Spastik beim Atmen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die spastische Bronchitis, auch obstruktive Bronchitis genannt, ist eine häufige Erkrankung, die vor allem Babys und Kleinkinder betrifft. Dabei sind die Bronchien entzündet und verengt, was zu Atemnot und pfeifenden Geräuschen beim Atmen führen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der spastischen Bronchitis, um Betroffenen und ihren Familien ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu ermöglichen.

Was ist eine spastische Bronchitis?

Bei einer spastischen Bronchitis sind die Schleimhäute der Bronchien entzündet und produzieren vermehrt Schleim, ähnlich wie bei einer normalen akuten Bronchitis. Die Bronchien sind die verzweigten "Kanäle", die die Luftröhre mit den Lungenbläschen (Alveolen) verbinden. Zusätzlich sind bei der spastischen Bronchitis die entzündeten Bronchien verengt, weshalb Ärzte auch von einer "obstruktiven Bronchitis" sprechen. Die Verengung entsteht durch die angeschwollene Schleimhaut und die Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur. Daher der Name "spastische" Bronchitis.

Baby-Bronchien sind zart und anfällig für eine spastische Bronchitis. Das Gleiche gilt für Kleinkinder. Eine spastische Bronchitis bei Erwachsenen ist dagegen eher selten. Man spricht deshalb oft von Baby-Bronchitis oder Kleinkind-Bronchitis.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache einer spastischen Bronchitis sind meist Viren, insbesondere RS-Viren, Parainfluenza-, Adeno- und Rhinoviren. Diese Erreger sind leicht übertragbar, etwa beim Husten, Niesen oder durch Berührungen. Allerdings verursachen sie meist nur eine leichte Erkältung - ohne akute oder spastische Bronchitis.

Vor allem bei bestehenden Lungenerkrankungen oder Allergien wird aus einer akuten Bronchitis oft eine spastische Bronchitis. Babys und Kleinkinder sind besonders anfällig dafür. Ein weiterer Risikofaktor ist die sogenannte "bronchiale Hyperreagibilität". Bei betroffenen Menschen reagiert die Schleimhaut der Bronchien besonders empfindlich auf Infektionen und Reizungen. Diese Überempfindlichkeit führt dazu, dass sich die Bronchien schneller verengen und ihre Schleimhaut anschwillt, was eine spastische Bronchitis begünstigt.

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Auch eine Frühgeburt sowie ein sehr früher Kontakt mit Viren und Schadstoffen (unter Umständen bereits in der Schwangerschaft) gelten als Risikofaktoren. Das ist zum Beispiel bei Müttern beziehungsweise deren Kindern zu beobachten, die in der Nähe der Kinder oder während der Schwangerschaft rauchen. Dadurch steigt das Risiko der Kinder für eine spastische Bronchitis oder andere Atemwegsleiden. Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) wirken sich ebenfalls negativ auf die Entwicklung der Lungen und der Atemwegsmechanik aus und erhöhen das Risiko, eine spastische Bronchitis zu entwickeln.

COPD als möglicher Hintergrund

COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist eine unheilbare Lungenerkrankung, die durch eine trotz Therapie unvollständig reversible Bronchoobstruktion gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zu Asthma Bronchiale ist meist langjährige Toxinexposition auslösend (insb. Rauchen), wobei "Overlapsyndrome" in Kombination mit allergischem Asthma auftreten können. Durch die chronische bronchiale Obstruktion ist die Atemarbeit der Patient:innen erhöht, was zu einer Lungenüberblähung führt. Entzündliche Veränderungen der Bronchioli sowie ein Verlust der Elastizität des Lungengewebes führen zu emphysematöser Destruktion. Der Verlauf ist schubweise, und die Häufigkeit der Exazerbationen korreliert mit Mortalität / Morbidität. Ursächlich ist vor allem die Exposition gegenüber Umweltgiften (insb. Zigarettenrauchen, Inhalation von Staub), seltener kann ein Alpha1-Antitrypsin-Mangel oder eine Infektion die Erkrankung auslösen (z.B. TBC).

