Ursachen von Taubheitsgefühlen im Ohr während der Schwangerschaft (SSW 37) und andere Schwangerschaftsbeschwerden

Die Schwangerschaft ist eine Zeit großer physiologischer Veränderungen im Körper einer Frau. Diese Veränderungen können zu einer Reihe von Beschwerden führen, darunter auch Taubheitsgefühle im Ohr oder Tinnitus. Im Folgenden werden die möglichen Ursachen für diese Symptome im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, insbesondere in der 37. Schwangerschaftswoche (SSW 37), sowie andere häufige Beschwerden erläutert.

Ursachen von Taubheitsgefühlen im Ohr (Tinnitus) in der Schwangerschaft

Ein Taubheitsgefühl im Ohr, oft als Tinnitus bezeichnet, kann sich als Pfeifen, Piepen, Pochen oder Rauschen äußern. Es wird hauptsächlich von Frauen wahrgenommen. In der Schwangerschaft gibt es mehrere Faktoren, die Tinnitus auslösen oder verstärken können:

Erhöhter Blutdruck

Ein Anstieg des Blutdrucks (Hypertonie) ist eine häufige Erscheinung bei Schwangeren. Der erhöhte Druck in den Gefäßen kann sich auf das Innenohr auswirken und Tinnitus verursachen.

Hormonelle Schwankungen

Hormonelle Veränderungen, insbesondere der Anstieg des Hormons Progesteron, können die Wahrnehmung von Tinnitus beeinflussen.

Stress

Wie bereits im ersten Absatz angeführt wurde, wird Tinnitus in der Schwangerschaft in den meisten Fällen durch die hiermit verbundenen hormonellen Veränderungen verursacht, die sich nach der Geburt wieder einpendeln sollten. Sollten erste Symptome von Tinnitus während der Schwangerschaft auftreten, sollte vor allem Ruhe bewahrt werden, um das Baby im Mutterleib keinem unnötigen Stress auszusetzen. Bleiben Sie auf jeden Fall gelassen.

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Weitere Ursachen für Hörstörungen und Gehörlosigkeit

Es gibt verschiedene Ursachen für Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit bei Kindern. Einige führen schon vor der Geburt dazu, dass sich das Gehör nicht normal entwickelt. Bei einer erblich bedingten Ursache ist oft nur der Hörsinn beeinträchtigt, manchmal aber auch die Funktion anderer Organe - etwa der Nieren, der Augen, des Herzens oder der Schilddrüse. Wenn eine Schwangere an einer Infektionskrankheit wie Zytomegalie, Röteln oder Toxoplasmose erkrankt, kann auch das Gehör des ungeborenen Kindes geschädigt werden. Auch bestimmte Antibiotika, Krebsmedikamente sowie Drogen und Alkohol können die Entwicklung des Gehörs beeinträchtigen. Wenn das Kind bei einer komplizierten Geburt zeitweise zu wenig Sauerstoff bekommt, kann das Gehör ebenfalls Schaden nehmen.

Mögliche Ursachen nach der Geburt sind vor allem Infektionen mit Bakterien oder Viren. Zu vorübergehenden Einschränkungen kommt es oft, wenn das Mittelohr nicht mehr gut belüftet wird und sich dort Flüssigkeit ansammelt (sogenannter Paukenerguss). Das kann zum Beispiel bei vergrößerten Mandeln oder infolge einer Mittelohrentzündung passieren. Bleibende Hörstörungen sind seltener. Sie können etwa als Komplikation bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis), Masern oder Mumps auftreten. Lärm und alle Geräusche, die zu laut sind, können allgemein das Gehör schädigen - etwa bei häufigem Musikhören über zu laut eingestellte Kopfhörer. Hörstörungen sind auch durch einen lauten Knall möglich - etwa wenn Feuerwerkskörper oder Spielzeugpistolen zu nah am Ohr explodieren. Etwa 1 bis 3 von 1000 neugeborenen Kindern haben eine mäßige oder stärkere, beidseitige bleibende Hörstörung. Bei noch einmal so vielen Kindern entwickelt sie sich in den folgenden Jahren. In Deutschland leben schätzungsweise 80.000 Kinder mit stark eingeschränktem Gehör. Weltweit gibt es etwa 32 Millionen Kinder mit Hörproblemen.

