Spastik lösen: Übungen für den Fuß

Spastik, abgeleitet vom griechischen Wort „spasmós“ für Krampf, beschreibt eine krankhaft erhöhte Muskelspannung, die durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS) verursacht wird. Diese unkontrollierbare Muskelaktivität kann zu dauerhaften Fehlstellungen von Gelenken in Armen und Beinen und damit verbundenen Bewegungseinschränkungen führen, die als spastische Lähmung bekannt sind. Schätzungsweise leiden in Deutschland rund 250.000 Menschen unter einer spastischen Bewegungsstörung, oft als Folge eines Schlaganfalls.

Ursachen und Entstehung von Spastik

Die häufigste Ursache für Spastik ist der Schlaganfall, aber auch andere Erkrankungen des Gehirns oder Rückenmarks können zu Spastik führen. Dabei entwickelt sich aus einer anfänglichen schlaffen Muskellähmung über einen längeren Zeitraum eine überhöhte Muskelspannung, die der Betroffene nicht kontrollieren kann. Die Verkrampfung kann durch Gefühlsregungen oder Berührungen verstärkt oder beruhigt werden. Eine unbehandelte Spastik kann langfristig zu weiteren Schädigungen führen, wie Muskelverkürzungen und Gelenkfehlstellungen.

Die Entstehung einer Spastik ist komplex und wird durch mehrere Faktoren verursacht. Nach einer Schädigung des zentralen Nervensystems verändern sich Nerven, Muskeln und Weichteile, was die mechanischen Eigenschaften und Strukturen in betroffenen Muskeln und Extremitäten beeinflusst. Studien haben gezeigt, dass Menschen nach einem Schlaganfall häufiger Spastik entwickeln, wenn sie stärkere Lähmungen, Gefühlsstörungen und Einschränkungen in der Alltagsbewältigung haben.

Diagnose von Spastik

Neben der körperlichen Untersuchung gibt es spezielle Diagnoseverfahren, um eine Spastik festzustellen. Hilfreiche Hinweise können im Einzelfall auch genetische Untersuchungen geben, insbesondere bei selteneren Erkrankungen wie der hereditären spastischen Paraparese (HSP). Es gibt verschiedene klinische Beurteilungsskalen, mit denen Spastik „gemessen“ werden kann. Das sind einfache, aber standardisierte klinische Tests, mit denen die Spastik und ihre Stärke erfasst werden. So kann die Spastik und ihre Veränderung im Verlauf, z.B. nach Therapie, nachvollziehbar dokumentiert werden. Es wird empfohlen, bei der Behandlung der Spastik diese einzusetzen. Ferner wird empfohlen, diese mit anderen Beurteilungsinstrumenten zu kombinieren, die die aktiven Funktionen wie zum Beispiel die Fähigkeit, sich selbständig anzuziehen, zu waschen oder fortzubewegen, messen.

Konservative Behandlungsmethoden bei Spastik

Ziel der Behandlung ist es, die betroffene Muskulatur zu kräftigen und zu erhalten, da der geschädigte Nerv selbst therapeutisch nicht beeinflusst werden kann. Soweit möglich, setzt man auf konservative Behandlungsmethoden, insbesondere Physio- und Bewegungstherapie sowie Krankengymnastik, medikamentöse Therapie und orthopädische Hilfsmittel.

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Physiotherapie und Bewegungstherapie

Unentbehrlich in der konservativen Therapie bei Spastik sind physiotherapeutische Übungen. Sie helfen dabei, die betroffenen Muskeln und Gelenke beweglich zu halten, Muskelanspannungen zu lindern und gesunde Muskelbereiche zu stärken. Besonders wichtig ist die passive Muskelstreckung zusätzlich zur ausgewählten Standardtherapie. Günstige Effekte auf Spastik haben systematisches Arm-Basis-Training, häufige Wiederholungen und die Kombination mit muskulärer Elektrostimulation.

