Sanum-Therapie bei Migräne: Erfahrungen, Anwendung und Alternativen

Migräne ist eine weit verbreitete und oft stark beeinträchtigende Erkrankung. Viele Betroffene suchen nach alternativen oder ergänzenden Behandlungsmethoden, um ihre Symptome zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Die Sanum-Therapie, ein naturheilkundlicher Ansatz, gewinnt in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit der Sanum-Therapie bei Migräne, ihre Grundlagen, Anwendungsbereiche und mögliche Alternativen.

Einführung in die Sanum-Therapie

Die Sanum-Therapie basiert auf den Forschungen von Prof. Günther Enderlein, der erkannte, dass Gesundheit und Krankheit eng mit dem inneren Milieu des Körpers zusammenhängen. Ein Ungleichgewicht, beispielsweise durch Übersäuerung, kann zur Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen führen und somit akute oder chronische Erkrankungen begünstigen. Ziel der Sanum-Therapie ist es, dieses Milieu wieder in Balance zu bringen, Krankheitserreger zu neutralisieren und den Körper von Schadstoffen zu befreien.

Grundlagen der Sanum-Therapie nach Enderlein

Prof. Enderlein entdeckte, dass Mikroben im Körper in verschiedenen Formen existieren, den sogenannten Endobionten. Diese können sowohl in einer apathogenen (nicht krankheitsverursachenden) als auch in einer pathogenen (krankheitsverursachenden) Form vorliegen. Das Prinzip der Isotherapie, auf dem die Sanum-Therapie basiert, zielt darauf ab, die pathogenen Formen in apathogene Formen zurückzuwandeln und somit das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.

Ustilakehl D5: Ein zentrales Mittel in der Sanum-Therapie bei Migräne

Ustilakehl D5 ist ein homöopathisch aufbereitetes Mittel, das in der Sanum-Therapie häufig zur Behandlung von Migräne, Kopfschmerzen während der Regelblutung, Menstruationsstörungen und Wechseljahresbeschwerden eingesetzt wird. Es kann auch den Energiefluss im Körper im Sinne der chinesischen Medizin steigern und sich positiv auf Allergien und psychosomatische Erkrankungen auswirken.

Zusammensetzung und Wirkungsweise von Ustilakehl D5

Ustilakehl D5 wird aus den Sporen des Maisbrands (Ustilago zeae) hergestellt und homöopathisch verdünnt. Maisbrand ist ein parasitischer Pilz, der die gesamte Maispflanze befallen kann. Der Pilz hat ähnliche Wirkungen wie das Ergotamin des Mutterkorns, das sich bei der Anwendung von Migräne und anderen starken Kopfschmerzen bewährt hat.

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Anwendungsbereiche von Ustilakehl D5

Neben der Behandlung von Migräne wird Ustilakehl D5 auch bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Kopfschmerzen während der Regelblutung
  • Menstruationsstörungen und -schmerzen
  • Blutungen im Genitalbereich
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Allergien
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Begleitend bei drohender Fehlgeburt und bei Blutungen im Genitalbereich (z.B. zu lange und zu starke Monatsblutungen, Myomblutungen, Nachblutungen nach der Geburt, leichte Blutungen des Gebärmutterhalses)
  • Zu starker Sexualtrieb beim Mann mit Abgang von Spermaflüssigkeit ohne Erregung (Spermatorrhoe)
  • Haarausfall, fettiges Haar, rissige Nägel und Nagelwachstumsstörungen

Weitere Wirkungen von Ustilakehl D5

Ustilakehl D5 wirkt stark stimulierend auf das Bindegewebe und das körpereigene Abwehrsystem. Es kann eine antiallergische Wirkung ausüben, die bei allergischer Bindehautentzündung, Juckreiz und Heuschnupfen zum Einsatz kommen kann. Positive Effekte haben sich auch bei Viruserkrankungen, HWS-Syndrom, Magenschleimhautentzündung und Morbus Raynaud gezeigt. Ustilakehl D5 kann den freien Energiefluss im Körper fördern und ist daher auch als Unterstützung bei Akupunkturbehandlungen geeignet.

Anwendung und Dosierung von Ustilakehl D5

Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen ein Mal täglich 8 Tropfen vor einer Mahlzeit ein. Für die äußerliche Anwendung werden 2-mal wöchentlich 5-10 Tropfen in der Ellenbeuge in die Haut eingerieben. Nach längstens 4 Wochen Therapie sollte Ustilakehl D5 abgesetzt werden.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen von Ustilakehl D5

Gegenanzeigen sind eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Maisbrand (Ustilago zeae), Autoimmunerkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit und ein Alter unter 12 Jahren. In seltenen Fällen kann es aufgrund des Gehalts an spezifischen organischen Bestandteilen Überempfindlichkeitsreaktionen, hauptsächlich in Form von Hautreaktionen, kommen und eine Allergie gegen Ustilago zeae ausgelöst werden. Die Wirksamkeit von Ustilakehl D5 kann von immunsuppressiv wirkenden Arzneimitteln beeinträchtigt werden. Vor und nach der Behandlung mit oral verabreichten Lebendimpfstoffen muss ein Abstand von 4 Wochen zur Anwendung von Ustilakehl D5 eingehalten werden.

