Viele Frauen leiden unter unangenehmen Beschwerden wie wiederkehrenden vaginalen Infektionen, Inkontinenz, Atrophie der Vaginalschleimhaut, Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Die Lasertherapie bietet hier innovative Behandlungsansätze, insbesondere bei Erkrankungen wie Lichen Sclerosus und zur Verbesserung des weiblichen Wohlbefindens.
FemiLift: Laserbehandlung zur Verbesserung des vaginalen Bereichs
FemiLift ist eine topische Laserbehandlung, die den Aufbau des gesamten vaginalen Bereichs verbessert. Diese sichere, hormonfreie, effektive und unkomplizierte Lasertherapie hilft bei der Vaginalverengung und wirkt gegen Harninkontinenz. FemiLift ist ideal bei:
- Belastungsinkontinenz und zur Straffung der Vagina
- Vaginaler Trockenheit
- Stärkung des Gewebes und Rehabilitation nach einer Geburt oder nach der Menopause
Fraxel CO2 Laser: Innovative Hauterneuerung
Die Fraxel CO2 Laser Behandlung ist eine innovative Methode zur Hauterneuerung, die Falten, Narben und Pigmentstörungen effektiv behandelt. Es handelt sich um ein nicht-chirurgisches Verfahren, das dazu dient, verschiedene Hautprobleme zu verbessern.
Laserbehandlung zur Aufhellung der Haut im Intimbereich
Eine Laserbehandlung für Vulva Bleaching ist eine innovative Behandlungsmethode zur Aufhellung der Haut im Intimbereich.
Lichen Sclerosus: Eine chronische Hauterkrankung und ihre Behandlung
Lichen Sclerosus, auch bekannt als Lichen Sklerose, ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die vor allem im Genitalbereich von Frauen auftritt, aber auch andere Körperregionen betreffen kann. Typische Symptome sind Juckreiz, Schmerzen, Rötungen und weiße Flecken auf der Haut. Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, jedoch wird angenommen, dass Autoimmunprozesse und hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen können. Die Erkrankung kann zu Komplikationen wie Vernarbungen und Verengungen der betroffenen Hautstellen führen.
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Symptome von Lichen Sclerosus
Betroffene Frauen leiden oft an quälendem Juckreiz sowie brennenden Schmerzen im Bereich des äußeren Genitales. Besonders nachts kratzen sich die Frauen unbewusst und verletzen sich, was zu zusätzlichen Beschwerden und oft zu Infektionen führt. Sehr frühzeitig treten Beschwerden beim Geschlechtsverkehr auf. Bei Eintreten der Schrumpfung ist Geschlechtsverkehr aus anatomischen Gründen und wegen starker Schmerzen oft nicht mehr möglich. Diese Veränderungen gelten als Präkanzerosen, da in etwa 5 % der Fälle ein Karzinom entstehen kann.
Therapieansätze bei Lichen Sclerosus
Therapie der Wahl sind hochpotente Cortisonsalben. Alternativ kommen bei Unverträglichkeit oder Unwirksamkeit Immunmodulatoren (Pimecrolimus, Tacrolimus) und Retinoide (Vitamin A-Derivate) zur Anwendung. Allerdings sind alle therapeutischen Maßnahmen häufig unbefriedigend und können die Beschwerden und das Voranschreiten der Erkrankung nicht wirklich beherrschen.
CO2-Lasertherapie als innovative Behandlungsmethode
Mit der innovativen CO2-Lasertherapie gibt es eine einfache, hocheffektive Möglichkeit, Frauen von den quälenden Symptomen des Juckreizes, den Verletzungen und Schmerzen bei Lichen Sclerosus zu befreien. Auch Geschlechtsverkehr, der häufig wegen der Schmerzen oder der Schrumpfungsprozesse nicht mehr durchführbar war, ist danach meist wieder schmerzfrei möglich.