Asthma als weiterer Risikofaktor

Asthma ist eine variable und reversible Atemwegsobstruktion mit bronchialer Hyperreagibilität bei meist allergisch / infektgetriggerter Entzündung der Bronchialschleimhaut. Die Ursachen sind multifaktoriell, u.a. genetisch, häufiger bei Männern, Nikotin, berufliche inhalative Noxen und Allergen-Kontakt. Ein Status Asthmaticus liegt vor bei persistierender Symptomatik trotz Therapie >12-24h.

Symptome

Kleinkindern und Babys mit spastischer Bronchitis fällt das Atmen insgesamt oft schwer - in schweren Fällen leiden sie regelrecht unter Atemnot. Wegen dieser asthma-ähnlichen Beschwerden nennen Mediziner die spastische Bronchitis manchmal auch "asthmatische" Bronchitis, obwohl diese Bezeichnung nicht korrekt ist.

Die Patienten sind kurzatmig oder leiden häufig unter Atemnot. Außerdem sind beim Ausatmen Atemgeräusche zu hören, etwa ein Röcheln, Pfeifen oder Brummen. Hinzu kommt ein krampfartiger Husten, vor allem morgens, da sich über Nacht viel Schleim in den Bronchien gebildet hat.

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Der abgehustete Schleim ist zumeist weißlich, selten blutig. Eine gelblich-grüne Verfärbung deutet oft auf eine bakterielle Sekundärinfektion hin. Die Probleme beim Atmen und das viele Husten sind sehr anstrengend, weshalb die Betroffenen schnell erschöpft sind. Die Atemnot ist manchmal sowohl für die Patienten selbst als auch ihre Eltern beängstigend. Oft ist die spastische Bronchitis (so wie die normale akute Bronchitis) von Erkältungsbeschwerden oder grippeähnlichen Symptomen begleitet, wie Fieber, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen.

Abgrenzung zu Asthma

Die Symptome einer spastischen Bronchitis sind denen von Asthma bronchiale teils sehr ähnlich. Grundsätzlich gilt, dass bei einer Bronchitis das Husten den Zustand eher verbessert, während Husten bei Asthma zumeist eine Verschlimmerung bedeutet. Beim Asthma ist der Husten zudem eher trocken. Besonders bei Kleinkindern ist die Unterscheidung zwischen spastischer Bronchitis und Asthma aber oft schwierig. In der Regel bessert sich die spastische Bronchitis nach ein bis zwei Wochen wieder deutlich.

Warnzeichen bei Atemnot

Wenn die spastische Bronchitis Kinder in den Zustand einer gefährlichen Atemnot versetzt, sollte der Rettungsdienst alarmiert werden. Warnzeichen sind unter anderem bläulich verfärbte Lippen, Nägel und Haut, Bewegungen der Nasenflügel (Nasenflügeln) und schnelle Atmung.

Diagnose

Der Haus- oder Kinderarzt ist der erste Ansprechpartner bei Verdacht auf eine spastische Bronchitis. Weil Bronchitis-Erkrankungen generell sehr häufig sind, haben sie viel Erfahrung damit. Sie sind in der Regel in der Lage, einzuschätzen, ob tatsächlich eine spastische Bronchitis vorliegt, wie schwerwiegend sie ist und welche Therapiemaßnahmen geeignet sind. Kinder- und Hausärzte kennen außerdem die kleinen Patienten meist schon länger, was es ihnen erleichtert, eine akute Erkrankung richtig in die individuelle Krankengeschichte des Patienten einzuordnen.

