Die Geschichte des Collins-Cocktails ist reichhaltig und komplex, voller faszinierender Anekdoten und historischer Ungenauigkeiten. Dieser Artikel unternimmt eine umfassende Reise durch die Ursprünge des Collins, wobei die verfügbaren Informationen genutzt werden, um Licht in seine Entstehung und Entwicklung zu bringen.
Der Collins: Mehr als nur ein Gin Sour mit Soda
Der Collins kann als eine mit Soda aufgespritzte Variante des klassischen Sours interpretiert werden. Während Gin traditionell die Basis des Collins bildet, kann jede beliebige Spirituose verwendet werden, um eine individuelle Note zu verleihen. Ein interessanter Fakt ist, dass die Reduktion der Soda-Menge auf 30 ml anstelle des Collins einen Daisy-Cocktail ergeben würde.
Dolly's Tavern: Ein möglicher Geburtsort in Montreal?
David Wondrich berichtet, dass der Collins bereits 1864 in Montreal in der berühmten Dolly's Tavern angeboten wurde. Obwohl keine Rezeptur aus dieser Zeit existiert, deutet Wondrich an, dass das Getränk von Offizieren der britischen Armee populär gemacht wurde. Dolly's Tavern war ein beliebter Treffpunkt für britische und konföderierte Offiziere, Spione, Händler und Diplomaten des Südens, was die Verbreitung des Rezepts in südliche Regionen erklären könnte.
Kritische Anmerkungen zu Dolly's Tavern
Es gibt jedoch einige Ungereimtheiten bezüglich der Existenz von Dolly's Tavern. Ein Gemälde von Cornelius Krieghoff aus dem Jahr 1845 trägt den Titel „Dolly's Tavern, St. James Street, Montreal“. Recherchen haben ergeben, dass Dolly's Tavern weder in den Geschäftsverzeichnissen von Montreal für die Jahre 1844-45 noch 1845-46 verzeichnet ist. Es gab angeblich keine Taverne in der gesamten St. James Street. Lediglich ein Betrieb namens Dolly's Chop House existierte in der St. Françoise Xavier Street, gegenüber dem Postamt, unter der Leitung von R. P. Isaacson. Es ist also möglich, dass Krieghoff den Namen der Taverne erfunden hat, oder Dolly's Tavern fehlte schlichtweg im Geschäftsverzeichnis.
Neue Erkenntnisse aus dem Geschäftsverzeichnis von 1864-65
Weitere Recherchen im Geschäftsverzeichnis für 1864-65 ergaben folgenden Eintrag: „Great St. James … 17 Dolly's Chop House, R. W. Isaacson, proprieteur.“ Dies deutet darauf hin, dass Dolly's Chop House entweder umgezogen ist oder eine Zweigstelle in der Great St. James Street eröffnet hat. Die Great St. James Street ist heute als Rue Saint-Jacques bekannt.
Lesen Sie auch: Blood Patch zur Behandlung von Liquoraustritt
Die Illustrated London News und die Lokalisierung von Dolly's
Gaz Regan zitiert David Wondrich genauer und verweist auf eine kanadische Veröffentlichung aus dem Jahr 1865, in der es hieß: „Das letzte Mal sah ich ihn in Montreal, im Oktober 1864, an einem Ort namens „Dolly’s“, neben der St. Lawrence Hall.“ Die Originalquelle stammt jedoch aus der The Illustrated London News vom 12. August 1865.
Die Lokalisierung von Dolly’s anhand der St. Lawrence Hall
Anhand eines Fotos der St. Lawrence Hall und weiterer Angaben konnte Dolly’s lokalisiert werden. Die Royal Bank of Canada wurde 1869 errichtet, was bedeutet, dass das Foto der St. Lawrence Hall vor diesem Zeitpunkt aufgenommen wurde. Eine Postkarte zeigt die Bank mit der dahinterliegenden St. Lawrence Hall. Die Bank wurde also vorne links auf dem Foto errichtet. Die Lawrence Hall lag somit rund 100 Meter von der Kreuzung von der Rue Saint-Jacques und der Rue Françoise Xavier entfernt. Weitere rund 100 Meter entfernt ist (heute) die Hausnummer 17 der Great St. James Street. Dies deutet darauf hin, dass sich Dolly's nicht in der Rue Françoise Xavier befand.
