Irgendwie glauben wir ja alle, dass Kreativität glücklich macht - und glücklich zu sein, die Kreativität fördert. Glück und Kreativität stehen natürlich in enger Verbindung und beeinflussen einander. Die beiden Zustände verstärken sich also sogar gegenseitig, wodurch ein positiver Kreislauf entsteht. Allerdings hat das Grenzen. Zu viel Glück kann die Kreativität sogar behindern. Studien zeigen, dass ein gewisses Maß an Melancholie oder Unzufriedenheit oft der Katalysator für kreative Durchbrüche ist. Künstler und Schriftsteller berichten häufig, dass ihre besten Werke in emotional herausfordernden Zeiten entstanden sind. Wichtig ist: Alkohol oder Drogen sind keine Voraussetzungen für Kreativität. Etwa Stephen King hat in seiner Autobiographie „On Writing“ eindrücklich beschrieben, wie Suchtmittel seine Kreativität eher behinderten als förderten. Ach, noch eins: Übermäßiger Optimismus dazu führen, dass man sich mit dem Status quo zufrieden gibt und weniger Anreiz hat, neue Lösungen zu suchen.
Dieser Artikel beleuchtet die faszinierenden Mechanismen, die im Gehirn ablaufen, wenn wir Glück, Begeisterung und Kreativität empfinden. Er untersucht die neurologischen Grundlagen dieser positiven Zustände und wie sie sich gegenseitig beeinflussen können.
Glück und Kreativität: Ein Dreamteam?
Im Normalfall sind Glück und Kreativität allerdings ein Dreamteam. Glückliche Menschen neigen dazu, offener und flexibler in ihrem Denken zu sein. Sie sind eher bereit, Risiken einzugehen und neue Perspektiven zu erkunden. Zudem fördert Glück die Motivation und Ausdauer, die oft nötig sind, um kreative Projekte zu vollenden. Und: Glück führt oft dazu, dass unser Gehirn entspannt und in der Lage ist, neue Verbindungen zu knüpfen. Wenn wir glücklich sind, betrachten wir die Dinge aus anderen Perspektiven, haben weniger Angst vor Fehlern und sind eher bereit zu experimentieren. Studien haben gezeigt, dass positive Emotionen das divergente Denken fördern - eine Art des Denkens, bei der viele verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.
Die Rolle des Dopamins
Dopamin wird oft als „Glückshormon“ bezeichnet, doch in Wirklichkeit geht es weniger um pures Glück, sondern um Antrieb, Motivation und Belohnung. Wenn du etwas erlebst, das dir guttut - sei es Essen, Bewegung oder ein Gespräch - schüttet dein Gehirn Dopamin aus. Du fühlst dich zufrieden, vielleicht auch stolz, und wirst motiviert, diese Erfahrung zu wiederholen. Unsere Vorfahren verdankten Dopamin einen großen Teil ihrer Entwicklung. Wenn sie Nahrung fanden, wenn das Feuer brannte oder wenn sie gemeinsam in der Gruppe agierten, schüttete das Gehirn Dopamin aus. Das bedeutete: Freude, Motivation, Sicherheit. Besonders wichtig war der soziale Austausch. Gespräche, Nähe, Zusammenarbeit - all das stärkte das Überleben.
Anders als früher sind wir heute von Reizen umgeben, die das Belohnungssystem permanent ansprechen. Jedes Bild im Fernsehen, jede Nachricht auf dem Smartphone, jede Schlagzeile in der Zeitung löst eine kleine Dopaminwelle aus. Das Gehirn reagiert darauf mit „Spitzen“ - also kurzen, intensiven Anstiegen des Dopaminspiegels. Was harmlos beginnt, summiert sich über Stunden hinweg. Später, wenn die wichtigen Dinge anstehen - Arbeit, Bewegung, Garten, Weiterbildung, Gespräche mit Menschen, die uns nahestehen -, wirken diese Tätigkeiten im Vergleich oft blass. Nicht, weil sie wertlos sind, sondern weil dein Belohnungssystem schon gesättigt ist.
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Das Belohnungssystem des Gehirns reagiert besonders stark auf Neuigkeit, Überraschung und kleine Belohnungen. Genau darauf sind viele moderne Medien ausgelegt. Jede neue Nachricht, jedes Bild, jedes kurze Video ist ein kleiner Reiz, der das Gefühl von „etwas entdecken“ auslöst. Heute führt dieser Mechanismus dazu, dass wir bei jeder Meldung, jedem kurzen Clip und jedem Artikel eine kleine Dopaminwelle spüren. Das macht diese Reize so attraktiv - wir bekommen ständig kleine Belohnungen, die uns ans Gerät oder an den Bildschirm fesseln.