Der Arzt holt sich zuerst im Gespräch (Anamnese) alle wichtigen Informationen ein, die ihm helfen, eine spastische Bronchitis festzustellen und den Schweregrad einzuschätzen. Er stellt zum Beispiel folgende Fragen:

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  • Leiden Sie oder Ihr Kind häufiger an Infekten (der Atemwege)?
  • Sind Vorerkrankungen der Atemwege bekannt?
  • Welche genauen Symptome treten auf und wie lange bestehen sie schon?
  • Können Sie den Husten genauer beschreiben (z. B. anfallsweise, bellend, morgens, mit Schleimauswurf etc.)
  • Kommt es zu Atemnot?

Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei hört der Arzt die Lunge ab. Typisch für eine spastische Bronchitis sind Atemgeräusche - ein Pfeifgeräusch, das hauptsächlich beim Ausatmen auftritt, nennen Mediziner "Giemen". Es zeigt an, dass die Atemwege verlegt sind. Brummende Atemgeräusche sind ein Hinweis, dass sich vermehrt Schleim in den Atemwegen befindet. Außerdem klopft der Arzt die Lunge ab. Aus dem Klopfschall schließt er auf den Zustand der Lunge. Ergänzend tastet der Arzt die (Hals-)Lymphknoten ab und wirft einen Blick in den Mund-Rachen-Raum.

Bei längeren und komplizierten Krankheitsverläufen fertigt der Arzt zudem ein Röntgenbild des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) an. Der Arzt erkennt darauf zum Beispiel, ob die Entzündung auf die Bronchien begrenzt ist oder ob die spastische Bronchitis in eine Lungenentzündung überzugehen droht. Zusätzlich gibt das Röntgenbild indirekte Hinweise auf Verlegungen der Atemwege (zum Beispiel ein Lungenemphysem). Eine Blutuntersuchung ist bei erstmaliger, spastischer Bronchitis nicht unbedingt nötig. Wenn Entzündungsparameter wie die Anzahl der weißen Blutkörperchen oder das CRP erhöht sind, weist das nur allgemein auf eine Entzündung im Körper hin.

Ausschluss anderer Ursachen

Bei Kindern mit Verdacht auf eine spastische Bronchitis prüft der Arzt immer auch, ob die Symptome nicht vielleicht durch einen verschluckten Fremdkörper entstehen, der in den Bronchien hängen geblieben ist. Besonders, wenn beim Abhören der Lunge die auffälligen Geräusche nur einseitig zu hören sind, sind die Atemwege möglicherweise durch einen Fremdkörper verlegt. Wenn jemand öfter eine spastische Bronchitis hat, sind weitere Untersuchungen ratsam, wie eine Allergietestung sowie Untersuchung der Atemleistung (Lungenfunktionstest). Zudem ist ein Asthma bronchiale auszuschließen.

Behandlung

Eine spastische Bronchitis behandeln Ärzte im Allgemeinen ebenso wie eine akute Bronchitis. Die Patienten sollten sich schonen beziehungsweise bei Fieber Bettruhe einhalten. Dabei empfiehlt es sich, den Oberkörper etwas erhöht zu lagern. So fällt das Atmen leichter als in liegender Position. Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Tee, Brühe et cetera).

Beruhigen Sie Ihr Kind, wenn es wegen der erschwerten Atmung sehr ängstlich oder unruhig ist. Innere Unruhe verstärkt nämlich oft die Atemnot. Achten Sie zusätzlich unbedingt auf eine frische und schadstofffreie Luft. Günstig wirkt sich warme und feuchte Umgebungsluft aus (aber nicht heiß). Regelmäßiges Stoßlüften oder ein feuchtes Tuch auf der Heizung sind oft hilfreich. Meiden Sie Tabakrauch im Umfeld des Patienten. Der Rauch verschärft oft spastische Bronchitis und ist somit gefährlich.

