Rückenschmerzen und Migräne: Ursachen und Zusammenhänge

Rückenschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die oft als getrennte Probleme betrachtet werden. Es besteht jedoch ein enger Zusammenhang zwischen diesen beiden Arten von Schmerzen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen von Schmerzen im Rückenbereich, insbesondere im unteren Rücken, sowie deren mögliche Verbindungen zu Migräne.

Ursachen von Schmerzen im unteren Rücken

Die Lendenwirbelsäule (LWS) trägt das gesamte Gewicht des Rumpfes, was sie besonders anfällig für Schmerzen macht. Durch den aufrechten Gang lastet ein hohes Gewicht auf der Lendenwirbelsäule, was oft zu Kreuzschmerzen führt. Diese Kreuzschmerzen, auch LWS-Syndrom genannt, sind meist unspezifischer Natur und werden durch Fehlhaltungen oder verspannte Muskeln ausgelöst. Manchmal können jedoch auch spezifische Ursachen wie ein Bandscheibenvorfall den unteren Rücken quälen.

Arten von Schmerzen im unteren Rücken

Schmerzen im unteren Rücken können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Sind beide Seiten des unteren Rückens betroffen, sind meist verspannte Muskeln die Ursache. In diesem Fall kann die Mobilisierung der Wirbelsäule mit kurzen Übungen mehrmals täglich helfen. Einseitige Rückenschmerzen im unteren Rücken entstehen oft aufgrund von Problemen an der Lendenwirbelsäule (LWS). Arthrose der Wirbelgelenke kann ebenfalls zu einseitigen Schmerzen im unteren Rücken führen. Erkrankungen innerer Organe, wie Teile des Darms, die Nieren und Harnwege, können ebenfalls hinter einseitigen Schmerzen im unteren Rücken stecken. Eine erkrankte Niere macht sich beispielsweise durch Schmerzen in den Flanken bemerkbar. Im Gegensatz zu Rückenschmerzen aufgrund von Wirbelsäulen- oder Brustkorbbeschwerden werden diese Schmerzen durch Bewegung nicht verstärkt, sondern sind meist konstant und verlaufen oft in Schüben.

Ausstrahlende Schmerzen

Rückenschmerzen beschränken sich oft nicht auf einen Ort, sondern machen sich auch in anderen Bereichen bemerkbar. Vor allem das Gesäß, der Oberschenkel und manchmal auch das ganze Bein können in das Schmerzgeschehen einbezogen sein. Hintergrund der ausstrahlenden Schmerzen sind meist gereizte oder zusammengedrückte Nerven. Wenn im Bereich der LWS ein Bandscheibenkern aus seiner Hülle austritt, drückt er auf die Rückenmarksnerven. Die so entstehenden Rückenschmerzen können bis ins Bein ziehen.

Natürliche Veränderungen und Erkrankungen

Im unteren Rücken kommt es vor allem zu unspezifischen Rückenschmerzen. Die Lendenwirbelsäule trägt das gesamte Gewicht des Rumpfes. Im Vergleich zu den anderen Wirbelsäulenabschnitten sind die Wirbelkörper, die diese Last aufnehmen, aber eher klein. Der aufrechte Gang belastet die Wirbelgelenke der Lendenwirbelsäule enorm. Die Bandscheiben, die als Puffer und Federung dienen, verlieren jeden Tag einen Teil ihrer Flüssigkeit und schrumpfen. Über Nacht und im Liegen wird diese Flüssigkeit zwar wieder aufgefüllt, doch mit fortschreitendem Alter lässt dieser Prozess nach. Das führt dazu, dass die Muskelspannung nachlässt und die Lendenwirbelsäule sich nach vorne wölbt. Es entsteht ein zunehmender Hohlrücken, der zusätzlich die Druckbelastung erhöht. Die Folge sind tiefliegende Rückenschmerzen, die gürtelförmig ausstrahlen können. Diese natürlichen Vorgänge verstärken sich durch ein zu hohes Körpergewicht oder wenn man sich nicht ausreichend oder nur einseitig bewegt. Daneben gibt es einige Erkrankungen des Bewegungsapparates, die zu spezifischen Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule führen.