Ablauf der CO2-Lasertherapie
Da bei der Applikation der Laserenergie im äußeren Genitalbereich leichtes Brennen und gelegentlich Beschwerden wie Nadelstiche auftreten können, wird ein lokales Anästhetikum aufgetragen. Das geschädigte Gewebe wird gezielt durch die Laserenergie mit exakt definierter Eindringtiefe und Intensität denaturiert. Das darunterliegende gesunde Gewebe wird zur Regeneration und dem Wiederaufbau der Haut angeregt. Nach 3-4 Therapiesitzungen hat sich die Haut zunehmend regeneriert. Die meisten Patientinnen sind dann weitgehend beschwerdefrei und Geschlechtsverkehr ist wieder möglich. In den allermeisten Fällen ist auch eine lokale Therapie, insbesondere mit Cortison, nicht mehr notwendig. Unterstützend ist die lokale Behandlung mit Fettsalben oder Ölen, z. B. Mandel- bzw. Olivenöl, sinnvoll und zu empfehlen.
Vergleich von Cortison und Lasertherapie
Eine erste Pilotstudie verglich die Effektivität von Cortison mit der Lasertherapie. Die Lasertherapie war nicht nur effektiver in Bezug auf die klinische Symptomatik und Lebensqualität, sondern zeigte auch histologisch (feingeweblich) eine ausgeprägte Geweberegeneration.
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Heilung und Wiederholung der CO2-Lasertherapie
Eine Heilung von Lichen Sclerosus ist leider nicht möglich, da es sich wahrscheinlich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Das Fortschreiten der Erkrankung wird jedoch durch die regenerative Therapie aufgehalten, und die betroffenen Frauen werden meist symptomfrei. Nach der Primärtherapie, die 3-4 Sitzungen beinhaltet, besteht Symptomfreiheit meistens für 1-1/2 Jahre, bei großer individueller Variabilität. Eine einzige jährliche Wiederholung wird empfohlen und hat sich bewährt.
Lichen Sclerosus der Mundschleimhaut
Bei einem Lichen Sclerosus der Mundschleimhaut wird auf das "Zentrum für Schleimhauterkrankungen" verwiesen.
Lasertherapie bei Krampfadern und Besenreisern
Die Laserbehandlung von Krampfadern und Besenreisern ist eine moderne und effektive Methode zur Behandlung dieser Venenprobleme. Durch den gezielten Einsatz von Laserlicht können Krampfadern und Besenreiser schonend verödet werden, ohne dass ein operativer Eingriff erforderlich ist.
Ursachen von Besenreisern
Es gibt verschiedene Gründe für die Entstehung von Besenreisern. Manchmal ist ein Blutstau der Venen für die bläulichen Äste verantwortlich. In den meisten Fällen sind Besenreiser genetisch bedingt und eine Bindegewebsschwäche bereits bei Eltern oder Großeltern aufgetreten, wodurch die Venenwände sich schneller erweitern. Auch der Lebenswandel spielt eine Rolle. Personen, die regelmäßig Alkohol und Nikotin konsumieren, sind anfälliger für Venenkrankheiten. Auch Bluthochdruck oder Schwangerschaften können das Entstehen von Besenreisern begünstigen.
Entfernung von Besenreisern
Vor der Behandlung sollte immer eine ärztliche Abklärung mittels Ultraschall erfolgen, um die Ursache für das Venenleiden zu diagnostizieren. Ist die Diagnose gesichert, können Besenreiser und Krampfadern durch die Sklerotherapie (Verödung) im Flüssig- und Schaumverfahren oder mithilfe modernster Laserverfahren effektiv und nachhaltig behandelt werden. Insbesondere kleine bis mittelgroße Besenreiser, die für die Sklerotherapie weitgehend unzugänglich sind, lassen sich gezielt und besonders schonend mit dem Laser entfernen.
