Was tun gegen Krämpfe im Unterleib: Ursachen und Lösungen

Unterleibskrämpfe können eine Vielzahl von Ursachen haben und Frauen jeden Alters betreffen. Sie können von leichten Beschwerden bis hin zu starken Schmerzen reichen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen. Um die richtigen Maßnahmen gegen Unterleibskrämpfe zu ergreifen, ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu kennen.

Regelschmerzen verstehen: Der weibliche Zyklus

Der Menstruationszyklus ist ein komplexer Prozess, der von Hormonen gesteuert wird und sich monatlich wiederholt. Er dient der Vorbereitung des Körpers auf eine mögliche Schwangerschaft.

Der Ablauf des Zyklus:

  1. Aufbau der Gebärmutterschleimhaut: Bis etwa zum 13. Tag des Zyklus steigt der Östrogenspiegel an, wodurch sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und eine Eizelle heranreift.
  2. Eisprung: Nach dem Absinken des Östrogenspiegels erfolgt der Eisprung. Im Eierstock verbleibt der Gelbkörper, der Progesteron produziert.
  3. Abstoßung der Schleimhaut: Bleibt die Befruchtung aus, bildet sich der Gelbkörper zurück, der Progesteronspiegel sinkt und die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen.
  4. Menstruation: Gleichzeitig werden in der Gebärmutterschleimhaut vermehrt Prostaglandine gebildet, die die Aktivität der Gebärmuttermuskulatur unterstützen, um die Schleimhaut abzustoßen. Die Menstruation beginnt.

Regelschmerzen: Ursachen und Auslöser

Regelschmerzen, auch Dysmenorrhö genannt, können verschiedene Ursachen haben. Grundsätzlich wird zwischen primären und sekundären Regelschmerzen unterschieden.

Primäre Regelschmerzen

Primäre Regelschmerzen treten meist schon bei den ersten Regelblutungen auf und betreffen vor allem junge, schlanke Frauen. Als Hauptursache gelten die Prostaglandine. Werden zu viele Prostaglandine freigesetzt, kann dies zu krampfartigen Unterleibsschmerzen führen. Über die Blutbahn können die Botenstoffe auch andere Organe erreichen und weitere Menstruationsbeschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen verursachen.

Risikofaktoren für primäre Regelschmerzen:

  • Genetische Veranlagung
  • Junges Alter
  • Geringes Gewicht (BMI unter 20) oder starkes Übergewicht
  • Psychische und emotionale Belastung (Stress und Ängste)
  • Rauchen und Alkoholkonsum

Sekundäre Regelschmerzen

Sekundäre Regelschmerzen treten oft später im Leben auf, manchmal erst nach Jahren schmerzfreier Monatsblutungen. Sie werden häufig durch Erkrankungen ausgelöst.

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Mögliche Ursachen für sekundäre Regelschmerzen:

  • Endometriose: Gebärmutterschleimhaut siedelt sich außerhalb der Gebärmutter an.
  • Myome und Polypen: Gutartige Geschwulste in der Gebärmutter.
  • Verhütungsmittel (Spirale): Insbesondere Kupferspiralen können Regelschmerzen verstärken.
  • Eileiterentzündung: Entzündung der Eileiter.

Es ist wichtig, bei neu auftretenden oder ungewöhnlich starken Regelschmerzen einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu beginnen.

Prämenstruelles Syndrom (PMS): Ursachen & Auslöser

Viele Frauen leiden unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS). PMS umfasst verschiedene psychische und physische Symptome, die in den Tagen vor der Menstruation auftreten können. Dazu gehören Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, Spannungen in der Brust oder Gewichtszunahme.

Die genauen Ursachen von PMS sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass ein hormonelles Ungleichgewicht eine Rolle spielt. Psychische Faktoren, Umweltfaktoren und genetische Veranlagung können die Symptome verstärken.

Weitere Ursachen für Unterleibsschmerzen

Neben Regelschmerzen und PMS gibt es noch weitere Ursachen für Unterleibsschmerzen, die sowohl Frauen als auch Männer betreffen können.

Geschlechtsspezifische Ursachen bei Frauen:

  • Chlamydieninfektionen: Bakterielle Infektion, die neben Unterleibsschmerzen auch Ausfluss und Probleme beim Wasserlassen verursachen kann.
  • Entzündungen der Gebärmutter: Können neben Schmerzen auch Ausfluss und Blutungen außerhalb der Regel verursachen.
  • Eileiter- und Eierstockentzündung: Gehen oft mit Fieber, Ausfluss und Zwischenblutungen einher.
  • Eitrige Gewebeeinschmelzung (Abszess): Kann durch Stieldrehung oder Durchbrechen von Zysten am Eierstock entstehen.
  • Eileiterschwangerschaft: Befruchtete Eizelle nistet sich im Eileiter ein.
  • Fehlgeburt, Abgang: Vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft.
  • Krampfadern im Becken: Können Beschwerden in den Beinen, Schweregefühl und Schmerzen bei langem Sitzen oder Stehen verursachen.
  • Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkrebs: Gehen oft mit stark riechendem Ausfluss und Blutungen außerhalb der Regel einher.
  • Eierstockkrebs: Wird häufig erst spät erkannt.