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Akute Schmerzen: Hexenschuss und Ischias

Einen plötzlich einschießenden Schmerz im unteren Rücken bezeichnet man als Hexenschuss oder Lumbago. Ein Hexenschuss ist meist harmlos und klingt in den meisten Fällen nach einiger Zeit wieder vollständig ab. Trotzdem nehmen die Betroffenen die akuten Schmerzen als sehr belastend wahr. Sie haben Probleme, sich aus einer gebückten Haltung wieder aufzurichten und ihre Rückenmuskulatur ist stark verspannt. Hinter diesen akuten Schmerzen im Lendenwirbelbereich stecken sehr oft Probleme an den Lendenwirbeln oder den Kreuzdarmbeingelenken (Iliosakralgelenke, kurz ISG). Letztere können z. B. ein ISG-Syndrom auslösen. Ischiasschmerzen (Ischialgie) strahlen vom Gesäß über die Hinterseite des Oberschenkels bis ins Bein aus. Sie entstehen durch Einengung oder Quetschung des Ischiasnervs. Weil er von der Lendenwirbelsäule über das Gesäß in die Beine verläuft, können die Schmerzen bei seiner Reizung oder Einklemmung bis über das Knie hinaus ausstrahlen. Betroffene beschreiben die plötzlichen, starken Schmerzen als ziehend oder ähnlich wie ein Stromschlag. Im Bein kann sich ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln ausbreiten. Ischiasbeschwerden haben eine gute Prognose und sind in den meisten Fällen durch Massage, Krankengymnastik, Wärme- oder Kältebehandlung gut zu therapieren.

Weitere Ursachen und Faktoren

Auch die Schlafhaltung kann eine Rolle bei Rückenschmerzen im unteren Rücken spielen. Wenn man auf dem Bauch schläft, wird der untere Rücken überdehnt und kann schmerzen. Weitere mögliche Ursachen für untere Rückenschmerzen beim Schlafen können Muskelverspannungen, Fehlhaltungen oder ein Bandscheibenvorfall sein.

Bei der Gartenarbeit bringen wir unseren Rücken häufig in eine ungewohnte Position. Wir hocken über einen längeren Zeitraum in gebückter Haltung auf dem Boden und merken erst, wenn wir uns wieder aufrichten, wie sehr der untere Rücken schmerzt. Auch schweres Heben kann zu Schmerzen führen. Daher sollte man sich angewöhnen, rückenschonend zu arbeiten. Gehen Sie in die Knie und lassen Sie den Rücken möglichst gerade, wenn Sie etwas anheben. Für schwere Lasten kann eine Schubkarre Abhilfe schaffen. Beim Unkraut zupfen oder Pflanzen sollten Sie in den Vierfüßlerstand gehen, um einen Rundrücken zu vermeiden und die Lendenwirbelsäule zu entlasten.

In der Schwangerschaft schüttet der Körper Hormone aus, die Bänder und Gelenke im Beckenbereich lockerer machen. In späteren Phasen der Schwangerschaft kommt die Gewichtszunahme und der verlagerte Körperschwerpunkt hinzu. Bei Rückenschmerzen im unteren Rücken sollten Sie Sportarten mit ruckartigen Bewegungen meiden. Dazu zählen beispielsweise Golf, Tennis, Badminton oder Gewichtheben. Besser geeignet sind Sportarten mit fließenden und gleichmäßigen Bewegungen wie Schwimmen, Nordic Walking, Gymnastik oder Crosstrainer.

Der Zusammenhang zwischen Kopf- und Rückenschmerzen

Viele Menschen leiden sowohl unter Rückenschmerzen als auch unter Kopfschmerzen. Der Körper funktioniert als eine Einheit über eine sogenannte Ursache-Folge-Kette. Das bedeutet, dass verschiedene Strukturen wie die Wirbelsäule, das Bindegewebe und die Muskulatur nicht isoliert betrachtet werden können. Diese sind eng miteinander verbunden bzw. stehen in Wechselwirkung zueinander. Besonders die Muskeln im Hals-, Nacken- und oberen Rückenbereich stehen über verschiedene Muskelketten sogar in Verbindung mit dem Bauchraum.

