Die Wirkung von Cistus auf das vegetative Nervensystem und seine vielfältigen Anwendungen

Einführung

Das vegetative Nervensystem (VNS) steuert lebenswichtige Körperfunktionen, die unbewusst ablaufen. Es reguliert Atmung, Herzschlag, Verdauung und Stoffwechsel. Stress und äußere Einflüsse können dieses System aus dem Gleichgewicht bringen. In der Naturheilkunde gibt es verschiedene Ansätze, das vegetative Nervensystem zu unterstützen und zu harmonisieren. Ein vielversprechendes Mittel ist die Cistrose (Cistus), eine Pflanze aus dem Mittelmeerraum, die traditionell für ihre vielfältigen gesundheitlichen Vorteile genutzt wird. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Wirkungen von Cistus auf das vegetative Nervensystem und stellt weitere Heilpflanzen vor, die ebenfalls zur Harmonisierung beitragen können.

Cistus: Eine Pflanze mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten

Die Cistrose, vorwiegend in Spanien, Portugal und Südfrankreich heimisch, wurde früher hauptsächlich für Räucherungen verwendet. Doch schon damals spielte sie eine wichtige Rolle als Heilmittel bei Geschwüren, Wunden und Ekzemen. Die Cistrose erblüht von März bis Juni mit zartrosa Blüten, die zerknittert aussehen und sich nach wenigen Stunden wieder verschließen. Aus den Zweigen und Blättern wird durch Wasserdampfdestillation Cistrosenöl gewonnen.

Das Cistrosenöl: Duft und Wirkung

Das Cistrosenöl hat eine honigähnliche Farbe und einen warmen, leicht holzigen und balsamischen Duft, der an Moschus erinnert. Es findet Verwendung in Parfüms und wirkt beruhigend, wundheilend, entkrampfend und anregend. Es stärkt die Seele, verleiht Ausgeglichenheit und öffnet für Neues. Das Öl erleichtert die Meditation und wird daher gerne als Meditationsöl eingesetzt.

Anwendung von Cistrosenöl

Früher wurde Cistrosenharz zur Heilung von Wunden und Geschwüren verwendet. Auch heute noch wird Cistrosenöl zur Behandlung von Geschwüren und eitrigen Wunden eingesetzt. Bei chronischen Hauterkrankungen, Schuppenflechte oder Ekzemen kann Cistrosenöl in Kombination mit Jojobaöl, Immortellenöl und Lavendelöl verwendet werden. Es hilft auch bei Hautreizungen, Schwellungen, Prellungen, Stauungen, geröteter Haut und allergischen Beschwerden der Haut. Cistrosenöl wirkt antiseptisch, zusammenziehend und stabilisierend und eignet sich zur Pflege von fettiger und entzündeter Haut. Es belebt und besänftigt zugleich, unterstützt die Meditation und hellt die Stimmung auf.

Cistus und das Immunsystem

Cistrosenöl stärkt das Immunsystem und hilft, gesund zu bleiben. Bei Inhalation oder in Bädern angewendet, wehrt es durch seine antibakteriellen Eigenschaften Krankheitskeime ab.

Lesen Sie auch: Wissenswertes über Neuralgie Tropfen

Cistus-Tee und Lutschpastillen

Bei einer Virusinfektion empfiehlt es sich, Cistrosentee als Aufguss zum Gurgeln und Trinken zu verwenden. Auch Cistus-Lutschpastillen oder -Spray können zwischendrin benutzt werden.

Weitere Heilpflanzen zur Harmonisierung des vegetativen Nervensystems

Neben der Cistrose gibt es eine Vielzahl weiterer Heilpflanzen, die eine positive Wirkung auf das vegetative Nervensystem haben können. Einige Beispiele sind:

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Die Zitronenmelisse ist bekannt für ihre harmonisierende Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Sie hilft bei nervösen Unruhezuständen, wirkt antibakteriell, virustatisch und krampflösend. Die Melisse enthält Gerb- und Bitterstoffe, Mineralstoffe und ätherische Öle wie Citral, Citronella und Kampfer. Zitronenmelissentee ist besonders gut verträglich und wird traditionell als beruhigender und entspannender Kräutertee genossen. Er wirkt wohltuend auf Magen, Darm und Verdauung. Die enthaltenen Flavonoide und Gerbstoffe wirken adstringierend, antioxidativ und entzündungshemmend.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend, da es die Konzentration der "Glückshormone" Serotonin und Noradrenalin erhöht. Es wird traditionell als pflanzliches Beruhigungsmittel und mildes Antidepressivum eingesetzt.

Baldrian (Valeriana officinalis)

Baldrian hat eine ausgleichende Anti-Stress-Wirkung. Die Baldrianwurzel findet Anwendung in Trockenextrakten oder Badezusätzen bei Unruhe- und Angstzuständen, Schlafstörungen, Koliken im Magen-Darm-Bereich oder nervös bedingten Herzbeschwerden.