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Laserbehandlung bei Besenreisern
Der Venenlaser arbeitet millimetergenau und eignet sich daher zur Entfernung feinster Besenreiser. Da keinerlei körperfremde Stoffe verwendet werden, ist eine allergische Reaktion nahezu ausgeschlossen. Die Behandlung wird unter Dauerkühlung durchgeführt und ist deshalb normalerweise schmerzfrei. Zur Anwendung kommt in diesen Fällen meist ein Neodym-Laser. Durch die Energie des Lasers werden die Besenreiser effektiv verschlossen. Dieser Eingriff hinterlässt keine Narben und ist grundsätzlich schmerzfrei, wenn sie durch einen Spezialisten ausgeführt wird. Möglich, jedoch selten, sind leichte Pigmentstörungen nach einer Lasertherapie.
Verödung (Sklerosierung) von Besenreisern
Eine gängige und erfolgreiche Methode ist die Verödung der Besenreiser. Das Injizieren einer speziellen Flüssigkeit oder eines Schaums reizt die Gefäßwände und führt dazu, dass die Besenreiser nicht mehr durchblutet werden. Auf diese Weise verkleben die Gefäßwände nach und nach und verlieren ihre Funktionstüchtigkeit. Die Besenreiser sterben ab und werden vom Körper vollständig resorbiert. Um das Verfahren zu beschleunigen, wird nach der Behandlung unterstützend ein Klebeverband angelegt und Kompressionsstrümpfe verordnet. Die Verödung durch Injektion verschiedener Flüssigkeiten eignet sich speziell für tiefer liegende Gefäße.
Schaumverödung von Besenreisern
Die Schaumverödung verfolgt das gleiche Prinzip wie die gängige Verödungstechnik. Im Falle einer Schaumverödung werden die Substanzen allerdings sehr fein aufgeschäumt (Mikroschaum) und können somit mit noch mehr Präzision angewendet werden. Außerdem haftet der Schaum besser an den Venenwänden und erreicht deshalb unter Umständen ein besseres Endergebnis.
Intravenöse-Laser-Therapie® nach Dr. Weber (Laser-Blut-Bestrahlung) und externe Soft-Laser-Therapie® („Laser-Dusche“®)
Die Intravenöse-Laser-Therapie® nach Dr. Weber (Laser-Blut-Bestrahlung) und die externe Soft-Laser-Therapie® („Laser-Dusche“®) nach Dr. Weber et al. sind schmerzfreie, risikofreie und nebenwirkungsfreie Therapieverfahren.
Wirkungsweise der intravenösen Laser-Therapie® und der externen Soft-Laser-Therapie®
Die Intravenöse Laser-Therapie® sowie die externe Soft-Laser-Therapie® haben folgende Wirkungsweise (nach Untersuchungen von Dr. Weber et al.):
- Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
- Förderung der Sauerstoffaufnahme und des Sauerstofftransportes
- Verbesserung der Mikrozirkulation
- Anregung des Zellstoffwechsels
- Aktivierung des Immunsystems
- Entzündungshemmung
- Schmerzlinderung
Anwendungsgebiete der intravenösen Laser-Therapie® und der externen Soft-Laser-Therapie®
Zum Einsatz kommen die Intravenöse Laser-Therapie® und die Externe Soft-Laser-Therapie® unter anderem bei folgenden Indikationen:
- Harmonisierung des Stoffwechsels
- Steigerung der Leistung
- Harmonisierung des Hormonsystems
- Zyklus-Störungen, Hormonstörungen und Wechsel-Beschwerden
- Steigerung der Gedächtnis-Leistung
- Gelenk-Beschwerden (Schmerzen, Arthrose, Fibromyalgien, Rheuma)
- Stoffwechsel-Störungen (Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, Fettstoffwechsel-Störungen)
- Herz-Erkrankungen (auch vorbeugend)
- Akute und chronische Schmerzen
- Immunologische Indikationen: ergänzend bei Stress, Burnout-Syndrom, Erschöpfungszuständen, Krebs, Immunschwäche, Abwehrschwäche, gehäuften Infekten, vorbeugend als Anti Aging Maßnahme, indirekt zur Stärkung des Stoffwechsels
Verschiedene Laser und ihre spezifischen Wirkungen
- Roter Laser (Energy-Laser®): ATP-aktivierend, durchblutungsfördernd, Herz-Kreislauf-stärkend
- Grüner Laser (Infla-Laser®): Gegen Entzündungen (= Inflammationen), Ödeme, Ulzera, infektiöse Tumoren
- Gelber Laser (Sun-Laser®): Fördert den Serotonin- und Vitamin-D-Stoffwechsel, Knochen- und Bindegewebs-Stoffwechsel
- Blauer Laser (Immuno-Laser®): Immun-stärkend
Lasertherapie in der Gynäkologie
Juliet Laserbehandlung
Die Juliet Laserbehandlung hat das Leben vieler Patientinnen enorm verändert. Intimes Wohlgefühl sollte kein Tabu mehr sein.