Wenn Sie bei spastischer Bronchitis den Brustkorb mit ätherischen Ölen oder Salben einreiben, reizt dies unter Umständen die Schleimhaut der Bronchien zusätzlich. Die Atemprobleme und Hustenanfälle verstärken sich dann. Außerdem sind viele ätherische Öle (wie Eukalyptusöl) bei Kleinkindern generell nicht zu empfehlen. Medikamente, die den Hustenreiz dämpfen (Hustenstiller oder Hustenstopper), sind nur anzuwenden, wenn der Husten nicht produktiv ist (kaum Sekret in den Bronchien) und er den Nachtschlaf stört. Das Abhusten ist bei Bronchitis-Erkrankungen nämlich sehr wichtig: Es befreit die Atemwege von Schleim, Krankheitserregern und sonstigen Schadstoffen.

Medikamentöse Therapie

Die krampfartig verengten Atemwege bei spastischer Bronchitis lassen sich mithilfe von sogenannten Sympathomimetika (β2-Rezeptoragonisten) wie Salbutamol entspannen. Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass sich die Atemwege erweitern. Sie lassen sich als Inhalation oder Spray verabreichen. In dieser Form gelangen sie direkt an ihren Wirkort (Atemwege). Für Kinder gibt es spezielle Inhalationsgeräte, die das Einatmen der verdampften Wirkstoffe erleichtern. Beruht die Verengung der Bronchien vor allem auf einem Anschwellen der Schleimhaut, bringt eine Behandlung mit Sympathomimetika meist wenig.

In manchen Fällen ist eine spastische (obstruktive) Bronchitis mit einem sogenannten Anticholinergikum (wie Ipratropium) behandelbar. Diese Wirkstoffgruppe wirkt ebenfalls krampflösend auf die Muskulatur der Bronchien. Die Wirkstoffe werden inhaliert. Antibiotika sind nur dann sinnvoll, wenn sich auf der angegriffenen Schleimhaut der Bronchien zusätzlich Bakterien ausbreiten und der Zustand des Patienten sich verschlechtert. Sie bekämpfen die bakterielle Infektion, wirken aber nicht gegen die Viren!

Nimmt die spastische Bronchitis einen schweren, langwierigen Verlauf, ist manchmal eine kurzzeitige Behandlung mit Kortison sinnvoll. Es lässt die Schleimhaut der Bronchien abschwellen. Besonders für spastische Bronchitis bei Kindern gibt es neben Kortison-Tabletten andere Darreichungsformen wie Zäpfchen oder Saft. Manchmal ist es notwendig, eine spastische Bronchitis im Krankenhaus zu behandeln, besonders bei Babys. Die benötigten Medikamente und Flüssigkeit lassen sich dem kleinen Patienten dort per Infusion verabreichen. Außerdem überwachen Ärzte laufend die Sauerstoffversorgung. Bei Bedarf erhält das Kind zusätzlichen Sauerstoff. Vor allem bei längerem Krankheitsverlauf ist eine Physiotherapie mitunter hilfreich. Mit geeigneten Techniken lassen sich das Abhusten und die Atemarbeit so zusätzlich unterstützen. Der Therapeut klopft zum Beispiel den Brustkorb des Patienten vorsichtig ab. Die Gabe von Schleimlösern (Hustenlösern) bei spastischer Bronchitis ist umstritten.

Checkliste COPD

  • Sauerstoff nach Bedarf. Ziel: SpO2 88-92% + Besserung Dyspnoe
  • Antiobstruktive Inhalation:
    • Salbutamol 2,5mg inhal. (alternativ: 200-400µg DA inhal.) alle 10-15min.
    • oder Fenoterol 100-200µg DA inhal. alle 10-15min.
    • Ipratropiumbromid 0,5mg inhal. alle 30min.
  • Steroid, z.B. Prednisolon 40-50mg po. oder iv.dann 40mg/24h po. für 5 Tage
  • Kausale Ursache für Exazerbation?
    • V.a. (bakterielle) Infektexazerbation, z.B. bei (neu) purulentem Sputum: Antibiotika-Gabe
    • Lungenembolie erwägen
  • Eskalation (sofort bei Vigilanzminderung, resp. Erschöpfung, Hyperkapnie mit pH < 7,3):
    • Nichtinvasive Beatmung (NIV): PEEP 3 cmH2O, Psupp 5 cmH2O (anpassen nach Pat.komfort)
    • FiO2 50% (bei Hypoxie/SpO2 <80% → FiO2 initial 100%)
    • ggf. Reproterol 0,09mg iv. KI oder Terbutalin 0,25mg sc.
    • ev. Reproterol-Perfusor
  • Worst Case:
    • Intubation: Narkose mit (Es)Ketamin (da evtl. zusätzlich antiobstruktive Wirkung)
    • Präoxygenierung möglichst mit NIV
    • Hochrisiko-Situation: "Physiologisch schwieriger Atemweg"
    • Beatmung bei Obstruktion oft erschwert:
      • Niedrige Atemfrequenz (8-10/min)
      • I:E mind. 1:2 bis 1:3
      • keine Rampe
      • auf abgeschlossene Expiration in der Flowkurve achten

