Ergotherapeutische Behandlung der schlaffen Parese

Eine schlaffe Parese, gekennzeichnet durch Kraftlosigkeit in Armen oder Beinen, Gefühlsstörungen oder einseitige Lähmungen, stellt Betroffene vor erhebliche Herausforderungen im Alltag. Diese funktionellen Gefühls- und Bewegungsstörungen, wie Lähmungserscheinungen (Paresen) oder Taubheitsgefühle, treten meist unerwartet auf - oft in Situationen hoher seelischer Belastung. Ursache ist nicht eine strukturelle des Nervensystems. Die gute Nachricht ist, dass die Erkrankung gut behandelbar ist, besonders mit frühzeitiger Unterstützung wie einer Bewegungs- und Psychotherapie. Dieser Artikel beleuchtet die ergotherapeutische Behandlung der schlaffen Parese, ihre Ursachen, Symptome und verschiedene Therapieansätze, um Betroffenen und Therapeuten einen umfassenden Überblick zu bieten.

Was ist eine Parese?

Unter Paresen fasst die Medizin unvollständige Lähmungen der Skelettmuskulatur zusammen, die zu mehr oder minder ausgeprägten Bewegungseinschränkungen führen. Bei einer Parese handelt es sich um keine eigenständige Erkrankung. Lähmungen können je nach Schweregrad die Selbstständigkeit im Alltag beeinträchtigen. Sofern dies auf Ihre Situation zutrifft, haben Sie einen möglichen Anspruch auf Pflegegrad und entsprechende Leistungen der Pflegeversicherung.

Je nachdem, wie viele Extremitäten betroffen sind, unterscheidet man in Monoparesen, Hemiparesen, Diparesen, Paraparesen und Tetraparesen. Als Hemiparese bezeichnet man die inkomplette Lähmung einer Körperhälfte. Sie tritt häufig nach einem Schlaganfall auf. Unter einer Tetraparese versteht man die unvollständige Lähmung aller vier Extremitäten, also beider Beine und beider Arme. Eine Paraparese ist die inkomplette Lähmung zweier paralleler Extremitäten, also entweder beider Arme oder beider Beine.

Zentrale und periphere Paresen

Mit welchen Symptomen Paresen in Erscheinung treten, hängt im Wesentlichen davon ab, an welcher Stelle des Nervensystems die Nerven geschädigt sind. Bei einer zentralen Parese ist ein motorischer Nerv im zentralen Nervensystem (ZNS) geschädigt, genauer gesagt zwischen der Hirnrinde und den Schaltstellen im Rückenmark. Nach der Umschaltung treten die Nervenbündel dann aus dem Spinalkanal und verlaufen als periphere Nerven zur Muskulatur. Eine Schädigung in diesem Bereich führt zu einer peripheren Parese.

Typisches Symptom einer zentralen Parese ist die erhöhte Muskelspannung. Die Eigenreflexe sind gesteigert und es kommt vermehrt zu pathologischen Reflexen - das heißt: automatischen, unwillkürlichen Bewegungen. Die gelähmte Muskulatur befindet sich bei zentralen Paresen immer auf der Gegenseite der Schädigung im Gehirn.

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Aufgrund der nachlassenden Muskelaktivität kommt es bei einer peripheren (schlaffen) Parese mit der Zeit zu einem Muskelschwund (Muskelatrophie). Da die Muskeln nicht mehr aktiv genutzt werden können, baut der Körper Muskelmasse ab. Zudem sind Eigen- und Fremdreflexe vermindert oder nicht auslösbar.

Spezifische Formen von Paresen

  • Fazialisparese: Die periphere Fazialisparese tritt bei einer Schädigung des siebten Gehirnnervs (Nervus facialis) auf. Hierbei handelt es sich um eine Gesichtslähmung. In den meisten Fällen liegt jedoch eine idiopathische Fazialisparese (Bellparese) vor. Die Fazialisparese zeigt sich meistens nur an einer Gesichtshälfte.
  • Blickparese: Bei einer Blickparese können die Augen nicht mehr zielgerichtet bewegt werden. Neben Nervenverletzungen durch Unfälle können unter anderem Tumoren, Schlaganfälle und Infektionen ursächlich sein.
  • Armparese: Armparesen gehören zu den häufigsten Nervenschädigungen. Bei leichten Lähmungen kann der Arm zwar bewegt und eingesetzt werden, die Bewegungen sind jedoch langsam und wirken ungeschickt. Zu Lähmungserscheinungen im Arm kommt es auch bei einer Armplexusparese (Plexus brachialis).
  • Fußparese: Bei einer Fußparese handelt es sich oft um eine sogenannte Fußheberschwäche, auch Peroneusparese genannt. Betroffene haben kaum Kontrolle über das Aufsetzen und Abrollen des Fußes, was Schwierigkeiten beim Gehen bereitet.
  • Toddsche Parese: Zu den Hemiparesen zählt auch die Toddsche Parese. Dabei handelt es sich um vorübergehende Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite, die nach einem epileptischen Anfall auftreten können.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für eine Lähmung sind sehr unterschiedlich. Entsprechend muss auch die Therapie bei Betroffenen individuell bestimmt werden. Neben Nervenverletzungen durch Unfälle können unter anderem Tumoren, Schlaganfälle und Infektionen ursächlich sein.

