CBD-Öl und Migräne: Dosierung, Anwendung und Erfahrungen

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, von der weltweit fast jeder zehnte Mensch betroffen ist. Die Betroffenen leiden unter pulsierenden, oft einseitigen Kopfschmerzen, die mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen einhergehen können. Da die Krankheit nicht heilbar ist, suchen viele Betroffene nach alternativen Behandlungsmethoden, um die Häufigkeit und Intensität der Attacken zu reduzieren. CBD-Öl, ein nicht-psychoaktiver Wirkstoff aus der Hanfpflanze, hat sich als vielversprechende Option erwiesen, um Migränesymptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Was ist CBD-Öl?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, einen Wirkstoff, der aus den Blüten der Cannabispflanze (Cannabis sativa) gewonnen wird. Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) hat CBD keine psychoaktive Wirkung und verursacht kein "High"-Gefühl. CBD-Öl enthält nur geringe Mengen an THC (weniger als 0,2 %), sodass Konsumenten dieses Öls arbeitsfähig sind und am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

CBD-Öl ist in verschiedenen Formen und Konzentrationen erhältlich, darunter Öle, Kapseln, Salben, Sprays, Kaugummis, Schokoladen, Cookies und Gummibärchen. CBD-Öle gibt es in verschiedenen Konzentrationen, üblicherweise von 3 % bis 20 % CBD.

Wie wirkt CBD-Öl bei Migräne?

CBD interagiert mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System (ECS), einem Regulationssystem, das eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des psychischen Gleichgewichts spielt. Das ECS besteht hauptsächlich aus der körpereigenen Substanz Anandamid und ihren Rezeptoren. Wenn Nervenzellen außer Kontrolle geraten, wird Anandamid freigesetzt, um die Neuronen wieder in ihren Normalzustand zu versetzen und den empfundenen Stress zu reduzieren.

CBD-Moleküle docken an diesem System an und können sich daher gesundheitsfördernd auswirken. CBD wirkt schmerzstillend, krampflösend, angstlösend, antipsychotisch und beruhigend. Darüber hinaus wird CBD eine entzündungshemmende, antibakterielle und antikanzerogene Wirkung nachgesagt, und es kann bei Übelkeit helfen.

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Schmerzlindernde Wirkung

CBD bindet sich an das Endocannabinoid-System im Körper und regt dessen Rezeptoren an, wodurch Schmerzen und Entzündungen gehemmt werden.

Entzündungshemmende Wirkung

Migräne wird mit entzündungsähnlichen Prozessen in Verbindung gebracht, insbesondere im Bereich der Blutgefäße und Nerven im Gehirn. CBD wirkt nachweislich entzündungshemmend, indem es entzündungsfördernde Botenstoffe unterdrückt.

Vasoregulierende Effekte

Veränderungen des Gefäßtonus, insbesondere eine übermäßige Weitung oder Verengung von Hirngefäßen, sind ein zentraler Faktor bei Migräne. CBD kann auf die Endothelfunktion wirken und dadurch zur Stabilisierung des Blutflusses beitragen.

Beruhigende Wirkung und besserer Schlaf

CBD wirkt beruhigend und angstlösend und kann helfen, Stress abzubauen und die innere Balance wiederherzustellen. Die beruhigende Wirkung von CBD hat auch positive Auswirkungen auf die Schlafqualität, was die Frequenz und Schwere von Migräneattacken reduzieren kann.

CBD gegen Übelkeit

CBD kann wirksam gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden, indem es CB1-Rezeptoren in einem Bereich des Gehirns aktiviert, der Übelkeit und Brechreiz reguliert.

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Auswirkungen auf den Serotoninspiegel

CBD kann Einfluss auf die Produktion des Neurotransmitters Serotonin haben, der bei Migräne-Patienten oft im Ungleichgewicht ist.