Checkliste Asthma

  • Sauerstoff nach Bedarf. Ziel-SpO2 >94% + Besserung Dyspnoe
  • Antiobstruktive Inhalation:
    • Salbutamol 2,5mg inhal. (alternativ: 200-400µg DA inhal.) oder Fenoterol 100-200µg DA inhal. alle 10-15min.
    • Ipratropiumbromid 0,25-0,5mg inhal. alle 30min.
  • Bei O2-Bedarf: Steroid, z.B. Prednisolon 50-100mg po. oder iv.
  • Kausale Ursache?
    • Lungenembolie
    • Allergie / Anaphylaxie
    • (Spontanpneumothorax)
    • Va. (bakterielle) Infektexazerbation: Antibiotika-Gabe
  • Eskalation
    • Magnesiumsulfat 10% 20ml (ca. 8mmol Mg) iv. KI evtl. + Mg 10% 10ml inhal.
    • Nichtinvasive Beatmung (NIV)
    • ggf. Ketamin 0.5-1mg/kg iv. KI; dann 0,5-2mg/kg über 1h iv. oder
    • Esketamin 0.25-0,5mg/kg iv. KI; dann 0,25-1mg/kg über 1h iv. (schlechtere Evidenz für Esketamin)
    • ggf. Reproterol 0,09mg iv. KI oder Terbutalin 0,25mg sc.
  • Weitere Optionen (eingeschränkte Evidenz):
    • Adrenalin 3-4mg inhal. - vor allem Kinder/allergisches Asthma
    • Adrenalin 0,5mg im. - bei V.a. allergisches Asthma; initial wenn kein Zugang
  • Morphin zur Anxiolyse zurückhaltend: CAVE fatale Hypoxämie
  • Reproterol-Perfusor über 3-4 Tage
  • Worst Case: Intubation und Beatmung
    • Bei massivster Obstruktion oft nur manuelle Beatmung mit Beutel möglich CAVE: Pneumothorax-Gefahr!
    • Intubation: Narkose mit (Es)Ketamin (evtl. zusätzlich antiobstruktive Wirkung)
    • Präoxygenierung mit NIV!
    • Beatmung bei Obstruktion oft erschwert:
      • Niedrige Atemfrequenz (8-10/min)
      • I:E min. 1:2 bis 1:3
      • keine Rampe
      • auf abgeschlossene Expiration in der Flowkurve achten
  • Bei anhaltend schwieriger Beatmung vvECMO erwägen (Verlegung Zentrum)
  • Sonderfall: Fulminanter Status Asthmaticus bei Anaphylaxie: AMAX4-Algorithmus erwägen

Verlauf und Prognose

In den meisten Fällen heilt die spastische Bronchitis bei frühzeitiger Behandlung innerhalb weniger Wochen komplikations- und folgenlos aus. Viele Eltern treibt jedoch die Angst um, dass ihr Kind nach einer spastischen Bronchitis Asthma entwickelt. Bei dem Großteil der Kinder passiert das nicht: Etwa 30 Prozent der Kinder, die als Säugling eine spastische Bronchitis hatten, entwickeln später ein Asthma bronchiale. Gefährdet sind vor allem Kinder, bei denen bereits Asthma, Neurodermitis oder andere allergische Erkrankungen in der Familie bekannt sind. Bei ihnen ist besonders darauf zu achten, dass sie keinem Tabakrauch ausgesetzt sind (Passivrauchen). Außerdem sollte die Luft in der Wohnumgebung schadstofffrei (zum Beispiel kein Schimmelpilzbefall) und nicht zu trocken sein.

