Schlaganfall-Ursachen: Eine umfassende Analyse

Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis, das vielfältige Ursachen haben kann. Umfassende Informationen über die potenziellen Auslöser sind entscheidend für Prävention und ein besseres Verständnis dieser Erkrankung. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ursachen, die zu einem Schlaganfall führen können, und stützt sich dabei auf aktuelle Forschungsergebnisse und Fallbeispiele.

Medizinische Notfälle als Auslöser von Verkehrsunfällen und Schlaganfällen

Eine Studie hat herausgefunden, dass medizinische Notfälle wie Schwindel oder Herzinfarkt bei älteren Menschen oft Auslöser schwerer Verkehrsunfälle sind. Laut der Analyse von Unfalldaten der Polizei für die Jahre 2021 bis 2024 waren unter den Unfallverursachern im Alter von 75 bis 84 Jahren in 13 Prozent der Fälle "Sonstige körperliche oder geistige Mängel" die Unfallursache - Platz zwei hinter der nicht beachteten Vorfahrt (17 Prozent). In diese Kategorie fallen medizinische Notfälle wie Schwindel, Unwohlsein, Krämpfe, Ohnmachtsanfälle bis hin zu lebensbedrohlichen Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall während der Fahrt. Bei den über 85-Jährigen wurden Vorfahrtfehler und "körperliche und geistige Mängel" in jeweils 17 Prozent der Fälle als Ursache festgestellt.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung, betonte: "Je älter der Verursacher des Unfalls, umso häufiger sind körperliche und geistige Mängel die Ursache." Die Forscher werteten Daten von 230.000 Unfällen aus, die von der Polizei aufgenommen wurden, wobei sich die Auswertung nur auf Unfälle mit getöteten und schwer verletzten Personen bezog. In diesen Fällen waren Rettungssanitäter oder Ärzte vor Ort, die Informationen zum Gesundheitszustand der Verursacher gaben.

Brockmann ist jedoch der Ansicht, dass verpflichtende Gesundheitstests für ältere Fahrer und Fahrerinnen keinen Sinn machen, "da sich in den meisten Fällen diese Ereignisse schwer oder gar nicht vorhersagen lassen". Er schlägt vor, dass Hausärzte mit der Hilfe eines noch zu entwickelnden Frage- und Untersuchungsverfahrens "problematische Fälle zumindest besser identifizieren" könnten. Zudem setzt Brockmann auf KI-Assistenten in Fahrzeugen, die zum Beispiel über Sensoren feststellen, wenn es einem am Steuer nicht gut geht.

Hirn-Aneurysmen als Schlaganfallursache

Ein Hirn-Aneurysma ist eine tückische Arterienerweiterung, die zu einer Hirnblutung führen kann, wenn sie platzt. Monica Lierhaus, bekannt als das Gesicht der ARD-„Sportschau“, erlitt 2009 eine Hirnblutung, nachdem bei ihr zufällig ein Hirn-Aneurysma entdeckt wurde. Bei der Operation platzte das Aneurysma, was zu einem mehrmonatigen Koma führte. Auch 13 Jahre später kämpft sie sich jeden Tag ins Leben zurück.

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Lierhaus wollte sich eigentlich die Augen lasern lassen, doch ein befreundeter Arzt bat sie, sich noch einmal genauer untersuchen zu lassen. Bei einem MRT wurde dann das Aneurysma entdeckt, das vermutlich schon von Geburt an vorhanden war. Sie entschied sich für die Operation, machte sich aber keine Gedanken darüber, dass etwas schiefgehen könnte, da sie sich selbst als „angstfreien Menschen“ bezeichnet. Doch bei der Operation kam es zu Komplikationen, das Aneurysma platzte und verursachte eine Hirnblutung.

Im Interview mit „t-online“ erzählte die Moderatorin, wie es ihr 13 Jahre nach dem einschneidenden Erlebnis geht und mit welchen Herausforderungen sie immer noch zu kämpfen hat. Sie habe „jeden Tag Schmerzen“, die sie jedoch durch tägliche Spaziergänge mit ihrer Hündin, Gymnastikübungen, Laufbandtraining und Physiotherapie in Schach hält. Trotz ihres Schicksalsschlages hat Monica Lierhaus nie vollständig aufgehört, ihren Traum-Job weiter auszuüben und hält zudem Motivations-Vorträge darüber, wie man mit schweren Schicksalsschlägen und Krisen umgehen kann.

Schlaganfall bei Prominenten: Tim Curry und Emilia Clarke

Auch Prominente sind vor Schlaganfällen nicht gefeit. Tim Curry, bekannt für seine Rolle als Dr. Frank-N-Furter in der "Rocky Horror Picture Show", erlitt 2012 einen Schlaganfall, der ihn teilweise lähmte und in den Rollstuhl zwang. Trotzdem kehrte er im vergangenen Oktober für eine Livestream-Performance der Rocky Horror Show vor die Kamera zurück.

Emilia Clarke, bekannt als Daenerys Targaryen aus "Game of Thrones", überlebte sogar zwei Schlaganfälle. 2011, während der Dreharbeiten zur ersten Staffel "Game of Thrones", platzte bei der damals 23-Jährigen ein Aneurysma im Gehirn. Nur durch eine Notoperation konnte sie gerettet werden. Sie litt wochenlang unter Sprachstörungen und konnte sich selbst an ihren Namen nicht mehr erinnern. 2013 hatte sich ein zweites Aneurysma gebildet, das ebenfalls operativ entfernt wurde. Heute kann sie wieder ein ganz normales Leben führen.

Clarke nimmt ihre Erkrankung mit Humor und sagt, dass von ihrem Gehirn "ein bisschen was fehlt". Sie setzt sich zudem mit ihrer Stiftung SameYou für Menschen mit Gehirn-Erkrankungen ein.

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Weitere Faktoren und Risikogruppen

Neben medizinischen Notfällen und Hirn-Aneurysmen gibt es weitere Faktoren, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen können:

  • Alter: Ältere Menschen sind anfälliger für Schlaganfälle, da mit zunehmendem Alter das Risiko für verschiedene Erkrankungen steigt, die einen Schlaganfall begünstigen können.
  • Vorerkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen und Fettstoffwechselstörungen sind bekannte Risikofaktoren für Schlaganfälle.
  • Lebensstil: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel können das Schlaganfallrisiko erhöhen.
  • Genetische Veranlagung: In manchen Fällen kann eine familiäre Vorbelastung das Risiko für Schlaganfälle erhöhen.

Präventive Maßnahmen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Schlaganfallrisiko zu senken:

  • Gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Rauchen und moderater Alkoholkonsum können das Risiko deutlich reduzieren.
  • Kontrolle von Risikofaktoren: Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Regelmäßige ärztliche Untersuchungen: Besonders ältere Menschen sollten regelmäßig ihren Gesundheitszustand überprüfen lassen, um potenzielle Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.

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