Die Physiotherapie bildet eine wichtige Grundlage bei jeder Therapie einer Spastik. Primäres Ziel ist es alltägliche Bewegungsabläufe zu normalisieren, sodass die Betroffenen trotz der Spastik gut zurecht kommen und die Kontrolle über den eigenen Körper ein Stück weit zurückgewinnen. Je nach Ursache der Spastik kann der Therapieverlauf dabei variieren. Bei der Physiotherapie geht es bei der Behandlung einer Spastik vor allem darum die Symptome des Patienten zu lindern und einen normalen Bewegungsablauf wieder zu ermöglichen. Heilbar ist eine Spastik jedoch in der Regel nicht, sodass die Patienten von Anfang an mit klaren Vorstellungen über die Ziele in die Therapie gehen sollten. Verschiedene Therapieansätze haben sich dabei bewährt:

  • Aktive Übungen: Kräftigungsübungen sowohl für die von der Spastik betroffene Muskulatur als auch für die gesunde Muskulatur sollen dafür sorgen, die Symptome zu verringern und Bewegungsabläufe zu erleichtern.
  • Passive Übungen: Der Physiotherapeut bewegt passiv die Gliedmaßen des Patienten, um diese mobil zu halten.
  • Sporttherapie: Therapieverfahren, welche einen eher sportlichen Charakter haben wie zum Beispiel Wassertherapie, wobei die Patienten Bewegungen leichter durchführen können, da keine große Muskelkraft benötigt wird oder Reiten, wobei die natürliche Bewegung beim Gehen nachgeahmt wird. Entspannende Sportarten wie Yoga und Pilates helfen ebenfalls dabei den Muskeltonus zu senken und den Patienten wieder an normale Bewegungsmuster zu gewöhnen.
  • Physiotherapie nach Bobath: Bei diesem Konzept geht es darum, dass das Gehirn lernen soll die Funktionen der geschädigten Bereiche auf gesunde Hirnareale zu übertragen, um damit den Ursprungszustand weitestgehend wiederherzustellen. Während der Therapie liegt das Hauptaugenmerkt daher auf dem Training der gestörten Körperareale.
  • Manuelle Therapie und Massagen: Durch bestimmte Grifftechniken und lockernde Massagen wird versucht die Muskelspannungen zu verringern und so das Risiko für eine Spastik zu vermindern.

Hilfsmittel und Orthesen

Mithilfe von Orthesen können bestimmte Körperregionen gestützt werden, um Bewegungsabläufe besser zu kontrollieren. Eine Orthese ist ein medizinisches Hilfsmittel, das industriell oder von einem Orthopädietechniker auf ärztliche Verordnung angefertigt wird. Für die Therapie von Standsicherheit, Gang, Treppensteigen oder der Arm-Hand-Funktion sieht man vielversprechende Verbesserungen bei einer Spastik durch den Einsatz von Robotern.

Eine Lähmung ausgleichen und günstige Effekte auf die Muskelspannung und Muskellänge haben Schienen, Splints, Verbände (Casts) und Orthesen. Für die Beine ist das Aufrichten der Betroffenen die beste Mobilisationsform. Durch das Anlegen von Casts kann schrittweise ein eingeschränkter Bewegungsumfang wieder ausgedehnt werden.

Ergotherapie

Ergotherapeuten beraten hinsichtlich möglicher Hilfsmittel und geben Techniken an die Hand, die im Alltag unterstützen, um mehr Aktivität und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Um die Herausforderungen des Alltags besser zu meistern, stehen für viele Bereiche des täglichen Lebens Hilfsmittel zur Verfügung. Der Einsatz dieser Hilfsmittel kann Betroffenen wieder zu mehr Selbständigkeit verhelfen und die Teilnahme am Familien- und Sozialleben erleichtern. Viele dieser Hilfsmittel sind darauf ausgerichtet, mit nur einer Hand verwendet zu werden und Tätigkeiten zu ermöglichen, die sonst nur mit zwei Händen möglich sind.

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  • Kochen und Essen: Verschiedene Hilfsmittel rund um und in der Küche ermöglichen es, wieder kleine Handgriffe selbst durchzuführen. Diese Spastik-Hilfsmittel helfen den Betroffenen sowohl beim Zubereiten als auch beim Verzehr der Speisen. Beispiele sind Brotschneidebretter, Tellerranderhöhungen, Einhand-Deckelabschrauber, Schneidebretter mit Gemüsehalter, Einhänderbretter und Spezial-Besteck.
  • Körperhygiene und Ankleiden: Verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, um Betroffenen zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen. Beispiele sind Bürsten und Badeschwämme mit Halterungen oder Verlängerungsarmen, Knöpfhilfen und Schuhlöffel.
  • Greifen und Aufschließen: Verschiedene Spastik-Hilfsmittel für die Hand können das Greifen erleichtern.
  • Kommunikation: Beispiele sind Großtastentelefone und Mausersatzgeräte.