In der Nacht, während du schläfst, reguliert sich das System wieder. Man könnte es grob als eine Art Reset bezeichnen: Der Dopaminspiegel sinkt, die Speicher werden sozusagen entlastet. Wenn du schon am Vormittag eine Reizflut erzeugst, ist der Anstieg steil und hoch. Für spätere Tätigkeiten bleibt kaum noch Belohnung übrig. Ein Dopamin Detox ist keine Entgiftung im klassischen Sinne - Dopamin ist nichts Schlechtes, sondern lebensnotwendig. Das Ziel ist, Dopamin wieder an Tätigkeiten zu koppeln, die dir langfristig Kraft geben. Dinge, die dich körperlich, geistig oder seelisch stärken. Schon nach kurzer Zeit wirst du merken, wie sich dein Alltag verändert. Dopamin ist ein Geschenk der Natur. Es sorgt dafür, dass wir Freude empfinden, wenn wir etwas Gutes tun. Ein Dopamin Detox bedeutet, dir bewusst Pausen zu gönnen - damit dein Gehirn wieder spürt, was wirklich wertvoll ist.
Kreativität als Quelle des Glücks
Und auch andersherum funktioniert das: Kreatives Schaffen kann eine tiefe Quelle der Zufriedenheit und des Glücks sein. Der Prozess des kreativen Ausdrucks ermöglicht es uns, unsere Gedanken und Gefühle zu verarbeiten und zu kommunizieren. Wenn wir kreativ tätig sind, erleben wir oft einen Zustand des „Flow“, in dem wir völlig in unserer Tätigkeit aufgehen. Dieser Zustand ist mit einem hohen Maß an Glück und Zufriedenheit verbunden. Ich hoffe, du kennst den Zustand, in dem das Zeitgefühl verloren geht und es ganz leicht fällt, bei einer Sache zu bleiben. Diesen Zustand hat der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi beschrieben. Kreativität kann auch unser Selbstwertgefühl stärken. Wenn wir etwas erschaffen, das wir als wertvoll oder bedeutsam empfinden, steigert das unser Selbstvertrauen und unsere Zufriedenheit.
Neurologische Prozesse im Detail
Die Verbindung zwischen Glück und Kreativität lässt sich auch auf neurologischer Ebene beobachten.
- Dopamin-Ausschüttung: Bei Glücksgefühlen und kreativen Momenten wird vermehrt Dopamin ausgeschüttet.
- Präfrontaler Cortex: Diese Hirnregion ist für komplexes Denken und Problemlösung zuständig.
- Default Mode Network: Dieses Netzwerk ist aktiv, wenn wir tagträumen oder frei nachdenken.
- Amygdala: In glücklichen Zuständen ist die Amygdala, unser „Angstzentrum“, weniger aktiv.
- Neuroplastizität: Sowohl Glück als auch kreatives Arbeiten erhöhen die Neuroplastizität - die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu bilden.
- Serotonin und GABA: Diese Neurotransmitter stehen für Glücksgefühle und Entspannung.
Diese neurologischen Prozesse verdeutlichen, wie eng Glück und Kreativität im Gehirn miteinander verwoben sind.
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Das soziale Gehirn und die Bedeutung von Beziehungen
Allen Unkenrufen zum Trotz: Grundsätzlich ist der Mensch ein soziales Wesen. Unser soziales Gehirn zeigt sich zum Beispiel darin, dass wir über spezielle Hirnfunktionen verfügen, die Gesichter von Menschen zu erkennen und zu bewerten. Mitarbeitende können in Sekundenbruchteilen die Gesichter von Führungskräften verarbeiten und bewerten. Unser soziales Gehirn zeigt sich auch darin, dass Nervenbotenstoffe und Hormone dafür sorgen, dass wir Bindungen suchen. Gelingende Beziehungen belohnt unser Gehirn mit dem schnellen Ausstoß von Dopamin, ein körpereigenes Opioid, das gute Gefühle verursacht. Dies erklärt, warum zwischenmenschliche Zuwendung erträglicher macht; soziale Unterstützung am Arbeitsplatz kann die psychische und körperliche Gesundheit stärken.