Eine Hörstörung kann unterschiedlich verlaufen: Ist zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, ein Paukenerguss oder ein mit Ohrenschmalz verstopfter Gehörgang die Ursache, ist die Schwerhörigkeit nur vorübergehend. Wenn ein Kind seit seiner Geburt oder in den ersten Lebensjahren schwerhörig oder gehörlos ist und nicht behandelt wird, lernt es nur schwer oder gar nicht zu sprechen.

Erste Schritte bei Tinnitus-Beschwerden

  1. Ruhe bewahren: Vermeiden Sie unnötigen Stress, um das Baby im Mutterleib nicht zu gefährden.
  2. Gesunder Lebensstil: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
  3. Ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie täglich mindestens eineinhalb Liter Mineralwasser.
  4. Entspannungstechniken: Nutzen Sie Hilfsmittel zur Klangerzeugung wie Klangkugeln, Klangstäbe oder Klangkissen, die entspannungsfördernd wirken. Weißes Rauschen kann ebenfalls helfen, ein angenehmes Gefühl von Entspannung zu erzeugen.

Weitere häufige Beschwerden in der Schwangerschaft (SSW 37)

Neben Tinnitus gibt es eine Reihe anderer Beschwerden, die in der 37. SSW auftreten können:

Beschwerden im Zusammenhang mit dem wachsenden Baby

  • Zunahme des Gewichts: Das Baby nimmt jetzt gewaltig an Gewicht zu, bis zu 700 Gramm pro Woche. Der Fötus legt den typischen „Babyspeck“ an, wodurch sich seine Formen abrunden.
  • Wehenvorboten: Senkwehen sorgen dafür, dass sich das Baby mit dem Kopf fest im Becken einstellt.
  • Trägheit: Viele Schwangere fühlen sich in diesem Monat träge, da sie bereits um die zehn Kilo zugenommen haben.
  • Kurzatmigkeit, Magenschmerzen und Sodbrennen: Die wachsende Gebärmutter drückt auf Lungen und Magen.
  • Übelkeit: Gegen Ende der Schwangerschaft kann die Übelkeit wiederkehren.
  • Ödeme: Wassereinlagerungen in den Beinen treten häufig auf.
  • Karpaltunnelsyndrom: Durch Wassereinlagerungen und die Auflockerung der Bänder und Sehnen kann es zu einer Kompression des Nervus medianus im Handgelenk kommen. Dies führt zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln in den Händen und Fingern.

Maßnahmen zur Linderung von Beschwerden

  • Gegen Sodbrennen: Kleine Portionen über den Tag verteilt essen und stark gewürzte Speisen, Kaffee und Alkohol meiden.
  • Gegen Kurzatmigkeit und Ödeme: Beine hochlegen und einen Gang zurückschalten.
  • Bei Venenschwäche oder Krampfadern: Stütz- oder Kompressionsstrümpfe tragen.
  • Bei Karpaltunnelsyndrom: In der Regel verschwindet diese Beschwerde einige Zeit nach der Schwangerschaft wieder.

Hautprobleme

  • Juckreiz: Ein vaginaler Juckreiz/Brennen kann auftreten, auch ohne dass krankmachende Bakterien oder Pilze nachgewiesen werden können.
  • PUPP-Syndrom: Ein stark juckendes Exanthem, das in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auftreten kann. Es beginnt meist im Bereich des Bauches oder Unterleibes und kann sich auf den Rumpf und die rumpfnahen Bereiche von Armen und Beinen ausweiten. Die Schwere des PUPP-Syndroms ist individuell sehr unterschiedlich. Behandelt wird es mit lokal anzuwendenden Schüttelmixturen oder schwachen Steroiden auf Cremebasis.