Schon im Mutterleib, während oder kurz nach der Geburt kann es bei einem Säugling zu Fehlbildungen des Gehirns kommen. Ursächlich hierfür sind meist ein Sauerstoffmangel oder Infektionen. Zu den Hauptsymptomen der frühkindlichen Gehirnstörung gehören Muskelschwäche und Lähmungen kombiniert mit einer Spastik (Muskelsteife). In welchem Ausmaß das Kind beeinträchtigt sein wird, hängt vom Schweregrad der Hirnschädigung ab. Benötigt Ihr Kind in seinem Alltag über das „natürliche Maß an Pflegebedürftigkeit“, sollten Sie prüfen, ob Ihr Kind möglicherweise Anspruch auf einen Pflegegrad und damit verbundene Leistungen der Pflegeversicherung hat.

Häufige Ursachen der inkompletten Tetraparese sind Verletzungen des Rückenmarks im oberen Halswirbelbereich (hohe Querschnittslähmung) oder neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose (MS) und Hirntumore. Bei einer Läsion der peripheren Nerven bleibt die schlaffe Tetraparese bestehen.

Häufige Ursache der Paraparese ist eine Schädigung des Rückenmarks, zum Beispiel nach einem Unfall. Die Folge ist eine Querschnittslähmung, wobei Ausbreitung und Ausmaß der Lähmung vom Ort der Schädigung und der Schwere der Rückenmarksläsion abhängen.

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Psychische Risikofaktoren sind eine Depression, Angststörungen (einschl.

Diagnostik

Der zuständige Facharzt für Lähmungserscheinungen ist der Neurologe. Bei einem Unfall wird nach dem genauen Unfallhergang, Beginn und Dauer aller Symptome gefragt. Überprüfung von Muskelkraft, Beweglichkeit, Reflexe und Empfinden in den betroffenen Körperteilen. Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung erfolgt eine Liquorpunktion. Pro Muskel werden Grade vergeben. Grad 0: Keine Muskelaktivität.

Eine funktionelle Schwäche oder Lähmung wird üblicherweise am charakteristischen klinischen Erscheinungsbild erkannt. Gelegentlich werden zusätzliche bildgebende oder elektrophysiologische Verfahren angewandt, um eine Schädigung des Nervensystems auszuschließen. Allerdings handelt es sich nicht um eine reine „Ausschlussdiagnose“.

Symptome

Kraftlosigkeit in Armen oder Beinen, Gefühlsstörungen oder einseitige Lähmungen sind typische Anzeichen. Motorische Paresen (Schwäche/Kraftlosigkeit) reichen von einer zeitweiligen Verunsicherung in der Bewegungskontrolle (z. B. Fallenlassen von Gegenständen) bis hin zu schweren Lähmungen. Typisch sind ein plötzlicher Beginn und ein wechselhafter Verlauf mit guten und schlechten Tagen. Funktionelle Gefühlsstörungen (auch Sensibilitätsstörungen genannt) können in Kombination mit motorischen Störungen oder als eigenständiges Symptom auftreten. Oft ist eine Körperhälfte betroffen (funktionelle Hemihypästhesie), manchmal ein ganzer Arm oder ein ganzes Bein. Diese Fehlanpassung findet jenseits der bewussten Kontrolle statt. Menschen, die bereits neurologische Ausfälle aufgrund einer anderen Krankheit haben, können zusätzlich funktionelle Ausfälle entwickeln.