Vorbeugung

Einer Bronchitis lässt sich nur bedingt vorbeugen. Bei Kindern, die zu Atemwegserkrankungen neigen, sollten Eltern besonders achtsam sein und frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Sind Kinder oft krank und schlägt sich ein Infekt schnell auf die Bronchien, kann der Aufenthalt am Meer zur Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen. Die salzhaltige Luft an der Nordsee wirkt schleimlösend und durchblutungsfördernd auf die Schleimhäute. Auch nach dem Urlaub oder zur weiteren Behandlungsunterstützung können Meersalzinhalationen angewendet werden, um die Anfälligkeit für Bronchitiserkrankungen zu verringern.

Psychosomatische Aspekte

Psychosomatische Erkrankungen sind durch psychische Belastungen gekennzeichnet, die körperliche Beschwerden auslösen. Starke Emotionen können zu Anspannungen in den Atemwegen führen, was zu verschiedenen Beschwerden wie Atemnot bis hin zu Asthmaanfällen führen kann. Ist eine Atemwegserkrankung psychisch (mit)bedingt, ist es für eine erfolgreiche Therapie unerlässlich, die Ursache der Belastung zu ermitteln und zu behandeln. Vor allem die Atmung und unsere Psyche hängen eng zusammen: Bei Disstress, also negativem Stress wie Angst, weiten sich die Atemwege aufgrund der sympathischen Intervention. So soll mehr Sauerstoff in die Zellen gelangen. Bei einem Schock oder einem tiefen Schreck hingegen verkrampfen die Bronchiolen so stark, dass die Atmung erheblich beeinträchtigt ist. Der Hals ist wie zugeschnürt, der Brustkorb fühlt sich zusammengepresst an und die Atemzüge sind sehr erschwert. Man fühlt sich, als würde man ersticken. Das wiederum verstärkt die Angst und kann bis zu Panikattacken oder asthmatischen Anfällen führen. Schon kleine Verspannungen können so das Volumen der Atmung beeinflussen und entsprechende körperliche und psychische Folgewirkungen hervorrufen.

Hyperventilation

Bei der Hyperventilation ist der gesamte Atemtrakt gesund - es gibt keine organische Ursache für die veränderte Atemfrequenz. Durch psychische Belastung und dadurch verursachte starke Gefühle kommt es zu einer beschleunigten und vertieften Atmung. Der Körper schüttet verstärkt Adrenalin aus, das anregend auf die Atmung wirkt. Die CO2-Konzentration im Blut sinkt, was zu einer respiratorischen Alkalose führt, wodurch sich der Elektrolythaushalt verändert. Durch den entstehenden Kalziummangel im Blut wird die Muskulatur damit unterversorgt und krampft. Das Gehirn ist weniger durchblutet, was das Gefühl zu ersticken fördert.

Psychogener Husten

Oft entsteht dieser Husten nach einer Bronchitis, obwohl in den Atemwegen keine dauerhaften krankhaften Veränderungen zu finden sind. Bei Betroffenen kommt es bei passender psychischer Konstellation zu einem Konflikt mit emotionaler Spannung, und der Körper reagiert mit Hüsteln und Husten. Vor allem ängstliche und selbstbeobachtende Menschen neigen hierzu. Oft kann man beobachten, dass die Hustenanfälle beim Schlafen nicht auftreten.

Asthma Bronchiale

Bei Patienten mit Asthma hängen belastende Gefühle und Spasmen der Bronchien bekanntermaßen und nachweislich zusammen.

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