Wasen Alkohol Sorten: Ein Überblick über Unterschiede und Traditionen

Der Cannstatter Wasen, auch bekannt als Stuttgarter Volksfest, ist eines der größten Volksfeste in Deutschland. Jährlich strömen Millionen von Besuchern auf das Festgelände, um die Fahrgeschäfte, die Festzelte und natürlich das Bier zu genießen. Dabei stellt sich oft die Frage: Welche Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Biersorten auf dem Wasen, insbesondere im Hinblick auf den Alkoholgehalt?

Alkoholgehalt im Wasen-Festbier: Was steckt drin?

Einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge, wurden im Auftrag der Zeitung Bier-Stichproben aus verschiedenen Festzelten auf dem Wasen von Expert:innen der Universität Hohenheim entnommen und im Labor untersucht. Dabei mussten die Laborant:innen gravierende Abweichungen von den Verkaufsversprechen der Biere feststellen.

Am geläufigsten ist den meisten Wasen-Besucher:innen wohl das Stuttgarter Hofbräu Volksfest-Bier, das im Normalfall laut Hersteller 5,5 Volumenprozent hat. Gerade hier mussten die Laborant:innen allerdings schwerwiegende Abweichungen in den Festzelten feststellen. Ausgeschenkt wird das Bier auf dem Wasen unter anderem in den Zelten von Sonja Merz und Grandl. Laut "Stuttgarter Nachrichten" hatten die Proben aus diesen Zelten allerdings gerade einmal einen Alkoholgehalt von 5,1 Volumenprozent.

Bei allen anderen Bieren, die unter anderem bei Wilhelmers Schwabenwelt und im Fürstenberg-Zelt gezapft wurden, fielen die Abweichungen hingegen deutlich geringer aus. So stellte die Uni Hohenheim beim Schwaben Bräu einen Alkoholgehalt von 5,43 Volumenprozent fest, im Normalfall liegt dieser bei 5,5 Prozent.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Toleranzen

Schwankungen im Alkoholgehalt sind bei Bier und Wein generell nicht ungewöhnlich, müssen sich aber im Rahmen der gesetzlichen Lebensmittelverordnungen halten. "Bier ist ein Naturprodukt", erklärt Daniel Einfalt von der Uni Hohenheim gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten".

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Die Europäische Union gibt daher vor, dass die Abweichungen bei Bier im Regelfall nicht mehr als 0,5 Prozent vom angegeben Gehalt betragen dürfen. Nur bei Biersorten mit einem höheren Alkoholgehalt als 5,5 Prozent, wie etwa bei Bockbier, darf die Abweichung bis zu 1 Prozent betragen. Überprüft wird das Ganze von den zuständigen Lebensmittelbehörden der Bundesländer. Im Falle von Volksfesten wird bei Bieren im offenen Ausschank aber vor allem auf mikrobiologische Verunreinigungen geachtet.

Erklärung für die Abweichungen

Der Geschäftsleiter des Stuttgarter Hofbräuhauses Martin Alber begründet die Abweichungen bei seinem Bier ebenfalls mit dem Herstellungsprozess. Demnach trage ein relativ hoher Malz-Gehalt zu einem geringeren Vergärungsgrad bei, der wiederum den niedrigen Alkoholgehalt begründet. "Allerdings erhält unser Volksfestbier dadurch einen vollmundigeren Geschmack", fügt Alber hinzu.

Die Rolle des Bieres auf dem Cannstatter Wasen

Bier spielt eine zentrale Rolle auf dem Cannstatter Wasen. Die massiven Bierzelte sind das Herz und die Seele des Festes. Diese Zelte, gesponsert von großen deutschen Brauereien wie Paulaner und Hofbräu, bieten Platz für bis zu 10.000 Personen zum Essen, Trinken, Singen und Tanzen. Es gibt mehrere Zelte zur Auswahl, jedes mit seiner eigenen einzigartigen Atmosphäre und Bierauswahl. Einige der beliebtesten Zelte sind das Grandls Hofbräu Zelt, bekannt für seine Partyatmosphäre, und das Festzelt Göckelesmaier, das einen traditionelleren bayerischen Charakter hat.

Einen Tisch in einem der Zelte zu sichern, ist ein wesentlicher Bestandteil der Cannstatter Wasen Erfahrung. Andernfalls sollten Sie frühzeitig ankommen oder sich darauf einstellen, während der Stoßzeiten lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen.

Tradition und Vielfalt der Biere

Schon seit dem 19. Jahrhundert wird in Stuttgart Bier gebraut und getrunken. Lokale Brauereien, wie die Schönbuch Braumanufaktur, gegründet 1823 und Dinkelacker - Schwaben Bräu gegründet im Jahr 1888, findet man auch heute noch in Stuttgart und Umgebung. Die ersten Aufzeichnungen von Bier in Stuttgart gab es sogar schon im 16. Jahrhundert. Hier lieferten Mönche Bier an den fürstlichen Hof. 1833 entstand daraus der „Hoflieferant“ und 1933 die Umbenennung in Stuttgarter Hofbräu.