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Fehlhaltungen und Muskelverspannungen

Dauersitzen am Computer und Bewegungsmangel führen zu Fehlbelastungen. Dadurch verspannen sich zum Beispiel die Nackenmuskeln. Wenn Sie sich dann nach vorne beugen, kann das Kopfschmerzen auslösen. Diese einseitige Körperhaltung im Sitzen sorgt dafür, dass sich Nackenmuskeln verspannen. Durch die permanente Anspannung und Überlastung der Muskulatur kommt es zu einer Verkürzung, Verhärtung, Überspannung und insgesamt schlechteren Durchblutung der Muskeln sowohl im mittleren und oberen Rücken als auch im Bauch- und Brustbereich. Auch die Muskeln zwischen den Rippen (Interkostalmuskeln) verspannen sich. Dabei verkürzen und verkleinern sie den Brustraum. So wird vermehrt Druck auf Gelenke, Bandscheiben, Zwerchfell und Brustbein aufgebaut. Schmerzen vor allem im oberen Rücken begünstigen eine ungesunde Schonhaltung. Diese Schonhaltung kann auf Dauer Schäden wie Abnutzungen an der Hals- und Brustwirbelsäule und an den Bandscheiben sowie Versteifungen der Schultern und des Nackens verursachen.

Migräne und Muskelverspannungen

Studien konnten nachweisen, dass ein Zusammenhang zwischen häufigen Kopfschmerzen und Rückenschmerzen im unteren Rücken besteht. Viele Migränepatienten spüren vor einer Attacke eine wachsende Nackenspannung. In dieser Phase kann eine gezielte Bewegungstherapie helfen, die Migräne abzuschwächen oder sogar zu verhindern.

Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft Millionen von Menschen weltweit. Die intensive und oft lähmende Kopfschmerzattacke kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene berichten jedoch nicht nur von Schmerzen im Kopf, sondern auch von Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Verspannte Muskeln, besonders im Nacken- und oberen Rücken, sind oft die Folge von Stress, schlechter Körperhaltung oder langem Sitzen am Schreibtisch. Diese Verspannungen können Nerven und Blutgefäße beeinträchtigen, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen. Durch die Muskelanspannung werden Durchblutung und Sauerstoffversorgung gestört, was den Druck auf umliegende Nerven erhöht - ein möglicher Auslöser für Migräneanfälle. Eine Fehlhaltung im Rücken, die zu anhaltenden Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich führt, kann somit tatsächlich Migräne verstärken oder häufiger auslösen. Daher ist es entscheidend, nicht nur den Schmerz zu behandeln, sondern auch präventiv bzw. ursächlich vorzugehen.

Wirbelfehlstellungen im Genick als Migräneauslöser

Wirbelfehlstellungen im Genick können durch schmerzhafte Entzündungen und Nervenreizungen Migräne auslösen. Migräne entwickelt sich nach Erkenntnissen im Genick aus einer akuten Fehldrehung und Blockierung des ersten Halswirbels. Beides führt durch Überdehnung bzw. Kompression der umliegenden Weichteile zu Nervenreizungen und schmerzhaften Entzündungen in den extrem dicht benervten, wirbelnahen Geweben. Die dadurch erregten Ganglien drosseln sowohl die regionale Durchblutung in den Entzündungsgebieten als auch Teile der Hirndurchblutung. Die folgenden Veränderungen der Blutverteilungsmuster innerhalb und außerhalb des Gehirns erzeugen die Schmerzen und Beschwerden der Migräne. Messungen beim Menschen im Migräne-Anfall haben ergeben, dass der Blutfluss in einzelnen Hirnarterienästen um mehr als die Hälfte sinken kann.

Der Nacken als dicht benervter Abschnitt

Das Genick ist der am dichtesten benervte Abschnitt der gesamten Wirbelsäule. Es enthält mehr als eine Million Nervenenden und damit 10mal mehr als jedes andere der großen Gelenke. Bei einem akuten Bewegungsverlust des Genicks infolge Verdrehung und Blockierung des ersten Halswirbels entstehen neurogene Entzündungen, die von schmerzleitenden Nerven aus der Umgebung des Genicks erzeugt werden. Das dadurch erregte Ganglion verändert die Durchblutung einzelner Hirnareale.