Lichen Sclerosus: Häufige Fehldiagnosen und richtige Behandlung
Die Erkrankung manifestiert sich meist in der Genitoanalregion, nur bei ca. 15% kommt es zu Hautveränderungen in anderen Lokalisationen. Zu den charakteristischen Symptomen des Lichen Sclerosus zählt ein längerfristiger Juckreiz im Genitalbereich, der oftmals auch ein Brennen hervorrufen kann. Im frühen Stadium der Erkrankung zeigt sich häufig ein weißlich-rötliches Ekzem auf der Haut. Die Erkrankung ist nach derzeitigem Wissensstand nicht heilbar, kann aber sehr gut therapiert werden. Lichen Sclerosus wird deshalb oft nicht richtig behandelt und erfolglos immer wieder als genitale Infektion (Scheideninfektion), meist als Mykose (Pilzinfektion), oder Herpes genitalis behandelt. Sie ist aber die häufigste nicht infektiöse, brennende, juckende, schmerzhafte Hauterkrankung des äußeren Genitales.
Kortison-Creme und alternative Therapien
Mit einer Kortison-Creme kann der Verlauf zwar verlangsamt bis gestoppt werden. Alternative Therapien werden notwendig, wenn die First-Line-Therapie (Erstlinientherapie) mit topischen Präparaten (Medikamente, die örtlich angewendet werden), besonders hochwirksamen Corticosteroiden, nicht oder nicht genügend wirksam ist. Schwerpunkt liegt auf der innovativen fraktionierten Lasertherapie.
Pathogenese und Diagnose von Lichen Sclerosus
Die Pathogenese des Lichen Sclerosus ist weitgehend unbekannt. Bekannt ist, dass immunkompetente Zellen das elastische Bindegewebe der Unterhaut des äußeren Genitales zerstören, begleitet von einer Entzündung der Gefäße des Coriums. Der Pigmentmangel und das Ödem des Kollagens führen zu der äußeren weißlichen bis porzellanartigen Erscheinungsform. Die Diagnose wird häufig nach dem klinischen Bild anhand der Hautveränderungen in Kombination mit den Symptomen gestellt. Ein histologischer (feingeweblicher) Nachweis wird derzeit nicht gefordert. Andererseits kann, besonders bei jungen Frauen, die Erkrankung optisch völlig unauffällig sein, die histologische Diagnostik ergibt jedoch einen Lichen Sclerosus.
Verlauf und Komorbiditäten von Lichen Sclerosus
Bei Lichen Sclerosus handelt sich um eine chronisch entzündliche Bindegewebserkrankung mit evtl. jahrzehntelangem, schubweisem Verlauf. Bei weiblichen Kleinkindern kann die Krankheit das Hymen (Jungfernhäutchen) zerstören. Bei Frauen wird in ca. 90 % der Fälle der Genitoanalbereich (Geschlechts- und Analbereich) befallen. Die Erkrankung zeigt im Spätstadium unterschiedliche Schweregrade einer Atrophie der Vulva. Beim kindlichen Lichen Sclerosus besteht die Chance der Ausheilung. Es besteht eine gehäufte Komorbidität mit Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Hashimoto-Thyreoiditis und Vitiligo (Weißfleckenkrankheit). Des Weiteren treten gehäuft entzündliche Darmerkrankungen, Alopecia areata, perniziöse Anämie, rheumatoide Arthritis und Psoriasis auf.
