Die Ruhr-Epileptologie, als größtes Epilepsie-Referenzzentrum der Metropolregion Ruhr, bietet ein umfassendes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patientinnen und Patienten ab 16 Jahren. Angegliedert an die Klinik für Neurologie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, profitiert die Ruhr-Epileptologie von interdisziplinärer Expertise und engen Kooperationen mit anderen Kliniken des Hauses.
Telemedizinische Angebote der Ruhr-Epileptologie
Neben der ambulanten und stationären Betreuung bietet die Ruhr-Epileptologie verschiedene telemedizinische Optionen an:
Klinischer Videodienst Ruhr-Epileptologie (Video-Upload)
Dieser Dienst ermöglicht es registrierten Patientinnen und Patienten bzw. deren Angehörigen, Videos von Anfallsereignissen zur Mitbefundung hochzuladen.
Telekonsile für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen
Niedergelassene Kolleginnen und Kollegen haben die Möglichkeit, über KIM (Kommunikation im Medizinwesen) Telekonsile in Anspruch zu nehmen, um auf kurzem Dienstweg Hilfe von Experten bei medizinischen Sachverhalten zu erhalten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn zur Klärung des Sachverhaltes weder eine persönliche Vorstellung der Patientinnen und Patienten noch ein Upload von EEGs oder MRTs erforderlich ist.
Telekonsile für neurologische Kliniken
Die Konsilplattform Tele-Epileptologie Ruhr bietet nicht auf Epilepsien spezialisierten neurologischen Kliniken seit 2019 die Möglichkeit, Anfragen zu diagnostischen und therapeutischen Aspekten an die Spezialisten der Ruhr-Epileptologie zu richten.
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Schwerpunkte der Neurologie im Katholischen Klinikum Bochum (KKB)
Die Neurologie im Katholischen Klinikum Bochum (KKB) widmet sich neben der Versorgung von Schlaganfallpatienten auch als ausgewiesenes MS-Zentrum allen Formen der Multiplen Sklerose (MS) und NMO-Spektrumerkrankungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Bewegungsstörungen, insbesondere der Parkinson-Erkrankung. Es kommen alle modernen und innovativen Substanzen zum Einsatz. Die medizinische Versorgung wird durch ein breites Team von Therapeuten gewährleistet.
Ambulante spezialfachärztliche Versorgung Multiple Sklerose (ASV-MS)
Die bisherige „§116b-Ambulanz“ für Multiple Sklerose und verwandte Krankheitsbilder wurde in die ASV-MS überführt. Diese neue Struktur der Ambulanz ermöglicht eine umfassendere Versorgung, die u.a. auch eine direkte Zuweisung zu Nachbardisziplinen innerhalb von bis zu 6 Monaten erlaubt. Innovative und moderne Therapien werden an den individuellen Verlauf der Erkrankung angepasst, unter Berücksichtigung der Patientenwünsche. Zudem ist die Neurologie in der therapierelevanten translationalen Forschung tätig, wobei es aktuell um Ursachen neuroimmunologischer Erkrankungen geht, wie vor allem Einflüsse aus der Umwelt mit dem Fokus auf die Ernährung und den Darm (Mikrobiom und Metabolismus). Erkenntnisse der Forschung werden bei MS-Patienten angewendet.
Entzündliche Polyneuropathie
Die entzündliche Polyneuropathie ist eine Erkrankungsgruppe, die viele unterschiedliche Formen umfasst. Die häufigste Form ist die CIDP (chronisch inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie). Die Neurologie bietet innovative diagnostische Verfahren (moderne MR-Technik in Kooperation mit Heidelberg) und Therapieoptionen an. Die Infusionsambulanz stellt die ambulante Versorgung der Patienten sicher.