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Schonhaltung und ihre Folgen

Schmerzen vor allem im oberen Rücken begünstigen eine ungesunde Schonhaltung. Diese Schonhaltung kann auf Dauer Schäden wie Abnutzungen an der Hals- und Brustwirbelsäule und an den Bandscheiben sowie Versteifungen der Schultern und des Nackens verursachen.

Das Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom)

Das HWS-Syndrom, auch Zervikalneuralgie genannt, kann sehr unangenehm sein. 70 % der Menschen erkranken mindestens einmal im Leben daran. Häufige Ursachen sind Fehlbelastungen, die zu Verspannungen führen. Der Begriff Zervikalsyndrom oder „HWS-Syndrom“ (Halswirbelsäulensyndrom) beschreibt zunächst unklare Schmerzzustände, die von der Halswirbelsäule ausgehen oder diesen Bereich betreffen. Die Symptome können dabei sehr unterschiedlich sein und von Nackenschmerzen und -steifheit über Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Empfindungsstörungen in den Armen und Händen reichen. Die Begriffe „Zervikalsyndrom“ und „Zervikalneuralgie“ werden synonym verwendet und beschreiben im Grunde das gleiche: schmerzhafte Zustände, die von der Halswirbelsäule ausgehen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen des Zervikalsyndroms sind vielfältig und lassen sich nicht immer eindeutig auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen, die zu einer Reizung der Nerven und/oder zu Verschleißerscheinungen in der Halswirbelsäule führen. Als besonders gefährdet gelten Menschen, die viel am Schreibtisch arbeiten, lange Auto fahren oder sich ganz allgemein wenig bewegen. Dies schwächt die Muskulatur, begünstigt Muskelverspannungen oder -verkürzungen und somit die Entstehung eines HWS-Syndroms. Weitere Faktoren wie Stress, psychische Krankheiten, Bewegungsmangel oder einseitige Belastungen kommen häufig hinzu.

Diagnose und Therapie

Vor jeder Therapie muss eine ausführliche Diagnose stehen, um nachfolgende Schritte gezielt auf den jeweiligen Patienten abstimmen zu können. Bei der Diagnose eines Zervikalsyndroms spielen das ausführliche Patientengespräch und die Anamnese eine große Rolle. Im Gespräch lassen sich Einflüsse wie psychische Faktoren oder schwere körperliche Tätigkeiten ermitteln. Durch die sogenannte Schmerzanamnese macht sich der Arzt ein Bild vom bisherigen Krankheitsverlauf. Zeigen sich Probleme im Alltag, unterstützt in einigen Fällen auch ein Schmerztagebuch die Diagnose, in dem Patienten über einen bestimmten Zeitraum hinweg festhalten, wann und wie stark ihre Beschwerden auftreten. Auch die verspannte oder verhärtete Muskulatur wird genauestens untersucht. Röntgenuntersuchungen zeigen weiterhin den Zustand der Halswirbelsäule und eventuelle Verschleißerscheinungen. Lassen Symptome auf einen Bandscheibenvorfall schließen, wird in der Regel noch eine Computertomografie durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen.

Zur Behandlung eines HWS-Syndroms kommen zunächst konservative Methoden zum Einsatz. Hier erfolgt häufig eine Schmerzreduktion mit Schmerzmitteln oder Injektionen. Massagen helfen, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit der Wirbelgelenke zu verbessern, die beteiligten Muskeln zu stärken und Verspannungen zu lösen. Auch die Psyche und Stress sind wichtige Einflussfaktoren bei der Entstehung eines Zervikalsyndroms. Bei stressbedingten Beschwerden können verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga helfen. Erzielen diese Behandlungen keine Verbesserung, kommen bei einem Zervikalsyndrom auch minimalinvasive Methoden zum Einsatz. Neben der Hitzesondentherapie zählt auch die Mikrolaserbehandlung zu den häufig eingesetzten Verfahren.

Wirbelblockaden

Plötzlich auftretende Schmerzen nach einer ruckartigen Bewegung oder auch schleichende Rückenschmerzen können Symptome für eine Wirbelblockade sein. Betroffene leiden häufig an starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, aber auch an Atemproblemen, Kopf- oder Nackenschmerzen. Die Symptome hängen davon ab, an welcher Stelle der Wirbelsäule die Blockade auftritt. Eine Wirbelblockade bezeichnet eine vorübergehende, eingeschränkte Beweglichkeit oder Verschiebung in einem Wirbelgelenk, die oft mit Schmerzen einhergeht.