Für gewöhnlich sind von der Halbseitenlähmung Arm, Bein und Gesicht auf einer Körperseite betroffen. Oftmals kommt es zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen. Der Verlauf einer Hemiparese hängt vom Schweregrad abJe nach Schweregrad der Nervenschädigung und bei schneller Versorgung können die Lähmungserscheinungen zurückgehen oder sogar verschwinden.

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Welche Symptome bei spastischer Tetraparese auftreten, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei einer Spastik sind die Bewegungsabläufe wesentlich verlangsamt. Durch die erhöhte Muskelspannung und unkontrollierte Zuckungen kann das Gangbild steif und ruckartig sein. Die Bandbreite möglicher Folgeerscheinungen bei spastischer Tetraparese ist groß. Ob und in welchem Maße sich eine spastische Tetraparese auf die Lebenserwartung auswirkt, hängt unter anderem davon ab, ob eine künstliche Beatmung erforderlich ist. Die Spastik ist nicht ausschließlich negativ zu bewertenSie dient zur Stabilisierung des Körpers, trainiert und erhält die Muskulatur.

Eine schlaffe inkomplette Paraparese zeigt sich anfänglich auch bei einer akuten Schädigung des Rückenmarks. Hierbei bildet sich allerdings im weiteren Verlauf eine spastische Parese aus: Die Muskulatur weist eine erhöhte Muskelspannung und gesteigerte Reflexe auf und lässt sich willentlich nur noch eingeschränkt steuern. Wie stark die Lähmungserscheinungen ausgeprägt sind, hängt vom Einzelfall ab. Von einer Rückenmarksläsion kann auch die Rumpfmuskulatur betroffen sein.

Ergotherapeutische Behandlungsansätze

Zur Behandlung motorischer und sensibler funktioneller Störungen haben sich sowohl physiotherapeutische als auch psychotherapeutische Verfahren bewährt. Funktionelle Ausfälle können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Bei Paraparesen gibt es keine Standardtherapie. In der akuten Phase ist oftmals eine umfassende medizinische Betreuung im Krankenhaus notwendig. Die Behandlung wird stets an die individuellen Anforderungen des Patienten angepasst und orientiert sich an Ursache, Ausprägung und genauer Lokalisation der Nervenschädigung. Bei einer Querschnittlähmung oder bestimmten neurologischen Erkrankungen ist die Paraparese nicht heilbar.

Eine zentrale Rolle in der Paraparese-Behandlung spielt die Physiotherapie. Mithilfe von Ergotherapie können zudem Bewegungsabläufe trainiert werden, um alltägliche Aufgaben wie Waschen und Anziehen selbstständig zu bewältigen. Wichtig ist, dass pflegende Personen viel Verständnis und Einfühlungsvermögen zeigen. Betroffenen fällt es oft schwer, mit der neuen Situation und daraus resultierenden Einschränkungen umzugehen. Unabhängig vom medizinischen Schweregrad stellt die Lähmung oft eine enorme emotionale Belastung dar. Gute Anlaufstellen bei allen Problemen und Fragestellungen rund um Paresen und ursächliche Erkrankungen sind Vereine und Interessensvertretungen.

Welche Maßnahmen im konkreten Fall nötig und sinnvoll sind, wird nach der Diagnose von Fachärzt*innen angeraten. Wie eine Lähmung behandelt wird, hängt ganz entscheidend von deren Ursache ab. Der Funktionsverlust eines Körperteils oder Organsystems ist nämlich nicht nur im Ausmaß der Beeinträchtigung unterschiedlich, auch die Dauer der Einschränkung variiert. Ist die Ursache ein Tumor, so kann sich die Lähmung nach der Beseitigung der Geschwulst zurückbilden. Liegt der Bewegungsstörung allerdings eine neurologische Erkrankung zugrunde, ist die Lähmung häufig irreversibel.

Ziele der Ergotherapie

Die Therapie einer Spastik beruht auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Physio- und Ergotherapeuten und zielt darauf ab, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern, indem Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit sowie die motorischen Fähigkeiten intensiv geschult werden. Dadurch werden das Risiko möglicher Folgeschäden und Komplikationen vermindert und die Pflege des Patienten erleichtert.