Parkinson-Spezialambulanz
Die Parkinson-Spezialambulanz richtet sich an Patienten mit der Verdachts- oder bereits gesicherten Diagnose eines Morbus Parkinson oder anderer extrapyramidal-motorischer Erkrankungen (Dystonie, Multisystematrophie u.a.). Unter der Leitung langjährig erfahrener Fachoberärzte wird das gesamte Spektrum der Differentialdiagnostik von Bewegungsstörungen zur Abklärung unklarer Symptome und zur Sicherung der Diagnose angeboten. Bei Patienten in frühen Stadien der Erkrankung werden eine differenzierte Initialbehandlung mit Medikamenten und zusätzliche Therapieverfahren eingeleitet. Für Betroffene im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf wird eine Therapieoptimierung ambulant vorgenommen oder, falls notwendig und gewünscht, eine stationäre Behandlung initiiert.
Huntington Zentrum NRW
Seit fast 20 Jahren forschen die Neurologen des KKB im Huntington Zentrum NRW. Gemeinsam mit vielen nationalen und internationalen Kooperationspartnern sind sie an etwa 100 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. Im klinischen Forschungszentrum werden Studien zum Einsatz neuer Medikamente bei der Huntington-Erkrankung durchgeführt. Seit etwa sechs Jahren betreiben sie eine eigene tierexperimentelle Forschung zur Entwicklung neuer Medikamente. Klinische Forschungsschwerpunkte sind: die Entwicklung von Verlaufparametern (Biomarker) mit einem Schwerpunkt bei der Entwicklung von motorischen Tests (z.B. Tapping), funktioneller Kernspintomographie, ereigniskorrellierte Potentiale und Untersuchungen zur Pathophysiologie (mitochondriale Dysfunktion; Atemtest); modifizierende Gene (Modifier).
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Gedächtnissprechstunde
Die Neurologie bietet eine Gedächtnissprechstunde an, um frühzeitig klinisch relevante kognitive Defizite zu erkennen. Im Falle einer erforderlichen stationären Abklärung erfolgt diese auf der Station für Neurodegenerative Erkrankungen (Schwerpunkt Parkinson / Bewegungsstörungen und Demenz). Eine eingehende psychometrische Untersuchung wird mit den Kollegen der Neuropsychologie umgesetzt. Die klinische Forschung im Bereich Parkinson und Demenz ist im Forschungszentrum für Neurodegeneration unter der Leitung von Prof. Siegfried Muhlack etabliert.
Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit)
Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Im St. Josef-Hospital wurde bereits 1996 eine Schlaganfall-Spezialstation (sog. Stroke Unit) errichtet. Diese Station ist eine der ersten und größten bundesweit und wird regelmäßig als überregionale Stroke Unit zertifiziert. In Kooperation mit dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie besteht direkt vor Ort eine Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der mechanischen Thrombektomie. Niedergelassene Neurologen können bei speziellen Fragestellungen Patienten in die Ultraschallambulanz überweisen.
Weitere Angebote
- Diagnostik und Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen
- Botulinumtoxinbehandlungen bei Dystonien
Therapieresistente neuroimmunologische Erkrankungen
Diese Spezial-Sprechstunde bietet eine spezialisierte Beratung und Versorgung für PatientInnen mit therapie-refraktären und aggressiven Krankheitsverläufen neuroimmunologischer Erkrankungen, z.B. Multiple Sklerose, Neuromyelitis optica Spektrumerkrankung, Myasthenie, chronisch-inflammatorische Neuropathien oder stiff-person Syndrom.
Forschungsprojekt zu Sehstörungen bei Multipler Sklerose
Um den Zusammenhang zwischen neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) und Sehstörungen zu untersuchen, hat die Neurologie unter der Leitung von PD Dr. Anke Salmen und Dr. Jeremias Motte eine neue Studie eingeleitet. Mit Hilfe einer VR-Brille („Virtual Reality“) werden Augenbewegungen automatisiert untersucht und gemessen.
VAC-MAC-Projekt zur Impfung von Patienten mit MS/Arthritis/Colitis
Viele Patienten mit MS, Arthritis oder Colitis sind oft nicht ausreichend geimpft und damit vor Infektionen nicht geschützt. Mit dem Projekt VAC-MAC (VACcinierung von MS/Arthritis/Colitis-Patient:innen) unter Leitung von Prof. Innere Medizin im St.