Empathie und Spiegelneuronen
Zu den häufigsten Forderungen an Führungskräfte gehört, Einfühlung, auch Empathie genannt, mit ihren Mitarbeitern zu zeigen und ihre Kommunikation hierauf auszurichten. Empathie wird als Fähigkeit bezeichnet, sich in den anderen hineinzuversetzen - dessen Gedanken, Gefühle und Ansichten zu erkennen und hieraus den anderen zu interpretieren. Einfühlung und damit Verstehen ist essenziell für das Entstehen und Entwickeln von Beziehungen und gelungene Kommunikation am Arbeitsplatz. Wenn ein Vorgesetzter gut zuhören kann, wird er von seinen Mitarbeitern eher als Gesprächspartner respektiert. Umgekehrt gilt dies selbstverständlich auch für die Mitarbeiter.
Zu den spektakulärsten Entdeckungen der letzten Jahre gehören jene Nervenzellen, die dafür sorgen, dass der Mensch das Erleben anderer Menschen spiegeln kann ― diese Nervenzellen heißen deshalb auch Spiegelneurone. Sie sind die neurobiologischen Grundlagen dafür, dass wir die Gefühle eines anderen Menschen erkennen, aufnehmen und hierauf reagieren können. Durch die Spiegelneuronen können die Beschäftigten die Gefühle des Firmenchefs mit-fühlen, dessen Begeisterung und Überzeugungen, aber auch dessen Zweifel. Spricht der Firmenchef von Bedauern, wenn er Mitarbeiter entlassen muss, dann können sie spiegeln, ob er dies auch tatsächlich fühlt. Die Spiegelsysteme sind auch die neurologische Erklärung dafür, dass sich Mitarbeitende an anderen orientieren und hierdurch Sicherheit erlangen können: Die Mitarbeitenden beobachten Kollegen und Führungskräfte und prüfen, ob sie dies imitieren sollten.
Die geplante Handlung unseres Gegenübers vollziehen wir offenbar, indem wir die beobachtete Aktion zunächst innerlich nachvollziehen. Wenn wir Menschen zuschauen, sind genau jene Netzwerke aktiv, als würden wir selbst die Handlung ausführen. Dies geschieht zeitgleich, unwillkürlich und ohne unser Nachdenken. Es reicht sogar schon aus, uns zu sagen, dass wir uns die Handlung vorstellen sollen, damit unsere Handlungsneuronen aktiv sind. Am stärksten feuern sie, wenn wir eine beobachtete Handlung zeitgleich nachahmen sollen. Die Mitarbeitenden nehmen bei beobachteten Handlungen vorweg, wie sie sich fühlen werden, wenn sie eine Handlung ausführen (Damasio 1994). Handlungsneurone kodieren die Programme für das operative Vorgehen und für das Ziel einer Handlung. Die Nervenzellen für die Vorstellung von Empfindungen ergänzen dies durch Informationen darüber, wie sich die geplante Handlung für den handelnden Körper anfühlen würde. Erst die Kombination des handelnden und des empfindenden Systems ergibt die neuronale Basis für die Vorstellung, Planung und Ausführung von Aktionen (Bauer 2003). Weil das Gehirn sehr sozial ist, prüft es auch, wie der Mitarbeitende auf andere wirken würde, wenn er die Handlung ausführt. Die interne Kommunikation kann dies nutzen, indem sie Bilder zeigt, die genau diese Gefühle transportieren.
Das Unbewusste und seine Rolle
Außerdem hat sich gezeigt, dass viele Prozesse in Beziehungen und in der Kommunikation außerhalb dessen ablaufen, was uns bewusst ist. Im Mittelpunkt der internen Kommunikation steht Verständigung in Dialogen zwischen der Unternehmensleitung und den internen Bezugsgruppen, wie Führungskräfte, Mitarbeiter, Auszubildende und Pensionäre. Diese Dialoge werden vor allem aus der Sicht der bewussten Wahrnehmung diskutiert. Jedoch weisen die Neurowissenschaften darauf hin, dass wir die meisten Informationen unbewusst verarbeiten, nämlich 95 Prozent (z.B. Zaltman, 2003). Nur der geringste Teil dringt ins Bewusstsein.
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Warum arbeitet unser Gehirn so?
- Bewusstsein kostet den Körper viel Energie: Unser Gehirn nimmt zwar nur etwa 2 Prozent unserer Körpermasse ein, verbraucht aber bei intensivem Denken bis zu 20 Prozent Körperenergie - wenn es unbewusst arbeitet, verbraucht es nur noch 5 Prozent. Da wir zum Fortpflanzen und Überleben auf Energie angewiesen ist, sparen wir Energie wo nur möglich.