Ursachen und Auswirkungen

Fehlbelastungen, Verschleißerscheinungen, Verspannungen in den Muskeln oder zu schwache Muskeln können beispielsweise Gründe für Rückenschmerzen sein. Derzeit dominiert die Vermutung, durch ruckartige Bewegungen, Verspannungen, Fehlbelastungen oder krankhaften Veränderungen der Gelenkflächen würde ein Schmerzreiz ausgelöst, der wiederum zu Verspannungen in den Muskeln bis hin zum Muskelkrampf führe. Die Auswirkungen einer Wirbelblockade hängen davon ab, wo diese auftritt. Beispielsweise sind ein steifer Nacken, Kopfschmerzen, Atemprobleme sowie in die Beine ausstrahlende Schmerzen möglich. Im Allgemeinen werden die Schmerzen bei einer Blockade des Wirbels als stechend beschrieben. Aufgrund der Schmerzen nehmen viele Patientinnen und Patienten eine Schonhaltung ein, was zwar kurzfristig zu geringeren Schmerzen beitragen kann, allerdings auf Dauer zu weiteren Verspannungen und Schmerzen führt.

Diagnose und Therapie

Ein Orthopäde bzw. eine Orthopädin kann eine Wirbelblockade diagnostizieren. Hierfür befragen diese zunächst die Betroffenen zu den vorliegenden Beschwerden, etwa dem Ort der Schmerzen und deren Dauer sowie einen möglichen Auslöser wie eine ruckartige Bewegung auf die Wirbel. Zusätzlich zum Anamnesegespräch und der Untersuchung können Ärztinnen und Ärzte bildgebende Verfahren wie ein Röntgenbild oder die Magnetresonanztomografie (MRT) beauftragen, um andere Gründe für die vorhandenen Rückenschmerzen auszuschließen.

Ist die Ursache einer Wirbelblockade eine verspannte Muskulatur, so lässt sich diese durch Bewegungsübungen lösen. Patientinnen und Patienten haben mit solchen Übungen innerhalb einer Physiotherapie positive Erfahrungen bei der Behandlung einer Wirbelblockade gemacht. Auch eine Chirotherapie als Teil der manuellen Medizin kommt als Behandlungsmethode in Betracht.

Triggerpunkte

In den Tiefen unserer Muskulatur lauern unsichtbare Störenfriede, die das Potenzial haben, unseren Alltag auf den Kopf zu stellen: Triggerpunkte sind winzige "Knoten", die so harmlos erscheinen und doch ein Geflecht von Schmerzen und Beschwerden weben können. Triggerpunkte sind faszinierende, aber oft "heimtückische" Gebilde innerhalb der Muskulatur. Sie manifestieren sich als empfindliche, verdichtete Bereiche innerhalb eines Muskels und werden oft mit dem Bild eines „muskulären Knotens“ verglichen. Bei Berührung oder Druck können diese Punkte nicht nur lokale Schmerzen hervorrufen, sondern auch Beschwerden in ganz anderen Regionen des Körpers.

Entstehung und Auswirkungen

Die Entstehung dieser Triggerpunkte kann vielfältige Ursachen haben. Oftmals entwickeln sie sich durch wiederholte oder anhaltende muskuläre Überlastungen. Was besonders bemerkenswert an Triggerpunkten ist, ist ihre Fähigkeit, Schmerzsymptome in Gebiete zu projizieren, die scheinbar nichts mit dem ursprünglichen Punkt zu tun haben. So kann ein Triggerpunkt im unteren Rückenbereich das Gefühl eines Schmerzes im Oberschenkel verursachen oder ein Triggerpunkt in der Schultermuskulatur nicht nur zu Kopfschmerzen, sondern auch zur Auslösung und Verstärkung von Migränesymptomen führen.

Die Entstehung von Triggerpunkten ist ein komplexer Prozess, der sowohl von physischen als auch von psychischen Faktoren beeinflusst wird. Chronischer Stress, Angstzustände oder tiefliegende emotionale Konflikte können zu anhaltenden Muskelverspannungen führen. Der Körper neigt dazu, Stress „in den Muskeln zu speichern”, was wiederum eine ideale Umgebung für die Entstehung dieser empfindlichen Punkte schafft.