Medikamentöse Therapie

Darüber hinaus stehen verschiedene medikamentöse Therapien zur Verfügung, um spastische Krämpfe zu lösen und die Spastik zu mindern (u. a. Baclofen, Tizanidin, Diazepam, Gabapentin, Botulinumtoxin). Ob und welche Medikamente geeignet sind, die spastischen Verkrampfungen bei Ihrem Kind zu lösen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Orale Therapie: Mit Tabletten oder Spray werden vermehrte Muskelaktivität bei Spastik behandelt. Patienten mit einer Spastik beider Beine (Paraspastik) und nicht mobile Patienten mit generalisierter spastischer Tonuserhöhung profitieren in der Regel von einer oralen Therapie. Dantrolen bewirkt Muskelentspannung durch Hemmung der Freisetzung von Kalziumionen im Muskel. Sativex® ist ein Spray für die Mundhöhle und ausschließlich für die bei Multipler Sklerose auftretende spastische Tonuserhöhung zugelassen.
  • Botulinumtoxin (BoNT): BoNT wird bei einer Überaktivität von Muskeln angewendet, also auch zur Behandlung einer Spastik. Es lässt Muskeln für eine bestimmte Zeit erschlaffen, indem es die Übertragung vom Nerv auf den Muskel für einige Wochen bis Monate blockiert. Sowohl im Hinblick auf die Nebenwirkungen einer oralen Therapie, als auch im Hinblick auf die Wirksamkeit ist eine BoNT-Behandlung Tabletten und Spray überlegen und mindert zudem Schmerzen, die von der Spastik herrühren.
  • Intrathekale Baclofen-Therapie (ITB): Zur Behandlung einer schweren Spastik kann man das Medikament Baclofen auch über ein spezielles Infusionssystem mit einer Pumpe einsetzen. Das Mittel wird dabei direkt in den Nervenwasserraum des Rückenmarks injiziert (intrathekal).

Elektrostimulation und Magnetstimulation

Elektrostimulation aktiviert über angeklebte Elektroden auf der Haut Nerven und Muskelfasern mit kleinen Strömen (transkutane elektrische Nervenstimulation, TENS). Hier gibt es positive Effekte auf Spastik und den Bewegungsumfang (ROM). Auch die funktionelle Elektrostimulation (FES) für Bewegungen, die vom Patienten ganz oder teilweise selbst ausgeführt werden (z.B. Greifen und Hantieren, Gehen), kann neben der Verbesserung motorischer Funktionen einen Spastik-mindernden Effekt aufweisen. Günstige Auswirkungen auf die Spastik wurden zudem mittels Oberflächenelektrostimulation des Rückenmarks bzw. Eine spastische Tonuserhöhung lässt sich mit gezielten Magnetfeldreizen zur Stimulation ausgewählter Nerven, Nervenwurzeln oder Hirnarealen behandeln (periphere repetitive Magnetstimulation, prMS; repetitive transkranielle Magnetstimulation, rTMS). Stoßwellentherapie kann über Wochen anhaltend einen spastisch erhöhten Muskeltonus mindern mit einer begleitenden Erweiterung des Bewegungsumfangs (extrakorporale Stoßwellentherapie, ESTW).

Übungen zur Lösung von Spastik im Fuß

Um die Beweglichkeit zu verbessern oder eine akute Spastik zu lösen, können verschiedene Übungen auch zu Hause durchgeführt werden. Regelmäßiges Üben kann die Beweglichkeit der spastischen Körperregion verbessern und die Beschwerden der Betroffenen lindern. Zudem wird die Wahrnehmung gestärkt und der Blick für den eigenen Körper geschult. Dabei sollte auch immer auf ausreichend Ruhepausen für den Körper geachtet werden.