Therapieansätze bei Lichen Sclerosus
Goldstandard ist die Therapie mit den stark wirkenden Glucocorticoiden (Immunmodulatoren) Clobetasol oder Mometason. Die Erfolgsrate beträgt etwa 70-80 %. Beide Glucocorticoide sind entsprechend randomisierter kontrollierter Studien der topischen Therapie mit Tacrolimus überlegen. Second-Line-Therapie ist die topische ("örtliche") Therapie mit Calcineurininhibitoren (Immunsuppressiva): Tacrolimus (Salbe), Pimecrolimus (Salbe) (Off-Label-Use). Die Erfolgsrate beträgt etwa 40-80 %. Bei therapieresistenten Fällen kann eine systemische Therapie mit Retinoiden (Substanzen, die in ihrer chemischen Struktur oder in ihrer biologischen Aktivität verwandt mit dem Retinol (Vitamin A) sind) über 3-4 Monate versucht werden, ggf. auch Ciclosporin oder niedrig dosiertes Methotrexat.
Alternative und experimentelle Therapieansätze
- Plättchenreiches Plasma (PRP): Die Injektion von PRP fördert Heilungsprozesse vorzugsweise durch Stimulation von Wachstumsfaktoren, die die Proliferation mesenchymaler Zellen und die extrazelluläre Matrixsynthese modulieren.
- Photodynamische Therapie (PDT): Das Prinzip besteht darin, dass die geschädigte Haut mit einer speziellen Creme (Photosensitizer) behandelt wird, deren Wirkstoff nach Eindringen in die Haut mit Licht einer speziellen Wellenlänge bestrahlt wird.
- Hochintensiver Fokussierter Ultraschall (HIFU): Der Einsatz bei nicht malignen (bösartigen) Erkrankungen der Haut, insbesondere der genitalen Atrophie (Verdünnung des Genitalgewebes) und dem Lichen Sclerosus, wird seit vielen Jahren meist in kleinen Studien durchgeführt.
- Radiofrequenz-Therapie: Bei der Radiofrequenz-Therapie wird dem Gewebe Energie mit fokussierten elektromagnetischen Wellen zugeführt.
- Fraktionierte Lasertherapie: Die fraktionierte Lasertherapie mit dem CO2- oder ER-YAG-Laser ist seit vielen Jahren eine bewährte Option zur Therapie des Genitourinary Syndroms of Menopause sowohl in Bezug auf die Vulvovaginale Atrophie als auch auf die Belastungs- und Dranginkontinenz.
Fraktionierte Lasertherapie im Detail
Die Wirkweise der Laser (Erbium-YAG-Laser, CO2-Laser), die bei urogynäkologischen Indikationen eingesetzt werden, beruht auf Hyperthermie (Überwärmung) und Koagulation. Abhängig von der Energieeinstellung steht der Effekt der Hyperthermie oder der Koagulation und Ablation im Vordergrund. Kombinierte Einstellungen sind möglich. Die Wellenlänge des CO2-Lasers beträgt 10,6 µm, die des Er: Yag-Lasers 2940 nm. Beide werden vom Gewebewasser absorbiert. Im Gegensatz zu den ablativen Formen der Lasertherapie, bei denen die Epidermis (Oberhaut) flächig entfernt wird und eine von der Größe des abladierten Bezirks abhängige Wundfläche entsteht, entstehen bei der fraktionierten Therapie, die heute im urogynäkologischen Bereich Anwendung findet, winzige nadelstichartige Mikrowunden, zwischen denen sich gesunde Hautareale befinden. Da nur etwa 20-40 % der behandelten Hautfläche gelasert wird, der Rest intakt bleibt, entstehen wenig Nebenwirkungen und es kommt zu einer schnellen Abheilung. Die Laserenergie durchdringt das Epithel und gelangt in die subepitheliale Gewebeschicht. Die darunterliegenden fibromuskulären Hautschichten werden nicht erreicht d. h. sie werden geschont. Die Eindringtiefe beträgt in Abhängigkeit von der Laserenergie maximal etwa 200-700 µm (0,2-0,7 mm). Damit ist gewährleistet, dass umgebendes Gewebe nicht geschädigt wird. Durch die gezielte Verletzung wird die Regeneration der Haut angeregt über die Freisetzung von Hitzeschockproteinen und unterschiedlichen Wachstumsfaktoren. Folge ist die Wiederherstellung eines gesunden Epithels und der darunterliegenden subepithelialen Schicht mit normaler Funktion. Durch diese Maßnahmen werden Flüssigkeit, wasserbindende Glykoproteine und Hyaluronsäure eingelagert, die Bildung von kollagenen und elastischen Fasern angeregt. Besonders wichtig ist die Neubildung von Kapillaren, die eine langfristige Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen garantiert.