Im Zentrum der Behandlung steht die Physiotherapie, um durch Redressionsmaßnahmen Fehlstellungen zu korrigieren und Gelenkversteifungen vorzubeugen. Durch passive Bewegung der Gelenke werden die gesunden Muskelpartien gestärkt, wodurch die allgemeine Bewegungsfähigkeit des Patienten verbessert wird. Gleichzeitig werden die Spasmen verringert, was zu einer deutlichen Verminderung der Schmerzzustände führt. Parallel dazu erarbeitet der behandelnde Ergotherapeut mit dem Patienten eine Routine, indem Hilfsmittel erprobt und in den Alltag integriert sowie grundsätzliche Tätigkeiten wie Körperpflege und Handfunktionen geübt werden. Dadurch soll die Wahrnehmung des Patienten verbessert und seine Fähigkeit zu sozialer Kommunikation gestärkt werden.

Spezifische ergotherapeutische Interventionen

  • Funktionelles Training: Ergotherapeuten entwickeln maßgeschneiderte Behandlungspläne, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Patienten zugeschnitten sind. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit der betroffenen Körperhälfte zu verbessern und alltägliche Aktivitäten wie Anziehen, Essen und Hygiene wieder zu erlernen. Durch regelmäßige Überwachung und Anpassung des Behandlungsplans stellen wir sicher, dass unsere Patienten kontinuierliche Fortschritte machen und ihre Ziele erreichen.
  • Hilfsmittelversorgung: Hilfsmittel erprobt und in den Alltag integriert sowie grundsätzliche Tätigkeiten wie Körperpflege und Handfunktionen geübt werden. Dadurch soll die Wahrnehmung des Patienten verbessert und seine Fähigkeit zu sozialer Kommunikation gestärkt werden.
  • Sensibilitätstraining: Je größer der Sensibilitätsausfall (natürlich Tiefen-und Oberflächensnsibilität) desto schlechter die Prognose.
  • Spiegeltherapie: versuchs mal mit der Spiegeltherapie, haben wir hier in derr Praxis sehr gute Erfahrungen gemacht, brauchst allerdings einen langfen Atem.
  • Armfähigkeitstraining und das CO-OP: Die beste Evidenz bisher haben das Armfähigkeitstraining und das CO-OP. Ersteres ist eine festgelegte Übungsreihe und verlangt Disziplin vom Patienten (Intensives Eigenübungsprogramm). Letzteres ist sehr spezifisch und verlangt Kooperationsbereitschaft und Flexibilität.

Medikamentöse Therapie

Wenn eine Lähmung durch Entzündung der Nerven und Muskeln infolge einer Infektion verursacht wird, ist es ratsam die ursächliche Erkrankung durch Medikamente zu behandeln. Eine medikamentöse Behandlung kommt auch bei Tumorerkrankungen zum Einsatz. So wird die Geschwulst beispielsweise durch Chemo- oder Strahlentherapie behandelt. Zusätzlich besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer operativen Entfernung des Tumors, wobei diese von mehreren Faktoren abhängig ist (beispielsweise Art, Größe und Lage des Tumors) und von Fachärzt*innen individuell abgeklärt werden muss. In den Fällen, in denen eine Lähmung durch eine Geschwulst ausgelöst wird, kann sich der Gesundheitszustand nach dem Entfernen des Tumors verbessern.

Eine medikamentöse Behandlung wird auch bei einer spastischen Lähmung angewandt. So gibt es verschiedene Arzneimittel, die einen hohen Muskeltonus (Spannung) senken können. Ein bekannter Wirkstoff ist beispielsweise Boklofen. Bei der Therapie mit Tabletten sind jedoch stets die Nebenwirkungen zu beachten. So berichten manche Patienten und Patientinnen nach der Einnahme von Muskelrelaxantien von verstärkter Müdigkeit. Eine weitere Form der medikamentösen Behandlung ist die Injektion des Nervengifts Botulinumtoxin bei Spastik. Ziel der Behandlung ist es, die Spannung durch Injektion in den betroffenen Muskel zu reduzieren. Dadurch können die Bewegungsfähigkeit verbessert und Schmerzen gelindert werden.

Weitere Therapieansätze

Gerade bei einer Spastik, bei der der Muskeltonus grundsätzlich erhöht ist, hilft die Therapie auf neurophysiologischer Basis (beispielweise Bobath, Vojta, PNF, Feldenkrais Methode) die Spannung zu senken. Aufgrund der Komplexität und Unterschiedlichkeit der Erkrankungen gibt es keine allgemeinen Trainingsempfehlungen. Welche Maßnahmen die richtigen sind, kann allein durch Ärztinnen in enger Zusammenarbeit mit Physiotherapeutinnen beurteilt werden. Grundsätzlich sind neben den verschiedenen Therapieformen auch die Wärmebehandlung (beispielsweise Fango oder heiße Rolle) und Massagen zur Muskelentspannung möglich. Neben der reinen Physiotherapie sind auch individuelle Behandlungspläne empfehlenswert, die eine passive krankengymnastische Behandlung (beispielsweise Dehnung, Wärme) mit aktiven Übungen (Krankengymnastik am Gerät, Wassertherapie) verbinden. Dabei sollten darauf geachtet werden, dass eine professionelle Betreuung gegeben ist. Es empfiehlt sich, auf die gesundheitlichen Einschränkungen hinzuweisen und wenn möglich die (Physio)-Therapeut*innen bei der Ausarbeitung des Trainingsplanes einzubinden.

