschiedene Chemotypen von Rosmarinöl, die sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkung unterscheiden. Ein häufig verwendeter Chemotyp ist Rosmarin CT 1,8-Cineol.

Rezepturen mit Rosmarinöl für die Aromatherapie:

  • Riechfläschchen für den Kreislauf: Fünf Tropfen Rosmarin CT Cineol, vier Tropfen Bergamotte und sechs Tropfen Limette in ein 5-Milliliter-Braunglasfläschchen geben. Bei Bedarf daran riechen.
  • Duschsalz für den Kreislauf: 200 Gramm feines Meersalz mit einem Esslöffel Sesamöl, zehn Tropfen Limette, acht Tropfen Rosmarin CT Cineol und zwei Tropfen Weißtanne mischen. Einen Teelöffel davon auf der feuchten Haut einreiben und abduschen.
  • Raumduft: Rosmarinöl kann in Zeiten erhöhter geistiger Anstrengung und bei kognitiver Erschöpfung als Raumduft angewendet werden, um Willenskraft und Konzentrationsfähigkeit zu unterstützen.

Was Sie bei der Anwendung von Rosmarin beachten sollten

  • Nebenwirkungen: Rosmarin kann allergische Reaktionen auslösen.
  • Gegenanzeigen: Bei Lebererkrankungen und Gallenwegsbeschwerden sollte Rosmarin und Rosmarinöl nur unter ärztlicher Beobachtung angewendet werden. In der Schwangerschaft darf Rosmarin nicht angewendet werden. Vor der Anwendung in der Stillzeit und bei Kindern sollte ein Arzt oder Apotheker befragt werden.
  • Qualität: Verwenden Sie nur 100 Prozent naturreine ätherische Öle, am besten aus biologischem Anbau oder aus Wildsammlungen.
  • Vorsicht: Vermeiden Sie den Kontakt mit Augen, Schleimhäuten und verletzter Haut.
  • Verträglichkeit: Führen Sie vor der Anwendung einen Armbeugentest durch, um die Verträglichkeit zu prüfen.

Weitere Hausmittel gegen Migräne

Neben Rosmarinöl gibt es noch weitere Hausmittel, die bei Migräne helfen können:

  • Tees: Gewürznelke, Ingwer, Kamillenblüten, Mutterkraut, Weidenrinde, Waldmeister, Mädesüß, Ginkgo, Oregano, Zitronenmelisse, Lindenblüten.
  • Kaffee mit Zitrone: Koffein kann die Blutgefäße erweitern und so Kopfschmerzen lindern.
  • Cayennepfeffer: Einen halben Teelöffel Cayennepfeffer in einem Glas Wasser auflösen.
  • Basilikum: Die ätherischen Öle des Basilikums entfalten ihre Wirkung am besten beim Kauen der frischen Blätter.
  • Johanniskraut: Kann als Tee zubereitet werden.
  • Vanille: Einen Teelöffel geriebene Vanille in einem Glas Wasser auflösen.
  • Pfefferminzöl: Auf Stirn, Schläfen und Nacken auftragen.
  • Grüner Apfel, Lavendel, Eukalyptus, Kamille, Majoran: Können als ätherische Öle in der Aromatherapie verwendet werden.
  • Kälteanwendungen: Salz-Eis-Packungen auf die Schläfen oder Stirn legen.
  • Ansteigendes Fußbad: Die Füße in warmes Wasser stellen und die Temperatur langsam erhöhen.
  • Armgüsse: Kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen.
  • Wechselduschen: Der Wechsel zwischen warm und kalt kann belebend wirken.
  • Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, Homöopathie oder Akupunktur können helfen, die Beschwerden zu lindern.

Aromatherapie als unterstützende Maßnahme

Die Aromatherapie kann eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung von Migräne sein. Ätherische Öle wie Rosmarinöl, Pfefferminzöl und Lavendelöl können helfen, die Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern. Es ist jedoch wichtig, die Anwendung von ätherischen Ölen vorab mit einem Arzt oder Heilpraktiker zu besprechen, um mögliche Risiken und Nebenwirkungen auszuschließen.

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