Weitere Ursachen:

  • Blinddarmentzündung: Verursacht meist rechtsseitige Unterleibsschmerzen.
  • Tumore: Können rechts-, links- oder beidseitig auftreten.
  • Entzündliche Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis): Verursachen meist linksseitige Schmerzen.
  • Verwachsungen: Können durch Entzündungen oder Operationen entstehen.
  • Eingeklemmter Leistenbruch: Verursacht rechts- oder linksseitige Schmerzen.
  • Abszess im Lendenmuskel: Verursacht rechts- oder linksseitige Schmerzen.
  • Nierenbeckenentzündung: Verursacht rechts- oder linksseitige Schmerzen.
  • Dickdarmkrebs: Kann im Sigmadarm auftreten.

Geschlechtsspezifische Ursachen bei Männern:

  • Prostataerkrankungen: Diverse Prostataerkrankungen können zu Unterleibsschmerzen führen.

Es ist wichtig, bei unklaren oder starken Unterleibsschmerzen einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu beginnen.

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Was hilft gegen Krämpfe im Unterleib?

Die Behandlung von Unterleibskrämpfen richtet sich nach der Ursache. Es gibt jedoch einige allgemeine Maßnahmen, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können.

Hausmittel und Selbsthilfe:

  • Wärme: Wärme entspannt die Muskulatur und kann Krämpfe lindern. Eine Wärmflasche, ein warmes Bad oder ein Kirschkernkissen können helfen.
  • Kräutertees: Bestimmte Kräutertees wie Kamille, Melisse, Fenchel, Anis und Kümmel können krampflösend und beruhigend wirken.
  • Leicht verdauliche Nahrungsmittel: Bei Verdauungsbeschwerden sollte auf leichte Kost wie Haferbrei, Zwieback oder Reis zurückgegriffen werden.
  • Bauchmassage: Eine sanfte Massage im Uhrzeigersinn kann die Bauchmuskulatur entspannen.
  • Magnesium: Magnesium kann die Muskulatur entspannen und Krämpfe lindern. Magnesiumreiche Lebensmittel sind beispielsweise Nüsse, Haferflocken und andere Getreideprodukte.
  • Kalium: Kalium kann ebenfalls krampflösend wirken. Kaliumreiche Lebensmittel sind beispielsweise Auberginen, Blumenkohl, Hülsenfrüchte, Avocados, Nüsse und Kartoffeln.
  • Entspannungsübungen: Stress kann Krämpfe verstärken. Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen.
  • Körperliche Aktivität: Sanfte sportliche Betätigung wie Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen kann die Durchblutung fördern und Krämpfe lindern.

Medikamentöse Behandlung:

  • Schmerzmittel: Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden.
  • Krampflösende Medikamente: Bei krampfartigen Schmerzen können krampflösende Medikamente helfen.
  • Hormonelle Verhütungsmittel: Bei Regelschmerzen können hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille helfen, die Schmerzen zu lindern.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten:

  • Homöopathie: Einige Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln bei Unterleibsschmerzen.
  • Akupunktur: Akupunktur kann helfen, Blockaden im Energiefluss des Körpers zu lösen und Schmerzen zu lindern.
  • Psychologische Schmerztherapie: Bei chronischen Unterleibsschmerzen, die durch psychische Faktoren ausgelöst werden, kann eine psychologische Schmerztherapie hilfreich sein.

Wann zum Arzt?

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn:

  • die Schmerzen plötzlich und sehr stark auftreten
  • die Schmerzen länger als ein paar Tage anhalten
  • die Schmerzen von Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder anderen Symptomen begleitet werden
  • die Schmerzen die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen
  • der Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung besteht

Dolormin® Produkte

Die Dolormin® Produktreihe bietet verschiedene Optionen zur Behandlung von Schmerzen, einschließlich Regelschmerzen:

  • Dolormin® Extra: Enthält Ibuprofen-DL-Lysin und wird zur kurzzeitigen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und Fieber eingesetzt.
  • Dolormin® Schmerztabletten: Enthält ebenfalls Ibuprofen-DL-Lysin und wird bei leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und Fieber verwendet.
  • Dolormin® Migräne Filmtabletten: Enthält Ibuprofen-DL-Lysin und wird zur symptomatischen Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit und ohne Aura eingesetzt.
  • Dolormin® für Frauen bei Menstruationsbeschwerden mit Naproxen: Enthält Naproxen und wird bei schmerzhaften Beschwerden während der Regelblutung eingesetzt.

Es ist wichtig, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die Dosierungsanweisungen zu beachten. Bei anhaltenden oder starken Schmerzen sollte ein Arzt konsultiert werden.

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