CBD-Öl Dosierung bei Migräne

Die richtige Dosierung von CBD-Öl bei Migräne ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

  • Die Form der Aufnahme
  • Die zusätzlich eingenommenen Nahrungsmittel
  • Das Körpergewicht
  • Die Körperchemie
  • Der Anwendungsbereich
  • Die Konzentration des CBD-Öls

Es gibt keine allgemeingültige Dosierungsempfehlung für CBD-Öl. Es wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese bei Bedarf schrittweise zu erhöhen, bis die gewünschte Wirkung erzielt wird.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen

  • Mikrodosierung: 0,5-20 mg CBD pro Tag (für leichte Beschwerden und zur Verbesserung des Wohlbefindens)
  • Standarddosierung: 10-100 mg CBD pro Tag (für körperliche und psychische Beschwerden)
  • Makrodosierung: bis zu 400 mg CBD pro Tag (nur für schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen und unter ärztlicher Aufsicht)

Tipps zur richtigen CBD-Öl Dosierung

  • Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis und erhöhen Sie bei Bedarf schrittweise.
  • Warten Sie einige Tage, bevor Sie die Dosierung erhöhen, um eine spürbare Wirkung zu bemerken.
  • Führen Sie ein Tagebuch, um die eingenommene Menge und die Intensität Ihrer Beschwerden zu dokumentieren.
  • Besprechen Sie die Einnahme von CBD-Öl mit Ihrem Arzt, insbesondere wenn Sie weitere Medikamente einnehmen.

Einnahme von CBD-Öl

CBD-Öl kann auf verschiedene Arten eingenommen werden:

  • Sublingual: Tropfen Sie die gewünschte Anzahl Tropfen unter die Zunge und behalten Sie sie dort für 60-90 Sekunden, bevor Sie sie schlucken.
  • Oral: Schlucken Sie die Tropfen direkt oder mischen Sie sie mit Lebensmitteln oder Getränken.
  • Inhalation: Verdampfen Sie CBD-Öl mit einem Vaporizer.
  • Topisch: Tragen Sie CBD-Öl auf die Haut auf, z. B. in Form von Salben oder Cremes.

Die sublinguale Einnahme ermöglicht eine schnellere Aufnahme des CBD-Öls in den Blutkreislauf, da es direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.

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CBD-Öl bei akuter Migräne

Bei akuter Migräne kann die Inhalation von CBD-Öl mit einem Vaporizer eine schnelle Linderung bringen, da die Wirkung fast sofort einsetzt. Alternativ können auch CBD-Öl-Tropfen unter die Zunge getropft werden.

Einige Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit 8 Tropfen 5%igem Hanföl mit CBD bei akuter Migräne.

Prophylaktische Einnahme von CBD-Öl

Zur Vorbeugung von Migräne kann CBD-Öl regelmäßig 2 bis 3 Mal täglich eingenommen werden. Einige Anwender nehmen prophylaktisch 3 bis 5 (12 bis 15) CBD-Tropfen (5 %) pro Tag ein und berichten von einer allgemeinen Verbesserung des Wohlbefindens.

Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von CBD-Öl

CBD-Öl gilt allgemein als gut verträglich, aber es können dennoch Nebenwirkungen auftreten, darunter:

  • Müdigkeit
  • Schläfrigkeit
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Trockener Mund
  • Niedriger Blutdruck
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Veränderungen in Appetit und Gewicht
  • Erhöhte Leberwerte

CBD kann auch mit einigen Medikamenten interagieren, darunter:

  • Antibiotika
  • Antidepressiva
  • Blutverdünner
  • Betablocker

Es ist wichtig, die Einnahme von CBD-Öl mit Ihrem Arzt zu besprechen, insbesondere wenn Sie weitere Medikamente einnehmen.

Erfahrungen mit CBD-Öl bei Migräne

Viele Migränepatienten berichten von positiven Erfahrungen mit CBD-Öl. Sie berichten von einer Reduktion der Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken, einer Linderung der Symptome und einer Verbesserung der Lebensqualität.