- Reaktionen laufen wesentlich schneller ab: Wir können schnellstens reagieren, wenn wir eingehende Reize direkt in Handeln umsetzen, statt sie bewusst zu prüfen.
- Unbewusstes ruft leicht und schnell bewertete Erfahrungen ab: Alle Erlebnisse speichern wir danach ab, ob sie gut oder schlecht für uns waren. Sollen wir uns entscheiden, können wir auf dieses Wissen zurückgreifen.
Timothy Wilson (2007) vergleicht unser Bewusstsein, Forscher sprechen auch vom Expliziten, mit einem winzigen Schneeball auf der Spitze des Eisbergs. Die meisten Prozesse kann es an unser Unbewusstes delegieren, Forscher sprechen vom Impliziten. Sie können sich dies ähnlich dem Autopiloten in einem Flugzeug vorstellen, das fast ohne Pilot fliegen kann.
Wie können Sie sich die Arbeit des Impliziten vorstellen?
Zum Energiesparen arbeitet unser Gehirn mit Prinzipien, mit denen es sich seine Arbeit erleichtert: Zum Beispiel trennt unser Gehirn jene Aktivitäten, die bewusst ablaufen, Zeit und Energie kosten, von jenen Aktivitäten, die unbewusst ablaufen, schnell sind und wenig Energie verbrauchen. Unser Gehirn ist ständig aktiv und verarbeitet riesige Datenmengen. Selbst wenn wir hellwach sind, ist uns nur ein winziger Bruchteil dessen bewusst, was wir denken. Denn das Denken ist in erster Linie ein unbewusster Prozess, der hauptsächlich darin besteht, zu entscheiden, welche eingehenden Informationen wichtig sind und welche nicht. Das implizite System entscheidet, übernimmt das Steuer im Kopf, wenn Menschen unter Zeitdruck stehen, mit Informationen überlastet, wenig interessiert und unsicher hinsichtlich einer Entscheidung sind, zum Beispiel weil sich Unternehmen stark ähneln oder die Entscheidung sehr komplex ist und damit die begrenzten Kapazitäten des expliziten Systems nicht ausreichen (vgl.
Wie stark uns unbewusste Bewertungen und Entscheidungen im Arbeitsleben beeinflussen, zeigt sich zum Beispiel darin, dass das bloße Erscheinen einer Person auf dem Podium starke Gefühle in uns auslösen kann, ohne dass diese Person auch nur ein Wort gesprochen hätte. Steht der Mitarbeitende vor einer Entscheidung, zum Beispiel, ob dieser einen Unternehmensprozess unterstützt oder nicht, muss er nicht lange überlegen und wertvolle Energie investieren; stattdessen ruft er Erfahrungen und die damit gespeicherten Gefühle auf, um zu einer ersten, spontanen Einschätzung zu gelangen (siehe Kap.
Das Unbewusste in Krisensituationen
Wie das Unbewusste arbeitet, zeigt das Beispiel der Krise, zum Beispiel einem angekündigten Stellenabbau, der auch sie betreffen kann: Fühlen sich Menschen bedroht, aktiviert das Gehirn sein Stresssystem und wirft die alten, einfachen Notfallprogramme an: Angriff, Flucht, Erstarrung. In der wahrgenommenen Gefahr verringert Ihr Gehirn die Informationsmenge, die es zu verarbeiten hat. Das Gehirn will der Gefahr entkommen und hält sich möglichst an die einfachsten Muster wie Flucht („Ich geh sofort woanders hin“), Konfrontation oder Verleugnung („Mich wird es schon nicht treffen“). Schon minimale Signale können ausreichen, um solche unbewusste Verhaltensprogramme in Gang zu setzen. Dieser gesamte Prozess verläuft an unserem Bewusstsein vorbei - vom Wahrnehmen über das Entschlüsseln der Bedeutung bis hin zum Aktivieren unseres Verhaltens.