Triggerpunkte und Verspannungen

Triggerpunkte und Verspannungen sind eng miteinander verwoben, und oft ist es schwierig zu entscheiden, was zuerst kam: der Triggerpunkt oder die Verspannung. Triggerpunkte sind im Wesentlichen verdichtete, hyperirritierbare Stellen innerhalb eines Muskels. Wenn diese Punkte aktiv sind, können sie sowohl lokale als auch übertragene Schmerzen verursachen. Diese Schmerzreaktion führt oft zu einer unwillkürlichen Anspannung des Muskels als Schutzreaktion des Körpers. Der Muskel zieht sich zusammen und versucht, den Bereich um den Triggerpunkt zu stabilisieren, was wiederum zu einer Verspannung des gesamten Muskels oder einer Muskelgruppe führen kann.

Verspannungen können die Durchblutung in einem bestimmten Bereich reduzieren. Eine verminderte Blutzirkulation führt zu einem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen im betroffenen Muskelbereich. Darüber hinaus können durch die anhaltende Anspannung und den Schmerz die normalen Bewegungsmuster des Körpers beeinträchtigt werden. Der Körper beginnt, bestimmte Bewegungen zu vermeiden oder alternative Muskelgruppen zu nutzen, um den Schmerz zu minimieren.

Migräne und Triggerpunkte

Viele Menschen sind sich der tiefgreifenden Verbindung zwischen muskulären Verspannungen und dem Auftreten von Migräne nicht bewusst. Diese scheinbar unterschiedlichen Zustände sind durch eine komplexe Kette von physiologischen Reaktionen miteinander verbunden. Verspannungen, insbesondere im Bereich des Nackens und des oberen Rückens, können zu Veränderungen im Nervensystem führen. Diese anhaltenden Verspannungen irritieren die Nerven, die den betroffenen Muskelbereich versorgen. Dies kann wiederum eine übermäßige Nervenaktivität oder eine gestörte Nervenfunktion hervorrufen.

Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Rolle der Durchblutung im Zusammenhang mit Migräne. Verspannte Muskeln können die Blutzirkulation in den betroffenen Bereichen beeinträchtigen. Eine verminderte Blutversorgung bedeutet, dass weniger Sauerstoff und Nährstoffe die Zellen erreichen, was zu einer Ansammlung von Stoffwechselabfallprodukten führt. Diese Abfallprodukte können die umliegenden Blutgefäße reizen und dazu führen, dass sie sich verengen oder erweitern.

Behandlung von Triggerpunkten

Das Erkennen und Behandeln von Triggerpunkten ist ein zentrales Element in der ganzheitlichen Herangehensweise an muskuloskelettale Beschwerden und Migräne. Triggerpunkte sind oft durch einen stechenden oder brennenden Schmerz gekennzeichnet, der sich durch Druck auf einen bestimmten Punkt im Muskel verschlimmert. Die Behandlung von Triggerpunkten kann verschiedene Methoden umfassen. Eine der gängigsten Techniken ist die manuelle Drucktherapie. Hierbei wird Druck auf den Triggerpunkt ausgeübt, um den Muskel zu entspannen und die Durchblutung zu fördern. Darüber hinaus gibt es spezielle Massagetechniken, die darauf abzielen, Triggerpunkte zu lockern und zu entspannen.

Prävention von Triggerpunkten

Die Prävention von Triggerpunkten ist ebenso wichtig wie ihre Behandlung. Ein proaktiver Ansatz kann nicht nur dazu beitragen, das Auftreten dieser schmerzhaften Punkte zu minimieren, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern. Regelmäßige Bewegung, ein ergonomischer Arbeitsplatz, Stressmanagement und eine ausgewogene Ernährung sind wichtige Faktoren zur Vorbeugung von Triggerpunkten.

Kopfschmerzen beim Bücken

Viele Menschen, die schon einmal beim Vorbeugen Kopfschmerzen bekommen haben, waren überrascht über den plötzlichen Schmerz. Dauersitzen am Computer und Bewegungsmangel führen zu Fehlbelastungen. Dadurch verspannen sich zum Beispiel die Nackenmuskeln. Wenn Sie sich dann nach vorne beugen, kann das Kopfschmerzen auslösen. Oft fühlt es sich an, als ob der Kopf in einen Schraubstock eingezwängt ist.