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Engagement für den VfL Bochum 1848
Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) engagiert sich auch im sportlichen Bereich. Robert Westernströer, Funktionsoberarzt der Inneren Medizin im St. Elisabeth-Hospital, betreut internistisch die Jugendmannschaften des VfL Bochum, von der U12 bis zur U19. Die regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchung dient der Überwachung des Herzens und sensibilisiert die Jugendlichen für ihre Gesundheit. Auch orthopädisch werden die Jugendspieler regelmäßig überwacht. Diese Aufgabe übernimmt Dr. Jan Krapp vom Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid. Die Professionalisierung im Talentwerk des VfL Bochum 1848 schreitet weiter voran. Ab sofort kooperiert die Nachwuchsabteilung mit den beiden Bochumer Krankenhäusern St. Josef-Hospital und St. Elisabeth-Hospital. Das Know-How in medizinischen Fragen aller Art, das die Mitarbeiter der beiden Krankenhäuser aufweisen, bietet einen besonderen Mehrwert für das Talentwerk.
Informationen für Ärztinnen und Ärzte
Schwerpunktpraxen Epileptologie
Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie hat 1998 eine Arbeitsgruppe beauftragt, eine Definition von Schwerpunktpraxen zu erarbeiten. Aktuell gibt es in Deutschland 58 Schwerpunktpraxen Epileptologie.
Epilepsie-Ambulanzen
Es gibt in Deutschland 50 Epilepsie-Ambulanzen für Jugendliche und Erwachsene und 97 Epilepsie-Ambulanzen für Kinder und Jugendliche.
Epilepsiezentren
Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) und die Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie (AG Epilepsiechirurgie) haben Kriterien zur Zertifizierung von Epilepsiezentren erstellt. Derzeit gibt es in Deutschland 57 Epilepsiezentren.
Epilepsie-Beratungsstellen
Aktuell gibt es in Deutschland 23 Epilepsie-Beratungsstellen.
Neuropsychiatrisches Facharztzentrum Bochum
Das Neuropsychiatrische Facharztzentrum Bochum, bestehend aus der Praxis Lauter und der Praxis Kaiser, bietet eine umfassende und interdisziplinäre Versorgung für Patientinnen und Patienten mit sämtlichen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen. Die Neurologie beschäftigt sich mit dem Aufbau, der Funktion und den organischen Erkrankungen des Nervensystems. Die Psychiatrie beschäftigt sich mit krankhaften Veränderungen und Störungen der Gefühle, des Denkens, aber auch der Stimmungen, des Antriebs, des Gedächtnisses oder des Erlebens und Verhaltens. Die Psychotherapie spielt eine äußerst wichtige Rolle in der Behandlung von psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen.
Ruhr-Epileptologie: Ihr Partner bei Epilepsie
Die Ruhr-Epileptologie bietet für Patient*innen ab 16 Jahre das gesamte Spektrum der Epileptologie von der Differentialdiagnose anfallsartiger Ereignisse (epileptisch oder nicht), über die medikamentöse Therapie der Epilepsien (inkl. besonderer Situationen wie Schwangerschaftswunsch/Schwangerschaft, Begleiterkrankungen, Status-Therapie) bis hin zur prächirurgischen Epilepsiediagnostik und Epilepsiechirurgie an. Durch die Angliederung an die Klinik für Neurologie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum können Überlappungen von Epilepsien mit anderen neurologischen Erkrankungen wie Hirntumoren und Schlaganfällen interdisziplinär auf höchstem Niveau behandelt werden. Mit allen Kliniken des Hauses bestehen enge Kooperationen zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.
Aktuelles und Veranstaltungen
- Bochumer Neurologieforum: Unter wissenschaftlicher Leitung von Frau Prof. Dr. Dr. Corinna Seliger-Behme und Prof. Dr. Jörg Wellmer von der RG-Ärztefortbildung wird das 3. Bochumer Neurologieforum veranstaltet.
- EEG Kurs der Klinik für Neurologie: Die Ruhr-Epileptologie lädt herzlich zum EEG Kurs ein. Der Kurs ist von der DGKN und der DGfE zertifiziert und vermittelt neben theoretischen Grundlagen zum EEG in den Workshops auch praktische Fähigkeiten für Ableitung und Befundung.
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