John Collins: Barkeeper oder Mythos?
Im Juli 1872 schrieb die Sun: „„John Collins“ wird durch einen Drink verewigt, der seinen Namen trägt. Seine Bestandteile sind Zucker und Zitrone, einfaches Soda und Old Tom Gin.“
Im Januar 1877 erschien in The Weekly Kansas ein Beitrag zur Schließung des Limmer’s. Man berichtet: „Die alten Resorts in London verschwinden. Limmer’s war einst der Zufluchtsort all der jungen Leute, die die Sportwelt anführten, und viele seiner Figuren sind noch in Erinnerung - … und John Collins, der Kellner, der das angenehme Getränk erfand, das noch immer seinen Namen trägt.“
Der Brooklyn Eagle und die Verfälschung der Geschichte
The Brookyn Eagle wusste am 6. Juli 1877 zu berichten: „THE BROOKLYN EAGLE weist in einem Artikel über Sommergetränke auf den „John Collins“ als ein Getränk hin, das aus „Wasser, gesäuert mit Zitronensaft, Zucker, Pfefferminz und ein wenig altem Santa Cruz-Rum“ besteht, und fügt hinzu, daß es nach John Collins, einem irischen Schauspieler von einigem Ruf, benannt wurde!!“ Der Artikel protestiert gegen diese Falschdarstellung und beschreibt den „John Collins“ korrekt als eine Mischung aus Zitrone, Old Tom Gin, Soda und Puderzucker. Er betont, dass das Getränk die Erfindung des Oberkellners im Limmer’s war und durch Verse verewigt wurde: „Mein Name ist John Collins, Oberkellner im Limmer’s, an der Ecke Conduit-Straße, Hannover-Platz; meine Hauptbeschäftigung ist es, Kelche zu füllen, für all die jungen Herren, die dort verkehren.“ Das Getränk erhielt schnell die Zustimmung der Offiziere der britischen Armee und wird nun von ihnen als Trunk auf die rosafingrige Morgenröte von Aldershott bis Australien ausgeschenkt - „Englands Morgen, ‚John Collins,'“ in den schönen Worten von Webster, „der Sonne folgend und die Welt umkreisend“.
Lesen Sie auch: Diagnose und Therapie der Meningitis
Die Einführung des Collins in den Vereinigten Staaten
Der Artikel im Brookly Eagle erwähnt auch, dass der Collins vor etwa zwanzig Jahren im Clarendon in New York von einem britischen Offizier eingeführt wurde. Das Clarendon Hotel befand sich an der Ecke von Johnson Street und Washington Street.
Das älteste Rezept und die Reise um die Welt
Das älteste bekannte Rezept für einen Collins stammt aus einem australischen Kochbuch von 1864, was die These stützt, dass der Collins mit der britischen Armee um die Welt gereist ist.
Das Rezept von 1864
Das Rezept aus dem „The English and Australian Cookery Book“ von 1864 ist besonders interessant, da es sowohl Zucker als auch Sirup als Zutat nennt. Es wird spekuliert, ob es sich dabei um einen Druckfehler handelt und „sugar syrup“ (Zuckersirup) gemeint ist, oder ob möglicherweise Capillaire (ein mit Orangenblütenwasser oder Frauenhaarfarn aromatisierter Zuckersirup) verwendet wurde.
Der Tom Collins Hoax von 1874
Um 1874 machte eine aus New York stammende Veräppelung die Runde, der sogenannte Tom Collins Hoax. Zeitungen berichteten ausführlich darüber: Man fragt jemanden, ob er denn schon Tom Collins aufgesucht habe. Falls nicht, solle man es schleunigst tun, denn dieser laufe herum und sage sehr schlechte Dinge über einen, und die Leute würden ihm Glauben schenken. Man schickt das aufgebrachte Opfer dann mit dem Hinweis auf den Ort, an dem man Tom Collins vor kurzem so etwas habe sagen hören, ebendort hin, beispielsweise in eine andere Bar. Der dortige Barkeeper, der natürlich in diese Art von Scherz eingeweiht ist, bestätigt die Geschichte, schmückt sie weiter aus und schickt die Person weiter an einen anderen Ort mit dem Hinweis das Tom Collins gerade eben dort hin gegangen sei. Der weitergeschickte Gast wird natürlich immer aufgebrachter.