Hier sind einige spezifische Übungen zur Lösung von Spastik im Fuß:

  1. Zehen-Dehnung: Auf einen Stuhl setzen und den schmerzenden Fuß mit dem Außenknöchel auf den Oberschenkel des anderen Beins legen. Die Zehen des schmerzenden Fußes mit der Hand in Richtung Schienbein ziehen, bis man eine Dehnung spürt. Diese Position für etwa 10 Sekunden halten und während der Dehnung mit der anderen Hand mit etwas Druck langsam an der Fußsohle entlang streichen.
  2. Wand-Dehnung: Mit etwas Abstand vor eine Wand stellen, mit dem Gesicht zur Wand. Die Zehen des schmerzenden Fußes leicht nach oben anziehen und gegen die Wand stellen: Die Zehen berühren die Wand, die Ferse steht auf dem Boden.
  3. Vierfüßler-Dehnung: In den Vierfüßlerstand gehen, dabei die Zehen am Boden aufsetzen. Darauf achten, dass Knie, Füße und Fersen in einer Linie sind und beide Fersen nach oben zeigen. Den Po Richtung Fersen schieben, bis eine Dehnung spürbar wird.
  4. Treppen-Dehnung: Barfuß auf die unterste Stufe einer Treppe stellen, mit dem Blick zur Treppe. Dann die Fersen etwas nach hinten schieben, bis sie über den Stufenabsatz ragen. Die Wirkung wird verstärkt, wenn man noch ein gerolltes Handtuch unter die Zehen legt, um diese etwas anzuheben.
  5. Zehenspitzen-Heben: Auf die Zehenspitzen gehen, Position 2 Sekunden halten, dann die Fersen langsam über 3 Sekunden nach unten sinken lassen, bis eine Dehnung spürbar wird. Für 2 Sekunden unten halten, dann die Füße wieder langsam über 3 Sekunden in die Ausgangsposition (Zehenspitzen) bringen.
  6. Bewusstes Gehen: Machen Sie einen kleinen Spaziergang und achten bei jedem Schritt darauf die Zehenspitzen anzuziehen und den Fuß bewusst von der Ferse zur Fußspitze abzurollen.

Weitere Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit

  • Schulter- und Armmuskulatur: Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder stellen Sie sich mit den Füßen schulterbreit auseinander hin. Legen Sie Ihre Arme seitlich an den Körper. In dieser Haltung die Arme nach vorne strecken und langsam nach oben und nach unten bewegen
  • Spastik in der Hand lösen: Massieren Sie mit der gesunden Hand die verkrampfte Hand. Versuchen Sie durch Massieren der Handinnenfläche der betroffenen Hand die Verspannung zu lösen.
  • Rücken und Beine: Legen Sie sich auf den Rücken und winkeln Sie Ihre Beine an. Die Arme können Sie entweder seitlich neben den Körper legen oder auf Schulterhöhe ausstrecken. Nun lassen Sie langsam Ihre Beine abwechselnd nach links und rechts fallen.
  • Koordination: Stellen Sie sich gerade und aufrecht hin. Nun tippen Sie mit der rechten Fußspitze seitlich auf den Boden und strecken gleichzeitig den linken Arm nach oben links zur Seite. 5 Wiederholungen, dann die Seiten wechseln.
  • Kraft und Balance: Stellen Sie sich neben eine Wand oder einen Tisch und heben ein Bein im 90° Winkel an. Halten Sie die Position 20 Sekunden und wechseln dann die Seiten.
  • Koordination mit Ball: Nehmen Sie einen kleinen Ball die die Hände und lassen ihn im Uhrzeigersinn um den Körper kreisen. Nach 10 Umrundungen die Richtung wechseln. 2 Durchgänge.
  • Kraftübung (Plank): Legen Sie sich auf den Bauch und stellen Unterarme und Zehenspitzen auf. Drücken Sie sich nun hoch, sodass der Körper eine gerade Linie bildet. Halten Sie die Position 20 Sekunden.
  • Kraftübung (Kniebeugen): Führen Sie 3 mal 10 Kniebeugen durch. Zur Erschwerung können diese auch einbeinig oder auf einer wackeligen Unterlage durchgeführt werden.
  • Aufstehen und Hinsetzen: Auf einen Stuhl setzen, die Beine im 90-Grad-Winkel und leicht geöffnet aufstellen. Die Arme vor der Brust überkreuzen und den Oberkörper leicht nach vorne neigen. Nun ohne Unterstützung durch die Arme langsam aufstehen und wieder hinsetzen. Die Knie sollten dabei nicht zusammenstoßen. Die Übung eine Minute lang ausführen, eine kurze Pause machen und dann insgesamt 3-mal wiederholen. Jeden zweiten Tag üben.
  • Kniebeugen mit ausgestreckten Armen: Aufrecht hinstellen, die Beine sind etwa hüftbreit geöffnet. Die Arme waagerecht nach vorne ausstrecken, die Knie langsam beugen und dabei den Po möglichst weit nach hinten schieben. Die Knie sollten beim Beugen etwas über die Fußspitzen hinausragen. Soweit nach unten absenken wie möglich. Dabei sollten die Fersen auf dem Boden bleiben. Die Übung eine Minute lang ausführen, eine kurze Pause machen und dann insgesamt 3-mal wiederholen.

