Auch wenn Hagebutten zu den gesündesten Früchten Mitteleuropas zählen, ist ein daraus gewonnener Likör eher ein Genussmittel als ein Gesundheitselixier. Wer also eine Ausrede für den kleinen Genuss zwischendurch sucht, sollte sich nicht auf die gesundheitlichen Aspekte berufen. Dennoch punktet der Hagebuttenlikör mit seiner regionalen Herkunft, was seinen ökologischen Fußabdruck minimiert. Die Verwandlung dieser regionalen Superfrucht in einen köstlichen Likör gelingt zwar schnell, erfordert aber Geduld, da von der Zubereitung bis zum ersten Schluck etwa drei Monate vergehen.
Zutaten und Nährwerte
Für die Zubereitung eines Hagebuttenlikörs werden folgende Zutaten benötigt:
- 1 kg frische, reife Hagebutten
- 300 g Rohrzucker (oder Kandiszucker, je nach Rezeptvariante)
- 0,5 Stange Zimt
- 4 Nelken
- 0,5 Zitrone (unbehandelt)
- 0,5 Orange (unbehandelt)
- 1,5 Liter Weinbrand oder Cognac (oder Korn)
- Optional: Rosenblütenblätter (besonders von roten Duftrosen)
Hinsichtlich der Nährwerte pro Portion sind keine detaillierten Angaben vorhanden, da der Fokus auf dem Genuss und weniger auf den gesundheitlichen Aspekten liegt.
Zubereitung: Schritt für Schritt zum eigenen Hagebuttenlikör
Die Zubereitung des Hagebuttenlikörs erfordert zwar etwas Zeit, ist aber im Grunde unkompliziert. Hier eine detaillierte Anleitung:
Vorbereitung der Hagebutten: Die Hagebutten spätestens Ende September sammeln. Von den Hagebutten die Stängel und Blütenansätze abschneiden. Die Früchte gründlich waschen und in eine große Schüssel aus Glas oder Porzellan geben. Alternativ können die Hagebutten auch kleingeschnitten werden, wobei das Fruchtinnere mitverwendet wird. Ein Rezept empfiehlt, die Hagebutten vor dem Verarbeiten anzuritzen oder über Nacht ins Gefrierfach zu legen, besonders wenn noch nicht alle Früchte Frost hatten.
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Zuckern und Ansetzen: Den braunen Zucker (oder Kandiszucker) über die Hagebutten streuen, gut vermischen und den Inhalt über Nacht an einem kühlen Ort durchziehen lassen.
Mazeration: Am nächsten Tag die Mischung vorsichtig in eine bauchige Flasche oder ein größeres, gut verschließbares Gefäß füllen. Nelken, den klein gebrochenen Zimt sowie die abgeriebenen Zitronen- und Orangenschalen dazugeben. Wer mag, kann auch Rosenblütenblätter hinzufügen, wobei das Weiße der Blätter entfernt werden sollte. Mit Weinbrand oder Cognac (oder Korn) aufgießen, sodass alle Zutaten bedeckt sind.
Geduldsprobe: Die gut verschlossene Flasche an einem hellen Ort etwa 2 bis 2,5 Monate (oder sogar 6-8 Wochen auf einer sonnigen Fensterbank) stehen lassen. Zwischendurch sollte das Gefäß kräftig durchgeschüttelt werden. Einige Rezepte empfehlen zusätzlich eine Reifezeit von etwa 6 Monaten im kühlen Keller.
Filtern: Nach der Mazerationszeit den Likör durch ein mit einem sauberen Mulltuch ausgelegtes Sieb gießen. Mit Hilfe des Tuches noch die restliche Flüssigkeit aus den Früchten ausdrücken, um möglichst viel Aroma zu gewinnen.
Reifezeit: Den gefilterten Ansatz in die vorbereiteten sauberen Flaschen oder Karaffen umfüllen und nochmals 4 Wochen lang an einem kühlen Ort ruhen lassen. Diese Reifezeit dient dazu, den Geschmack des Likörs zu verfeinern.
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Tipps und Tricks für den perfekten Hagebuttenlikör
- Erntezeitpunkt: Die beste Zeit zum Sammeln der Hagebutten ist von Ende September bis Ende Oktober, idealerweise nach dem ersten Frost. Die Früchte sind dann etwas süßer.
- Hygienestandards: Achten Sie bei der Zubereitung auf einen hygienischen Umgang und sterilisieren Sie die Glasflaschen für den Likör, um die Haltbarkeit zu gewährleisten.
- Variationen: Je nach Geschmack können Sie mit verschiedenen Gewürzen experimentieren, z.B. mit Vanille, Anis oder Kardamom.
- Lagerung: Der fertige Hagebuttenlikör sollte kühl und dunkel gelagert werden, um sein Aroma möglichst lange zu bewahren.
Hagebutten: Mehr als nur eine Zutat für Likör
Hagebutten sind nicht nur für die Likörherstellung interessant. Sie enthalten mehr Vitamin C als Zitronen sowie Vitamin A und D. Ihnen wird eine anregende Wirkung nachgesagt. Einige Quellen schreiben dem Likör sogar eine positive Wirkung bei Magenbeschwerden und Völlegefühl zu, auch wenn dies primär dem Alkoholgehalt zuzuschreiben sein dürfte.
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