Entstehungsmythen und die Rolle von John Collins
Es gibt verschiedene Theorien über die Entstehung des Collins:
Lesen Sie auch: Multiple Sklerose und der Albuminquotient
- Ein Mr. Collins soll 1873 in einer New Yorker Schenke namens The Whitehouse angefangen zu arbeiten und dort den nach ihm benannten Collins erfunden haben.
- Ein Tom Collins, der als Bartender in New Jersey und New York City gearbeitet habe, soll der Erfinder gewesen sein.
- Der Tom Collins sei in New York entstanden und sei nach dem Tom Collins Hoax bezeichnet worden, der in der Stadt 1874 praktiziert wurde.
- Es gibt auch Legenden, die die Erfindung des Collins‘ nach Australien oder San Francisco verorten.
Keine dieser Theorien ist jedoch ausreichend belegt.
Der Collins als Abwandlung des Gin Punches aus dem Limmer's Hotel
Die allgemein akzeptierte Theorie ist, dass der Collins eine Abwandlung eines Gin Punches ist und von John Collins im Limmer’s Hotel stammt. Dies wurde bereits 1882 in der New York World erwähnt, die den Collins in Verbindung mit dem Limmer’s Hotel und dem Garrick Club brachte.
Die New York World von 1882
Die New York World schrieb: „Dieses Getränk scheint seinen Ursprung in Limmer’s Hotel in London zu haben und erhielt seinen Namen sicherlich von dem weltberühmten John Collins, Oberkellner im Limmer’s, Ecke Conduit Street, Hanover Square, der in einem Lied eines Barden einer vergangenen Generation gefeiert wurde. Laut Captain Gronold war Limmer’s bereits 1814 für seinen Gin-Punch bekannt.“
Bestätigung durch Edward Verrall Lucas
Edward Verrall Lucas berichtet 1916 in seinem Buch „More Wanderings in London“ von einem Experten, der alles über London zu wissen scheint: „Er schätzt nicht nur die Sehenswürdigkeiten Londons, sondern auch seine Redewendungen. Er kann Ihnen nicht nur sagen, was der neueste Slang ist, sondern auch, wann er aufkam und oftmals, wer ihn hereingebracht hat. … Bei einer anderen Gelegenheit, als wir zusammen standen und eine Erfrischung tranken, fragte ich ihn, warum ein „John Collins“ so genannt werde - eine Frage, die ich vielen Freunden vergeblich gestellt hatte - und in einem Augenblick erzählte er mir von dem alten Londoner Kellner und zitierte die Zeilen: „Mein Name ist John Collins, Oberkelner im Limmer’s, an der Ecke Conduit-Straße, Hannover-Platz; Meine Hauptbeschäftigung ist es, Kelche zu füllen, um junge, mit Sorge erfüllte Herre…
Fazit
Die Geschichte des Collins-Cocktails ist komplex und vielschichtig. Während die genaue Entstehung im Dunkeln liegt, deutet vieles darauf hin, dass der Collins eine Weiterentwicklung des Gin Punches aus dem Limmer’s Hotel in London ist und von einem gewissen John Collins, dem dortigen Oberkellner, populär gemacht wurde. Die Reise des Collins um die Welt, seine Erwähnung in Zeitungen und Kochbüchern des 19. Jahrhunderts und die verschiedenen Entstehungsmythen tragen zu seinem anhaltenden Reiz bei.