Konsequenzen für die interne Kommunikation
Konsequenz für die interne Kommunikation ist, dass sie Menschen, die in einer Krise oder einem tief greifenden Veränderungsprozess im Unternehmen und sehr ängstlich und unsicher sind, vor allem in einfühlsamer persönlicher Kommunikation beruhigen und implizit ansprechen sollte, zum Beispiel durch Bilder und Geschichten (siehe Kap. Die interne Kommunikation sollte demnach unbewussten Prozessen künftig deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken, weil sie es sind, die maßgeblich an der Auswahl, Interpretation und Bewertung von Informationen beteiligt sind und letztlich auch über das Verhalten der Mitarbeitenden entscheiden. Diese Prozesse sind den Mitarbeitenden bewusst nicht zugänglich. Würden wir eine Person nach diesen Prozessen fragen, könnte sie uns keine Auskunft darüber geben - sie hätte zwar immer eine Antwort parat, doch würde diese nicht den tatsächlichen Vorgängen im Unbewusstsein entsprechen. Eine hervorragende Möglichkeit, mit Informationen das Unbewusste anzusprechen sind Geschichten (Storytelling; siehe Kap. 4.1).
Hirnexperte Werner Fuchs schreibt (2006): „Nüchtern betrachtet ist unser Gehirn ein Datenverarbeitungssystem. Ein System, das Effektivität mehr belohnt als Vollkommenheit. Und obwohl es mit dem knappen Gut Energie sehr haushälterisch umgeht, beansprucht es etwa zwanzig Prozent des vorhandenen Sauerstoffs, was etwa dem Zehnfachen seines Körpervolumens entspricht. Dabei verbrennt die Großhirnrinde achtmal mehr Energie als die übrigen Teile des Gehirns. Die effizienteste Form der Datenverarbeitung zu wählen, ist daher unabdingbare Notwendigkeit, um vielfältige und komplexe Aufgaben meistern zu können. Für die Erfolgskontrolle der internen Kommunikation hat dies zur Konsequenz, andere Methoden und Instrumenten wie bisher zu nutzen, um die Prozesse der Aufnahme, Verarbeitung und emotionalen Bewertung aufzudecken. Hierzu gehören reaktionszeitbasierte Methoden und Instrumente, bei denen die Befragten spontan antworten müssen, bevor sich der Verstand einschaltet (vgl.
Gefühl und Verstand: Eine Einheit
Immer noch gehen viele Menschen davon aus, dass Gefühl und Verstand streng getrennt sind. Diesem Gegensatz entspricht die Vorstellung, dass die linke Hirnhälfte für das Denken zuständig sei, die rechte für das Fühlen. Diese strenge Trennung gibt es so nicht - tatsächlich bilden beide Systeme eine Einheit. Besonders im Wirtschaftsleben gilt die Devise, Entscheidungen streng rational zu treffen und mit triftigen Argumenten zu begründen: „Durchdenken Sie das noch einmal!“, „Haben Sie die Zahlen gründlich geprüft?“. Die Schweizer Psychologin Maja Storch (2005: 14) schreibt: „Gute Entscheidungen fallen emotions- und leidenschaftslos: Diese Vorstellung hat sich in unserem Alltagsverständnis so sehr festgesetzt, dass sie oftmals gar nicht mehr hinterfragt wird. Für viele Menschen aus dem Management zum Beispiel ist sie so selbstverständlich wie die Tatsache, dass sie Luft zum Atmen brauchen. Sie versuchen, ihre Gefühle in den Griff zu kriegen und üben sich im Pokerface. … Das Ideal, das viele Führungskräfte anstreben, ist d…
Die Biologie der Emotionen
Die Studie der Emotionen in der Biologie umfasst Muster von physiologischen Reaktionen, die den organischen Zustand eines Lebewesens widerspiegeln, wenn es auf bestimmte Stimuli reagiert. Dabei handelt es sich in der Regel um eine komplexe Reaktion auf eine innere oder äußere Situation, die den Organismus beeinflusst. Emotionen in der Biologie sind komplexe physiologische Reaktionen auf innere oder äußere Stimuli, die von einem Lebewesen empfunden werden. Emotionen in der Biologie beziehen sich auf physiologische Prozesse, die eine entscheidende Rolle in der Reaktion des Körpers auf verschiedene Ereignisse spielen. Ein typisches Beispiel für eine Emotion ist Angst. Angst wird normalerweise durch eine Bedrohung ausgelöst und führt zu einer Reihe von physiologischen Reaktionen im Körper. Dies umfasst erhöhten Herzschlag, schnelle Atmung und erhöhte Wachsamkeit.
Grundlagen der Emotionen
- Basisemotionen: sind emotionale Zustände, die als universell unter Menschen gelten, unabhängig von Kultur und sozialem Hintergrund.
- Positive Emotionen: sind wichtige Bestandteile des menschlichen Wohlbefindens.