Studien zur Lasertherapie bei Lichen Sclerosus
Ablative CO2-Laser-Therapien sind seit dem Jahre 1991 beschrieben. Nach dem Jahr 2010, nachdem sich die fraktionierte Lasertherapie in der Dermatologie durchgesetzt hatte, gibt es bisher insgesamt sieben Studien. Allen gemeinsam ist eine vorausgehende mehr oder weniger unergiebige, erfolglose Therapie mit hochpotenten Corticosteroiden und anderen tropischen Therapiemöglichkeiten. Dies hat letztlich dazu geführt, dass eine alternative Lösung in Form einer Lasertherapie in Anspruch genommen wurde. Gelegentlich ist es auch die Angst vor atrophischen Veränderungen durch einen hohen, nicht genügend effektiven Einsatz von Kortikosteroiden. Beurteilungskriterien sind meist Schweregrad der Erkrankung, Symptome, Lebensqualität (allgemein, sexuell) und Therapieerfolg. Leider gibt es zu diesen Kriterien keine allgemeingültigen Grundlagen, die eine Vergleichbarkeit ermöglichen.
Zentrum für Lasermedizin in der Evangelischen Elisabeth Klinik
Das Zentrum für Lasermedizin in der Evangelischen Elisabeth Klinik bietet ein breites Behandlungsspektrum. Es reicht von Gefäßtumoren und Gefäßfehlbildungen über Urogenital- und proktologische Erkrankungen bis hin zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Aber auch seltene Erkrankungen, wie Neurofibromatose 1, Morbus Osler oder Tuberöse Sklerose, können mit Verfahren der Laserchirurgie behandelt werden.
Leistungen des Zentrums für Lasermedizin
- Krebs-Vorstufen (Dysplasien) der Haut und Anogenitalregion
- Basaliome (PDT)
- Morbus Osler / chronisches Nasenbluten
- Stimmbandpolypen
- Kehlkopfpapillomatose
- orale HPV-assoziierte Veränderungen
- Rhinophym
- Nasenmuschelhyperplasie
- Neurofibromatose v. Recklinghausen
- Tuberöse Sklerose (Angiofibrome und Koenen Tumore)
Wichtige Hinweise vor einer Laserbehandlung
Verschiedene Medikamente (z.B. Antibiotika, Beruhigungsmittel, Herzmedikamente), insbesondere auch Phytotherapeutika (z.B. Johanniskraut, Ringelblumen), können eine erhöhte Lichtempfindlichkeit verursachen. Dies kann ungewöhnlich starke Reaktionen bei einer Laserbehandlung hervorrufen. Bei oberflächlichen Behandlungen an der Haut ist in der Regel eine Behandlung der Haut bei UV-Licht-gebräunter Haut nicht zu empfehlen, da dann ein erhöhtes Risiko von Pigmentstörungen besteht.
Verhalten nach einer Laserbehandlung
Bei einer Laserbehandlung der Hautoberfläche oder durch die Haut hindurch ist das behandelte Körperareal für einen Zeitraum von ca. 14 Tagen vor mechanischer Irritation zu schützen. Eine direkte Sonnenbestrahlung des Behandlungsareals sollte bis zum vollständigen Abblassen nach Behandlung unterbleiben. Eine fettende Pflege macht die Haut weniger empfindlich und sollte mehrmals täglich erfolgen. Duschen und Haare waschen sind jederzeit möglich, jedoch sollte ein Aufweichen der Haut vermieden werden. Deshalb sind auch Schwimmen und längeres Baden über einen Zeitraum von 2-3 Wochen nach Behandlung zu unterlassen.