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Jede Brauerei, die etwas auf sich hält, braut ein Festbier. Schon der „Berufsehre“ wegen. Drei davon haben sie bei Hofbräu im Portfolio. Weihnachtsbier, Frühlingsfestbier - und natürlich das Volksfestbier.

Das Brauen des Volksfestbieres

Im Juli wird bei Hofbräu das Volksfestbier gebraut. Nach einem „altüberlieferten Rezept“, sagt Becke. Aber anders als beim Backen ändert sich die Zusammensetzung Jahr für Jahr. „Denn die Rohstoffe unterscheiden sich in der Qualität.“ Der Hopfen sei mal stärker oder schwächer, das Malz „mal von der Sonne verwöhnt oder entwöhnt“. Das Karamellmalz ist wohl der größte Unterschied zu anderem Bier. Man gibt 25 Prozent zu statt wie sonst fünf bis 15 Prozent. Das Malz sorge für eine Süße mit „Toffee-Honig-Aromen“. Damit es nicht zu süß schmeckt, zu schnell satt macht, gibt man Aromahopfen zu mit Kräuteraromen. Für die „hohe Trinkfreude“. Denn es soll ja viel getrunken werden.

Die Logistik: Vom Brauhaus zum Zapfhahn

Am Dienstag haben sie angefangen mit den Tanklastern auf den Wasen zu fahren. An den Zelten stehen Tanks, der größte fasst 100 Hektoliter. Der fasst also 10.000 Maß Bier. Insgesamt beträgt die Kapazität an allen Zelten, die Hofbräu beliefert 2200 Hektoliter, es ist also Bier für 220.000 Maß in den Tanks.

Von 21 Uhr abends bis 11 Uhr morgens ist ihr Job, auf die Tanks zu achten. Es werden Proben genommen, per Steigleiter am Tank prüfen sie, wie viel Bier noch da ist, es gibt eine Meldekette, damit das Bier nie ausgeht. Es gibt Durchlaufkühler, damit das Bier die gewünschte Temperatur von sieben, maximal acht Grad hält. So kalt wird es gezapft, wärmer wird es im Zelt dann automatisch.

Biertrends und Alternativen

Der Bierabsatz ist im Jahr 2023, im Vergleich zum Vorjahr, um 4,2 % gesunken. Im Vergleich zum Jahr 2013 sogar schon um 11,5 %. In Stuttgart gibt es viele lebhafte Kneipen und vor allem in der Innenstadt bieten sich zahlreiche Orte an, wo das lokale Bier genossen werden kann.

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Fragt man bei jungen Menschen nach, hört man oft, dass ihnen Mischgetränke besser schmecken und sie deshalb weniger Bier trinken. Bei einer Umfrage in der Stadtmitte wird mir erzählt, dass dies der Hauptgrund ist um immer weniger Bier zu trinken. Durch die Geschmackssache wird das Mischgetränk vorgezogen. Auch in dem Umfeld junger Leute werden mehr Alternativen als Bier konsumiert und damit gehören sie seit Jahren zu einer Mehrheit.

Um wieder mehr Bier zu trinken, kann auf Biermischgetränke umgestiegen werden. Ein Radler oder andere Biermischgetränke schmecken anders als reines Bier. So werden verschiedene Geschmäcker angesprochen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 tranken Menschen im Alter zwischen 18 und 24 im Vergleich am wenigsten Bier. An der Spitze des Bierkonsums standen die 45-54-Jährigen. Bier trinken ist mittlerweile eine Generationensache. Jedoch sollte das nicht so sein. Auch jüngere Menschen können öfter wieder Bier trinken. Es muss wieder auf die Generationen angepasst werden.

Immer mehr Menschen bevorzugen andere Getränke als Bier, egal ob alkoholisch oder anti-alkoholisch. Einer Studie nach, die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien in Auftrag gegeben hat, haben sich 2023 42 % der Befragten Männer für das Bier als liebstes alkoholische Sommergetränk entschieden und bei den Frauen stand das Bier an zweiter Stelle. Mehr als die Hälfte entschied sich für andere Drinks.

Es gibt mehrere Faktoren, die diesen Rückgang des Bierkonsums erklären könnten. Der größte Faktor wird jedoch wohl die Vielfalt der Getränkeauswahl sein. Mit einer Fülle von Craft-Bieren, exotischen Cocktails, hochwertigen Weinen und einer großen Anzahl an alkoholfreien Getränke haben Verbraucher eine größere Auswahl an Alternativen.

Ein anderer Punkt könnten auch die steigenden Bierpreise sein. Da Bier immer teurer wird und somit preislich an andere alkoholische Getränke heranrückt, wird wohl öfter auch die Alternative gewählt. Durch einen geringen Unterschied im Preis wird das alkoholisch stärkere Getränk gewählt. Im Jahr 2023 ließ sich einer der stärksten Preisanstiege der letzten Jahrzehnte beobachten. Der Preis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 %.

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