- Subjektive Erfahrung: Jede Emotion ist eine persönliche Erfahrung und kann daher von Person zu Person unterschiedlich sein.
- Physiologische Reaktionen: Emotionen verursachen physiologische Reaktionen wie Änderungen in Herzfrequenz, Blutdruck und Atmung.
- Verhaltensreaktionen: Emotionen können Verhaltensreaktionen auslösen, wie z. B. Weinen bei Trauer oder Lachen bei Freude.
- Cognitive Prozesse: Emotionen sind mit verschiedenen kognitiven Prozessen verbunden, wie z.B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Entscheidungsfindung.
Neuere Forschungen in der Biologie der Emotionen haben gezeigt, dass Emotionen auch das Immunsystem beeinflussen können. Positive Emotionen können zur Stärkung des Immunsystems beitragen, während negative Emotionen das Immunsystem schwächen können. Dies zeigt die komplexe und miteinander verflochtene Art, wie Emotionen unsere Biologie beeinflussen.
Neurobiologische Entstehung von Emotionen
Im Bereich der Neurobiologie werden Emotionen und Gefühle als zwei verschiedene, aber eng miteinander verknüpfte Konzepte betrachtet. Während Emotionen als körperliche und mentale Reaktionen auf bestimmte Stimuli definiert werden, sind Gefühle bewusste Wahrnehmungen dieser Emotionen. Die Neurobiologie von Emotionen und Gefühlen ist ein komplexes Thema, das verschiedene Disziplinen einschließlich Psychologie, Genetik, Endokrinologie und Neurowissenschaften umfasst. Untersuchungen auf diesem Gebiet stützen sich auf verschiedene Techniken, darunter Gehirnscans, psychophysiologische Messungen und genetische Analysen.
Interessanterweise haben Studien in der Neurobiologie von Emotionen und Gefühlen gezeigt, dass bestimmte Gehirnregionen wie die Amygdala, der präfrontale Kortex und das limbische System eine entscheidende Rolle bei der Verarbeitung und Regulation von Emotionen und Gefühlen spielen. Ein Hauptaspekt in der Entstehung von Emotionen sind die Hormone, die eine zentrale Rolle im körperlichen Aspekt von Emotionen spielen. Hormone sind chemische Botenstoffe, die durch spezielle Zellen oder Drüsen in den Körper freigesetzt werden und spezifische Reaktionen in anderen Teilen des Körpers hervorrufen. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Entstehung von Emotionen ist das Nervensystem. Beispielsweise veranlasst das sympatische Nervensystem, ein Teil des autonomen Nervensystems, den Körper zur "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion bei Bedrohungen. Es beschleunigt die Herzfrequenz, erweitert die Bronchien und verlangsamt die Verdauung, um den Körper auf eine physische Reaktion vorzubereiten.
Beispiele für Emotionen und ihre biologischen Auswirkungen
Betrachten wir zum Beispiel Angst. Angst ist eine natürliche menschliche Emotion, die sowohl psychologische als auch physiologische Aspekte aufweist. Auf der physiologischen Ebene führt Angst zu Reaktionen wie erhöhter Herzfrequenz, schnellerer Atmung und Schweißausbrüchen. Diese Reaktionen werden in erster Linie durch die Freisetzung bestimmter Hormone wie Adrenalin und Cortisol gesteuert. Ein klassisches Beispiel für eine angstauslösende Situation könnte sein, in einer dunklen, unbekannten Gasse zu gehen. In einer solchen Situation würde dein Körper Adrenalin und Cortisol freisetzen. Diese Hormone hätten mehrere Auswirkungen: Dein Herz würde schneller schlagen, deine Pupillen würden sich erweitern, und du würdest anfangen zu schwitzen. All diese physiologischen Veränderungen bereiten dich darauf vor, auf die potenzielle Bedrohung zu reagieren - entweder indem du wegläufst, dich versteckst oder dich der Bedrohung stellst.
Andererseits manifestiert sich Glück hauptsächlich durch positive Gefühle und Emotionen und ist oft mit Belohnungsmechanismen im Gehirn verbunden. Forschungergebnisse zeigen, dass die Freisetzung von Serotonin und Dopamin im Gehirn Verbesserungen in Stimmung und Wohlbefinden bewirkt, und oft mit dem Empfinden von Freude, Glück und Zufriedenheit in Verbindung gebracht wird. Im Gegenteil, niedrige Ebenen dieser Neurotransmitter können zu Gefühlen von Traurigkeit, Depression und Unzufriedenheit führen.
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