Laserbehandlungen bei vaskulären Malformationen
Vaskuläre Malformationen sind gutartige Gefäßfehlbildungen, die bei Geburt bereits angelegt sind, aber nicht immer in voller Ausbildung auffallen. Je nachdem, welches Gefäßsystem betroffen ist, handelt es sich um venöse, arterielle, kapilläre oder lymphatische Malformationen oder eine Kombination aus mehreren. Eine Behandlung ist sinnvoll bei Auftreten von Beschwerden und um eine weitere Zunahme zu verhindern. Die Art der Laserbehandlung richtet sich nach den vorliegenden Befunden. Es kann sowohl ein Lasern durch die Haut erfolgen, wobei die Oberfläche mit verschiedenen Kühltechniken geschützt wird, aber auch von innen über eine Punktion.
Laserbehandlung bei Naevus flammeus (Feuermal)
Der Naevus flammeus (Feuermal) gehört zu den angeborenen Gefäßfehlbildungen. Es ist sinnvoll, besonders bei Feuermalen im Gesicht, frühzeitig mit der Laserbehandlung zu beginnen, um Folgeerscheinungen zu verhindern, die Befundzunahme zu bremsen und ggf. eine Stigmatisierung der Kinder zu vermeiden. Die Behandlung erfolgt mit dem blitzlampengepumpten Farbstofflaser (FDL/ engl.: PDL), ggf. in Kombination mit anderen Lasertypen.
Laserbehandlung bei Neurofibromatose Typ 1
Für die vielzähligen Neurofibrome der Haut und der Unterhaut biete der CO2-Laser eine sehr gute Behandlungsmethode. Mit einer Laserbehandlung kann die NF1 als solche nicht geheilt werden. Es können aber in einer Operation Hunderte von Neurofibromen der Haut und des Unterhautfettgewebes entfernt werden. Das Neurofibromgewebe und die Haut bzw. das Fettgewebe reagieren in unterschiedlicher Weise auf das Laserlicht. Dies bietet den Vorteil, dass man in der Behandlung sehr genau sehen kann, ob das Neurofibromgewebe eines Befundes entfernt wurde, was das Risiko für Rezidive senkt.
Laserbehandlung bei Hämangiomen des Säuglings
Das Hämangiom des Säuglings ist ein gutartiger, angeborener Gefäßtumor. Wir wissen, dass sich ein großer Teil dieser Hämangiome im Kindesalter wieder zurückbildet, so dass eine Behandlung häufig unterbleiben kann. Kommt es jedoch zu einem erheblichen Wachstum oder treten Komplikationen auf, muss unbedingt frühzeitig behandelt werden.
Studie zur CO2-Soft-Touch-Lasertherapie bei Lichen Sclerosus
Experten der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum haben in einer neuen Studie die CO2-Soft-Touch-Lasertherapie im Vergleich zur Kortisontherapie zur Behandlung der Hauterkrankung Lichen Sclerosus getestet. Das Ergebnis: Lasern ist effektiver als Kortison. Besonders wirksam ist die Kombination aus beiden Methoden.
Studienergebnisse im Detail
Bei der CO2-Lasertherapie werden punktförmige CO2-Lichtimpulse auf die betroffenen Stellen angewendet. An der im Marien Hospital Herne durchgeführten randomisierten Studie nahmen 200 Frauen mit Lichen Sclerosus teil, die zur Hälfte die Lasertherapie oder die Kortisontherapie erhielten. 70 % der Probandinnen haben auf das Lasern positiv reagiert, auf die Salbe hingegen nur 60 % der Probandinnen. Die Therapie - egal ob Laser oder Kortisonsalbe - muss bei einem erneuten Schub wiederholt werden.
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