Leben mit Spastik und Unterstützungsmöglichkeiten

Das Leben mit einer Spastik ist in der Regel mit Einschränkungen verbunden. Einige Bewegungsabläufe funktionieren nicht mehr wie früher und erschweren somit alltägliche Aufgaben oder machen sie gar unmöglich. Wie stark sich die Spastik auf das Leben der Betroffenen auswirkt, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Dies ist von Person zu Person unterschiedlich und hängt maßgeblich von der Lokalisierung und Ausprägung der Erkrankung ab.

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Es ist möglich, dass die Betroffenen Hilfe bei Tätigkeiten benötigen, die sie bisher ganz selbstverständlich und eigenständig ausüben konnten. Das können auch sehr persönliche oder intime Aktivitäten sein, beispielsweise die tägliche Hygiene, das Zubereiten einer Mahlzeit oder das Ankleiden. Auch kann es für Betroffene schwierig sein, ihren Beruf überhaupt oder in der gewohnten Art und Weise auszuüben.

Unterstützung lohnt sich: Mit einer Spastik müssen sich Betroffene nicht alleine auseinandersetzen. Spezialisierte Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten sowie Selbsthilfeorganisationen stehen immer gerne mit Rat und Tat zur Seite. Durch die ständige Weiterentwicklung und Erforschung moderner Therapieverfahren und deren Anwendung ist die Spastik, wenn auch nicht heilbar, inzwischen gut behandelbar geworden. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Hausarzt. Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus, die mit Spastik leben.

Berufliche Wiedereingliederung

Häufig kann sich der Wiedereinstieg in den Job mit einer dauerhaften spastischen Lähmung als schwierig erweisen. Sogenannte Caremanager können beim beruflichen Wiedereinstig Unterstützung leisten. Sie stehen Betroffenen mit unterschiedlichen Einschränkungen zur Seite, wenn es darum geht, nach einem schweren gesundheitlichen Einschnitt den Weg zurück in das Erwerbsleben zu finden. Caremanager sind speziell dafür ausgebildet, Betroffene emotional, körperlich und organisatorisch in ihrem Berufs- und Privatleben zu unterstützen.

Für den Fall, dass aufgrund der körperlichen Einschränkungen ein Berufswechsel notwendig ist, können ebenfalls entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Neben Fortbildungen kann über den Care-Manager ein passender Ausbildungsplatz gefunden und damit eine berufliche Veränderung ermöglicht werden.

Finanzielle Unterstützung

Je nach Krankenkasse werden bestimmte Leistungen in der Therapie einer Spastik übernommen. Verschiedene Orthesen werden beispielsweise mit der Verschreibung vom Arzt von der Krankenkasse erstattet. Es lohnt sich aber auch für andere Leistungen bei der Krankenkasse nachzufragen. Dazu gehören die Physiotherapie sowie die medikamentöse Behandlung.

Ist das tägliche Leben durch eine spastische Lähmung dauerhaft eingeschränkt, kann diese als Schwerbehinderung gelten. Dafür muss der Grad der Behinderung (GDB) auf einer Skala von 20 bis 100, bei mindestens 50 liegen. Mit dem Erhalt eines Schwerbehindertenausweises stehen den Betroffenen auch Nachteilsausgleiche zu.

Sollte der Beruf nicht wieder aufgenommen werden können, steht Betroffenen eine Rente zu. Dabei wird je nach Grad der Arbeitsunfähigkeit entschieden, ob eine Zeitrente oder eine lebenslange Rente ausgezahlt wird. Die Entscheidung wird allein von der Agentur für Arbeit getroffen.

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