Mögliche Ursachen

Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt sind oft mit einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) verbunden. Hustenkopfschmerzen können beim Bücken und Husten auftreten, aber auch beim Niesen oder beim Pressen auf der Toilette. Der Schmerz ist stechend und Sie spüren ihn am Hinterkopf oder an den Seiten des Kopfes bzw. den Schläfen. Meist hält er nur kurz an. Für einige Migräne-Patienten ist das Bücken ein Auslöser für eine Attacke.

Wenn die Nasennebenhöhlen entzündet sind, spüren Sie beim Bücken nach vorne, starke Kopfschmerzen hinter der Stirn oder unter dem Nasenrücken. Grund ist, dass das Sekret nicht abfließen kann. Sind die Kieferhöhlen entzündet, spüren Sie die Schmerzen in den Wangenknochen und dem Oberkiefer. Bei entzündeten Stirnhöhlen sitzt der Kopfschmerz vor allem im Bereich der Stirn, der Augen und der Schläfen, er kann in Wangen und Oberkiefer ausstrahlen. Er ist stark und stechend und verschlimmert sich beim Husten oder beim Bücken.

Kopfdruck wird häufig durch Verspannungen im Bereich von Nacken und Schultern ausgelöst. Die Muskeln sind verhärtet, was meist mit Stress oder Haltungsfehlern zusammenhängt. Wenn die Beschwerden ohne Schnupfen bzw. ohne Erkältung auftreten, könnte Flüssigkeitsmangel die Ursache sein - auch er kann Kopfschmerzen verursachen. Sie verschlimmern sich, wenn Sie sich bücken, gehen oder den Kopf bewegen.

Falls Sie Kopfschmerzen spüren, die hauptsächlich morgens auftreten und überwiegend den Hinterkopf betreffen, sollten Sie beim Arzt einmal Ihren Blutdruck überprüfen lassen. Eine seltene Form von Kopfschmerzen sind orthostatische oder auch Positionskopfschmerzen - von ihnen sind nur etwa fünf von 100.000 Patienten betroffen. Die Beschwerden werden bei Bewegung, beim Niesen oder beim Bücken schlimmer. Ebenfalls selten sind Trigenimusneuralgie (chronische Schmerzerkrankung im Gesicht) und Gehirntumore.

Linderung und Behandlung

Wenn Ihnen das unangenehm ist, versuchen Sie es mit Inhalieren. Kamillentee, ätherische Öle wie Pfefferminz und Lavendel oder Salzlösungen können die Beschwerden lindern. Auch sie unterstützen das Abschwellen der Schleimhaut und damit das Abfließen des Sekrets. Wenn die Beschwerden mit einer akuten Sinusitis in Verbindung stehen, können abschwellende Nasensprays Linderung bringen. Schnelle Hilfe bei Kopfschmerzen bringen Schmerzmittel, die Sie rezeptfrei in der Apotheke bekommen.

Bei der chronischen Form sollten Sie Ihren Arzt ansprechen. Er stellt bei einer Untersuchung fest, ob es Veränderungen an den Nebenhöhlen gibt, die eventuell korrigiert werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel Nasenpolypen oder eine schiefe Nasenscheidewand. Wenn die Sinusitis durch eine Infektion verursacht wurde, kann der Arzt auch ein Antibiotikum verschreiben.

Unbedingt zum Arzt gehen sollten Sie, wenn die Kopfschmerzen ganz plötzlich auftreten, sehr stark oder mit hohem Fieber, einem steifen Nacken und Schmerzen beim Vorbeugen des Kopfes verbunden sind. Das können in seltenen Fällen Zeichen einer Meningitis (Hirnhautentzündung) sein. Sollte eine Allergie die Ursache sein, achten Sie darauf, den oder die Auslöser möglichst zu vermeiden. Außerdem können Sie gegen die Beschwerden spezielle antiallergische Arzneimittel nehmen. Sprechen Sie auch hier Ihren Arzt an - er kann Ihnen auch eine sogenannte Hyposensibilisierung verordnen.

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