PUPP ist eine Abkürzung und steht für pruriginöse und urtikarielle Papeln und Plaques. Im englischen Sprachgebrauch heißt die Krankheit pruritic urticarial papules and plaques of pregnancy. Deshalb findet sich auch gelegentlich die Abkürzung PUPPP. Pruriginöse ist der Fachbegriff für Jucken. Hauptsymptom sind stark juckende Plaques. Die Hautausschläge beginnen meistens vereinzelt im Bereich des Bauches oder Unterleibes. Es bilden sich Papeln, Quaddeln und plattenartige Hautveränderungen (Plaques). Später weiten sich diese einzelnen Veränderungen zu regelrechten Exanthemen aus. Diese können den Rumpf und auch die rumpfnahen Bereiche von Armen und Beinen überziehen. Die Plaques jucken einige Tage sehr stark, bevor sie sich wieder zurückbilden. Gleichzeitig werden ständig neue Plaques gebildet. Die Schwangerschaft wird nicht behindert. In vielen Fällen leiden die betroffenen Frauen vor Ausbruch des PUPP Syndroms unter nicht näher qualifizierbarem Juckreiz. Die Schwere des PUPP Syndroms ist individuell sehr unterschiedlich. Immer beginnen die Beschwerden in der zweiten Schwangerschaftshälfte und klingen nach der Geburt wieder ab. Die Schwangerschaft selbst und das Kind werden nicht beeinträchtigt. Auch andere Symptome, als die schon beschriebenen, kommen nicht vor. Die Ursachen sind bisher unbekannt. Warum Frauen erkranken und was die Ursache ist, ist bisher nicht bekannt. PUPP kann die gesamte zweite Hälte der Schwangerschaft anhalten. Das Wiederauftreten bei einer erneuten Schwangerschaft ist nicht zwangsläufig, aber doch wahrscheinlich. Schüttelmixturen und schwache Steroide auf Cremebasis. Behandelt wird das PUPP Syndrom mit lokal unzuwendenden Schüttelmixturen. Auf der Basis einer Creme, können außerdem schwach wirksame Steroide verordnet werden. Die systemische Gabe von Steroiden ist zu vermeiden. Sie sollte nur in Ausnahmefällen, bei sehr hartnäckigen und schweren Krankheitsverläufen eingesetzt werden. Auch Salben sollten nicht angewandt werden. Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

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Weitere Beschwerden

  • Hämorrhoiden: Erweiterte Gefäße am Mastdarm und After, die durch Verstopfung und das Gewicht des Babys verursacht werden.
  • Schlafmangel: Durch den wachsenden Bauch, die Aktivität des Babys und Zukunftsängste kann es zu Schlafstörungen kommen.
  • Unwillkürlicher Urinverlust: Kann beim Niesen auftreten.

Ernährung

  • Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Zusätzlicher Energiebedarf: Gegen Ende der Schwangerschaft wird ein zusätzlicher Energiebedarf von ca. 200 kcal empfohlen.
  • Kalziumzufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Kalziumzufuhr, da der Kalziumspiegel im Körper des Babys höher ist als der der Mutter.
  • Eisenmangel: Müdigkeit kann ein Zeichen für eine Blutarmut (Anämie) sein, die häufig durch Eisenmangel verursacht wird.

Die Präeklampsie als ernste Komplikation

Eine Präeklampsie ist eine gefährliche Komplikation in der Schwangerschaft, die durch einen erhöhten Blutdruck und Eiweißausscheidungen im Urin gekennzeichnet ist. Sie tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf.

Symptome der Präeklampsie

  • Erhöhter Blutdruck
  • Eiweißausscheidungen im Urin
  • Starke Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Kopfschmerzen
  • Augenflimmern
  • Schmerzen im Oberbauch

Risikofaktoren für Präeklampsie

  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Künstliche Befruchtung
  • Präeklampsie in der Familie

Behandlung der Präeklampsie

  • Stabilisierung des Kreislaufs
  • Blutdrucksenkung
  • Engmaschige Überwachung von Mutter und Kind
  • Frühzeitige Entbindung, wenn nötig

Mögliche Folgen der Präeklampsie

  • Mangelversorgung des Kindes
  • Vorzeitige Plazentaablösung
  • Hirnblutung bei der Mutter
  • Eklampsie (Krampfanfälle)
  • HELLP-Syndrom (Störung der Leberfunktion)
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Mutter im späteren Leben

Was kann man gegen das brennen und jucken unternehmen?

Was kann man gegen das brennen und jucken unternehmen? ich bin in der 16. SSW und habe einen bröckligen Ausfluss, der brennt und juckt nicht! ich bin in der 30 SSW und habe seit ein paar Tagen in der linken Leistengegend ein starkes Brennen beim bewegen und vor allem beim bücken. ich bin aktuell in der 37.SSW und habe fast seit Beginn meiner Schwangerschaft immer wieder Probleme mit Pilzen und Blasenentzündungen. Bezüglich dessen wurden immer wieder Abstriche gemacht und getestet, Medikamente habe ich auch bereits viele durch, vorallem gegen den Pilz. Habe dann meinen Gyn aufgesucht. Ich kämpfe seit langer Zeit mit vielen Beschwerden die niemand erklären kann..meine Unterleibsschmerzen sind furchtbar, jeden Tag aufs neue. Jetzt ist es so, dass ich seit 3-5 Stunden ca. Stromschlag im 3.

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