The Breeders: "All Nerve" und die Wiederbelebung eines legendären Sounds

The Breeders, eine Band, die für ihren einflussreichen Beitrag zum Alternative Rock der 90er Jahre bekannt ist, haben mit ihrem Album "All Nerve" ein Comeback gefeiert. Dieses Album markiert nicht nur die erste neue Veröffentlichung der Band seit einem Jahrzehnt, sondern vereint auch die ikonische Besetzung, die hinter dem Platin-Album "Last Splash" steht.

Die Rückkehr der klassischen Besetzung

"All Nerve" bringt Kim und Kelley Deal, Josephine Wiggs und Jim Macpherson wieder zusammen - die gleiche Besetzung, die "Last Splash" zu einem Meilenstein machte. Nach einer Bühnenrückkehr im Jahr 2013, um das 20-jährige Jubiläum von "Last Splash" zu feiern, arbeitete die Band im Stillen an neuem Material.

Aufnahmeorte und Produktion

Die Aufnahmen für "All Nerve" fanden an verschiedenen Orten statt, darunter Candyland in Dayton, Kentucky, mit Mike Montgomery; Electrical Audio in Chicago mit Steve Albini und Greg Norman; und in den Fernwood Studios in Dayton, Ohio, mit Tom Rastikis. Diese Vielfalt an Aufnahmeorten trug zu einem facettenreichen Klangbild des Albums bei.

"Last Splash": Ein prägendes Album der 90er feiert Jubiläum

"Last Splash" von The Breeders, ein Album, das die 90er Jahre maßgeblich prägte, feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Anlässlich dieses Jubiläums hat die Band die Originalbänder hervorgeholt, um das Album erstmals neu zu mastern und dabei zwei verschollene Tracks wiederzuentdecken.

Die "Last Splash (the 30th Anniversary Original Analog Edition)"

Die Jubiläumsausgabe von "Last Splash" trägt den Titel "Last Splash (the 30th Anniversary Original Analog Edition)". Diese Version wurde von Miles Showell in den Abbey Road Studios mit halber Geschwindigkeit geschnitten, umfasst nun zwei LPs und läuft mit 45 U/min. Die Vinyl-Ausgabe enthält zudem eine exklusive, einseitig bespielte 12" mit den bisher unveröffentlichten Tracks "Go Man Go" und "Divine Mascis".

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Die verschollenen Tracks

"Go Man Go" ist ein Track, den Kim Deal zusammen mit Black Francis geschrieben hat, während "Divine Mascis" eine alternative Version von "Divine Hammer" mit J Mascis von Dinosaur Jr. am Gesang ist. Beide Tracks stammen aus den ursprünglichen Sessions und wurden erst bei der Suche nach Material für das Remastering wiederentdeckt.

Das Vermächtnis von "Last Splash"

Aufgenommen von der "klassischen" Breeders-Besetzung Kim Deal, Kelley Deal, Josephine Wiggs und Jim Macpherson und mit den Singles "Cannonball" und "Divine Hammer" versehen, war "Last Splash" bei seiner Veröffentlichung ein "Alt-Rock-Klassiker" (Pitchfork´s Top 100 Records of 1990s); ein Verkaufsschlager, der in den USA schnell Platinstatus erreichte. Obwohl das Album zu seinem 20. Geburtstag eine Boxset-Behandlung erhielt, musste es noch immer remastert werden.

The Breeders im Kontext anderer Künstler

Ein interessanter Einblick in die Musik von The Breeders ergibt sich aus einem Interview mit den Mitgliedern der Band Therapy?. Im November waren Therapy? zu Gast im Düsseldorfer Haus der Jugend. Vor der Show nahmen sich Bassist Michael McKeegan sowie Sänger und Gitarrist Andy Cairns Zeit, um über Musik zu sprechen, darunter auch The Breeders.

Die Einschätzung von Therapy?

Andy Cairns von Therapy? äußerte sich positiv über The Breeders: "Sind das die BREEDERS? Nette Menschen, wir haben sie häufiger auf Festivals getroffen. In letzter Zeit gibt es wieder vermehrt Bands, die sich ähnlich anhören. Die Gitarren klingen sehr nach Shoegaze, das scheint im großen Stil wiederzukommen. Das ganze Album klingt großartig, man kann es noch immer gut hören. Viel Musik aus den Neunzigern ist nicht so gut gealtert." Michael McKeegan ergänzte: "Ich hatte immer eine Schwäche für die BREEDERS. Auf den Festivals, die wir gemeinsam gespielt haben, war die Band sehr entspannt und hat nicht versucht, ihre Show dem größeren Rahmen anzupassen. Das hat mir imponiert."

"All Nerve": Eine Achterbahnfahrt durch den Breeders-Sound

"All Nerve" wird als eine Achterbahnfahrt im abgesteckten Rahmen der typischen Breeder-Sound-Entschlackungen beschrieben, ohne ein Gramm zu viel Gespieltem. Das Album bietet sowohl klassische Abgeh-Songs wie das schrammelige "Wait in the Car" oder "Nervous Mary" als auch melancholische Stücke wie das Titelstück, das auf dem Bass aufbaut und mit Stop & Gos aus Stille, Bass & Stimme und Gitarrengewirbel spielt.

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Kim Deals stimmliche Vielseitigkeit

Kim Deals Stimme zeigt keine Altersspuren, im Gegenteil, sie ist top in Form als stimmlich vielseitig vorgehende Sängerin und Chronistin mit Beobachtungen, Erinnerungen und Geschichten aus Amerika, was sich bei Songs wie "Spacewoman" oder "Walking with the Killer" am eindrucksvollsten manifestiert, wenn die Breeders Kim´s Texte lautmalerisch und atmosphärisch mit den Mitteln einer knarzigen Songwriter-Version von 90s-Indierock eindrucksvoll in Szene setzen.

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