Anhang: Zusätzliche Informationen
Wagnerwagner Playlist
Neben der Geschichte des Collins, gibt es auch andere "Blood Liquor Oblivion"-bezogene Inhalte, wie z.B. eine Musik-Playlist von Wagnerwagner. Diese Playlist, die eine breite Palette von Musikgenres umfasst, bietet einen Einblick in den vielfältigen Musikgeschmack der Agentur. Die Playlist enthält Titel von Künstlern wie Louis Futon & Cherub, RAYE, The Beaches, Young Franco feat. Charlotte Plank, Arkells feat. Portugal.The Man, Balthazar, Doechii & SZA, Drangsal, WizTheMc, Grassy Spark, Philine Sonny, Nina Chuba, Skye Newman, Cage The Elephant, Von Wegen Lisbeth, Kali, Tems, Die Höchste Eisenbahn, Lucius, MØ, Tors feat. Jade Bird, The 1975, Marshmello & INJI, Girl in Red, Cassia, Kelis, Baby Of The Bunch, 49th & Main, Blondshell, Jeremias, We Invented Paris, Fliss, CATT, Kraftklub, Nneka, Parcels, Betterov, Noga Erez, Royel Otis, Alice Merton, Malta Mina, BRUCKNER, Grimes, Florence Road, Fraen x Dexter x Greedo, Good Neighbours, 01099, Poppy, Jungle, Master Peace, PaulWetz, Saint Clara, Ella Eyre, G Flip, Roosevelt, Disclosure x Leon Thomas, Black Honey, Sigrid, Daði Freyr, Eliza Rose feat. Oppidan, OK Go, Mumford & Sons feat. Hozier, Drake, Anna Of The North, Zartmann, Lucy Deakin, Amilli, The Wombats, Pudeldame, Romy, Tegan And Sara, The Temper Trap, Ibeyi, Aleksiah, Djo, Banji, Jake Bugg, Joy Bogat, Bastille, Wilhelmine, Caribou, Wolf Alice, Two Door Cinema Club, Tame Impala, Sharktank, Wet Leg, Kings Of Leon, Mansionair, Alli Neumann, Benee, Laura Lee & The Jettes, Chet Faker, Joy Anonymous, Holly Humberstone, Kettcar, Hayley Williams, Nilüfer Yanya, Almost Monday, Fuffifufzich, Georgia, MGMT, Tommy Newport & Baby Nova, LIE NING, Tate McRae, Kasi x antonius x Ericson, The Knife, My Ugly Clementine, TeenDilla, Mine, Olivia Dean, Dayglow, Two Year Vacation, Sam Fender, Ed Sheeran, Oliver Sim, Jawny, Nothing but thieves, Jolle, SBTRKT feat. Sampha, Vök, Julia Wolf, Biig Piig, Rooney, Courtney Barnett, Chappell Roan, Blumengarten, Sorry, AB Syndrom, Sombr, Passion Pit, piri & tommy, almost monday, Lola Young, Arctic Monkeys, FIL BO RIVA, Paula Hartmann & Berq, NoMBe, Lizzo, Say Lou Lou, Rikas, Ella Red, Red Hot Chili Peppers, ENNY, Peter Fox, WILLOW, Fewjar, Robyn, Bombay Bicycle Club, TLC, Fatboy Slim, UPSAHL, ZOË MË, Mattiel, Patrice, Bishop Briggs, Sløtface feat. The Buoys, Sparkling, Moby, Friedberg, The Kid LAROI, Pippa, Frank Ocean, Loyle Carner feat. Jordan Rakei, Lauren Mayberry, Shelter Boy, Wanda, Alice Merton, Haiyti und viele mehr.
Koloa Kaua'i Reserve Rum
Der Koloa Kaua'i Reserve ist ein Rum in limitierter Auflage von der Koloa Rum Company, der in den USA hergestellt wird. Dieser Rum wird aus Zuckerrohrsaft in einem Pot Still destilliert und vier Jahre lang gereift. Mit seinen 46% ABV macht er einen bemerkenswerten Eindruck. Nutzer beschreiben ihn als einen Rum mit ausgeprägten Aromen von Karamell, Banane und Kokosnuss, während der Geschmack von Kokosnuss und Gewürzen mit einem Hauch von Cremigkeit geprägt ist. Obwohl er wegen seiner leichten und fruchtigen Noten, die an einige westindische Rumsorten erinnern, gut ankommt, wird er auch für seine leicht übermächtige Alkoholpräsenz gelobt.
RumX App
Die RumX App bietet eine Plattform für Rum-Liebhaber, auf der sie ihre Sammlungen digitalisieren, den Marktwert ihrer Flaschen verfolgen und sich mit Gleichgesinnten austauschen können.
#