Erfahrungen mit der Sanum-Therapie bei Migräne

Die Erfahrungen mit der Sanum-Therapie bei Migräne sind vielfältig. Einige Patienten berichten von einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden, während andere keine oder nur geringe Veränderungen feststellen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Sanum-Therapie ein individueller Ansatz ist und die Wirkung von verschiedenen Faktoren abhängt, wie z.B. der individuellen Konstitution, der Art und Schwere der Migräne sowie der Einhaltung der Therapieempfehlungen.

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Fallbeispiele und Erfahrungsberichte

Aufgrund der Individualität der Therapie gibt es keine allgemeingültigen Fallbeispiele. Einige Anwender berichten jedoch von folgenden positiven Effekten:

  • Reduktion der Migräneanfälle
  • Verringerung der Schmerzintensität
  • Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Weniger Bedarf an konventionellen Schmerzmitteln

Kritische Betrachtung der Sanum-Therapie

Es ist wichtig, die Sanum-Therapie kritisch zu betrachten und sich bewusst zu sein, dass die wissenschaftliche Evidenz für ihre Wirksamkeit bei Migräne begrenzt ist. Viele Studien sind methodisch nicht einwandfrei oder haben eine zu geringe Teilnehmerzahl, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern. Daher sollte die Sanum-Therapie nicht als alleinige Behandlungsmethode betrachtet werden, sondern eher als ergänzende Maßnahme in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker.

Weitere Sanum-Mittel und ihre Anwendungsbereiche

Neben Ustilakehl D5 gibt es eine Vielzahl weiterer Sanum-Mittel, die bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt werden können. Einige Beispiele sind:

  • Notakehl D5: Enthält Penicillium chrysogenum und wird gegen bakterielle Krankheiten wie Tonsillitis, Bronchitis, Pharyngitis und Harnwegsinfekte eingesetzt.
  • Sanum Mucokehl Augentropfen D5: Können die Symptome einer Konjunktivitis oder eines trockenen Auges bei Sicca-Syndrom lindern.
  • Sanukehl-Reihe: Umfasst eine Auswahl Immunsystem stärkender Medikamente, die Resttoxine verschiedener Erreger enthalten und gegen chronisch-rezidivierende Krankheiten helfen können.

Alternative und ergänzende Behandlungsmethoden bei Migräne

Neben der Sanum-Therapie gibt es eine Reihe weiterer alternativer und ergänzender Behandlungsmethoden, die bei Migräne in Betracht gezogen werden können:

  • Manuelle Therapie: Eine spezielle Form der Physiotherapie, die Funktionsstörungen des Bewegungsapparates behandelt und bei Nacken- und Rückenschmerzen, Arthrose, Bandscheibenproblemen, Kopfschmerzen und Migräne sowie Sportverletzungen helfen kann.
  • TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation): Eine sanfte, nicht medikamentöse Schmerztherapie, die durch elektrische Impulse die Weiterleitung von Schmerzimpulsen zum Gehirn verhindert oder reduziert und die Freisetzung von Endorphinen fördert.
  • Akupunktur: Eine traditionelle chinesische Behandlungsmethode, bei der feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden, um den Energiefluss zu regulieren und Schmerzen zu lindern.
  • Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen kann helfen, Migräneanfälle zu reduzieren. Bestimmte Nahrungsmittel, wie z.B. Käse, Rotwein oder Schokolade, können bei manchen Menschen Migräne auslösen und sollten vermieden werden.
  • Entspannungstechniken: Stress ist ein häufiger Auslöser von Migräne. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und Migräneanfälle zu reduzieren.

Konventionelle Behandlungsmethoden bei Migräne

Neben den alternativen und ergänzenden Behandlungsmethoden gibt es auch eine Reihe konventioneller Behandlungsmethoden, die bei Migräne eingesetzt werden können:

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  • Schmerzmittel: Akute Migräneanfälle können mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Paracetamol oder ASS behandelt werden.
  • Triptane: Triptane sind spezielle Migränemittel, die bei starken Migräneanfällen eingesetzt werden.
  • Prophylaktische Medikamente: Bei häufigen Migräneanfällen können prophylaktische Medikamente wie Betablocker, Antidepressiva oder Antiepileptika eingesetzt werden, um die Häufigkeit und Intensität der Anfälle zu reduzieren.

Die Bedeutung einer ausführlichen Anamnese

Unabhängig von der gewählten Behandlungsmethode ist eine ausführliche Anamnese von entscheidender Bedeutung. Nur so kann der Arzt oder Heilpraktiker die individuellen Ursachen der Migräne erkennen und einen maßgeschneiderten Therapieplan erstellen.

Kostenübernahme für Heilpraktikerbehandlungen

Die Kosten für eine Heilpraktikerbehandlung setzen sich aus dem Honorar des Therapeuten und gegebenenfalls Laborkosten zusammen. Private Zusatz- oder Vollversicherungen übernehmen im Rahmen des gewählten Tarifs vollständig oder anteilig die Kosten für Heilpraktikerbehandlungen. Gesetzliche Kassen übernehmen Heilpraktikerkosten in der Regel nicht. Nur wenige gesetzliche Kassen wie z.B. die IKK Südwest bezuschussen Heilpraktikerleistungen in geringem Rahmen. Für gesetzlich Versicherte besteht aber eventuell die Möglichkeit, eine Zusatzversicherung für Heilpraktiker abzuschließen.

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