Je nach Art der Lähmung kann es sinnvoll sein, die Therapie nicht auf die Einnahme von Medikamenten und auf Physiotherapie zu beschränken. Vielmehr sollten Betroffene Expertinnen und Experten aller relevanten Fachbereiche einbinden. Hierzu zählen Personen aus der Orthopädie, Neurologie, Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Sportwissenschaft und Psychologie.

Fallbeispiel

Maria, 54 Jahre alt, erlitt vor sechs Monaten einen Schlaganfall, der eine Hemiplegie auf ihrer rechten Körperseite verursachte. Nach ihrem Krankenhausaufenthalt begann sie mit der ergotherapeutischen Behandlung in der Praxis.

Bei ihrer ersten Sitzung führten die Therapeuten eine gründliche Bewertung durch, um Marias spezifische Bedürfnisse und Ziele zu verstehen. Maria hatte Schwierigkeiten beim Greifen und Halten von Gegenständen sowie beim Anziehen und sich Bewegen. Sie war frustriert über die Verluste, die der Schlaganfall mit sich brachte, und war entschlossen, ihre Unabhängigkeit zurückzugewinnen.

Die Therapeuten entwickelten einen individuellen Behandlungsplan für Maria, der Übungen zur Stärkung der betroffenen Muskeln, Techniken zur Verbesserung der Beweglichkeit und Strategien zur Anpassung des Alltags umfasste. Maria besuchte regelmäßig Ergotherapie-Sitzungen und erhielt Übungspläne für zu Hause.

Im Laufe der Behandlung machte Maria stetige Fortschritte. Sie konnte ihre Greif- und Haltefähigkeiten verbessern, was ihr half, alltägliche Aktivitäten wie das Anziehen und Essen eigenständig durchzuführen. Durch den Einsatz spezieller Hilfsmittel und Anpassungen im häuslichen Umfeld konnte sie ihre Selbstständigkeit weiter steigern.

Nach mehreren Monaten intensiver Therapie war Maria in der Lage, viele ihrer vorherigen Aktivitäten wieder aufzunehmen und ein hohes Maß an Unabhängigkeit zurückzugewinnen.

Marias Fall zeigt, wie effektiv Ergotherapie bei Hemiplegie sein kann. Unser erfahrenes Team legt großen Wert auf individuelle Betreuung und entwickelt maßgeschneiderte Therapiepläne, um die Lebensqualität zu verbessern. Wir sind auf Ergotherapie in Leipzig spezialisiert und integrieren innovative Ansätze, um gezielte Fortschritte zu erzielen. Egal, ob für Menschen mit Hemiplegie oder anderen Herausforderungen - wir stehen für engagierte Betreuung, die auf die einzigartigen Bedürfnisse jedes Patienten eingeht.

Herausforderungen in der ergotherapeutischen Behandlung

Es ist schwierig einen Patienten zu behandeln, der mit einer starken Erwartungshaltung kommt. Es ist einerseits gut, da er eine hohe Motivation mitbringt. Andererseits dauert es oft lange bis sich Nerven mit Hilfe von Neuroplastizität zurück/neubilden. Es ist nicht gesagt wie viel Aktivität zurück kommt. Aber es ist auf jedenfall einen Versuch wert. Denke, dass solltest du deinem Patienten als erstes vermitteln und ihn fragen ob er sich auf diese (auch manchmal mühsame) Zusammenarbeit mit dir einlassen möchte.

Recht herzlichen Dank an den vorbehandelnden Kollegen, der dasBlaue vom Himmel herunter versprochen hat…!!Also zunächst stünde hier wohl eine ausführliche Beratung hinsichtlich derderzeitigen Prognose für eine vollständige Restitution an.

