Kopfschmerzen und Migräne können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene suchen nach alternativen oder ergänzenden Behandlungsmethoden, um ihre Beschwerden zu lindern. Eine solche Möglichkeit bieten die Schüssler-Salze, die auf der Theorie von Dr. Wilhelm Schüßler basieren. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Schüssler-Salzen bei Migräne und Kopfschmerzen und gibt einen Überblick über die verschiedenen Salze und ihre Anwendungsgebiete.
Was sind Schüssler-Salze?
Schüssler-Salze sind nach ihrem Erfinder, Dr. Wilhelm Schüßler, benannt. Er ging davon aus, dass ein Mangel an bestimmten Mineralsalzen in den Körperzellen die Ursache für verschiedene Beschwerden sein kann. Schüßler entwickelte daraufhin zwölf Basissalze, die er als Funktionsmittel bezeichnete und die gezielt eingesetzt werden können, um das минеральный Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.
Schüssler-Salze bei Kopfschmerzen
Viele Menschen haben hin und wieder Kopfschmerzen, die sich sehr unterschiedlich anfühlen und unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten können. Die Schmerzen werden oft als pulsierend, stechend oder drückend beschrieben. Kopfschmerzen können viele Ursachen haben und sind als Symptom, nicht als eigenständige Krankheit zu betrachten.
Das wichtigste Schmerzmittel: Nr. 7 Magnesium phosphoricum
Dr. Schüßlers wichtigstes Schmerzmittel ist die Nr. 7 Magnesium phosphoricum. Vermutlich war es auch das erste Salz, das Schüßler in seinen Heilmittelschatz aufgenommen hat. Bei Krämpfen und Schmerzen werden in rascher Folge Impulse über den synaptischen Spalt an die motorische Endplatte geleitet. Magnesiumphosphat vermindert die Impulsfolge, was zu Entspannung und Schmerzfreiheit führt. Es ist auch passend, wenn die Kopfschmerzen blitzartig einschießen oder vom Nacken aufsteigen. Die "Heiße 7" wird zubereitet, indem man 10 Tabletten in 250 ml heißem Wasser auflöst und schluckweise trinkt.
Weitere Schüssler-Salze bei Kopfschmerzen
Je nach Schmerzcharakteristik können weitere Schüssler-Salze in Betracht gezogen werden:
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- Nr. 2 Calcium phosphoricum D6: Bei Kindern oder wenn die Kopfschmerzen mit Kribbeln und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen auftreten. Zudem soll dieses Schüßler-Salz Kopfschmerzen bei blassen Kindern vertreiben.
- Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6/D12: Bei Kopfschmerzen mit Druckgefühl, Klopfen und rotem Kopf und bei Personen mit dunklen Augenschatten.
- Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: Bei Kopfschmerzen nach seelischer, geistiger oder körperlicher Belastung zusammen mit großer Schwäche.
- Nr. 6 Kalium sulfuricum D6: Bei Kopfschmerzen, die sich in warmen Räumen verschlimmern.
- Nr. 10 Natrium sulfuricum D6: Nach einer Gehirnerschütterung oder bei Katerkopfschmerzen.
- Nr. 11 Silicea D6: Bei Kopfschmerzen durch Zugluft, Witterungswechsel oder Voll- oder Neumond.
- Nr. 14 Kalium bromatum D6: Bei Kopfschmerzen vorwiegend an Stirn und Schläfen.
- Nr. 17 Manganum sulfuricum D6: Bei drückenden Kopfschmerzen mit dem Gefühl, der Kopf sei angeschwollen.
- Nr. 21 Zincum chloratum D6: Bei nervös bedingten Kopfschmerzen mit Aufregung und Anspannung.
- Nr. 22 Calcium carbonicum D6: Bei hartnäckigen Kopfschmerzen, vorwiegend bei aufgedunsen wirkenden Personen und bei Allergikern.
Schüssler-Salze bei Migräne
Migräne ist durch anfallartige, oft pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet, die meist einseitig auftreten und Stunden bis Tage andauern können. Auch hier können Schüssler-Salze unterstützend eingesetzt werden.
Spezifische Salze für verschiedene Migräne-Symptome
Die Wahl des richtigen Schüssler-Salzes richtet sich nach den Begleiterscheinungen der Migräne:
- Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12: Bei Migräne mit Druckgefühl im Kopf.
- Nr. 4 Kalium chloratum D6: Bei Migräne mit Übelkeit, Schwindel und Erbrechen von weißem Schleim.
- Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6: Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden (oft in Kombination mit Nr. 8 und Nr. 11).
- Nr. 8 Natrium chloratum D6: Bei Migräne mit Erbrechen von durchsichtigem Schleim oder bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden (oft in Kombination mit Nr. 7 und Nr. 11). Zudem sollen dieses Schüßler-Salz Migräne vertreiben, die durch Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden gekennzeichnet ist.
- Nr. 11 Silicea D12: Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden (oft in Kombination mit Nr. 7 und Nr. 8).