Einige Anwender berichten, dass CBD-Öl ihnen geholfen hat, ihre Schmerzmedikamente und Triptane zu reduzieren oder ganz abzusetzen. Sie fühlen sich wacher, fitter und aktiver und haben mehr Zeit zur Verfügung, wenn sie nicht ständig durch Migräneattacken ausgeknockt sind.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass CBD-Öl nicht bei jedem Menschen gleich wirkt. Jeder Körper reagiert anders, und es ist wichtig, die eigene individuelle Dosierung zu finden.

Studienlage zu CBD-Öl und Migräne

Die Forschung über die Verwendung von CBD bei Migräne ist noch begrenzt. Bestehende Studien untersuchen hauptsächlich die kombinierten Wirkungen von Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Es gibt derzeit keine veröffentlichten Studien, die die Auswirkungen von CBD als alleinigen Bestandteil auf die Migräne untersuchen.

Einige Studien haben jedoch gezeigt, dass CBD-Öl alle Formen von chronischen und akuten Schmerzen, einschließlich Migräne, lindern kann, und das mit lediglich geringen Nebenwirkungen.

Eine aktuelle präklinische Studie (2024) untersuchte die Wirkung von CBD und THC bei migräneähnlichen Symptomen in drei Mausmodellen. Besonders wirksam zeigte sich eine Kombination im Verhältnis 100:1 (CBD:THC). Diese konnte Lichtempfindlichkeit deutlich reduzieren, Gesichtsschmerzen lindern und Gesichtsausdruck-basierte Schmerzreaktionen nach Migräne mit Aura abschwächen.

Eine weitere präklinische Studie (2023) zeigte, dass CBD in akuten und chronischen Migräne-Tiermodellen stark entzündungshemmend wirkt. Nach Gabe von Cannabidiol konnten in Rattenmodellen Trigeminus-Schmerzen deutlich reduziert werden, die CGRP-Spiegel im Blut sowie pro-inflammatorische Zytokine in Gehirnarealen signifikant gesenkt werden, und es wurden keine negativen Auswirkungen auf Verhalten, Bewegung oder Angstverhalten festgestellt.

Fazit

CBD-Öl kann bei Migräne helfen. Es gibt zunehmend positive Berichte und erste Studien lassen hoffen. Allerdings ist die Wirkung wie immer individuell ganz unterschiedlich und jeder kann es nur selber ausprobieren und gucken, ob es hilft. CBD-Öl kann ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben.

Es ist wichtig, die Einnahme von CBD-Öl mit Ihrem Arzt zu besprechen, insbesondere wenn Sie weitere Medikamente einnehmen.

FAQ zu CBD-Öl bei Migräne

Übernehmen Krankenkassen die Kosten für CBD-Öl?

Im Normalfall übernehmen Krankenkassen die Kosten für CBD-Öl nicht. Es gibt jedoch einige Erkrankungen, bei denen die Kosten übernommen werden können. Es ist ratsam, sich bei der Krankenkasse zu erkundigen.

Macht CBD abhängig oder high?

Nein, CBD macht nicht abhängig und erzeugt kein High-Gefühl. Im Gegensatz zu THC hat CBD keine psychoaktive Wirkung.

Wie viele Tropfen CBD-Öl soll ich einnehmen?

Die richtige Dosierung von CBD-Öl ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese bei Bedarf schrittweise zu erhöhen.

Kann ich CBD-Öl mit anderen Medikamenten kombinieren?

CBD kann mit einigen Medikamenten interagieren. Es ist wichtig, die Einnahme von CBD-Öl mit Ihrem Arzt zu besprechen, insbesondere wenn Sie weitere Medikamente einnehmen.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Einnahme von CBD-Öl?

CBD-Öl gilt allgemein als gut verträglich, aber es können dennoch Nebenwirkungen auftreten, darunter Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwindel, trockener Mund, niedriger Blutdruck, Magen-Darm-Beschwerden und Veränderungen in Appetit und Gewicht.

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