Ich habe solche ähnlichen Sitiuationen auch schon erlebt und bin immer ganz gut damit gefahren, wenn der Patient kognitiv dazu in der Lage war, ihm Literatur an die Hand zu geben. Davon gibt es ja genug und oft ist man erstaunt, was es bewirkt, wenn sich der Patient mit ausgwählten Kopien beschäftigt. Dann ist er selbst Experte, kann sich eine Meinung bilden. Was ist möglich bezüglich Restitution, Neurplastizität, welche Parameter sind nötig, um funktionellen Zugewinn im Arm /Handbereich zu erlangen. Zusätzlich stellt sich auch die Frage, was hilft der EVENTUELLE funktionelle Zugewinn, um im Alltag besser zurecht zu kommen und hoch komplexte Aktivitätrn wie Schreiben oder 10 Fingersystem an der Tasatur wieder zu können. Bespreche doch nochmal auf Augenhöhe mit deinem patienten was wirklich dahinter steht. ist es die Aktivität die er wirklich wieder können will, oder ist es Scham, Hilfsmittel zu benutzen, oder der verlust einer für ihn wichtigen Rolle?

Ich habe immer wieder erlebt, dass hinter so hartnäckigen Einstellungen, der Arm soll wieder genauso funktionieren wie vorher, entweder ungenügende, oder wie bei deinem Patienten falsche Aufklärung Ursache war, oder eben ganz andere Ziele bzw.

Warum hat er denn überhaupt gewechselt?So unspezifisch sind die Ziele gar nicht. Ersteres ist machbar, aber wahrscheinlich nicht so, wie der Patient sich das vorstellt. Letzteres ist vermutlich ziemlich unrealistisch, wenn ich mir die von dir geschilderten Rahmenbedingungen anschaue.

Wenn der Patient viel an die Frau delegiert ist das, was seine Prognose angeht eher schlecht. Er scheint wenig Bedürfnis nach Autonomie zu haben. Fortschritte ergeben sich durch Routinierung des Erlernten durch Übertragung in den Alltag. Wenn dein Patient sich viel abnehmen lässt, fehlt ihm da die alltägliche Gelegenheit. Wie steht die Frau dazu? Ist sie eher eine Kümmerin oder macht sie da Kompromisse….Offenbar wurde keine realistische Prognose erstellt, sondern bisher vertröstet.

Dein Ansatz ist nicht schlecht, um Sekundärschäden zu vermeiden. Er wird häufig auch gewählt, wenn es eher darum geht, dass der Patient Zuspruch, Zuwendung und Abwechslung (Wochenstruktur) erhält. Sozusagen als "Ritual". Die Patienten erzählen dann meistens Außenstehenden "die machen meinen Arm". Um funktionellen Zugewinn zu erreichen ist er zu unspezifisch. Rehabilitation im Alltag läßt sich so nicht erreichen. Aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob dein Patient wirklich alltagskompetenter werden will oder vielleicht ein ganz anderes Ziel hat.

Bei einer schlaffen Parese, ich meine jetzt wirklich schlaff, brauche ich nach meiner Erfahrung außerdem nur in den seltensten Fällen die Zeit für passive Mobi "verwenden"- das ist angenehm für den Klient, aber absolut nicht zielführend, es sei denn, es sind wirklich passive Bewegungseinschränkungen vorhanden, die die aktive Beweglichkeit gefährden könnten. Häufig sind das bei schlaffen Armen die Fingergelenke in Richtung Flexion, da meist ein Handödem vorliegt, wenn der Arm schlaff neben dem Körper "hängt". Hier ist vor allem Anleitung zur Eigenmobi und Lagerung wichtig. Einen schlaffen Arm über 90° zu mobilisieren, macht wenig Sinn, wenn das Schultergelenk nicht stabil ist. Da machen eher Übungen zur Stabilisation Sinn. Bei Spastizität in Verbindung mit passiver Bewegungseinschränkung ist Dehnung und passive Mobi jedoch durchaus hin und wieder sinnvoll. Aber auch da kann ich den Klient gut zum Eigendehnen anleiten und mich in der Therapie auf die "aktive" Kontrolle der Muskelspannung fokussieren- je mehr bewusste Kontrolle vorhanden ist, um so eher kann sich etwas ändern.

Nicht so sehr die Dauer, wie lange der Insult her ist, als die Störungen der Sensibilität halte ich für ausschlaggebend für die Rehabilitation. Je größer der Sensibilitätsausfall (natürlich Tiefen-und Oberflächensnsibilität) desto schlechter die Prognose.

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