- Nr. 19 Cuprum arsenicosum D6: Bei pulsierenden, zuckenden Krämpfen im Kopf.
- Nr. 22 Calcium carbonicum D6: Bei Migräne bei aufgedunsenen, dicklichen Personen.
Kombinierte Anwendung bei hartnäckigen Beschwerden
Für Menschen mit Migräne, deren Beschwerden sehr hartnäckig und schwer zu beeinflussen sind, kann folgendes kombiniertes Mineralstoff-Schema in Betracht gezogen werden:
- Nr. 5 Kalium phosphoricum D6
- Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6
- Nr. 8 Natrium chloratum D6
- Nr. 11 Silicea D12
- Nr. 22 Calcium carbonicum D6
Von diesen Schüßler-Salzen werden jeweils zwei bis vier Tabletten eingenommen.
Äußerliche Anwendung von Schüssler-Salzen
Auch in Salbenform können Schüssler-Salze bei Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt werden. Empfohlen wird beispielsweise Nr. 2 Calcium phosphoricum - auch für Kinder. Die Salbe wird zwischen den Schulterblättern eingerieben. Bei Kopfschmerzen, die vom Nacken aufsteigen, sowie bei Migräne soll die Salbe Nr. 7 Magnesium phosphoricum helfen. Darüber hinaus können Sie mit einer Salbe auf Basis dieserm Schüßler-Salz Kopfschmerzen behandeln, die halbseitig auftreten und plötzlich einschießen. Reiben Sie die Salbe auf Nacken und Stirn ein.
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Weitere Tipps und Maßnahmen bei Kopfschmerzen und Migräne
Neben der Einnahme von Schüssler-Salzen gibt es noch weitere Maßnahmen, die bei Kopfschmerzen und Migräne helfen können:
- Akupunktur und Akupressur: Gezielte Stimulation bestimmter Akupunktur- bzw. Akupressur Punkte mit Fingerdruck (gehört zur TCM). Ein wichtiger Anti-Schmerz-Punkt befindet sich auf dem Handrücken in der Vertiefung, wo Zeigefinger und Daumen sich treffen. Drücken Sie dort 1-2 Minuten sanft zu und wechseln dann die Hand.
- Entspannungstechniken: Eine sanfte Massage von Schläfen, Kopfhaut, Kiefer und Nacken wirkt spannungslösend. Die verspannte Muskulatur wird mit 2 Fingern kreisend massiert. Familie, Beruf und Alltag zu organisieren, ist keine leichte Aufgabe. Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor.
- Homöopathie: Ein homöopathisches Komplexmittel welches frühzeitig eingenommen die Schwere, Dauer und Häufigkeit von Kopfschmerzen reduzieren kann, ist das CONTRAMIGREN HEVERT. Aconitum (Eisenhut) und Atropinum sulfuricum (Stoff aus der Tollkirsche) wirken bevorzugt bei nervlich bedingten Schmerzen. Glonoinum (Nitroglycerin) und Secale cornutum (Mutterkorn) entspannen krampfartig verengte Blutgefäße, können die Tropfen verschiedene Kopfschmerzarten lindern. Auch Begleiterscheinungen der Migräne, wie Übelkeit lässt sich dämpfen und reduzieren. Die Lebensqualität der Betroffenen verbessert sich somit erheblich.
- Pfefferminzöl: Kopfschmerzen vom Spannungstyp werden gerne mit EUMINZ® der Firma MCM Klosterfrau behandelt. Das wohlriechende Öl der echten Pfefferminze (lat. Mentha piperita) wirkt direkt über die Haut, blockiert den Schmerz, entspannt die Muskulatur und steigert den Blutfluss in der Kopfhaut. Das Öl in einer alkoholischen Lösung wird mit einem Applikator auf Stirn und Schläfen einmassiert.
- SPIGELON®: Das homöopathische Arzneimittel SPIGELON® der Firma Heel wird bei Kopfschmerzen eingesetzt, die in erster Linie durch nervöse Störungen entstehen und Überlastungs- und Erschöpfungszustände begleiten. Mit diesem Ansatz kombiniert Spigelon® unter anderem die Wirkstoffe Gelsemium sempervirens, Thuja occidentalis, Bryonia, Melilotus officinalis und das namensgebende Spigelia anthelmia.
- Wärme im Nacken: Bei Spannungskopfschmerz hat sich Wärme im Nacken bewährt.
- Fußbad in Senfmehl: Ein durchblutungsförderndes Fußbad in Senfmehl kann ebenfalls Linderung verschaffen.
Wichtiger Hinweis
Es muss nicht immer Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen sein, wenn es um Kopfschmerzen geht. Die Naturheilkunde hat auch einige Möglichkeiten der Behandlung in petto. Dennoch sollte trotz allem die Ursache der Schmerzen eruiert und behandelt werden. Wenn Sie häufiger (mehrmals im Monat) unter Kopfschmerzen leiden, ist es ratsam eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.
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