Die Stammzellspende ist ein Thema, das viele Fragen aufwirft. Eine der häufigsten ist, ob die Spende schmerzhaft ist. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Stammzellspende, von den Gründen für eine Spende über den Ablauf bis hin zu den möglichen Risiken und dem Gefühl, einem Menschen in Not zu helfen.
Was ist eine Stammzellspende und wann ist sie notwendig?
Eine Stammzellspende kann für Menschen mit schweren Blutkrankheiten wie Leukämie die einzige Chance auf Heilung sein. Bei diesen Erkrankungen ist die Blutbildung im Knochenmark gestört. Die gesunden Stammzellen eines Spenders können die kranken Zellen des Patienten ersetzen und so die Blutbildung wiederherstellen.
Wie läuft die Registrierung als Stammzellspender ab?
Wer Stammzellen spenden möchte, kann sich bei einer Stammzellspenderdatei wie der DKMS registrieren lassen. Die Registrierung ist zwischen 17 und 55 Jahren möglich. Zunächst erfolgt eine Typisierung, um die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) zu bestimmen. Dies geschieht entweder durch einen Wangenabstrich oder eine Blutentnahme. Die Daten werden dann im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) gespeichert und mit den Daten von Patienten weltweit abgeglichen.
Der Ablauf einer Stammzellspende
Wenn die Gewebemerkmale eines registrierten Spenders mit denen eines Patienten übereinstimmen, wird der Spender kontaktiert und um eine Spende gebeten. Vor der Spende finden ausführliche Voruntersuchungen statt, um die gesundheitliche Eignung des Spenders festzustellen. Es gibt zwei Hauptmethoden der Stammzellspende:
Periphere Stammzellspende (PBSC)
Die periphere Stammzellspende ist die häufigste Methode. Dabei werden die Stammzellen direkt aus dem Blut des Spenders gewonnen. Vor der Spende erhält der Spender über mehrere Tage ein Medikament (G-CSF), das die Produktion von Stammzellen im Knochenmark anregt und deren Ausschwemmung ins Blut fördert. Am Tag der Spende wird dem Spender Blut aus einer Armvene entnommen. Dieses Blut wird in einem Zellseparator (Apherese-Gerät) aufgetrennt, wobei die Stammzellen gesammelt und die übrigen Blutbestandteile dem Spender über eine andere Armvene wieder zurückgeführt werden. Die Spende dauert in der Regel drei bis fünf Stunden und wird ambulant durchgeführt.
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Nebenwirkungen der G-CSF-Behandlung:
- Grippeähnliche Symptome (Knochen-, Muskel- oder Kopfschmerzen)
- In seltenen Fällen Vergrößerung der Milz
Knochenmarkspende
Die Knochenmarkspende ist eine weniger häufige Methode. Dabei wird dem Spender unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde und erfordert einen kurzen Krankenhausaufenthalt. Nach der Entnahme kann es an der Einstichstelle zu Schmerzen und Blutergüssen kommen. Das Knochenmark regeneriert sich innerhalb weniger Wochen.
Ist die Stammzellspende schmerzhaft?
Die Frage nach den Schmerzen bei einer Stammzellspende ist berechtigt. Hier eine differenzierte Betrachtung:
Periphere Stammzellspende
Die periphere Stammzellspende selbst ist nicht schmerzhaft. Allerdings können die Spritzen mit dem Wachstumsfaktor G-CSF im Vorfeld grippeähnliche Symptome verursachen. Diese sind jedoch in der Regel mit Schmerzmitteln gut behandelbar.
Knochenmarkspende
Die Knochenmarkspende erfolgt unter Vollnarkose, sodass der Spender während des Eingriffs keine Schmerzen verspürt. Nach der Entnahme kann es an der Einstichstelle zu Druckempfindlichkeit und leichten Schmerzen kommen.
Deborah Meybohm, eine Stammzellspenderin, beschreibt ihre Erfahrung mit der peripheren Stammzellspende als "sehr gut". Sie hatte keine Schmerzen während der Spende und verspürte auch keine Nachwirkungen.
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Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem medizinischen Eingriff birgt auch die Stammzellspende gewisse Risiken. Bei der peripheren Stammzellspende können die Nebenwirkungen des G-CSF auftreten. Bei der Knochenmarkspende besteht das allgemeine Risiko einer Vollnarkose sowie das Risiko von Infektionen, Blutergüssen oder Wundheilungsstörungen an der Entnahmestelle. Allerdings sind die Risiken für gesunde Spender sehr gering.
Die Bedeutung der Anonymität und des Datenschutzes
Spender und Empfänger bleiben zunächst anonym. Nach der Spende können jedoch Eckdaten ausgetauscht werden. In Deutschland ist nach zwei Jahren ein Kontakt zwischen Spender und Empfänger möglich, sofern beide einverstanden sind.
Die Motivation der Spender
Viele Stammzellspender empfinden es als eine Selbstverständlichkeit, einem Menschen in Not zu helfen. Deborah Meybohm beschreibt es als ein "gutes Gefühl, so helfen zu können". Die Anerkennung, die sie dafür erhielt, war ihr unangenehm, da sie die Spende als selbstverständlich ansah.
Fazit
Die Stammzellspende ist ein wichtiger Beitrag zur Behandlung von Blutkrankheiten. Sie kann Leben retten und den Betroffenen eine neue Perspektive geben. Während die Spende mit gewissen Risiken verbunden ist, sind diese für gesunde Spender in der Regel gering. Die meisten Spender empfinden die Spende als nicht schmerzhaft und sind bereit, die möglichen Beschwerden in Kauf zu nehmen, um einem anderen Menschen zu helfen.
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