Lesen Sie auch: Moderne Behandlungen der Trigeminusneuralgie

Lavendel (Lavandula angustifolia)

Lavendelblütenauszüge und Ölpräparate werden zur Milderung von nervösen Erschöpfungszuständen, innerer Unruhe, Migräne, Angststörungen, Rheuma und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Thymian (Thymus vulgaris)

Thymian wirkt beruhigend auf das vegetative Nervensystem und hat sich als natürliche Einschlafhilfe bewährt.

Storchschnabelkraut (Geranium robertianum)

Der Storchschnabel, insbesondere das Ruprechtskraut, wird in der Naturheilkunde sowohl präventiv als auch zur Unterstützung bei einer Reihe von Beschwerden eingesetzt. Dazu gehören Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Magen- und Darmprobleme, Herzerkrankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen sowie die Behandlung eines unerfüllten Kinderwunschs. Die positive Wirkung ist auf die zahlreichen wertgebenden Inhaltsstoffe der Pflanze zurückzuführen, wie Flavonoide (z.B. Quercetin), Gerb- und Bitterstoffen wie Geraniin sowie ätherischem Öl.

Anwendung von Storchschnabelkraut

Storchschnabelkraut wird vorzugsweise als Tee getrunken, eignet sich aber auch für die äußere Anwendung (z.B. als Tinktur) oder als Badezusatz. Die Zubereitung nach Rudolf Breuß sieht vor, eine Prise des Storchschnabelkrauts 10 Minuten in einer Tasse mit heißem Wasser ziehen zu lassen, anschließend abzuseihen und abkühlen zu lassen. Davon wird pro Tag eine Tasse schluckweise, kalt getrunken.

Weitere wichtige Aspekte für ein gesundes Nervensystem

Neben der Anwendung von Heilpflanzen gibt es weitere wichtige Aspekte, die zu einem gesunden und ausgeglichenen vegetativen Nervensystem beitragen können:

Lesen Sie auch: Die Bedeutung der Stimmgabel für Neurologen

Stressmanagement

Stress ist ein Hauptauslöser für Dysbalancen im vegetativen Nervensystem. Entspannungsübungen wie Meditation, Yoga oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und das Nervensystem zu beruhigen.

Ausreichend Schlaf

Schlaf ist essentiell für die Regeneration des Körpers und des Nervensystems. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichend Schlaf (7-8 Stunden pro Nacht) sind wichtig für ein gesundes Nervensystem.

Gesunde Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen, die er für ein gesundes Nervensystem benötigt.

Bewegung

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Körpers und wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus.

Frische Luft und Sonne

Sorgen Sie für viel frische Luft, Wind und Sonne auf der Haut. Wind und Sonnenlicht laden uns regelrecht mit Energie auf, dazu der Barfußkontakt zur Erde.

Kälteanwendungen

Den Körper öfter mit Kälte zu stimulieren, gerade im Sommer, stärkt das vegetative Nervensystem und damit das Immunsystem und stabilisiert die Stimmung.

Achtsamkeit

Nehmen Sie Ihre Empfindungen wahr. Statt sich weiter aufzuregen, sich innerlich aufzulehnen: Werden Sie ruhig.

Atemübungen

Eine sanfte Atmung, z.B. durch den Atem hemmende Yogastellungen mit intensivem langsamem Nachatmen, hat immense Vorzüge für Körper und Geist. Durch einen zarten, langsamen Atemstrom gelangt mehr Sauerstoff pro Zeiteinheit in die feinen Lungenbläschen und damit ins Blut.

Die Breuß-Saftkur

Einige der genannten Heilpflanzen, wie das rote Storchschnabelkraut, das Weidenröschen und die Ringelblume, werden als Vitaltee zur begleitenden Verwendung bei der Breuß-Saftkur benötigt. Diese spezielle Fastenkur, die auf einer 42-tägigen Saftfastenkur basiert, soll den Körper entgiften und das Immunsystem stärken.

Gliederschmerzen und das vegetative Nervensystem

Bei Gliederschmerzen während einer Erkältung kann ein kühler Wickel das vegetative Nervensystem aktivieren und den Stoffwechsel anregen. Laut der Apotheken-Umschau soll der kühle Wickel den „Entspannungsnerv“ Parasympathikus anregen, wenn der Wickel nach fünf bis zehn Minuten die Körpertemperatur annimmt.

Schüttelfrost

Medizinisch wie therapeutisch wirksame Heilpflanzen und traditionelle Naturarzneien sind aus unserem Alltagsgebrauch nicht wegzudenken und erfahren seit Menschengedenken höchste Wertschätzung für Gesundheit und Wohlbefinden.

tags: #cistus #anwendung #vegetatives #nervensystem